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Ein Teil von mir

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Summary

Olivia - von den meisten nur Liv genannt - wechselte im letzten Schuljahr auf die Blackstone High. Vor ihr lag ein Jahr voller Herausforderungen, Unsicherheiten und unerwarteter Gefühle. Sie traf auf Zach - ob diese Begegnung gut oder schlecht war - würde sich noch herausstellen. Um ihren Weg zu finden, musste sie lernen sich ihren Ängsten zu stellen und vielleicht zu erkennen, dass sie mit ihm an ihrer Seite stärker war, als sie je geglaubt hätte.

Status
5mo ago
Chapters
33
Rating
3.0 (1 review)
Age Rating
18+

Kapitel 01: Ein Sommer voller Erinnerungen

Ich blickte müde in den Spiegel. Meine Haare waren völlig zerzaust und meine Augenringe waren noch dunkler und tiefer als sonst. „Gott, ich sehe aus wie Hagrid“, sprach ich verzweifelt zu meinem Spiegelbild. Ich versuchte irgendwie meine Haare zu bändigen, doch es gelang mir nicht so recht. Normalerweise würde mir das nichts ausmachen. Aber heute war mein erster Schultag an der neuen Schule.

…

Die Sommerferien waren zu Ende und schon vor einigen Tagen machte sich dieses flaue Gefühl in meinem Magen breit. „Erde an Liv. Hallooo?“ Kim wedelte wild mit ihrer Hand direkt vor meinen Augen. Ich starrte einfach ins Leere und bemerkte sie erst wieder, als sie zu schnippen begann. „Oh, entschuldige. Ich habe gerade an Montag gedacht“, gab ich müde wieder. Es war bereits lange nach Mitternacht und wir saßen immer noch auf den Stufen vor Kims Haus. „Zerbrich dir nicht den Kopf, Livy. Das wird das beste Jahr unseres Lebens. Endlich sind wir zusammen auf einer Schule und dürfen unseren Abschluss zusammen machen.“ Kim klatschte aufgeregt ein paar Mal in die Hände und quiekte fröhlich wie ein Kleinkind. Ihre Euphorie war ansteckend. Also versuchte ich den Gedanken bei Seite zu schieben und quiekte mit. Kim, die eigentlich Kimberly Anderson heißt, war meine aller beste Freundin auf dieser Welt. Nichts und Niemand hätte uns je trennen können. Wir wussten Alles übereinander und unsere Freundschaft bestand schon seit Kindergartentagen. Wir konnten immer offen über Alles sprechen und fanden immer Trost und Rat bei der Anderen. Wenn ich sie so vor mir sah, verschwand tatsächlich das miese Gefühl in meiner Magengegend und ich wurde ruhiger. Gegen 1 Uhr verabschiedeten wir uns und mein Dad wartete in unserem schwarzen Pick Up auf mich. Er war sehr viel geduldiger als meine Mom. Sie hätte schon drei Mal gehupt und mich durchs offene Fenster zu sich gerufen. Dad saß gemütlich auf dem Fahrersitz und scrollte auf seinem Handy herum. Kim und ich umarmten uns zum Abschied. Bevor sich unsere Arme von einander lösten, flüsterte Kim mir etwas ins Ohr. „Das wird unser Jahr, Livy. Das verspreche ich dir.“ Ich lächelte stumm, doch ich wusste, dass sie es spürte und erwiderte.

Ich klopfte an die Autoscheibe, weil die Tür noch verschlossen war. Mein Dad drückte auf den Knopf, ohne mich dabei anzusehen. Als ich auf die Beifahrerseite stieg, lächelte er sanft. Um seine Augen herum bildeten sich kleine Fältchen und seine Mundwinkel zuckten leicht. Manchmal wurde es mir ganz schwer ums Herz, wenn ich meinen Dad so sah. Er sah viel älter aus als er tatsächlich war. Das hatte er vermutlich den letzten Jahren zu verdanken. „Hi, Kleines“, hörte ich ihn sagen und riss mich damit aus meinen Gedanken. Besser so. „Hi, Dad.“ „Wie war dein Abend?“. Es war sehr selten, dass ich so spät noch aus war. Normalerweise lag ich um diese Uhrzeit schon lange im Bett und schlief. Oder ich versuchte es zumindest. „Er war ganz wunderbar. Kim und ich haben alles von unserer to do Liste geschafft.“ Ich lächelte fröhlich und hüpfte etwas auf meinem Sitz hin und her. „Klingt nach einem vollen Erfolg. Das freut mich, Kleines.“ Dad wusste, wie viel mir dieser Abend bedeutet hatte. Kim und ich hatten zu Beginn der Sommerferien eine Liste erstellt, was wir in diesem Sommer erleben wollen. Es war quasi unser letzter Sommer zusammen. Denn nächstes Jahr im Herbst würden sich unsere Wege trennen. Auch wenn wir die besten Freundinnen waren, haben wir unterschiedliche Zukunftspläne, die unterschiedliche Berufswahlen und dementsprechend andere Colleges beinhalteten. Also nahmen wir uns fest vor, diesen letzten Sommer zu etwas Besonderem zu machen und alles von unserer to do Liste zu erledigen. Auf der Liste standen teils ganz simple Dinge drauf, wie zum Beispiel ein Kanu auszuleihen und über den See zu paddeln. Oder ein Lagerfeuer unterm Sternhimmel zu machen. Doch ein paar Punkte auf der Liste hatten es echt in sich. Vor allem die zwei Letzten. Bei dem Gedanken daran, wie diese entstanden sind, wurde mir ganz warm ums Herz und dennoch fröstelte es mich innerlich.

Der vorletzte Punkt kam von Kim. Wir saßen auf einer Parkbank, ganz in der Nähe der Schule, auf die ich nach den Ferien wechseln würde und beobachteten die kleinen Entenküken, die ihrer Mutter hinterher watschelten. „Mein Gott sind die niedlich.“ Ich hielt meine Hände, die zu Fäusten geballt und ineinander vergraben waren, unter mein Kinn und lächelte in Richtung der Entenfamilie. „Dieses Watscheln hat irgendetwas beruhigendes“, merkte Kim an und als ich zu ihr rüber sah, blickte sie starr auf den See, der direkt vor uns lag. Die Sonne ging langsam unter und ließ das Wasser glitzern. Dieser Ausblick war einfach wunderschön. Plötzlich schlug Kim sich auf den Oberschenkel, was einen klatschenden Ton von sich gab und ich sah sie mit großen Augen an. Sie sah ebenfalls zu mir und hatte etwas Irres in den Augen. „Kimy, du machst mir Angst“, gab ich nervös zu. Sie lachte nur und stand dann urplötzlich auf. „Ich habe die perfekte Idee für unsere to do Liste.“ Aufgeregt sah ich sie an. Wir waren uns eigentlich immer schnell einig, wenn es um neue Vorschläge ging. Daher hörte ich ihr gespannt zu. „Na los, sag schon.“ Ihre Augen wurden immer größer und ein breites, fast schon fieses Lächeln tauchte auf ihrem Gesicht auf. „Nacktbaden!“ Ich schrie aufgeregt auf und verstummte dann plötzlich. „Nackt- was?“, gab ich ungläubig wieder. „Ich habe mich wohl verhört.“ Ich schnaufte und verschränkte die Arme vor meiner Brust. „Ach komm schon, Liv. Das wird der Hammer. Denk dran, nur du, ich und der Sommer.“ Das war so typisch Kim. Sie wusste genau mit welchen Worten sie mich dazu brachte einzuknicken. So bekam sie meistens ihren Willen. Ich ließ es mir noch einmal durch den Kopf gehen. Nacktbaden. Ein leichter Schauer lief mir über den Rücken. Ich bin generell nicht gerne nackt. Auch wenn ich alleine unter der Dusche stehe, vermeide ich es meistens, mich selber anzusehen. Der Gedanke, mich nackt in der Öffentlichkeit zu zeigen, machte mich nervös. „Ach Kim, ich weiß nicht. Ist das nicht etwas zu übertrieben?“ Ich hoffte inständig, dass sie sich es noch einmal überlegte. Aber ich müsste meine beste Freundin besser kennen. Sie machte einen Schmollmund. „Liv, tu es für mich. Komm schon. Gib dir einen Ruck. Das wird ei-“ Ich hob die Hand, bevor sie weiterreden konnte. Sie stockte und sah mich hoffnungsvoll an. Ich seufzte und sagte schließlich: „Na gut. Aber nur unter meinen Bedingungen.“ Diesmal war es Kim, die mich nicht aussprechen ließ. Sie hüpfte nur auf der Stelle, klatschte in die Hände und kreischte, wie ein kleines Mädchen. Sie hüpfte so hoch, dass sich ihr Kleid ihrer Bewegung anpasste. Es sah aus, als würden die Gänseblümchen darauf tänzeln und sich über die letzten Sonnenstrahlen freuen. Als sie sich etwas beruhigte, setzte sie sich wieder auf die Bank, ganz dicht neben mir und kramte in ihrer Tasche herum. Sie zog ihr Handy hervor und öffnete die Notizen-App. Aus dem Augenwinkel sah ich unsere to do Liste aufploppen. Wir hatten es auf genau 28 Punkte gebracht. Nun gut, mit dem Nacktbaden wären es dann 29. Hinter allen war ein Häkchen gesetzt, worauf wir ganz schön stolz waren. Kim tippte wie verrückt und ließ Punkt Nummer 29 auf ihrem Display erscheinen. Sie freute sich immer noch wahnsinnig über meine Zustimmung. „Ok, du sagtest etwas über Bedingungen?“, gab sie wieder und funkelte mich an. Ich räusperte mich, setze mich schräg hin um sie besser anschauen zu können und teilte ihr meine Bedingungen mit. „Also Erstens, wir gehen hier, in diesem See baden und zwar wenn keine Menschenseele hier ist. Sobald ich auch nur eine Person sehe, nehme ich alles wieder zurück und mache auf den Absatz kehrt. Und es muss dunkel sein.“ Ich sagte dies so entschlossen, dass Kim Nichts anderes übrigblieb, als zu zustimmen. „Ok Zweitens“, fuhr ich fort. „Ich darf den letzten Punkt aussuchen und du sagst Ja, egal was ich vorschlagen werde.“ Ich blickte sie streng an und hatte noch einen Funken Hoffnung, dass diese Bedingung dafür sorgen würden, dass sie ablehnte. Doch das Gegenteil war der Fall. Sie klatschte wieder in die Hände und sah sich wild um. „Was tust du da?“, fragte ich. „Ich sehe mich um“, gab sie wieder, ohne mich anzusehen. „Wonach siehst du dich um, Kimy?“ „Nach einer Menschenseele.“ Sie grinste mich frech an. Mir stockte der Atem. Sie wollte jetzt in den See. „Ich kann niemanden sehen“, murmelte sie und reichte mir ihre Hand. Ich hätte mir eine Ausrede einfallen lassen können. Ich hätte sagen können, dass ich meine Tage habe. Ich hätte einfach Nein sagen können. Doch meine Reaktion überraschte mich selber. Ich griff nach Kims Hand und sie zog mich von der Bank. Wir schauten uns kurz in die Augen, grinsten und rannten los. Noch beim Laufen, versuchten wir, uns unserer Kleidung zu entledigen. Einen letzten Sommer. Erinnerungen schaffen. Im Hier und Jetzt leben.Wir dachten gar nicht weiter nach. Unsere Klamotten lagen verteilt auf dem steinigen Boden und wir rannten in Richtung See. Wir machten uns keine Gedanken darum, wie kalt es sein könnte. Oh, Fuck. Es war scheiße kalt. Ich schnappte nach Luft und Kim tat es mir gleich. Wir sahen uns wieder an und begannen los zu lachen. So laut, dass wir Nichts um uns herum wahrgenommen haben. Wir spritzten uns gegenseitig nass und ermutigten uns gegenseitig, einmal abzutauchen. Als wir wieder auftauchten, zitterte ich am ganzen Körper. Ich rieb mir die Augen und versuchte sie zu öffnen. Es gelang mir nicht sofort, da meine Schminke mir ins Auge lief. Das brannte höllisch und ich rieb noch kräftiger. Nachdem ich endlich wieder was sehen konnte, stockte mir der Atem. Ich konnte Kim nirgends sehen. Ich drehte mich um meine eigene Achse und verfiel in Panik. Ich schrie auf und rief ihren Namen. Und als ich zum Ufer blickte, sah ich sie. Gott sei Dank. Ich kämpfte mich durchs Wasser und zitterte immer mehr. Als ich näherkam, entschwand mir jegliches Gefühl. Dort am Ufer, wo wir unsere Klamotten frei verstreuten, stand eine Gruppe Menschen. Ich hielt mir automatisch die Hände vor meine Brüste und vergaß, dass ich auch meinen Slip am Ufer liegen ließ. Also tauchte ich etwas ab. Erst jetzt bemerkte ich, dass Kim mit einem Jungen stritt und sie an etwas herumrissen. Sie kämpften doch tatsächlich um ihr Kleid. Diese Arschlöcher. „Lass los, du Wichser“, hörte ich Kim schreien. In dem Moment tat der Fremde ihr den Gefallen und ließ los. Dabei verlor Kim ihr Gleichgewicht und fiel hinten um und klatschte auf das kalte Wasser. Mittlerweile ist die Sonne untergegangen und hat auch den Rest Wärme dem Wasser entzogen. Jede Bewegung fühlte sich an wie tausend Nadelstiche. Doch der Schmerz war mir egal. Ich versuchte irgendwie zu Kim zu watscheln, denn zum Schwimmen war es viel zu flach und geradewegs aufstehen konnte ich nicht, da ich immer noch nackt war. Als ich endlich bei ihr ankam, saß sie bereits wieder im Wasser und schnappte nach Luft. „Geht es dir gut?“, fragte ich besorgt und klopfte ihr währenddessen ein paarmal auf den Rücken, in der Hoffnung ihr etwas Abhilfe beim Husten zu verschaffen. Sie hob nur ihren Daumen und hielt mir ihr nasses Kleid hoch. Ich blickte finster zu den Typen am Ufer. Sie hatten den Rest unserer Wäsche ins Wasser geworfen und liefen davon. Als wir wieder alleine waren, trauten wir uns endlich aus dem Wasser. „Deine Lippen sind ganz blau“, gab Kim zähneklappernd von sich. Kim versuchte so wenig wie möglich zu zittern, doch sie konnte es nicht unterdrücken. Ich nickte bloß, denn ich hätte kein einziges Wort hervorgebracht. Ich hätte niemals gedacht, wie schwer es sein kann, sich nasse Kleidung anzuziehen. Alles klebte und fühlte sich eklig an. Aber wir hatten keine Alternative. Lieber würde ich die ganze Nacht in den nassen Klamotten verbringen, als zu riskieren, dass diese Typen nochmal auftauchten. Kims Bruder holte uns ab und brachte uns Handtücher mit. Es dauerte etwas bis wir am Parkplatz ankamen. Keiner sagte ein Wort. Am Auto angekommen, zog Dan eine Braue hoch. „Trocknet euch ja richtig ab. Ich möchte keine Pfützen im Auto.“ Kim schüttelte sich extra in Dans Nähe, der ein paar Spritzer ab bekam. Er setzte ein schiefes Grinsen auf und nahm Kim in den Schwitzkasten. Ich liebte es, ihnen dabei zu zusehen. Diese Unbeschwertheit ist zu beneiden. „Du riechst wie ein nasser Hund“, hörte ich Dan Kim zurufen, als sie um das Auto lief um auf den Beifahrersitz zu klettern. Mir gegenüber verhielt sich Dan immer wie ein wahrer Gentleman. Er hielt mir die Tür auf und nahm mir das feuchte Handtuch aus der Hand. Er schmiss es in seinen Kofferraum und ging zurück zur Fahrerseite. Er schnallte sich an und drehte die Heizung auf. Vom Park bis zu mir nach Hause dauerte es ungefähr 20 Minuten. Ich legte den Kopf in den Nacken und stoß ihn mir leicht an der Lehne. Ich machte die Augen zu und ging das Szenario noch einmal im Kopf durch. Wo kamen diese Typen auf einmal her? Und warum stand einer von ihnen nur doof daneben und beobachtete das Geschehen? Dieser Junge war mir direkt aufgefallen, weil er etwas Abseits stand aber immer noch nah genug, um dazu zu gehören. Es war zu dunkel und meine Augen zu verschmiert, als dass ich irgendein Detail hätte wahrnehmen können, aber dass er sich indirekt nicht an der Aktion beteiligte, stach heraus. Der Wagen hielt an und Dan schnallte sich ab. Ich drückte Kims Schulter kurz, worauf hin sie nur brummte, was ich als Antwort gelten lassen habe und stieg aus. Dan, wie gewohnt, öffnete mir die Tür und half mir auszusteigen. Er brachte mich noch bis zur Haustür, sah zu wie ich die Haustür aufschloss und ging dann wieder zu seinen Wagen. Ich winkte ihnen ein letztes Mal und ließ dann die Tür ins Schloss fallen. Es war bereits 23 Uhr und alle im Haus schliefen, bis auf Dad. Dad wartete immer bis ich nach Hause kam. Da ich aber meistens schon vor 21 Uhr zu Hause war, lag nie Besorgnis in seinen Augen, außer heute. Als er mich sah, stand er mühselig aus seinem Sessel auf und machte ein paar Schritte auf mich zu. Ich begann fürchterlich zu zittern und Dads Gesicht wurde blass. „Livy?“, fragte er behutsam. „Was ist passiert? Geht es dir gut?“ Ich schaute zu ihm hoch, denn Dad war mindestens anderthalb Köpfe größer als ich. Er sorgte sich um mich, dass konnte ich in seinen Augen erkennen. Das war nie meine Absicht gewesen. Er blickte mich noch etwas tiefer an und als sich unsere Blicke ein zweites Mal trafen, prustete ich los. Ich lachte so laut, dass mein Dad eine Schritt nach hinten wich und sich an den Kopf fasste. Ich erzählte Dad alles und musste immer wieder loslachen, sodass er nicht anders konnte, als mit zu lachen. „Ich muss unter die Dusche, mich aufwärmen, Dad.“ Ich sah ihn müde an und er nickte bloß. „Gute Nacht, Kleines. Ich hab´ dich lieb.“ „Ich dich auch, Dad.“

Unser Haus war nicht besonders groß. Aber so wie es war, war es perfekt. Ich ging die Treppe hoch, ins zweite Stockwerk, wo sich mein Zimmer, das Bad und das Zimmer meiner Schwester befand. Ich öffnete die Tür zu ihrem Zimmer, nur einen Spalt weit und lugte hinein. Sie schlief bereits. Ich zog die Tür wieder zu und verschwand im Badezimmer. Dort zog ich die nasse Kleidung aus und warf sie auf den Boden. Dann stieg ich in die Dusche und drehte den Wasserhahn auf. Das heiße Wasser prickelte auf meiner Haut. Ich legte den Kopf in den Nacken und ließ das Wasser über mein Gesicht laufen. Nach einer Weile begann ich, mich zu waschen und sog den Duft meines Shampoos auf. Es roch nach Melisse. Ich liebte diesen Duft. Nachdem ich fertig war, zog ich mir einen frischen Pyjama an, putzte mir die Zähne und huschte in mein Zimmer. Ich legte mich ins Bett und obwohl es eine warme Sommernacht war, fror ich immer noch am gesamten Körper. Ich kuschelte mich unter meine Decke. Erst jetzt bemerkte ich, wie müde ich von dem Tag war. Normalerweise schlief ich nicht schnell ein, geschweige denn gut. Aber diese Nacht war anders. Und zum ersten Mal seit langer Zeit, träumte ich nicht von dem Monster unter meinem Bett, sondern von diesem Jungen, der ganz cool an der Parkbank angelehnt war und alles beobachtete.

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Good Writing

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Compelling Plot

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Great Character

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Strong Dialog

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