Inside Jokes
Diese verdammte Stadt dröhnt ihre misshandelte Stimme durch die Straßen. 10 Jahre hier und immer noch keine Ahnung wo ich am besten pennen kann, die Polizisten sind korrupte Wichser und der Einzige der was gegen diese Scheiße macht, ist ein Mafiaboss. Giovanni Greco. Der Einzige der Kinderschänder von der Straße holt, er verkauft sie an den Organhandel oder lässt die Drogen schmuggeln.
Er hat etwas von dem Film der Pate "Komm schon Chef, irgendwo müssen wir etwas schlafen.", Konrad nervt seit Tagen, ich kann mich nicht nähren! Es geht nicht, diese Stadt hat überall verdammte Augen, ein verdammter Teenie hat mich überrascht als ich gerade eine Leiche aussaugen wollte, diese Stadt schläft nicht, meine Haut ist schon ganz transparent und ich falle mehr und mehr auf, gerade durch das keuchen, dass mir entkommt.
Dieser Hunger ist so stark, dass ich letztens einen Streuner gefressen habe, man der Hund war zwar krank, aber ich hasse es Tiere zu fressen. Erstens sind sie meistens schon fast Tod, zweitens können die am wenigsten dafür, was diese Stadt mit mir macht.
Immer wieder kreisel ich um diesen Stripclub, das Il Covo Segreto. Die Leute hier nennen es nur das Covo.
Öfters habe ich mal das Glück das die jemand leblosen in eine Tonne schmeißen und ich 5 Minuten hab, um mich zu nähren, ja dieser Türsteher Richard wirft jemanden raus! Der Typ sieht vollkommen kaputt aus, nicht besoffen, nur kaputt.
"Fuck.", er keucht, blutet und sein Gesicht ist blau. Verdammt, scheint kein Dreckskerl zu sein. Ich ziehe ihn raus und sofort riecht er nach Angst, er schaut mich an - beruhigt sich seltsamerweise "Danke...", ich zucke meine Schultern und er öffnet seinen Ledergeldbeutel, was Teures, er drückt mir 20 in die Hand und humpelt davon.
Konrad dreht durch "Fressi Fressi Fressi Freund!", man ich bin nicht wirklich glücklich darüber und nicke, ich ziehe meine Maske zurecht "20 sollten reichen, dass wir genug haben für einige Stunden.", Konrad hingegen windet sich "Oder wir gehen ins Casino und zocken, manchmal kriegt man mehr Geld raus."
"Du bist nicht ganz beisammen, die schmeißen uns raus, so wie wir riechen und aussehen.", mein Weg führt uns zu einem Laden der auch an Obdachlose verkauft, der Verkäufer ist ein 16-jähriger Junge, den ich schon öfter mal gesehen habe. Ich glaube, er heißt Julius. Die anderen Kinder ziehen ihn immer auf und nennen ihn Caesar, er nickt und murmelt "Du lebst noch, siehst echt scheiße aus."
Ein kurzes Knurren bleibt meine Antwort, er murmelt "Hinten in der Ecke sind abgelaufene Sachen, kosten nix, müsste die eigentlich rauswerfen, aber wenn du n Hotdog kaufst, kannst du die ja ´wegwerfen´.", nickend kaufe ich einen Hotdog, Wasser und nehme die dicke Tüte mit. Danach verziehe ich mich in eine der Gassen, die zur Haupstraße raus führt und beginne hinter der Maske zu essen.
Ein erfolgreicher Tag, nicht wahr? Konrad schweigt und freut sich, bald sollte ich diese Stadt verlassen, Ich will hier nicht ewig bleiben, aber was ist schon eine Ewigkeit?
Verdammt, ich werde beobachtet. Mein Kopf dreht sich zur Seite und da steht eine Frau, sie trägt einen übergroßen Wollpullover, einen riesig langen schwarzen Mantel an, an dem die Wassertropfen runter kullern. Sie schaut mich so seltsam an.
"Was glotzt du so?", sie soll aufhören mich so anzuschauen.
"Da ist aber jemand mürrisch.", ihre Stimme wirkt wenig feminin, mehr Handwerker artig, aber sie sieht aus, als würde sie in einem Büro arbeiten.
"Verpiss dich.", ich drehe meinen Kopf weg.
"Sagt mal wie heißt du?", Boa ich will ihr ins Gesicht schlagen "Nerv mich nicht.", sie kommt näher und Konrad murrt "Brüll´ die an, ich will in Ruhe Essen."
Sie bewegt sich seltsam und sofort bin ich angespannt, aus einem Rucksack holt sie eine recht große durchsichtige Dose mit einem weißen Deckel, der Deckel hat Kratzer und riecht nach viel Essen. Sie hält es mir hin und ich rümpfe die Nase hinter meiner Maske "Ich brauche keine Almosen von dir, verschwinde."
Sie lächelt und dann sagt sie ganz frech "Komm schon Mister Mürrisch, es ist ein Geschenk, keine Almosen.", Ihr Haar ist unordentlich in einem Pferdeschwanz, zwei Strähnen biegen sich in ihr Gesicht wie Mikrophone. Ihre Augen sind in der Mitte grün und werden nach außen hin braun.
"Nur wenn du dann verschwindest.", raune ich sie an, versteht sie nicht das sie sich verpissen soll?
Sie nickt und ich nehme die Dose überrascht, dann verschwindet sie, das Essen in der Dose ist warm. Besser als das gekaufte Essen - sofort und gierig reiße ich den Deckel ab und es sind heiße Kartoffeln mit Quark, Käse, Gewürzen und Zwiebeln. Ich schaufele es mir in den Rachen, einfach schlucken, ohne zu kauen und mein Bauch dehnt sich, eine riesige Portion landet in meinem Bauch und ich seufze, das restliche Essen wirkt danach fade. Aber alles runter.
Nachdem ich wirklich das erste Mal seit Monaten voll bin, schaue ich zur Straße "Drei gute Dinge sind mir heute passiert.", Konrad seufzt erleichtert und windet sich in mir "Oh ja und das warme Essen war sehr willkommen.", danach kratze ich mich im Nacken "Das Weib war echt komisch.", Konrad stimmt mir zu und murrt "Mister Mürrisch.", sofort knurre ich wütend "Lass das."
Konrad lacht "Aha, jetzt heißt du Mister Mürrisch. Haha!", nach dem ich den Müll weggeworfen habe, mache ich mich auf den Weg zurück in die Kanalisation, ich sehe langsam meine Haut dunkler werden und der Hunger schweigt. Konrad fragt mich nach einigen Metern "War heute ein guter Tag?", daraufhin stoppe ich "Ja... Ja, ich denke, heute war ein guter Tag.", einen kurzen Moment spüre ich meine Mundwinkel, sofort schüttle ich meinen Kopf und schaue meine Handschuhe an, die langsam zerfallen "Aber wir sollten nicht glauben, dass es jetzt so bleibt."
In der Kanalisation, versteckt in einem alten Müllcontainer, lege ich mich auf eine alte Isomatte und starre innen an den Deckel des Containers "Heute war ein guter Tag. Drei Leute waren heute nett. Nicht böse oder beleidigend, einfach nett."
An einen tiefen Schlaf ist dennoch nicht zu denken. Alles ist so laut, zwischendurch döse ich etwas, aber tief schlafen ist nicht möglich, andere Obdachlose verstecken sich in der Nähe, öffnen meinen Container und verschwinden wieder. Was würde ich dafür geben wieder zu duschen - wie ein normaler Mensch, mit Seife, Handtüchern und frisch gewaschenen Sachen, die nicht kratzen und nach allem stinken, in dem ich schlafen musste.
Die Obdachlosen Häuser hier sind schrecklich, die testen Dinge an uns - denken wir bekommen das nicht mit, manche vergiften das Essen und verkaufen dann die Organe - aber das ist nicht Giovannis tun. Das sind die korrupten Polizisten und Politiker in dieser Stadt, die wollen alle Obdachlosen loswerden, die Bevölkerung reduzieren. Aber nur die, die sie nicht gebrauchen können. Welche Stadt will schon dreckige Obdachlose und alte Veteranen in ihrem schönen Stadtbild.
Dann höre ich ein schmerzhaftes Stöhnen, wimmern und kratzen. Sofort sitze ich und öffne den Deckel etwas, ein dicker fetter Kerl im Anzug, der sich in einem viel zu Jungen und panischem Mädchen (16?17 Jahre alt?) vertieft.
Ja, heute ist ein verdammt guter Tag! Ich springe raus, ziehe ihn von ihr weg und knurre "Lauf Mädchen, und schau nicht zurück.", sie rennt wie gestochen davon.
Der Mann lacht, greift eine Pistole und schießt mit in den Körper, dann zieht meine lange, spitz-zylindrische Zunge meine Maske runter und er schreit zwei Sekunden bis ich ihm die Luft abschneide, meine Zunge schießt durch seinen Mund, in den Magen und ich sauge ihn aus wie ein Blutegel. Meine Muskeln wachsen, meine Sinne beruhigen sich und "sie" werden satt, er zieht sich zusammen wie eine Mumie - und am Ende ist er so trocken, dass er zu Staub zerfällt.
Die Pistole, das Bargeld und die Karten schnappe ich mir und werfe die Kleidung in das Abwasser.
Ich fühle den Hunger aus meinen Knochen verschwinden, er hat mich zwei Monate genährt, danach verschwinde ich zu einem Automaten, der nicht Kameraüberwacht ist und tippe die Pin ein, Ich hole alles runter was geht und überweise den Rest auf ein Konto, das ich ebenfalls geklaut habe und hole von da noch mehr runter, dann lasse ich die Karte in einer Ritze verschwinden, um gegebenenfalls später wieder etwas abzuholen.
Mehrere Tausend Kröten gehören jetzt mir. Ich halte sie bei mir und spüre, dass die Wunde bereits geschlossen ist. "Hey Konrad?", Konrad zuckt "Ja Mürrisch?", erneut schnaube ich und dann rülpse ich erleichtert "Wir könnten uns ein billiges Motel leisten, duschen und mal Sachen waschen."
Konrad tickt aus "Ja man! Und saufen!", nickend gehe ich zum schäbigsten Motel, wo schon mal Obdachlose schlafen, wenn es echt kalt ist, keine Papiere, bar bezahlen, in einer Dusche duschen, der Schimmel macht mir nichts aus, Seife, saufen und Fernsehen. 
Ich schließe alles ab und falle in das weiche Bett.
“Fuck me, das ist geil.“, stöhne ich nackt, gewaschen im Bett. Wir schlafen ein erledigt und grinsend.
Tiefschlafen ist dennoch nicht drin, die Wände sind dünn, aber ich schlafe mal ein paar Stunden am Stück.
Der Morgen kommt, erneut wasche ich mich und meine Haare, endlich sind sie wieder etwas dunkler, meine Kleidung ist auf der Heizung getrocknet und ich schlüpfe hinein.
Danach verschwinde ich, bevor ich rausgeworfen werde und laufe durch die Gassen bei den Supermärkten, die ihre Ware morgens früh rauswerfen. Ich warte und greife mir Obst und Joghurts als auch drei Dosen an denen Etiketten fehlen, entweder ich hab Pech und es ist Tierfutter, oder ich hab Glück, ich hatte schonmal Dosenravioli.
Danach verstecke ich mich wieder in der Nähe des Cove und lehne mich gegen die Wand. Das war einer der schönsten Tage, die ich seit Jahren hatte.
Mein Bauch ist voll, mir ist warm und ich sehe wieder menschlicher aus, das ist ein Win. Während es dunkel wird, sehe ich wie Richard um 5 Uhr nachmittags ankommt, ziemlich genervt, ich beobachte ihn. Danach setze ich mich wieder an die Stelle von gestern und öffne die Dosen, eine Hundefutterdose, die ich in eine Ecke kippe, in der öfters Katzen und Hunde sind, die zweite Dose hat Rindergulasch.
Ich nehme eine Plastikgabel und futtere leise als ich es wieder spüre, diesen Blick.
“Hallo Mister Mürrisch!“, sofort bin ich genervt “Du schon wieder, verpiss dich Weib.“, aber sie steht da und grinst.