Feuchte Träume
Kapitel 1: Feuchte Träume
Zachary Z. (Jahrgang 1987) aus Marietta (Georgia, Vereinigte Staaten) merkte mit 13, dass er in der Pubertät war. Nachts quälten ihn feuchte Träume, in denen er sexuelle Begegnungen mit gut bestückten erwachsenen Männern hatte. Im Ergebnis spritzte er ungewollt in seine Pyjamahose ab, was zu peinlichen Gesprächen mit der Mutter führte, die die Wäsche wusch und die Spuren natürlich entdeckte. Als Resultat schlief Zachary nur noch mit seiner Lycra-Schwimmhose aus der Schule, von der er erklären konnte, weshalb sie nass war. Scheinbar hatte keiner seiner Klassenkameraden diese Probleme, aber Anfang der 2000er Jahre sprach man über diese Themen nicht und das Internet steckte noch in den Kinderschuhen, fiel also als Informationsquelle de facto aus. Zachary verstand, dass er schwul war, und hatte damit auch für sich kein Problem, aber wie sollte er diese Erkenntnis in die Tat umsetzen? Vorerst fand alles nur in seinen Träumen und der Phantasie statt: Zachary lag in seinem Bett, die Decke bis zum Kinn hochgezogen, und driftete in den Schlaf ab. In der Realität war sein Leben eine endlose Abfolge von Schüchternheit und unterdrückten Begierden – kein Partner, kein Berühren, nur heimliche Blicke auf Männer, die ihn erregten. Doch in seinen Träumen brach alles heraus, wild und ungezähmt. In dieser Nacht war es wieder so weit. Im Traum stand er hinter dem Supermarkt, wo der Duft von frischem Brot und Regen vermischt mit dem erdigen Geruch des Gebüschs hing. Der Verkäufer, den er so oft heimlich beobachtet hatte – dieser muskulöse Kerl mit den breiten Schultern, dem stoppeligen Bart und den Armen, die sich unter dem engen T-Shirt wölbten – war da. Er entsorgte abgelaufene Lebensmittel im Container hinter dem Markt. Sein Name war ihm egal; Zachary nannte ihn in seinen Fantasien einfach “der Bulle”. Der Mann grinste, seine Augen glühten vor Verlangen, und bevor Zachary etwas sagen konnte, packte er ihn an der Hüfte und zog ihn tiefer ins Dickicht, welches hinter dem Gebäude des Supermarkts wucherte. Du willst das, oder?“, murmelte der Verkäufer mit tiefer, rauer Stimme, während seine großen Hände Zacharys Hose herunterrissen. Zachary nickte atemlos, sein Herz pochte wie wild. Er spürte die raue Borke eines Baums an seinem Rücken, als der Mann ihn umdrehte, seine starken Finger in Zacharys Fleisch gruben. Der Verkäufer presste sich gegen ihn, hart und fordernd, und Zachary keuchte auf, als er spürte, wie der Mann in ihn eindrang – langsam zuerst, dann mit einem harten Stoß, der ihn aufstöhnen ließ. Die Lust war überwältigend, ein Feuer, das durch seinen Körper jagte. Jeder Stoß des Verkäufers war tief und rhythmisch, seine Muskeln spannten sich an, Schweiß perlte über seine Haut. Zacharys eigener Schwanz pochte, hart und tropfend, ohne dass er ihn berührte. “Fick mich härter”, flüsterte er im Traum, und der Mann gehorchte, seine Hüften knallten gegen Zacharys Arsch, das Klatschen ihrer Körper hallte durch den nachmittäglichen Regenschauer. Die Reibung, die Fülle in ihm, das Gefühl, genommen zu werden – es baute sich auf, unaufhaltsam, bis Zacharys Körper bebte. Er kam mit einem erstickten Schrei, sein Samen spritzte in heißen Schüben heraus, während der Verkäufer in ihm pulsierte und selbst explodierte. Plötzlich riss Zachary die Augen auf. Sein Zimmer war dunkel, das Bettlaken klebte feucht an seiner Haut. Er tastete nach unten und spürte die Wärme, die Nässe in seiner Pyjamahose – ein großer, klebriger Fleck, der sich ausbreitete. Eine Pollution, wieder einmal. Sein Gesicht brannte vor Scham, als er sich aufsetzte, die Decke wegzog und die Beweise seiner unkontrollierbaren Lust anstarrte. “Verdammt”, murmelte er, die Stimme zitternd. Wie konnte sein Körper ihn so verraten? Er schämte sich zutiefst, fühlte sich schmutzig und allein, doch tief drinnen wusste er, dass der Traum nur der Anfang war – ein Vorgeschmack auf das, was er in der Realität so verzweifelt wollte. Wie lange würde es noch dauern, bis ein echter Schwanz in ihn eindringen würde?
Am übernächsten Abend wartete Zachary, bis das Haus ganz still war. Die Uhr zeigte 2:17 Uhr, Mutter und Vater schliefen tief, der Hund schnarchte unten in der Küche. Er lag auf dem Rücken, die blaue Schwimmhose schon wieder halb durchweicht – diesmal nicht nur vom Traum, sondern weil er den Stoff absichtlich tief zwischen seine Arschritze gezogen hatte, bevor er einschlief. Er nutze jetzt seine Badehose beim schlafen, denn die konnte er selber notfalls auswaschen, im Gegensatz zum Pyjama. Der nasse Fleck vom letzten Abend war noch nicht ganz trocken; er konnte das eingetrocknete Sperma riechen, wenn er die Nase nah genug ranbrachte. Es machte ihn verrückt geil. Mit angehaltenem Atem schob er die Hose runter, nur bis knapp unter die Eier. Sein Schwanz klatschte hart gegen den flachen Bauch, die Eichel schon glänzend vor Vorsaft. Er spuckte sich in die Handfläche – zweimal, dreimal, bis es richtig schmatzte – und umfasste sich fest. Langsam, quälend langsam wichste er sich, die Vorhaut glitt über die pralle, empfindliche Eichel, jedes Mal ein kleiner Strom klarer Flüssigkeit, der über seine Finger lief. Aber das reichte nicht mehr. Er erinnerte sich an den Traum von letzter Nacht: der Typ hatte ihn umgedreht, seine Backen auseinandergezogen, mit der Zunge erst kreisend um sein Loch gespielt, dann tief reingesteckt. Zachary drehte sich auf den Bauch, zog die Knie hoch, drückte den Arsch in die Luft. Mit der linken Hand hielt er eine Backe zur Seite, mit der rechten führte er zwei angefeuchtete Finger an die enge, zuckende Öffnung. Erst nur kreisen, Druck aufbauen, dann – ganz vorsichtig – die Fingerspitze rein. Er keuchte laut auf, biss sich in die Unterlippe. Es brannte ein bisschen, aber genau dieses Brennen ließ seinen Schwanz noch härter werden, pochen, fast wehtun vor Geilheit. „Fuck… ja…“, flüsterte er in die Matratze. Der zweite Finger folgte, langsam, dehnend. Er spürte, wie sich sein Loch um die Finger schloss, dann wieder öffnete, hungrig. Er fing an, sie rein und raus zu schieben – erst flach, dann tiefer, bis er diesen Punkt fand. Als er draufdrückte, explodierte etwas in ihm: sein Schwanz zuckte ohne Berührung, ein dicker Schwall Vorsaft schoss auf das Laken. Er fickte sich jetzt richtig, die Finger klatschten leise gegen seine Haut, sein Atem ging stoßweise, das Bett quietschte leicht. Er stellte sich vor, es wäre nicht seine Hand – sondern der dicke, unbeschnittene Schwanz aus dem Traum, der jetzt tief in ihm steckte, ihn aufspießte, ihn vollpumpte. „Gib’s mir… spritz rein…“, murmelte er heiser. Die Vorstellung reichte. Sein ganzer Körper spannte sich an, die Zehen krümmten sich, und dann kam er – ohne den Schwanz auch nur anzufassen. Heiße, dicke Schübe schossen über seine Brust, seinen Hals, sogar bis ans Kinn. Er zitterte, stöhnte unterdrückt in die Bettdecke, während sein Loch sich rhythmisch um die Finger zusammenzog, als wollte es noch mehr. Als es vorbei war, zog er die Finger langsam raus, spürte das leichte Gähnen seines Loches, das sich nur widerwillig wieder schloss. Er schmeckte sie – salzig, erdig, verboten geil. Dann wischte er sich mit der nassen Schwimmhose ab, drehte sie wieder auf links und zog sie hoch. Das Sperma klebte überall, warm und klebrig, genau so, wie er es jetzt wollte. Morgen würde er wieder zur Schule gehen, mit diesem Geheimnis zwischen den Beinen, und jeden Typen in der Umkleide mit neuen Augen ansehen – und sich fragen, wann endlich einer von ihnen ihn wirklich so nehmen würde, wie er es sich gerade selbst besorgt hatte. So ging das noch die nächsten drei Jahre, bis der junge Zachary kurz nach seinem 16. Geburtstag im März 2003 dann endlich entjungfert wurde.
Es geschah nach dem Schwimmkurs am frühen Abdend: Die Umkleide war schon fast leer, nur das monotone Prasseln des Wassers hallte noch durch den gefliesten Raum. Zachary hatte extra lange gebraucht, hatte sich Zeit gelassen, das Shampoo noch einmal eingeschäumt, obwohl seine Haare längst sauber waren. Er wusste selbst nicht genau, warum er wartete. Oder vielleicht wusste er es doch. Der zwei Jahre ältere Cody war auch noch da. Zwei Duschköpfe weiter. Breite Schultern, der Rücken leicht nach vorne gebeugt, während das Wasser über seinen Nacken lief. Er hatte nicht einmal in Zacharys Richtung geschaut – bis vor fünf Minuten. Da hatte er sich plötzlich umgedreht, langsam, fast schon provozierend. Und Zachary hatte nicht schnell genug weggesehen. Zu lange. Zu gierig. Cody hatte nur ganz leicht die Mundwinkel gehoben. Das war alles. Aber es hatte gereicht. Jetzt waren sie allein. Cody drehte das Wasser ab. Das plötzliche Schweigen war ohrenbetäubend. Barfuß, tropfend kam er näher. Kein Wort. Zachary spürte, wie sein Herz bis zum Hals schlug, während er weiter unter dem Strahl stand, als könnte er sich so unsichtbar machen. Cody griff nach der Duschseife, drückte einen großen Klecks in seine Handfläche. Dann war er direkt hinter ihm. Die ersten Berührungen waren fast unschuldig. Schultern. Rücken. Die Seife schäumte weiß und glitschig zwischen ihnen. Aber Cody ging tiefer. Über die Hüften. Über den Arsch. Finger glitten zwischen die Backen, verteilten den Schaum, drückten leicht, forschend. Zachary keuchte leise. Sein Schwanz stand schon seit Minuten steinhart nach oben, pochte fast schmerzhaft. Er wagte nicht, sich umzudrehen. Wollte es auch gar nicht. Er wollte nur, dass es weiterging. Cody sagte nichts. Stattdessen spürte Zachary plötzlich die breite, glühende Eichel an seinem Eingang. Cody hatte sich nicht einmal richtig abgetrocknet – alles war nur Wasser und Seife und Hitze. Der erste Druck war vorsichtig, fast höflich. Dann gab Cody mehr Kraft. Die Rosette gab nach. Zachary biss sich auf die Lippe, um nicht laut aufzuschreien. Es brannte. Es dehnte. Es tat weh. Und gleichzeitig war es das Geilste, was er je gefühlt hatte. Zentimeter für Zentimeter glitt Cody tiefer, der Schaum machte alles glatt und schmutzig zugleich. Als er ganz drin war, blieb er einen Moment still – einfach nur tief in ihm, pulsierend. Dann begann er sich zu bewegen. Kurze, harte Stöße. Kein langes Vorspiel, kein romantisches Hin und Her. Nur rohe, dringende Notwendigkeit. Zachary stemmte die Hände gegen die Fliesen, die Beine zitterten. Sein eigener Schwanz tropfte unaufhörlich, ohne dass ihn jemand berührte. Cody keuchte leise an seinem Nacken. Ein einziges, raues „Fuck…“ – das erste und einzige Wort. Dann kam er. Tief. Heftig. Ohne Vorwarnung. Zachary spürte jeden einzelnen Schub, heiß und dick in sich hinein spritzen. Cody presste sich fest gegen ihn, hielt ihn mit beiden Händen an den Hüften, als wollte er sicherstellen, dass auch wirklich alles drinblieb. Es dauerte vielleicht vierzig Sekunden. Vielleicht sechzig. Es fühlte sich gleichzeitig wie eine Ewigkeit und wie ein Wimpernschlag an. Dann war es vorbei. Cody zog sich langsam zurück. Ein kleiner Schwall Seife und Sperma lief an Zacharys Innenschenkel herunter, wurde sofort vom Wasser weggespült. Cody sagte kein Wort. Drehte sich um. Ging. Sein Schwanz hing jetzt schwer und weich zwischen den Beinen, glänzend vom Wasser. Wenige Sekunden später hörte Zachary die Tür zum Umkleideraum zufallen. Stimmen von draußen. Lachen. Alltag. Er selbst stand immer noch unter dem Wasserstrahl. Reglos. Sein Körper zitterte. Sein Arsch pochte. In ihm war noch alles warm und voll und fremd. Er konnte es kaum fassen. Sein erstes Mal. Kurz. Brutal. Unromantisch. Ohne ein einziges zärtliches Wort. Und trotzdem fühlte er sich… richtig. Als Mann. Als jemand, der genommen wurde. Als jemand, der es überlebt hatte. Der es wollte. Ein irres, fast kindliches Grinsen breitete sich auf seinem Gesicht aus, während das Wasser weiter über ihn lief.
Er war immer noch hart. Und er war sich ziemlich sicher, dass er sich gerade Hals über Kopf in Cody verliebt hatte – und gleichzeitig wusste, dass Cody wahrscheinlich nie wieder ein Wort darüber verlieren würde. Genau das machte es noch geiler.
Die ersten drei Tage danach fühlte sich Zachary Zulock, als hätte ihm jemand mit einem heißen Schürhaken den Arsch von innen aufgerissen. Cody war nicht einmal besonders groß gewesen – vielleicht fünfzehn, sechzehn Zentimeter, Durchschnittsschwanz, nichts Besonderes. Und trotzdem hatte er beim zweiten, brutaleren Stoß irgendwas in Zachary kaputt gemacht. Beim ersten Stuhlgang danach war das Klopapier leuchtend rot gewesen, ein schmieriger Streifen Blut und Scheiße, der ihm fast die Tränen in die Augen trieb. Er saß minutenlang auf der Kloschüssel, starrte auf das verschmierte Papier und spürte, wie ihm heiß und kalt zugleich wurde. Kein Kondom. Nicht mal die Frage danach. Nur Cody, der ihm mit einem keuchenden „Fuck“ den Speichel ins Genick gesabbert hatte, während er immer schneller, immer rücksichtsloser zustieß. Zachary hatte in den ersten Stunden danach noch diesen fiebrigen Rausch gespürt, dieses perverse Triumphgefühl: Endlich. Endlich war er gefickt worden. Endlich hatte ihn jemand gewollt. Doch dann kam der Katzenjammer, kalt und schleimig wie eine Ladung abgekühltes Sperma auf der Haut. Es war nicht so gewesen, wie er es sich tausendmal im Kopf gefickt hatte. Keine zärtlichen Küsse auf den Nacken, kein geflüstertes „Du bist so schön“, kein langsames Streicheln, bevor es überhaupt richtig losging. Stattdessen: kalte Duschfliesen an der Brust, Codys nasse Hand in seinen Haaren, die ihn festhielten. Kein Bett. Kein Vorspiel. Kein einziges verdammtes „Ich mag dich“. Nur Grunzen. Schwitzen. Das Klatschen von nassen Hüften gegen seinen Arsch. Und am Ende Codys heiseres Stöhnen, als er abspritzte – tief drin, ohne zu fragen, ohne zu zögern. Zachary hatte sich danach wie ein benutzes Kondom gefühlt. Wegwerfware. Am vierten Tag hielt er es nicht mehr aus. Er lauerte Cody nach der letzten Stunde auf dem Parkplatz hinter der Sporthalle auf. Die Hände zitterten ihm so sehr, dass er sie in die Jackentaschen rammen musste. „Cody, wir müssen reden.“ Cody zog eine Augenbraue hoch, als wäre Zachary ein lästiges Insekt. Er lehnte lässig am Kotflügel seines alten Pick-ups, kaute Kaugummi, sah ihn nicht mal richtig an. „Worüber?“ „Über… das. In der Dusche. Was du mit mir gemacht hast.“ Zacharys Stimme brach fast. „Ich blute immer noch. Und du hast nicht mal ’n Gummi benutzt, du Arschloch.“ Cody lachte kurz, trocken, freudlos.
„Ach komm schon, Zachary. Jetzt tu nicht so, als wärst du Jungfrau Maria gewesen. Du hast doch selbst den Arsch rausgestreckt und ‚Fick mich‘ gestöhnt, oder hast du das schon vergessen?“ Zachary spürte, wie ihm die Hitze ins Gesicht schoss – Scham und Wut gleichzeitig. „Ich hab nicht gesagt, dass du mir ohne Kondom reinspritzen sollst! Ich hab Angst, okay? Angst, dass ich mir irgendwas geholt hab!“ Cody zuckte die Schultern, als wäre das alles nur ein schlechter Witz. „War geil. Hat mich überrannt. Passiert. Aber das war’s. Einmal und vorbei.“ Er öffnete die Fahrertür, warf den Rucksack auf den Beifahrersitz. „Ich hab ’ne Freundin, klar? Und ich bin nicht schwul. Das war nur… ein Ausrutscher. Also lass mich in Ruhe, ja?“ Er stieg ein. Ließ den Motor aufheulen. Und fuhr davon, ohne sich noch einmal umzudrehen. Zachary stand da, mitten auf dem Parkplatz, die Fäuste geballt, und spürte, wie ihm etwas in der Brust zerbrach – leise, endgültig, wie dünnes Glas, das unter einem Stiefel zermalmt wird. Er war nicht mal wütend. Nur leer. Und wund.
Und allein mit dem brennenden Loch zwischen seinen Arschbacken und der bitteren Erkenntnis, dass sein erstes Mal ein Reinfall gewesen war. Aber wenigsten hatte er jetzt keine nächtlichen feuchten Träume und unbeabsichtigten Samenergüsse mehr. Er war jetzt ein Mann! Es dauerte zwei, drei Monate, dann hatte er dieses negative Erlebnis einigermßen verdaut.
Zachary saß auf der Kante seines Bettes und hörte Musik aus dem Rado. Seit Tagen schon fühlte sich etwas anders an. Leichter. Kälter. Befreiender. Cody war endlich weg aus seinem Kopf. Nicht langsam verblasst, sondern einfach… ausgeschaltet. Wie man einen schlechten Song wegklickt, bevor der Refrain überhaupt anfängt. Ee war doc nur ein achtzehnjähriger Junge. Schiefes Grinsen, das mehr Unsicherheit als Charme war. Ein Körper, der noch nicht wirklich erwachsen war.
Zachary lachte einmal kurz und bitter in die Stille seines Zimmers. „Fucking Kid“, murmelte er und schüttelte den Kopf. Er war fertig damit, sich für so jemanden klein zu machen. Fertig damit, sich zu fragen, was er falsch gemacht hatte. Cody war es nicht wert gewesen – weder die schlaflosen Nächte noch die peinlichen Chats, noch die stille Hoffnung, dass da vielleicht doch mehr sein könnte. Er wollte Männer. Richtige Männer. Männer, die wussten, was sie wollten. Männer die schwul waren und keine Freundin hatten..Und dafür brauchte er Freiheit. Sein Blick wanderte zu dem kleinen Kalender über dem Schreibtisch. Rot umkringelt: der Termin für die praktische Führerscheinprüfung in drei Wochen. Georgia war kulant – mit sechzehn durfte man schon fahren. Und Zachary hatte vor, diesen Vorteil bis aufs Blut auszunutzen. Er stellte sich vor, wie er den Schlüssel von Moms altem Honda Civic nahm. Oder noch besser: den dicken, schwarzen Pick-up von Dad, der immer nach Leder und ein bisschen nach Motoröl roch. Wie er die Tür aufschloss, den Sitz nach hinten stellte, weil seine Beine länger waren als die von seinem Vater. Wie er den Motor startete und einfach losfuhr. Raus aus Marietta. Raus aus diesem Käfig aus Highschool-Fluren, Lacrosse-Jungs und Typen, die noch „schwul“ als Beleidigung benutzten. Er würde fahren.
Nach Atlanta vielleicht. Oder wenigstens bis nach Kennesaw, nach Smyrna – irgendwohin, wo die Männer nicht mehr zur selben Schule gingen wie er. Er scrollte schon seit Wochen heimlich über die Seiten. Von Manhunt auf seinem iMac G3 PC, den er zum 16. Geburtstag am 8. März 2003 geschenkt bekommen hatte. Nachts sttudierte er Profile, die nicht nur drei Selfies und „versaut, aber diskret“ enthielten, sondern richtige Vorlieben. Maße. Wünsche. Fotos von Händen an Kehlen, von Schwänzen in engen Jeans, von Bärten, die über empfindliche Haut kratzten. Zachary spürte, wie sein Schwanz bei dem Gedanken langsam dicker wurde. Er lehnte sich zurück gegen die Wand und ließ die Handfläche über den Stoff seiner Jogginghose gleiten. Nur leicht. Nur zum Testen. Er stellte sich vor, er würde nach der Prüfung sofort losfahren. Spätabends. Licht der Straßenlaternen auf der I-75.Radio leise, irgendein Bass-lastiger Track.Und dann diese eine Nachricht:„25, masc, 1,88 m, bärtig, 8 Inch dick, such heute Abend jemanden zum Benutzen. Kein Gerede. Komm her und lass dich flachlegen.“ Zacharys Atem ging schneller. Seine Finger schoben sich unter den Bund.
Er war schon halb hart, nur von der Vorstellung. Bald, dachte er. Bald würde er nicht mehr hier liegen und sich selbst anfassen müssen, während er von Idioten aus der Highschool träumte.
Bald würde er einfach einsteigen. Den Motor aufheulen lassen. Und sich auf den Weg machen zu einem Mann, der ihn richtig nahm. Der ihn festhielt. Der ihn ausfüllte. Der ihn anschrie, dass er stillhalten solle, während er ihm den Verstand rausvögelte. „Fuck“, flüsterte Zachary und drückte fester zu. Nur noch drei Wochen. Dann würde alles anders sein.