Prolog Elfenwelt
Leander eilte durch die Hallen des Schlosses, als plötzlich ein ohrenbetäubendes Horn die Stille zerriss. Im nächsten Moment stürzte seine Mutter auf ihn zu, Panik lag tief in ihren Augen.
„Mein Liebster, du musst sofort mitkommen!" Sie packte seine Hand, während die Wachen sich an den Toren positionierten.
„Was... was ist passiert?", fragte Leander, die Luft schnappend.
„Arack... er ist zurück." Ihre Stimme bebte. „Dein Vater hat ihn vor vielen Jahren ins Schattenreich verbannt – seinen eigenen Bruder. Doch nun ist er wieder hier, und er will das Reich an sich reißen."
Sie zog ihn durch die Gänge, schneller als seine Beine ihn tragen wollten. „Hab keine Angst. Ich bringe dich an einen Ort, den er nicht kennt."
„Wohin?", flüsterte Leander, das Herz hämmernd.
„Auf die Erde. In die Welt der Sterblichen. Du bist achtzehn – dort giltst du als erwachsen. Finde Freunde... beschütze die, die du lieben wirst." Ihre Augen glänzten vor Tränen. „Und finde die Flamme der Hoffnung. Bring sie zurück zu uns. Solange du als Mensch lebst, wird dir nichts geschehen... aber sobald du dieses Portal betrittst, ändert sich alles."
„Mutter, ich kann euch helfen!", protestierte er.
„Noch nicht." Sie legte ihm ein silbernes Amulett um den Hals. „Nimm es. Es wird dich schützen. Es macht dich unter Menschen unsichtbar, bewahrt den Schleier... und führt dich immer nach Hause zurück, wenn wir dich brauchen."
Leander nickte. Worte hätten ihn verraten.
Er trat durch das Portal – genau in dem Moment, als Arack die Tore durchbrach und seine Schattenkreaturen ins Schloss strömten.
Dann hallten nur noch Schreie durch die Hallen.