Engel Und Dämon by Shino_Tenshi at Inkitt
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Engel und Dämon

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Summary

Ihre Liebe dürfte nicht existieren. Doch sie ist stärker als Himmel und Hölle. Als Xenio immer tiefer in seine dämonische Herkunft gezogen wird, entdeckt Cido eine Wahrheit über sich selbst, die alles verändert: In ihm erwacht eine Macht, die nicht nur Leben retten – sondern Welten zerstören kann. Zwischen Krieg, Schattenwesen und uralten Mächten kämpfen sie nicht nur ums Überleben, sondern um ihre gemeinsame Zukunft. Denn ihre Verbindung ist mehr als verboten. Sie ist gefährlich. Für sich selbst. Für ihre Verbündeten. Für die Welt. Während dunkle Herrscher ihre Pläne vorantreiben und alte Feinde zurückkehren, müssen Engel und Dämon entscheiden, wie viel sie bereit sind zu opfern – für Frieden, für Freiheit, füreinander. Engel und Dämon ist eine düstere Epic-Fantasy über verbotene Liebe, Identität und den schmalen Grat zwischen Erlösung und Verderben.

Status
Complete
Chapters
58
Rating
n/a
Age Rating
16+
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Kapitel 1 – Der rote Käfig

Cido schritt ruhig durch die Straßen des Marktes. Er sah sich um und lauschte den lauten Rufen der Marktschreier, die ihre Waren anpriesen. Eigentlich wollte er sich nur ein wenig umsehen, doch andererseits wäre es doch schön, wenn er seinem Geliebten ein Geschenk besorgte. Schließlich hatte dieser schon so viel für ihn getan und irgendwie musste Cido ihm doch seinen Dank zeigen, oder nicht?

Darum ging der Braunhaarige näher an die Waren heran. Begutachtete die schönen Schmuckstücke aus Gold, Juwelen und anderen wertvollen Gegenständen. Doch all das war nichts für einen Menschen wie Xenio. Das wusste der Junge nur allzu gut. Sein Begleiter stand nicht auf solche Sachen.

Nach einer geraumen Weile kam er an einen Stand mit Waffen, wodurch er kurz stehen blieb und sich die Auslage besser ansah. Da könnte er vielleicht etwas finden. Einen zweiten Dolch vielleicht?

Ruhig nahm er ein Exemplar in die Hand. Seine Klinge war leicht gebogen und die Scheide war kunstvoll verziert mit funkelnden Juwelen und Gold. Bestimmt wäre es nicht billig und irgendwie würde es nicht in die Sammlung des Blonden passen. Er trug keine so auffälligen Waffen. Klar, sie waren durchaus wertvoll aber sie glitzerten und leuchteten nicht.

Sie waren aus schlichten aber teuren Material mit Verzierungen, die man nur beim näheren Hinsehen sah. Darum legte er die Waffe zurück und besah sich die Pfeile genauer. Eigentlich wirkten sie wunderschön gearbeitete, doch wenn der Braunhaarige näher hinsah, dann waren sie alle nicht gerade. Das würde das Schießen wohl nicht besonders einfach machen. Ein Seufzer stahl sich über seine Lippen und er wünschte sich, dass es irgendwie einfacher wäre ein Geschenk zu finden. Das konnte doch nicht so schwer sein, oder vielleicht doch? Er wusste es nicht, als er sich erneut umsah und gerade gehen wollte, doch der Verkäufer stoppte ihn: „Was ist los, Junge? Du siehst aus, als würdest du etwas Besonderes suchen und meine Waffen scheinen dieses Kriterium irgendwie nicht zu erfüllen.“

„Ähm, ja. Ich suche ein Geschenk für einen besonderen Freund von mir. Er liebt es zu kämpfen und hat auch einige Waffen bei sich. Doch sie passen nicht so wirklich zu dem Rest, den er trägt“, eigentlich wollte der Junge nicht mit dem Mann reden. Er vertraute ihm nicht und obwohl viele Menschen um ihn herum waren, hatte er Angst, dass etwas passieren könnte. Er war nicht sicher, wenn Xenio nicht bei ihm war.

„Da hätte ich vielleicht etwas für Sie. Einen Moment bitte“, mit diesen Worten verschwand der Mann einfach kurz hinter seinem Marktstand und nach wenigen Atemzügen kam er zurück. Er hielt einen ovalen Gegenstand in den Händen, den er mit einem violetten Tuch abgedeckt hatte. Irgendetwas bewegte sich darunter. Das spürte Cido ganz deutlich.

„Was ist das?“, der Junge konnte seine Neugier nicht zügeln, als der Gegenstand vor seinen Augen nieder gestellt wurde und ein Lächeln auf die Lippen des Mannes trat, als er das Tuch ganz langsam anhob: „Das ist das Geschenk, das Sie für ihren Freund gesucht haben.“

Es kam ein Käfig zum Vorschein, in dem ein roter Vogel mit langen Schwanzgefieder und einer wunderschönen Haube saß. Er sah Cido aus seinen starren Augen an und begann dann laut zu kreischen. Sein Schnabel war gezackt und spitz nach vorne gerichtete. Er wirkte wie eine Säge, die sich durch alles schneiden konnte, wenn er nur wollte.

Der Vogel schüttelte sich und putzte kurz sein Gefieder, bevor er erneut laut aufkreischte und zwischen den beiden Menschen hersah, während er unruhig auf der einzigen Stange in seinem Gefängnis hin und her ging.

„Was ist das?“, fragte Cido erneut nach, was den Mann noch einmal ein wenig lächeln ließ: „Das ist ein Phoenix. Eines der stolzesten Tiere, die es auf diesen Planeten gibt. Sie sind Fleischfresser und viele sehen sie als grausame Mörder an, während sie eigentlich ein sehr schönes soziales Leben haben und treue Gefährten sind. Ihre Freunde beschützen sie bis in den Tod und wen sie einmal in ihr Herz geschlossen haben, wird dort für alle Zeit bleiben.“

Als der Junge der Beschreibung lauschte, musste er unwillkürlich an Xenio denken. Genau all das traf auf seinen Freund auch zu. Er wurde von der Welt falsch verstanden. Genauso wie dieser Vogel vor ihm. Darum war die Entscheidung schnell getroffen und er nickte entschlossen: „Ich nehme ihn.“

Kurz wurde der Preis genannt und Cido bezahlte ohne zu zögern. Er hätte auch seine letzte Münze für dieses Tier hergegeben, denn er spürte, dass schon jetzt eine Verbindung zwischen ihnen entstand und genau dieses Tier ideal für Xenio war.

„Muss ich etwas bei der Haltung beachten?“, fragte er den Mann dann, als er diesen dabei beobachtete, wie er das Gold wegräumte. „Ja, er frisst nur Fleisch und verabscheut Wasser, wodurch die Fleischstücke gut blutig sein müssen, um den Wasserbedarf zu decken. Normalerweise sorgt er aber selbst für seine Nahrung. Du musst also nicht allzu stark darauf achten. Ihm einfach nur hin und wieder das Jagen ermöglichen. Sie werden auch sehr groß. Irgendwann könnt Ihr auf ihm reiten und wenn Ihr ihn gut dressiert, kann er sich in die Berge zurückziehen und auf einen Pfiff zu euch kommen.“

Cido nickte als Zeichen, dass er verstanden hatte und nahm ruhig den Käfig vom Verkäufer entgegen. Er machte sich auf den Rückweg zu Xenio, der immer noch auf der Bank saß und nachdachte. Kurz überlegte Cido, ob er sich ihm nähern sollte, doch der Vogel nahm ihn die Entscheidung ab, als er laut aufkreischte und der Kämpfer unwillkürlich zusammen zuckte. Ihre Augen trafen sich und Verwirrung trat in das blaue Meer, worauf sich der Jüngere schließlich langsam näherte und ein wenig verschmitzt lächelte: „Ich bin wieder da. Und ich

habe dir etwas mitgebracht.“

„Warum?“, die Stimme von Xenio war eiskalt und ließ Cido zusammenzucken, bevor er dann trocken schluckte und den Wunsch unterdrückte jetzt nicht hier zu sein. Störte er gerade? Sollte er vielleicht doch noch ein wenig umher wandern? Warum war Xenio jetzt plötzlich so grausam zu ihm?

„Ich wollte dir damit danke sagen. Für alles.“ Ruhig stellte er den Käfig neben den Kämpfer auf die Bank, wodurch dieser das Tier musterte und schnell begriff was es war: „Ein Phoenix. Wo hast du ihn her? Der hat doch bestimmt ein halbes Vermögen gekostet.“

„Geld ist egal. Ich wollte dir etwas Gutes tun und mich bei dir bedanken.“ Cido strich sich nervös über den Nacken und wusste nicht, was er sagen sollte, als er schon hörte, dass sich die Käfigtür öffnete und der Vogel im nächsten Moment auf den Arm von Xenio kletterte: „Weißt du, dass ich heute Geburtstag habe?“

„Echt jetzt?“ Cido traute seinen Ohren nicht und Xenio begann zu lächeln. Es war sanft und warm, als es aus den Tiefen seines Herzens kam und er begann das Tier zu streicheln: „Ja, echt jetzt. Das nennt man also perfektes Timing, oder? Ich habe schon lange nichts mehr zu meinem Geburtstag geschenkt bekommen. Danke.“

Der Braunhaarige spürte, wie ihm ein Stein vom Herzen fiel, als er sah, dass sich sein Freund freute, wodurch er den Käfig auf den Boden stellte und neben den anderen Platz nahm. Musterte dabei ruhig den Vogel, der sich das Gefieder putzte und sein Leben genoss.

„Hat er einen Namen?“, durchbrach der Kämpfer nach einer Weile die Stille, worauf Cido nur den Kopf schüttelte. Xenio selbst begann dadurch kurz zu überlegen, bevor er das Tier vor ihm taufte: „Okay, dann sollst du ab heute Xendo heißen.“

Cido empfand den Namen als schön. Es war eine Kombination aus ihrer beider Namen und das verriet ihn wie sehr Xenio auch an ihrer Verbindung hing. Sie würden dieses Abenteuer gemeinsam durchstehen. Und dann? Ja, was kam dann?

Der Junge wollte nicht daran denken und schüttelte kurz den Kopf. „Was ist los?“ Der Kämpfer sah ihn irritiert an, doch er winkte nur ab, bevor er antwortete: „Nichts. Es ist ein schöner Name. Was meinst du, wird er uns helfen können?“

„Vielleicht. Er scheint sehr kräftig zu sein. Das wird sich am Abend zeigen.“ Ruhig tastete der Kämpfer nach der Brust des Vogels, worauf dieser kurz aufkreischte, bevor er dann spielerisch die Finger in seinen Schnabel nahm, um die Berührung zu unterbrechen.

Die beiden Jungen lachten auf und der Vogel kreischte freudig. Ja, sie würden ein gutes Team werden. Ein verdammt gutes Team…

Chapters
1. Kapitel 1 – Der rote Käfig

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