Prolog
In einem abgelegenen Gasthaus etwa zwanzig Meilen vor Corona
Die Kerze flackerte. Ihr schwacher Schein erhellte den Raum nur dürftig. Gerade genug, dass er die Zeilen auf dem Pergament vor sich lesen konnte.
»Nun, wie sieht es aus?«, fragte eine Stimme aus der Dunkelheit. »Haben wir ein Arrangement?«
Er zögerte. Um Zeit zu schinden, beugte er sich nach vorne, und überflog noch mal das Geschriebene.
»Sie verstehen sicher, dass ich heute noch andere Termine habe.«
Etwas blitzte im Schatten auf. Eine goldene Taschenuhr, die auf- und wieder zuklappte.
Zitternd griff er nach dem Federkiel, der in einem vorbereiteten Tintenfass ruhte. Die Luft im Raum schien zunehmend dünner und die Temperatur kühler zu werden. Dennoch rannen ihm Schweißtropfen die Schläfen hinunter. Tinte tropfte auf das vergilbte Schriftstück, als die Feder Millimeter über dem Papier stoppte.
Ein ungeduldiges Knurren erklang neben ihm, jagte eine Gänsehaut über seine Arme.
»Wenn Sie nicht unterschreiben wollen, werde ich jetzt gehen!« Der Schatten stieß sich von der Wand ab.
»Nein, warten Sie … warten Sie!«, rief er heiser und schluckte, um seine trockene Kehle zu befeuchten.
Ihm blieb keine Wahl. Er setzte die Feder auf und schrieb seinen Namen unter das Schriftstück. Erst langsam, dann immer schneller. Als der letzte Tintenstrich getan war, lehnte er sich schwer atmend zurück, als läge ein langer Marsch hinter ihm.
»Gut.« Die Gestalt trat vor. Ein schwarzer Handschuh griff nach dem Papier, rollte es sorgsam zusammen und steckte es in die Manteltasche.
»Wir sind fertig. Ich wünsche Ihnen einen angenehmen Abend.« Die Gestalt hob den Zylinder zum Abschied, bevor sie das Zimmer verließ.
Sobald sein Besuch fort war, atmete er tief durch. Hatte er richtig entschieden? Zu spät, sich darüber zu sorgen.
Es gab kein Zurück mehr.