Zwischen uns hätte nichts sein dürfen.

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Summary

Amelia ist introvertiert, beobachtend und sehr sensibel. Sie denkt viel nach und stellt sich oft selbst infrage. Aufgewachsen in schwierigen Verhältnissen hat sie früh gelernt, mit wenig auszukommen und sich selbst durchzukämpfen. Trotz allem wünscht sie sich vor allem eines: irgendwo wirklich dazuzugehören. Als sie Luana kennenlernt, verändert sich ihr Leben. Was als Freundschaft beginnt, wird zu etwas Tieferem – etwas, das Amelia nicht erwartet hatte und das sie dazu zwingt, ihre Vorstellungen von Freundschaft, Liebe und sich selbst zu hinterfragen. Doch manche Gefühle bringen nicht nur Nähe. Manchmal bringen sie auch alles zum Zerbrechen.

Genre
Romance
Author
Adriana
Status
Ongoing
Chapters
3
Rating
n/a
Age Rating
16+

Chapter 1 Der Zug in der Nacht


Der Zug setzte sich langsam in Bewegung, doch Amelia hatte das Gefühl, dass ihr Leben bereits Stunden zuvor entgleist war.


Sie starrte aus dem Fenster, ohne wirklich etwas zu sehen. Die Lichter der Stadt verschwammen zu langen Streifen in der Dunkelheit.


Zum zweiten Mal in ihrem Leben stellte sie ihre eigene Existenz infrage - genau wie damals, als sie mit zwölf Jahren ins Heim gekommen war.


Die Fragen hörten einfach nicht auf.

Habe ich alles zerstört?

Hat sie mich jemals wirklich geliebt?

Oder war ich nur ein Spiel für sie?

Und die schlimmste Frage von allen:

Habe ich sie überhaupt geliebt?

Was ist Liebe überhaupt?


Und was unterscheidet sie von Freundschaft?

Amelia hätte sich vieles vorstellen können - Streit, Distanz, vielleicht sogar ein Ende ihrer Freundschaft.

Aber dass Luna sie einfach hinauswerfen würde ...


Damit hatte sie nie gerechnet.

Der Zug ruckelte leicht, als er an Geschwindigkeit gewann. Die Lichter der Stadt verschwanden langsam hinter der Scheibe.


Amelia zog ihre Jacke enger um sich. Im Abteil war es warm, aber sie fror trotzdem.

Neben ihr stand der kleine Koffer mit ihren wenigen Sachen.

Drei Taschen.


Mehr war von ihrem Leben gerade nicht übrig geblieben.


Ihr Handy vibrierte plötzlich in ihrer Hand.

Mama

Amelia starrte einige Sekunden auf den Namen, bevor sie abhob.


„Amelia?", sagte ihre Mutter sofort. „Wo bist du jetzt?"

Amelia schluckte.

„Im Zug."

Am anderen Ende der Leitung wurde es für einen Moment still.

„Du kommst wirklich nach Hause?"

Amelia sah wieder aus dem Fenster. Dunkelheit zog vorbei, nur gelegentlich unterbrochen von einzelnen Lichtern.

„Ich glaube schon."

Ihre Mutter atmete hörbar aus.

„Was ist passiert? Du hast nur gesagt, ihr hattet Streit."

Amelia schloss kurz die Augen.

Der Streit.


Das Wort fühlte sich falsch an.

Zu klein.

Zu harmlos.

„Es ist kompliziert", sagte sie schließlich leise.


Ihre Mutter schwieg einen Moment.

„Hat sie dich wirklich rausgeworfen?"

Amelia antwortete nicht sofort.


In ihrem Kopf tauchte plötzlich wieder das Bild der Wohnung auf. Die offene Tür. Die kalte Luft im Flur. Und Lunas Stimme.

„Geh einfach, Amelia."

Amelia öffnete die Augen wieder.


„Ja", sagte sie schließlich.

„Sie hat mich rausgeschmissen."

Der Zug fuhr weiter durch die Nacht.

Amelia schloss die Augen.

Und sie wusste, dass sie bald ihrer Mutter erklären musste, warum sie plötzlich zurück war.

Nur eines wusste sie nicht:

Wie sollte sie erklären, was wirklich zwischen ihr und Luna passiert war?

*Was denkt ihr – was ist zwischen Amelia und Luna passiert? 🤔