Kapitel 1 - Erneut gefangen...

Aldrics Kehle brannte, als er langsam wieder zu sich kam.
Nur zögerlich verzogen sich die dichten Schleier vor seinen Augen, die noch immer tanzten, während die Welt sich schwer und benommen um ihn drehte, als Aldric allmählich das Bewusstsein zurückerlangte.
Dumpf nahm er wahr, dass er sich in einem eiskalten Raum befand, in dem es nach Moder und etwas anderem roch – etwas, das er instinktiv aus seinem Geist verbannen wollte.
Ein leises Stöhnen entwich ihm, als er sich mühsam auf Hände und Knie aufrichtete. Im selben Moment durchbrach ein lautes Scheppern die Stille, als Ketten sich bewegten – ein Geräusch, das in seinem Schädel widerhallte wie das Schlagen schwerer Glocken.
Stöhnend hob er eine Hand an seinen Kopf der unerträglich dröhnte, nur um das metallische Klirren nun noch unmittelbarer und schärfer wahrzunehmen.
Eiserne Ketten waren eng um seine Handgelenke geschlungen – links wie rechts.
Aldric starrte einen Moment lang auf die Fesseln, als könnte er nicht begreifen, was er sah, bevor er sich langsam zurücksinken ließ. Hinter ihm war kalter Stein, rau und unnachgiebig, doch in diesem Moment war er dankbar dafür, sich dagegen lehnen zu können, da sein Körper kaum die Kraft besaß, ihn aufrecht zu halten.
Was zum Teufel war mit ihm geschehen?
Er brauchte mehrere tiefe Atemzüge, bis der Schwindel allmählich nachließ und die Welt um ihn herum wieder fester wurde. Erst dann spürte er das Brennen in seiner Kehle deutlicher, und wie von selbst legten sich seine Finger an seinen Hals. Die Haut fühlte sich geschwollen an – empfindlich, gereizt – und mit einem Schlag kehrten seine Erinnerungen zurück.
Lady Isabella.
Und die anderen dunklen Gestalten, die ihn überwältigt hatten.
Offenbar hatten sie es geschafft, ihn aus dem Anwesen des Kronprinzen zu bringen.
War es also nie ihr Ziel gewesen, ihn zu töten?
Hatten sie ihn lediglich entführen wollen?
Oder war der Versuch, ihn zu ermorden, schlicht gescheitert?
Der Trockenheit in seiner Kehle und dem schmerzhaften Druck an seinem Hals nach zu urteilen, hätte es alles davon sein können. Wenn der Mann nur einen Augenblick länger zugedrückt hätte, wäre Aldric vermutlich erstickt – und niemals wieder zu sich gekommen.
Langsam ließ er den Kopf gegen die Steinmauer hinter sich sinken und zwang sich, seine Umgebung genauer zu betrachten.
Er befand sich wieder einmal in einem Kerker.
Die kleine Zelle war von einem schweren, schmiedeeisernen Gitter verschlossen, dessen dunkle Stäbe sich wie ein Käfig vor ihm erhoben. Zu seiner Linken fiel fahles Mondlicht durch ein kleines, hoch gelegenes Fenster und brach sich schwach an den kalten Steinen.
Er hätte sich gern erhoben, um hinauszusehen – um irgendetwas zu erkennen, das ihm Orientierung gab. Doch es gab gleich zwei Probleme.
Zum einen lag das Fenster viel zu hoch, als dass er es jemals hätte erreichen können. Und zum anderen gewährten ihm die Ketten kaum genug Spielraum, um überhaupt vollständig aufzustehen.
Links und rechts von ihm waren sie fest in der Wand verankert, massiv und schwer, so unnachgiebig, dass jeder Versuch, sich zu befreien, von vornherein zum Scheitern verurteilt war. Die eisernen Ringe schnitten sich schmerzhaft in seine Handgelenke, während jede noch so kleine Bewegung das Metall tiefer in seine Haut drückte.
Warum hatte man ihn hierher gebracht?
Was hatte Isabella davon, Aldric aus dem Weg zu schaffen? Sie hatte ihm selbst ins Gesicht gesagt, dass sie damit Vortan schaden wollte. Warum also hatte sie das getan?
Und was würde Vortan denken, wenn er erfuhr, dass Aldric verschwunden war?
Wahrscheinlich würde er ihn ohne Zögern als Verräter abstempeln.
Er war also so gut wie tot.
Man hätte ihn ebenso gut direkt töten können.
Doch Aldric machte sich keine Illusionen – nur weil er diesen Angriff überlebt hatte, bedeutete das nicht, dass ihm ein schneller oder gnädiger Tod bevorstand.
Im Gegenteil.
Er wusste vermutlich zu viel.
Ganz gleich, wer ihn hier gefangen hielt – solange er lebte, stellte er eine Gefahr dar. Selbst die bloße Möglichkeit, dass er sprechen könnte, machte ihn zu einem Risiko.
Aldric wusste nicht, wie viel Zeit verging, während er so dasaß. Seine Gedanken kreisten unaufhörlich, rollten immer wieder durch seinen Kopf, während sein Blick ziellos zur Decke wanderte. Er begann, die Gitterstäbe zu zählen, beobachtete die Wolken, die langsam am Mond vorbeizogen, als wäre dies das Einzige, woran er sich noch festhalten konnte.
Minuten dehnten sich zu Stunden.
Bis schließlich ein lang gezogenes, quietschendes Geräusch die Stille zerschnitt und einen Besucher ankündigte.
Aldric spannte sich unwillkürlich an. Zu seiner Rechten musste sich ein langer Gang befinden, an dessen Seiten sich weitere Zellen reihten. Er selbst war offenbar am Ende untergebracht worden, denn nun hallten schwere, langsame Schritte über den Steinboden – Stiefel, die mit bedrohlicher Ruhe näher kamen.
Direkt vor den Gitterstäben blieb ein Mann stehen.
Er war groß, muskulös, dunkelhäutig und sein Körper von Kraft gezeichnet. Bekleidet war er lediglich mit einer Hose, während eine schwarze Haube sein Gesicht verbarg und nur die Augen freiließ. Um seine sonnengegerbten Bizeps lagen zwei eiserne Ringe, die bei jeder Bewegung leise klirrten.
Aldric beobachtete, wie der Mann ruhig einen Schlüssel in das Schloss steckte. Unwillkürlich schloss er kurz die Augen.
Ein Henker.
Der Gedanke war so klar, so unausweichlich, dass er sich in seinem Inneren festsetzte.
Man würde ihm den Kopf abschlagen. Und Aldric wusste nicht einmal, warum.
Aber spielte das überhaupt eine Rolle?
Nicht in dieser Welt.
Die Tür wurde geöffnet, und der Mann trat zur Seite, um zwei weiteren Männern Platz zu machen. Sie trugen die einfachen Rüstungen von Soldaten. Ohne ein Wort betraten sie die Zelle, traten direkt auf Aldric zu und lösten die Ketten von der Wand.
Im nächsten Moment zerrten sie ihn ohne jede Rücksicht auf die Beine.
Aldric verzichtete darauf, Fragen zu stellen.
Darüber, wohin sie ihn brachten. Ob dies der Weg zu seiner Hinrichtung war.
Es hätte nichts geändert.
Entweder hätten sie geschwiegen – oder er hätte sich einfach nur selbst erniedrigt.
Die Ketten spannten sich, als sie ihn grob und ohne Gnade vorwärtszogen, jeder Schritt begleitet vom kalten Klirren des Metalls. Hinter ihm folgte der Henker – lautlos, aber unübersehbar. Und Aldric zwang sich, nicht darüber nachzudenken, dass es sich anfühlte, als würde der Tod selbst dicht hinter ihm gehen.
Doch zu seinem Erstaunen führte man ihn nicht direkt zum Schafott.
Stattdessen ging es Treppe um Treppe nach oben, immer weiter hinauf, bis sie schließlich Räume erreichten, die in scharfem Kontrast zu dem Kerker standen, aus dem er gekommen war.
Die Umgebung wirkte plötzlich edel und prunkvoll. Sie erinnerte ihn an das Anwesen, in dem er die letzten Tage verbracht hatte.
Tür um Tür wurde geöffnet und wieder geschlossen. Gänge zogen an ihm vorbei, verschwammen zu einem undeutlichen Muster aus Stein, Licht und Schatten. Alles ging zu schnell, als dass Aldric sich hätte orientieren können. Er wusste nicht, wohin sie ihn brachten – oder wo genau er sich befand.
Schließlich erreichten sie einen der größten Räume.
Ohne Vorwarnung stießen die Wachen ihn grob auf die Knie. Schmerz schoss durch seinen Körper, während sie die Ketten an einem massiven Eisenring befestigten, der fest im Boden verankert war.
Verwirrt hob Aldric den Blick.
Die Wachen verließen den Raum. Der Mann mit der Haube – der Henker – zog die schwere, doppelflügelige Tür hinter sich zu.
Und plötzlich war Aldric allein.
Er blinzelte verwirrt.
Der Boden unter ihm bestand aus poliertem Holz, so glatt und sauber, dass es beinahe fremd wirkte unter seinen Knien. Feine Teppiche lagen um ihn herum, und der Raum war so hoch, dass die schweren Samtvorhänge an den Fenstern erdrückend wirkten. Dahinter schimmerte helle Seide, durch die das Licht der aufgehenden Sonne fiel und den Blick auf gepflegte Gärten freigab.
Er war eindeutig im Anwesen eines Hochadeligen.
Aber… warum?
Langsam richtete Aldric den Blick nach vorn.
Dort erhob sich ein breites Podest, erreichbar über einige flache Stufen. Darauf stand ein prächtiger Stuhl – zu groß, zu kunstvoll, um einfach nur ein Sitzmöbel zu sein. Es war ein Thron.
Zu beiden Seiten standen steinerne Statuen, kunstvoll gearbeitet. Löwen ruhten auf ihren Pranken, wachsam und stolz, während sich um das Podest ein fein gearbeiteter Lorbeerkranz zog.
Aldric schluckte.
Sollte das bedeuten, dass er…?
Beinahe wäre er zusammengezuckt, als sich eine der Seitentüren öffnete und eine ihm nur allzu vertraute Gestalt den Raum betrat.
Lady Isabella.
Ihr Gesicht spiegelte nichts als Schmerz und tiefe Traurigkeit wider. Ihr Blick haftete sofort auf Aldric, während sie von zwei Wachen begleitet in den Raum geführt wurde. Aldric öffnete den Mund, überwältigt von den Fragen, die sich in ihm aufstauten – doch kein Wort kam über seine Lippen.
Die Wachen führten Isabella zu einem Stuhl, der rechts unterhalb des Podests aufgestellt war. Mit der selbstverständlichen Eleganz einer Adligen ließ sie sich darauf nieder, ohne den Blick von Aldric zu lösen.
Sofort versuchte er, sich aufzurichten, doch die Wachen reagierten augenblicklich. Sie traten vor, zogen ihre Schwerter ein Stück aus den Scheiden, die Bewegung drohend und unmissverständlich.
Doch Isabella hob eine Hand.
Langsam schüttelte sie den Kopf, und in ihren Augen lag etwas, das Aldric nicht deuten konnte.
Stumm formten ihre Lippen die Worte:
„Bitte nicht.“
Aldric erstarrte einen Moment, dann ließ er sich wieder auf seine Fersen sinken.
Direkt vor ihm saß die einzige Person, die ihm Antworten geben konnte – und doch erkannte er, dass er keine bekommen würde.
Nicht von ihr.
Sein Blick glitt erneut zu den steinernen Löwen.
Was bedeutete das alles?
War Isabella selbst nichts weiter als eine Marionette in diesem Spiel? Oder war ihr trauriger Ausdruck nur eine perfekt inszenierte Maske?
War das, was er in Vortans Gemächern gesehen hatte, lediglich ein Schauspiel gewesen – eine Täuschung für ihren eigenen Bruder?
Verfolgte Lady Isabella eigene Ziele?
Wollte sie Vortan stürzen?
Ein Verdacht keimte in ihm auf, während er fieberhaft versuchte, die Puzzleteile zusammenzusetzen. Doch egal, welchen Gedanken er verfolgte – nichts ergab ein stimmiges Bild.
Die schweren Flügeltüren wurden erneut geöffnet.
Diesmal kündigten feste, selbstbewusste Schritte den nächsten Besucher an.
Aldric ballte die Fäuste, als Kronprinz Alexander den Raum betrat, gefolgt von einer kleinen Eskorte von Wachen.
„Ahhh“, ließ dieser verlauten, seine Stimme durchzogen von offener Zufriedenheit, während er sich auf dem Thron niederließ.
Die Wachen verteilten sich um ihn herum wie Schatten.
„Wir haben also einen Gast.“
Im Gegensatz zu ihrem letzten Aufeinandertreffen war Alexander nun in ein prächtiges Gewand gekleidet, das gleichermaßen edel wie funktional wirkte. Ein kunstvoll verziertes Schwert hing an seiner Hüfte, durchzogen von Gold und Diamanten – prunkvoll, aber keineswegs nur Zierde. Es war eine Waffe, geschaffen für den Kampf.
Ein hochwertiger Lederharnisch schmiegte sich eng an seine muskulöse Brust, während er sich lässig auf eine Hand stützte und Aldric mit einem leichten Lächeln betrachtete.
Aldric presste die Zähne so fest zusammen, dass sein Kiefer schmerzte, und zwang sich, den Blick gesenkt zu halten. Stattdessen fixierte er die Stiefel des Kronprinzen.
Ganz gleich, was du tust – sieh ihm niemals in die Augen, sonst wird dir etwas sehr Grausames widerfahren.
Vortans Worte hallten in seinem Kopf nach.
Aldric wusste nicht, ob es ihm das Leben retten würde, sich daran zu halten. Doch es war alles, woran er sich jetzt klammern konnte.
Also blieb er reglos sitzen, die Fäuste noch immer geballt, den Kopf gesenkt.
Er wusste nicht, was ihn erwartete.
Und ein Teil von ihm war sich sicher, dass er es auch gar nicht wissen wollte.
„Schon ganz hübsch. Genauso, wie ich es in Erinnerung hatte“, begann Alexander erneut, seine Stimme von beiläufiger Arroganz getragen. „Nur dieses Mal ein wenig… schmutzig. Meinst du nicht auch, Isabella?“
Der Tonfall, mit dem der Kronprinz ihren Namen aussprach, ließ Aldric innerlich aufhorchen.
„Ein wenig schon“, stimmte Isabella zu. Ihre Stimme war ruhig, beinahe gleichgültig – als ginge sie all das nichts an.
„Aber, aber, meine Teuerste…“ Alexanders Lächeln wurde breiter. „Jetzt, wo wir ihn schon hier haben, können wir uns doch auch an seinem Anblick erfreuen.“
„Ja, Alexander.“
Wieder diese neutrale Zustimmung. Und doch meinte Aldric, ein leises Geräusch von ihr zu hören – ein kaum unterdrücktes Zittern, das verdächtig nah an ein Schluchzen grenzte.
Alexander lachte leise, hämisch.
„Ich freue mich, dass du meinem Wunsch so schnell nachgekommen bist, werte Cousine.“
Dann wurde seine Stimme schlagartig kalt.
„Hebe deinen Blick, Leibwächter.“
Aldric gehorchte.
Langsam hob er den Kopf – doch sein Blick glitt an Alexander vorbei und fixierte stattdessen die Wand hinter ihm.
Er hatte bereits gesehen, dass die Augen des Kronprinzen die eines grausamen Monsters waren. Und er würde diesen Blick nicht noch einmal freiwillig suchen.
„Du wirst mir nun alles bis ins kleinste Detail über Vortans schmutzige Pläne erzählen.“
Aldrics Augenbrauen zuckten unwillkürlich nach oben.
Pläne? Welche Pläne?
Alexander bemerkte seine Reaktion sofort.
„Du willst mir doch nicht ernsthaft weismachen, dass du nicht mitbekommen hast, wie mein Cousin Pläne schmiedet, meine bevorstehende Krönung zu verhindern?“
Missfallen lag schwer in seiner Stimme.
Doch Aldric schüttelte nur den Kopf.
Ein leises, gereiztes Schnauben entwich dem Prinzen.
„Antworte mir!“
Seine Stimme donnerte durch den Raum, ließ selbst die Luft erzittern.
Aldric schluckte, doch er blieb bei der Wahrheit. Wieder schüttelte er den Kopf.
Ein kurzer Handwink.
Mehr brauchte es nicht.
Eine Wache trat vor und schlug ihm mit solcher Wucht ins Gesicht, dass Aldric zur Seite kippte. Ein stechender Schmerz explodierte in seinem Schädel, doch er biss die Zähne zusammen und unterdrückte jeden Laut.
Dafür hörte er etwas anderes.
Ein scharfes, erschrockenes Keuchen aus der Richtung Isabellas.
Aldric richtete sich langsam wieder auf, zwang seinen Körper in eine aufrechte Haltung und setzte sich zurück auf seine Unterschenkel. Den Blick senkte er erneut.
Er wusste, wie das hier enden würde. Er besaß nicht die Informationen, die Alexander suchte. Also würde man versuchen, sie mit Gewalt aus ihm herauszupressen. Oder man würde ihn einfach beseitigen.
Beides führte zum selben Ergebnis.
Plötzlich bewegte sich etwas vor ihm.
Aldric hob den Blick leicht – gerade genug, um zu erkennen, dass Alexander nun direkt vor ihm stand. Die Wache wich einen Schritt zurück.
„Du hältst dich wohl für besonders schlau, hm?“
Seine Stimme war leise geworden, gefährlich ruhig.
„Wenn ich dir eine Frage stelle, hast du mir in die Augen zu sehen und mir eine Antwort zu geben, Bauer.“
Aldric nickte nur stumm, während sich seine Finger fester in seine Oberschenkel krallten.
Neben ihm erklang das scharfe Ziehen von Stahl. Die Wache hatte ihr Schwert gezogen und hielt es ihm nun an die Kehle.
Aldric hob das Kinn leicht an und entblößte seine Kehle. Wenn er sterben musste, dann wenigstens mit Würde.
Der Kronprinz gab ein Seufzen von sich. Dann gab er der Wache ein Zeichen und das Schwert wurde zurückgezogen.
Alexander ging nun direkt vor Aldric in die Knie und er wäre zurückgewichen, wenn er damit gerechnet hätte, dass der Prinz auf den Boden knien würde und seinen Hals so schnell umfassen würde. Doch damit hatte Aldric nicht gerechnet. Er keuchte als Alexander ihn an der Kehle packte und seinen Kopf nach oben zog.
Die Ketten spannten sich ruckartig, schnitten tiefer in seine Handgelenke, während ihre Gesichter nur noch wenige Zentimeter voneinander entfernt waren.
„Ich habe gesehen, wie er dich angesehen hat“, flüsterte Alexander. „Dein wertloses Leben bedeutet ihm etwas. Und nur du scheinst das noch nicht begriffen zu haben, Bauer.“
Seine Stimme war leise – und gerade deshalb umso bedrohlicher.
Aldrics Augen weiteten sich.
Mühsam schluckte er gegen den festen Griff an seiner Kehle.
Was meinte er damit?
„Ich werde dich benutzen, um zu bekommen, was ich will“, fuhr Alexander fort. „Nichts und niemand wird mir im Weg stehen. Und du…“
Seine Finger drückten fester zu.
Schmerz flammte in Aldrics ohne hin schon geschwollenen Hals auf, scharf und unerbittlich.
„… wirst mir dabei helfen.“
Aldrics Atem ging flach, während sich schwarze Punkte an den Rändern seines Sichtfeldes sammelten.
„Ich habe bereits eine sehr konkrete Idee, wie ich dich einsetzen kann, damit mein Cousin endlich tut, was man von ihm verlangt.“
Aldric hatte gar nicht bemerkt, wie er seine Augen nun direkt in die blauen des Prinzen gehoben hatte, welcher ihn nun aus seinem kalten und berechnen blick anstarrte.
Und dann glitt der Blick des Prinzen langsam nach unten – zu Aldrics Hals. Genau zu der Stelle, an der Vortan ihn vor wenigen Tagen gebissen hatte. Die Wunde war bereits am Heilen, doch eine Narbe würde bleiben.
Und dieses Zeichen entlockte Alexander ein langsames, zufriedenes Grinsen.
„Vielleicht“, murmelte er leise, „werde ich auch einfach deine Konditionierung ein wenig… überschreiben.“
Hey Volks,
Dies ist der Beginn von Buch 2 und ab jetzt wird es richtig spannend und natürlich wieder verboten dunkel und spicy!
Ich freue mich schon wieder darauf diese Reise mit euch weiter zu gehen und natürlich auch über eure Likes und Kommentare!
Ganz liebe Grüße <3
Luna