Running from Shadows

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Summary

Lola wächst isoliert in einem abgelegenen Haus im Wald auf, kontrolliert von ihrem Vater und seinen unheimlichen Freunden. Als sie eines Tages eine offenstehende Gartentür entdeckt, nutzt sie die Chance zur Flucht und rennt in den Wald. Dort findet sie auf magische Weise ein Durchgang in eine andere merkwürdige Welt. Bald merkt sie das die Welt nicht so normal ist wie sie scheint...

Status
Ongoing
Chapters
2
Rating
5.0 1 review
Age Rating
16+

Kapitel 1

Wie weit würdest du gehen um deinem eigenen Gefängnis zu entkommen? Das frage ich mich jedes Mal insgeheim.

Seit ich denken kann habe ich nur Vater. Ich habe keinen Kontakt zur Außenwelt, da sind nur ein paar Freunde von Vater, die mir viele Male viel zu nah kommen und mich jedes Mal anschauen, als wäre ich etwas, dass ihnen gehört. Oft habe ich versucht von unserem großen Haus und dem Wald drumherum zu entkommen, doch habe es nie ganz geschafft.

Vater erlaubt mir nur im Garten Pflanzen zu gießen und das ist auch das einzige Mal am Tag, das ich nach draußen darf. Er telefoniert gerade und doch lässt er mich nicht aus den Augen. Sein Blick ist starr und kalt, eigentlich wie immer und mit wem er auch redet, er sieht genervt aus.

Als ich mich dranmache die Iris Blumen, die ich vor zwei Jahren angepflanzt habe, zu gießen, bemerke ich wie die Stahltür des Stahlzauns, die eigentlich immer geschlossen ist, 2 cm offen ist und das Licht leicht herein schimmert. Ist das die Möglichkeit von der ich schon seit langem Träume? Ist das die Möglichkeit zu entkommen?

Unauffällig schaute ich zu Vater herüber und wie bei einem Wunder, beruhte sein Blick nicht länger auf mir sondern auf sein Handy, welches er böse anstarrte. Jedes Mal, als ich versucht hatte zu fliehen, war die Bestrafung echt schlimm. Ich habe 5 oder mehr Tage nichts zu essen bekommen und wurde in seinen "Strafraum" eingesperrt, daraufhin kamen alle paar Tage die Freunde von Vater und hielten sich nicht zurück.

Doch irgendwas in mir hat immernoch Hoffnung, Hoffnung das ich fliehen, mein jetzt vergessen kann und einfach alles wieder gut wird. Also muss ich es versuchen.

Schweiß brennt in meinen Augen. Meine Hände zittern so stark, dass ich kaum den Griff der Tür fassen kann. Wenn ich jetzt nicht renne, werde ich es nie tun können.

Langsam öffne ich die Gartentür. Bitte, bitte, quietsch nicht. Die Tür öffnet sich gerade weit genug, dass mein schlanker Körper hindurchpasste. Ich blicke noch einmal zu Vater und zu meiner Überraschung ist er verschwunden. Ich muss doch träumen!

Ich reiße die Tür nun ganz auf und renne in den dunkel-grünen Wald.

Äste treffen mich und ich spüre die Wurzeln unter meinen Füßen. Der Duft von Tannen schlägt mir entgegen. Zum ersten Mal riecht die Luft nicht nach Angst, sondern nach etwas, das ich kaum kenne: Freiheit. Immer wieder sehe ich zu meinen Beinen herunter, übersät mit blauen Flecken und jahrelanger Schmerz. Lauf weiter. Hör nicht auf. Nicht jetzt. Doch irgendwann zwingt mich die Erschöpfung zum Stehen.

Ich kann es immer noch nicht glauben. Ich schaue hinter mir und tatsächlich ist keine Spur von Vater zu sehen. Beruhigt atme ich aus und versuche mich zu orientieren.

Außer den unzähligen Bäumen um mich herum, rieche ich einen Hauch von Benzin. Irgendwo hier muss wohl eine Straße in der Nähe sein.

Mein Körper stößt erst jetzt richtig Adrenalin aus. Ich folge meiner Nase und höre Autos vorbeirauschen. Und tatsächlich, ein paar Schritte weiter vor mir sehe ich eine Straße. Wie weit muss ich wohl gelaufen sein, dass ich anstatt nur Wald um mich herum plötzlich eine Landstraße ist?

Ich muss irgendwie Aufmerksamkeit erregen, damit mir jemand helfen kann. Suchend schaue ich mich um und entdecke Stöcke, haufenweise Blätter und Plastiktüten, aber auch sowas wie ein Kaninchenbau aber größer, wie für Menschen an einem Baum, aber nichts was mir weiterhelfen könnte. Es muss wohl auch ohne gehen.

Entschlossen aber auch ängstlich betrete ich die Straße, als gerade kein Auto vorbeifährt und winke dem nächsten Fahrer hektisch zu. Erleichterung überkommt mich, als sehe, dass er circa. 10 Meter vor mir zum Stoppen kommt. Vor Freude möchte ich auf ihn zu rennen, als ich bemerke, dass der dunkel gekleidete Mann Niemand anderes ist als Lufer, auch bekannt als der beste Freund von Vater. Er war auch derjenige, der mich im Traum verfolgt und mich immer und immer wieder einfängt, als gäbe es kein Entkommen. Er wusste wen er mich gehen lassen würde, würde es nicht gut für ihn enden nach all dem was er getan hat.

So schnell wie möglich renne ich wieder in den Wald, Lufer direkt hinter mir. Ich komme am denselben Blättern, Ästen und Tüten vorbei. Auf einmal packt mich eine große starke Hand am Arm. Ich versuche mich los zu reißen, doch der Griff zieht sich nur enger zusammen.

"Da bist du ja!", sagt Lufer mit einer Stimme, die viel zu ruhig ist. Mir wird schlecht.

"Warum so nervös?"Ich presse die Lippen zusammen, doch mein Körper zittert.

"Lass mich…“, versuche ich anzufangen. Er lacht leise. Ein Laut, der mir durch die Knochen fährt.

"Lass dich? Glaubst du wirklich, du entscheidest hier irgendetwas? Du hast uns ganz schön Arbeit gemacht.“ Sein Tonfall kippt ins Spöttische.

"Einfach so weglaufen, ohne Erlaubnis. Ich lasse dich nicht so einfach gehen. Weißt du überhaupt wie viel Ärger du mir machen könntest?", flüstert er in mein Ohr und strich spielerisch durch mein Haar. Sein warmer Atem an meinem Nacken lässt mir einen Schauer über den Rücken gleiten. Gewaltsam drehte er mich zu sich herum. Ich spürte wie seine Augen auf mir lagen, doch ich schaute nur verunsichert nach unten.

"Schau mir gefälligst in die Augen wenn ich mit dir rede.", schrie er erbost. Seine Hand schloss sich hart um mein Kinn und schob es nach oben, bis sich unsere Blicke trafen.

„Du weißt genau, was passiert, wenn du wegläufst.“ Mein Herz schlägt so laut, dass ich denke, er muss es hören. Ich will schreien. Ich will rennen. Ich will verschwinden. Sein Blick gleitet langsam über mein Gesicht, als würde er jede Regung studieren. Seine Stimme wird leiser, fast flüsternd und gerade deshalb so viel gefährlicher.

„Du machst es mir schwer, wenn du so bist…“ Er lässt eine kurze Pause, als würde er den Moment auskosten.

"So unsicher. So verletzlich. Du weißt gar nicht, was das mit mir macht.“ Während er das sagt wandert seine Hand dorthin, wo sie nicht sein durfte. Sein Schatten fällt über mich wie ein Käfig und ich spüre, wie mir die Luft wegbleibt. Jede Faser meines Körpers schreit. Nein, nein, nein, nicht schon wieder.