the poison next door

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Summary

ᴇʀ ɪꜱᴛ ᴊᴜɴɢ. ᴇʀ ɪꜱᴛ ᴘᴇʀꜰᴇᴋᴛ. ᴜɴᴅ ᴇʀ ʙᴇᴏʙᴀᴄʜᴛᴇᴛ ᴅɪᴄʜ. Clara dachte, das Schlimmste in ihrem Leben sei die Trümmer ihrer Ehe zu sortieren. Dann zieht Lukas nebenan ein. Ein charmanter Blick über den Gartenzaun, eine helfende Hand an einem klemmenden Fenster – Lukas ist genau das, was Clara jetzt braucht. Ein Lichtblick. Eine süße Versuchung. Doch Lukas will kein netter Nachbar sein. Er will kein harmloser Flirt sein. Lukas will alles. Was als prickelnde Anziehung beginnt, wird zum klaustrophobischen Albtraum. Denn Lukas kennt keine Grenzen. Er kennt deine Geheimnisse. Er kennt deine Angst. Und er wird nicht aufhören, bis er der einzige Mann in deinem Leben ist – ob du willst oder nicht. „𝙈𝙖𝙣𝙘𝙝𝙢𝙖𝙡 𝙗𝙧𝙖𝙪𝙘𝙝𝙩 𝙚𝙨 𝙣𝙪𝙧 𝙙𝙚𝙣 𝙧𝙞𝙘𝙝𝙩𝙞𝙜𝙚𝙣 𝘿𝙧𝙪𝙘𝙠...“ Ein Psychothriller über Besessenheit, Verrat und die Frage: Wie gut kennst du den Jungen von nebenan wirklich?

Status
Ongoing
Chapters
5
Rating
n/a
Age Rating
18+

Kapitel 1 — Clara

Die Hitze drückte schwer auf meine Schultern. Ein klebriger Schleier ließ die Luft im Schlafzimmer stehen. Ich fluchte und zerrte an dem hölzernen Fensterladen. Er bewegte sich keinen Millimeter nach außen.

Es passte zu meinem Leben der letzten Monate: festgefahren, widerspenstig, kurz vor dem Zerbruch. Seit der Trennung von Stefan schien dieses alte Haus mich mürbe machen zu wollen. Zuerst der Wasserhahn, dann die Kellertür. Jetzt das.

„Komm schon!“, presste ich hervor. Ich stemmte mich mit vollem Gewicht gegen das Holz. Ein Splitter bohrte sich in meine Handfläche. Der stechende Schmerz ließ mich aufstöhnen. Ich betrachtete die rote Linie auf meiner Haut. Vierundvierzig Jahre alt, allein – und das Haus gewinnt.

„Vorsicht. Sonst bricht das Scharnier.“

Die Stimme kam so unerwartet von draußen, dass mein Herz einen hässlichen Stolperer machte. Ich wich zurück und blickte durch den schmalen Spalt nach draußen. Auf dem Rasen stand ein junger Mann.

Ein einfaches weißes T-Shirt spannte sich über seine Schultern. Die Jeans saßen tief auf seinen Hüften. Sein Gesicht bestand aus harten, klaren Linien – markante Wangenknochen, ein Kiefer wie aus einem Guss. Ein offenes, fast unschuldiges Lächeln rettete ihn vor zu viel Perfektion. In der einen Hand hielt er eine Heckenschere, mit der anderen schirmte er die Augen gegen die Sonne ab.

Plötzlich spürte ich den Stoff auf meiner Haut. Ein dünnes Seidentop. Keine Unterwäsche. Die Haare hingen wirr aus dem Zopf.

„Ich bin Lukas“, sagte er. Er trat näher ans Fenster. Er bewegte sich entspannt – fast zu sicher für jemanden, der gerade eine Fremde in ihrem Haus erschreckt hatte. „Ich helfe meinem Onkel drüben. Bin für eine Weile eingezogen.“

Ich blinzelte gegen das Licht. Er war jung. Vielleicht gerade zwanzig. Aber sein Blick besaß eine ruhige, geduldige Intensität. Er ließ mich vergessen, wie ich aussah.

„Clara“, brachte ich heraus. Ich schob mir eine Strähne hinter das Ohr und bereute die Geste sofort. „Das Fenster klemmt seit dem Regen.“

Er legte die Heckenschere ins Gras und trat direkt vor das Fenster. Er war groß. Sein Schatten hüllte mich ein, kühl und dunkel. Er roch nach frisch gemähtem Gras, Schweiß und etwas Herbem, das ich nicht benennen wollte.

Lukas griff nach den Kanten des Ladens. Seine Finger waren lang und kräftig, die Unterarme gebräunt. Die Muskeln spielten unter der Haut, als er den Druck erhöhte. Kein Kampf, kein Reißen. Nur der richtige Winkel.

Mit einem dumpfen Klacken gab das Holz nach. Der Laden schwang auf. Helles Licht flutete den Raum.

„Manchmal braucht es nur den richtigen Druck“, sagte er leise.

Er sah mich direkt an. Seine dunkelbraunen Augen mit dem Goldschimmer schienen Details zu registrieren, die ich lieber verborgen hätte. Sie wanderten nicht. Sie ruhten einfach auf mir. Er gab mir das Gefühl, gleichzeitig gesehen und ausgezogen zu werden.

Ein warnendes Stechen traf meine Magengrube. Das leise Flüstern der Intuition. Doch dann lachte er – ein helles, offenes Lachen – und das ungute Gefühl verblasste.

„Danke, Lukas“, sagte ich fest. „Ich hätte sonst den Tag im Dunkeln verbracht.“

„Kein Problem.“ Er hielt den Blick kurz fest. „Ich höre gut. Wenn noch was klemmt – rufen Sie mich einfach.“

Er zwinkerte mir zu, schulterte die Schere und schlenderte zurück. Er ging lässig und raubtierhaft sicher, als gehörte ihm jeder Meter Boden unter seinen Füßen.

Die Hitze blieb unerträglich. Trotzdem fröstelte ich.

•••

Lukas

Die Hitze in dieser Vorstadt-Hölle war zum Kotzen. Der Schweiß klebte mein Shirt an den Rücken, während ich die alte Heckenschere durch das verdammte Gebüsch von Onkel Herbert jagte. Herbert war okay, aber das Haus roch nach Alter, Krankheit und abgestandener Suppe. Ich brauchte ein Ventil. Irgendwas, das mich daran erinnerte, dass ich jung war und mir die Welt gehörte.

Dann sah ich sie.

Sie stand am Fenster im ersten Stock des Nachbarhauses. Sie kämpfte mit einem hölzernen Laden, als ginge es um ihr Leben. Ich hielt inne. Das Metall der Schere war heiß in meiner Hand.

Sie war älter. Viel älter. Aber sie hatte diesen Körper, der nach „ich brauche es mal wieder so richtig“ schrie. Sie trug ein cremeweißes Seidentop, und durch das grelle Sonnenlicht sah ich alles. Jede Kurve, die harten Spitzen ihrer Brustwarzen unter dem dünnen Stoff. Sie hatte keine Ahnung, dass ich sie von hier unten wie ein Raubtier fixierte.

Ich sah ihren Kampf. Sie fluchte, sie stemmte sich gegen das Holz, sie sah verzweifelt aus. Und verdammt noch mal, das machte mich härter als der Stahl in meiner Hand.

„Vorsicht. Sonst bricht das Scharnier“, rief ich hoch.

Sie fuhr zusammen, als hätte ich sie geschlagen. Ihr Blick schoss nach unten, und ich genoss den Moment, in dem sie begriff, dass ich sie die ganze Zeit beobachtet hatte. Ich sah die Panik in ihren Augen, die sofort in diese peinliche Scham umschlug, die Frauen wie sie immer bekamen, wenn sie merkten, dass ein junger Typ sie gerade nackt auszieht – im Kopf und mit den Augen.

Ich ging rüber. Langsam. Ich wollte, dass sie sieht, wie ich mich bewege. Ich wollte, dass sie meine Schultern sieht, meine Arme, die von der Gartenarbeit pumpten. Ich war zwanzig, ich war fit, und ich wusste genau, was ich mit Frauen wie ihr anstellen konnte.

„Ich bin Lukas“, sagte ich und trat direkt unter ihr Fenster.

„Clara“, brachte sie heraus. Sie schob sich die Haare hinter die Ohren – eine nervöse Geste, die sie wie ein Schulmädchen wirken ließ. Süß. Und erbärmlich.

Sie plapperte irgendwas von einem klemmenden Fenster und dem Regen. Mir war der Regen egal. Ich starrte auf ihr Dekolleté, das sich beim Atmen hob und senkte. Ich roch sie fast von hier unten – diesen Mix aus teurem Parfum und der leichten Note von Schweiß, die sie nur noch begehrenswerter machte.

Ich legte die Schere weg und trat an die Wand. Ich war so groß, dass ich fast in ihr Zimmer greifen konnte. Ich spürte ihren Blick auf meinem Nacken, auf meinem Rücken. Sie fraß mich mit den Augen auf, während sie so tat, als würde sie nur auf die Reparatur warten.

Ich griff nach dem Laden. Das Holz war morsch und verzogen. Ich setzte meine ganze Kraft ein, spürte, wie meine Muskeln unter dem Shirt anspannten. Mit einem lauten Knall gab der Laden nach.

„Manchmal braucht es nur den richtigen Druck“, sagte ich leise und sah ihr direkt in die Augen.

Sie war so nah. Ich hätte nur die Hand ausstrecken müssen, um sie an den Haaren zu packen und zu mir runterzuziehen. In ihren Augen sah ich diesen Hunger, den sie seit Jahren unterdrückt haben musste. Sie war einsam. Sie war frustriert. Und sie war verdammt noch mal bereit für jemanden wie mich.

„Danke, Lukas“, sagte sie, aber ihre Stimme zitterte.

Ich grinste. Das war kein nettes Lächeln. Ich hatte das Revier betreten. „Kein Problem. Wenn noch was klemmt... rufen Sie mich einfach.“

Ich zwinkerte ihr zu und schlenderte zurück. Ich spürte ihren Blick auf meinem Hintern, während ich über den Rasen ging. Ich wusste, dass sie dort am Fenster stehen bleiben würde, bis ich im Haus verschwunden war.

In meinem Kopf war ich schon längst in ihrem Schlafzimmer. Ich stellte mir vor, wie ich sie auf das Bett werfe, wie ich ihr dieses feine Seidentop vom Leib reiße und ihr zeige, was ein echter Mann mit ihr anstellt.

Ich griff mir die Heckenschere und lachte leise. Der Sommer würde verdammt heiß werden.