Einleitung: Warum ich dieses Buch schreibe – und warum du es wahrscheinlich bereuen wirst, es zu kaufen
Hallo, du wundervolles Desaster. Ja, genau dich meine ich. Den Menschen, der gerade offensichtlich den falschen Link geklickt steht und denkt: „Vielleicht brauche ich doch mal so ein Selbstliebe-Ding.“ Und dann siehst du dieses hier und denkst: „Der Titel klingt wenigstens ehrlich.“
Spoiler: Ist er.
Ich hab’s nämlich auch versucht. Die ganze Palette. Morgens vor dem Spiegel „Ich bin genug“ genuschelt, während der Kaffee kalt wurde. Dankbarkeits-Tagebuch geführt (drei Einträge: „Danke für WLAN“, „Danke, dass der Kater nicht kotzt“, „Danke, dass ich noch atme“ – dann nie wieder). Affirmationen auf Post-its an den Kühlschrank geklebt („Ich verdiene Liebe und Erfolg“ – darunter hat irgendwann jemand mit Kuli „Und Bier“ geschrieben. Wahrscheinlich ich selbst im Suff).
Das Ergebnis? Ich fühlte mich nicht geliebt. Ich fühlte mich wie ein Versager, der nicht mal die einfachsten Selbsthilfe-Hacks hinkriegt. Und je mehr ich versuchte, mich zu „lieben“, desto mehr hasste ich mich dafür, dass es nicht klappt.
Deshalb dieses Buch.
Es ist kein Ratgeber, der dir verspricht, dass du in 30 Tagen dein bestes Ich wirst. Es ist eher ein Anti-Ratgeber. Eine Sammlung von Gründen, warum du aufhören kannst, dich permanent zu verbessern. Warum „gut genug“ manchmal der höchste Luxus ist, den du dir leisten kannst. Und warum Selbstliebe nicht bedeutet, dass du dich jeden Morgen umarmen musst – sondern dass du dich manchmal einfach nur erträgst, ohne Drama.
In diesem Buch zerlege ich die ganzen heiligen Selbstliebe-Kühe: Spiegelarbeit, Affirmationen, innere Kind-Heilung, Vision Boards, das ganze Programm. Ich erzähle dir von meinen eigenen peinlichen Versuchen und warum sie fast immer nach hinten losgingen. Und am Ende jedes Kapitels gibt’s eine Anti-Affirmation – also das genaue Gegenteil von dem, was die Gurus dir eintrichtern. Die sind nicht zum Aufsagen gedacht (bitte nicht). Sondern zum Grinsen. Oder zum Nicken. Oder zum Wegwerfen. Wie du willst.
Wenn du nach dem Lesen immer noch denkst „Ich muss mich mehr lieben“, dann hab ich versagt. Aber hey – das wär dann wenigstens konsequent.
Willkommen im Club derer, die sich grad so ertragen. Lass uns anfangen.