Ungewöhnliche Liebe

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Summary

Mein allererstes Buch mit 14 geschrieben: seit bitte nachsichtig mit mir, es sind Fehler vorhanden. 𝐖𝐞𝐧𝐧 𝐝𝐚𝐬 𝐇𝐞𝐫𝐳 𝐤𝐞𝐢𝐧𝐞 𝐀𝐥𝐭𝐞𝐫𝐬𝐠𝐫𝐞𝐧𝐳𝐞 𝐤𝐞𝐧𝐧𝐭. In der drückende Hitze eines Sommertages sucht Heiner Abkühlung im Einkaufszentrum – und findet Sabine. Er ist Mitte dreißig, sie Anfang achtzehn. Trotz der unterschiedlichen Lebenswelten funkt es sofort. Was als zaghafte Begegnung beginnt, wird schnell zu einer tiefen, ehrlichen Verbindung. Während die Welt draußen bereits über den Altersunterschied lästert, finden die beiden ineinander einen Rückzugsort voller Zärtlichkeit und Vertrauen. Eine Geschichte über den Mut, zu seinen Gefühlen zu stehen, wenn alle anderen nur den Kopf schütteln.

Status
Complete
Chapters
9
Rating
5.0 1 review
Age Rating
16+

1

Eine ungewöhnliche Liebe

Oh, Mann! War das wieder ein Tag! Es war mal wieder brüllend heiß, die Sonne knallte nur so vom Himmel, und alle Menschen schienen gebückt herumzulaufen, so, als wenn die Hitze sie herunterdrückte...

Nicht, dass er den Sommer nicht mochte... Nein, im Gegenteil, er liebte diese Jahreszeit. Die langen Tage, die langen lauen Sommerabende, die Wärme, die Luft, die einfachbessere Stimmung, die schönes Sommerwetter einfach verbreitete...

Aber manchmal - so wie heute, da war es auch schwer, „locker“ zu bleiben.

In der Firma hatten sie ihn zusätzlich genervt: der blöde launische Chef hatte sich wieder auf ihn eingeschossen. Nie konnte man ihm es recht machen! Und die Kolleginnen waren auch alle irgendwie zickig gewesen, heute.

Er war jedenfalls froh, dass er endlich raus war aus dem Kasten, und als er nach Feierabend, mehr oder weniger ziellos, durch die Sonne lief, kam er an dem modernen neuen Einkaufscenter vorbei.

Er ging durch die große runde Drehtür aus Glas und wurde sogleich von einer angenehmen Kühle umfangen. Das ganze Center war stets klimatisiert, und hier ließ es sich auch an extrem heißen Tagen gut aushalten.

Mal mehr und mal weniger interessiert schlenderte er an den einzelnen Geschäften und Auslagen vorbei, hielt am Buchladen an, um sich die Neuerscheinungen anzusehen, nahm den einen oder anderen viel versprechenden Titel aus dem Regal, las kurz den Klappentext und stellte sie alle wieder zurück. Nichts dabei, was ihn interessierte...

Bei Bijou Brigitte war wieder der Bär los. Die Mädels drängelten sich um die Glasvitrinen mit dem Modeschmuck. Auch bei Benetton großes Gedränge. Der Schlussverkauf hatte begonnen. Die Schuhgeschäfte glichen Wespenschwärmen, so wimmelte es dort vor Schnäppchenjägern. Nur bei dem exklusiven Dessous-Geschäft war es ruhig. Hier blieb er öfter stehen und betrachtete die reizvolle Auslage. Hauchzarte Wäsche, feine Spitzen, sündhaft teure BHs und knappe Strings, er fand Strings faszinierend und aufregend, Frenchs, ganz aus Spitzen, und Bodies, mal mit Straps, mal ohne...

Er riss sich los von dem Anblick und seinen Tagträumereien und schlenderte weiter, kaufte sich beim Italiener einen Eis - drei Bällchen, Creme Karamell, Haselnuss und Bacio, und ging leckend weiter.

Gerade als er, noch vor der Rolltreppe nach oben stehend, den letzten Rest der Waffel knabberte, passierte es: Er sah „sie“!

Es traf ihn wie ein Blitz aus heiterem Himmel, er erstarrte inmitten seiner Bewegungen, blieb wie vom Donner gerührt stehen. Die junge Mutter mit zwei kleinen Kindern, die auch auf die Rolltreppe wollten, prallte von hinten auf ihn auf. Sie schimpfte ihn kopfschüttelnd aus und zog ihre kleinen Schreihälse um ihn herum. Noch immer stand er wie angewurzelt und starrte in die Richtung, aus der das Mädchen ihm langsam näher kam.

So etwas ist ihm noch nie passiert!

Was war denn los? Immer schon hatte er gerne hübsche Frauen nachgeschaut, genoss es, gerade jetzt im Sommer, durch die Fußgängerzone oder die Geschäfte zu streifen und die optischen Reize der Sommermode wahrzunehmen: die langen, gebräunten Beine der Frauen in ihren Minis und Shorts, die knappen bauchfreien Tops und die tiefen Ausschnitte, viel Haut, wenig Stoff, sonnengebräunte Gesichter mit leuchtenden Augen...

Aber in diesem Fall...

Er fühlte bei ihrem Anblick sein Herz rasen, ein Zittern ging durch seinen Körper, und der Mund wurde trocken. Weiterhin unfähig, auch nur einen Muskel zu rühren, stand er und starrte sie an.

Das Mädchen, die junge Frau (?) hatte einen schönen Teint. Nicht zu hell und nicht zu braun. Ihre sehr dunklen Haare glänzten und umrahmten ihr wunderschönes Gesicht. Ein voller, sinnlicher Mund mit Lippen, die eine ganz besondere Farbe hatten... so... wie... wie... Rosenblätter! - schoss es ihm durch den Kopf. Ein besserer Vergleich fiel ihm so schnell nicht ein. Aber das Beeindruckendste waren ihre Augen. Dunkle Augen, die aber zugleich leuchteten. Er, wieder nach einem Vergleich kramend, kam in seinen wirren Gedanken auf so etwas wie „glühende Kohlen“, obwohl er diese Beschreibung gleichzeitig schrecklich unromantisch fand. Jedenfalls strahlten sie so aus ihrem schönen Gesicht, und die dunkle Iris betonte das übrige Weiß ihrer Augen noch mehr. Eine schöne Nase, und süße, kleine Ohren, wie er fand, weil sie ihre Haare auf einer Seite hinter das Ohr gestrichen hatte...

Ihre Figur fand er zauberhaft, sie war schlank, aber sehr weiblich, alles an ihr war irgendwie weich gerundet...

Das alles nahm er in sekundenschnelle Wahr, jedoch rechtfertigte dies nicht diese besondere Wirkung, die sie auf ihn ausübte. Es war vielmehr etwas unbeschreibliches, nicht greifbares, etwas, das von ihr ausstrahlte... Nie hatte der Begriff der Ausstrahlung so viel Bedeutung wie hier. Er wusste, aus Büchern, dass es sensible Menschen gab, die die Aura eines anderen wahrnehmen konnten. Nicht bei allen, sondern nur bei denen, die auch eine ausgeprägte Aura besaßen. SIE musste eine ganz besondere, eine starke Aura haben. Er wusste zwar nicht, wie sie aussieht, war aber überzeugt davon, dass er sie bei ihr wahrgenommen hatte. Mittlerweile war sie auf seiner Höhe angelangt, ging in etwa zwei Metern Abstand an ihm vorbei, ohne ihn zu bemerken, ohne auf sein Anstarren, seinen offenen Mund zu reagieren. Fast wie ein Tier witternd, hob er schnuppernd den Kopf und fing auch tatsächlich ihren Duft auf... Mehr ein kaum spürbarer, kaum wahrzunehmender Hauch. Zusammen mit dem Duft ihres Parfums oder Deos oder einer Hautlotion vernahm er aber ihren eigenen, ihren Körperlichen Geruch, und empfand ihn als angenehm und aufregend zugleich. Er war von einer Frische und Reinheit, mit einer leichten, zarten Würze. Wie Milch und Honig, dachte er noch...

Und dann entschwand sie langsam seinem Blickfeld, drohte in dem Menschentreiben der Passage unterzutauchen.

Er drehte sich abrupt um, beschleunigte seinen Schritt und lief ihr nach. Dabei überschlugen sich seine Gedanken. Was sollte er tun? Sie ansprechen. Aber wie? Sein Herz klopfte wild. Einmal wegen dieser besonderen Begegnung, aber auch aufgrund seiner Nervosität und Schüchternheit. Konnte er sie einfach so ansprechen, inmitten der Leute, und was sollte er sagen?

Er suchte krampfhaft nach einer „originellen“ Anrede, etwas, das ihr gefiel, das sie zum stehen bleiben brächte... Nicht zu plump, nicht zu peinlich, aber schon lustig oder originell, irgendwas... um Eindruck zumachen.

Gleichzeitig verließ ihn aber der Mut. Wie alt mochte sie wohl sein? 16? 18? Vielleicht auch jünger? Das war für ihn bei Mädchen dieses Alters stets schwierig einzuschätzen.

Auf jeden Fall war er deutlich älter als sie. „Ich könnte ihr Vater sein“... fiel ihm ein. Innerlich musste er über diesen Spruch grinsen. Na. Ganz so schlimm war’s ja nicht. Aber hatten Mädchen ihres Alters überhaupt auch nur ein Fünkchen Interesse an einer „Männerbekanntschaft“ in seinem Alter? Wahrscheinlich denkt sie gleich, ich wollte sie „anmachen“, dachte er. Er spürte, wie er immer nervöser und nervöser wurde, und ihm fiel und fiel nichts ein. Mensch, tu was, sagte er sich, bevor sie weg ist, für immer und ewig...! Als sie vor einer Telefonzelle stehen blieb, war er zunächst erleichtert. Etwas Aufschub, einige Minuten zusätzlich zum Überlegen, da sie warten musste, bis frei war. Jetzt ruft sie ihren Freund an, ging es ihm durch den Kopf, um sich hier mit ihm zu verabreden.

Natürlich! Ein Mädchen, eine junge Frau wie sie MUSSTE einen Freund haben. Die Männer sind doch nicht blind! Sie war das Hübscheste, ach was, das SCHÖNSTE, was er seit langem... was er je gesehen hat! (Er machte für sich immer die Unterscheidung zwischen „hübsch“ und „schön“. Hübsch waren immer die, die einfach gut aussehen, während die, die das Prädikat „schön“ erhielten, ganz besonders auf ihn wirkten. Wenn man die Wirkung dieser jungen Frau berücksichtigte, dann war „schön“ die Untertreibung des Jahrhunderts! Dann war „sie“ eine Göttin! Er spürte ihren Anblick körperlich. Sein Herz raste, sein Puls flog nur so, die Hände waren schweißfeucht, ihm wurde heiß - bloß nicht Schwitzen jetzt (!), der Mund trocken. Er spürte in seinem Innern ein unerklärliches, ein beinahe schmerzhaftes Ziehen, ein undefinierbares Gefühl, irgendwo zwischen Aufregung, Sehnsucht, verliebt sein, Durst, Schwindel...

Ein Blumenstand fiel in sein Blickfeld. Das ist es! Dachte er.

Er stürzte auf die Verkäuferin los, bat um eine langstielige rote Rose, winkte ab, als sie diese einpacken wollte, schnappte sich den Kräftigen langen Stiel mit halbgeöffneten Blüte, zahlte und atmete tief durch...

Ein schneller, prüfender Blick in einen großen Spiegel, im Vorbeigehen, er sah sich und kam sich fremd vor. Seine blauen Augen wirkten dunkel als sonst, sein Gesicht war irgendwie angespannt, seine große, schlanke Gestalt kam ihm schlanker vor als sonst. „Ich bin zu dünn“, dachte er... Wenigstens liegen die Haare richtig, erst letzte Woche war er beim Friseur, und heute waren sie Gott sei Dank weder verschwitzt noch zerzaust, sondern lagen noch so, wie er sie morgens gefönt hatte.

Langsam ging er sie zu, bemühte sich, ein Lächeln hervorzuzaubern, und als ihr Blick den seinen traf, wusste er gar nicht mehr, was er sagen sollte.

Sie schaute ihn an, als er auf sie zukam, aber so, als nähme sie ihn gar nicht bewusst war, als schaute sie durch ihn durch.

Erst, als er direkt vor ihr stand, merkte er an ihrem Blick, dass sie ihn nun direkt ansah. Ernst, fragend, verwundert, irgendwie.

„Entschuldige“, begann er, und seine Stimme kam ihm fremd vor, so, als käme sie von weit außen, „ich habe so etwas noch nie gemacht, äh... ich meine, so was ist mir noch nie passiert...“ Er brach ab, hielt ihr die Rose vors Gesicht und sagte: „ Darf ich...?“

Sie schien überrascht, richtig überrascht, und Griff zur Rose, war mehr ein Reflex...

Aber ihr fragender Blick wich einem Lächeln. Sie lächelte! Sein Herz machte einen Luftsprung. Was für ein Lächeln. Nur mühsam fand er seine Worte wieder: „Ich... Sie... Du bist mir aufgefallen... Ich darf doch Du sagen...?“ Sie lächelt und nickte.

„Ich... würdest Du mir die Freude machen, mir bei einem Eis oder einer Cola, ein bisschen Gesellschaft zu leisten...?“

Das Lächeln verschwand, sie runzelte die schöne, gewölbte Stirn und schaute prüfend auf die Armbanduhr an ihrem Handgelenk.

Er hielt die Luft an und wartete auf ihre Antwort. Hoffentlich, dachte er, im Rhythmus seines klopfenden Herzens, hoffentlich, hoffentlich ...

„Okay, aber nur zehn Minuten. Ich habe noch viel zu tun“, gab sie offen zu. Er machte innerlich einen Freuden Sprung. „Danke, du wirst es nicht bereuen.“

„Wie bitte?“, fragte sie lächelnd.

„Nix, nix...“, lachte er.

Nur noch ein paar Schritte, dann würden sie sich gegenüber sitzen und sich anschauen. Aber worüber sollte er mit ihr Reden! Es gab nichts Interessantes zu bereden, nichts was ihr gefallen würde.

Er hoffte, in Gedanken, dass sie vielleicht den ersten Schritt tun würde. Egal was, Hauptsache sie würde etwas sagen, denn er liebte ihre Stimme. Die Stimme liebte er besonders, sie ist so sanft, schön anzuhören, bei ihrer Stimme fühlte er sich wohl. Ihre ein bis zwei Sätze gaben ihn ein wundervolles Gefühl, ein Gefühl von wärme.

Beim Eiscafé bestellte er sich einen Milchkaffee und sie eine Cola. Er hoffte so sehr, dass sie etwas sagen würde, denn ihm fiel und fiel nichts ein. Er ist doch sonst nicht so auf den Mund gefallen.

„Was ist los? Du siehst so nachdenklich aus!“, stellte sie fest.

Er erschrak derart über diese Worte, dass flammende Röte in seinen Wangen schossen. Er senkt die Augen und hoffte verzweifelt, dass sie es nicht merken würde. Aber natürlich merkte sie es doch. Kein Wunder, sie sah ihn ja ununterbrochen an.

„Du bist ganz rot geworden. Stimmt was nicht mit dir?“, fragte sie ehrlich interessiert.

„Nein, nein, alles in Ordnung.“ sagte er leise.

„Na dann, ist ja gut.“ sagte sie ebenfalls leise.

Sie wollte gerade etwas sagen, als ihr bewusst wurde, dass er ganz still da saß und sie unentwegt aus seinen grauen Augen betrachtete. Ein leises lächeln umspielte seinen weichen Mund. „Warum siehst du mich so an? Stimmt etwas nicht an mir?“, fragte sie mit brüchiger Stimme.

„Wie kommst du denn darauf? An dir stimmt nun wirklich alles, aber das weißt du garantiert selbst.“ antwortete er lächelnd und fügt hinzu: „Ich sehe dich nur an, weil du so toll aussiehst. Ich finde dich süß. Ich glaube, könnte stundenlang nichts anderes tun, als dich anzuschauen.“

Sie erstarrte. „Ich will nicht, dass du so etwas sagst!“, zischte sie ihn an. „So etwas sagt man nicht zu einer fremden Frau. Es ist besser, wenn ich jetzt gehe. Wenn du magst, kannst du mich ja mal anrufen.“ sagte sie und kritzelte ihre Nummer auf einer Servierte. Er war geschockt und glücklich zugleich, denn er hatte nun ihre Nummer.