Prolog Nummer 1
Prolog Nummer 1
Es war nicht der Moment, in dem sie starb. Es war der Moment, in dem sie sagte: „Es tut so weh.“
Ethan Vale stand am Tresen der Notaufnahme und füllte Patienten Papiere aus, als eine Krankenschwester ihn von hinten beinahe schüchtern ansprach. „Ähm … Dr. Vale? Die Patientin aus Raum 2C würde Sie gerne sehen.“
Ethan drehte sich langsam um. Seine schwarzen Haare fielen ihm leicht ins Gesicht. Er sah sie an und ein Mundwinkel hob sich zu einem leichten Grinsen. „Du meinst bestimmt Frau Miller, die 35 jährige Lehrerin, oder?“ Er atmete einmal aus, als sie nickte und etwas rot wurde. „Okay, ich schaue gleich nach ihr.“ Er strich sich sanft die Haare nach hinten und ging den Flur entlang.
Die Krankenschwester wollte noch etwas sagen, schwieg dann aber und sah ihm nur nach. Sie erschrak, als der Chefarzt sie von hinten antippte. „Amelie, hast du schon die Medikamente gestellt?“ Sie sah sofort zu ihm auf.
„Ja, Dr. Fernandes, habe ich gemacht.“ Ihre Röte verschwand langsam, doch sie warf ab und zu einen Blick in den Flur, in dem Dr. Vale gerade verschwunden war.
„Ähm, Dr. Fernandes, ich habe mal eine Frage“, sagte sie vorsichtig, als hätte sie Angst, etwas Falsches zu sagen.
Dr. Fernandes sah von seinen Unterlagen auf und nickte knapp. „Frag ruhig, aber bitte schnell. Ich habe es ziemlich eilig.“ Sie sprach leise:
„Ich wollte nur wissen, warum Dr. Vale immer so still ist und nur knapp antwortet. Ich bin ja erst neu hier, aber irgendwie wirkt er manchmal … in sich gekehrt.“
Dr. Fernandes atmete tief aus und sprach dann sachlich:
„Amelie, du bist hier zum Arbeiten. Dr. Vale ist nun mal Dr. Vale. Er macht seine Arbeit und lernt. Er ist Assistenzarzt und hat vielleicht auch selbst Angst, etwas falsch zu machen. Aber frag ihn doch einfach selbst.“
Er nahm seine Akten und ging davon. Amelie blieb allein im Flur stehen.
Ethan kam vor dem Zimmer an und öffnete es mit einem leisen Klick. Das Zimmer war weiß und steril, man hörte das Piepen des Monitors gleichmäßig. Auf dem Tisch standen frische Blumen. Im Bett lag Frau Miller. Ethan trat ein und schloss leise die Tür.
„Frau Miller, Sie wollten mich sehen. Ist alles gut? Haben Sie irgendwelche Beschwerden?“ Er stellte sich neben sie ans Bett und sah auf den Monitor. Frau Miller sah ihn an. Sie wirkte, als hätte sie erst vor Kurzem geweint. „Ach, mit meinen Werten ist alles gut. Hatte auch keine Herzschmerzen mehr … naja, außer Kummer. Ich brauche bloß gerade jemanden zum Reden und musste an Sie denken. Sie sind noch jung, Sie werden es bestimmt verstehen …“
Ethan sah vom Monitor zu ihr und musterte ihr Gesicht. Er sah kleine Tränen ihre Wange wieder hinunterlaufen. „Was genau meinen Sie mit verstehen …?“ Er setzte sich zu ihr ans Bett.
„Naja, bevor ich den Herzinfarkt hatte, hat sich mein Mann von mir getrennt. Dieses Arschloch ist mir mit meiner Schwester fremdgegangen. Ich wusste es und habe nichts gesagt, weil ich hoffte, es war einmalig. Naja …“ Sie machte eine kleine Pause. Ethan hörte weiter still zu. Sie fing wieder etwas an etwas zu schluchzen. „Er hat dann Schluss gemacht. Ich hatte da durch diesen Infarkt … Ich glaube, Sie können verstehen, was richtiger Herzschmerz ist, oder? Haben Sie schon mal geliebt?“ Ethan sah in die Leere. „Geliebt …?“ fragte er, als wäre es ein Wort, das er nicht ganz versteht. „Nein, das habe ich tatsächlich nie.“
Frau Miller sah ihn leicht verwundert an. „Sie haben nie jemanden geliebt?“ Er schüttelte den Kopf und sah wieder zu ihr. „Naja, wenn du wirklich jemanden liebst und ihn dann verlierst, tut das so sehr weh, dass man sich wünscht, jemand würde einem das Herz entfernen.“
Ethan sah plötzlich auf und blinzelte. Er dachte in seinem Inneren: Also wenn man das Herz entfernt, leidet man nicht mehr? … Ist das die eigentliche Medizin?
„Wenn man ein Herz entfernt, schlägt es noch eine Weile …“, sagte er etwas lauter, als er gewollt hatte. Plötzlich Stille im Raum. Man hörte nur das gleichmäßige Piepen des Monitors. Frau Miller sah ihn verwundert an. „Was?“ Ethan fasste sich schnell. „Ich meine … rein medizinisch.“
Frau Miller sah zur Decke. „Naja, typisch Arzt immer medizinisches Gequatsche. Sie sind ja auch Herz-Arzt oder so was und kein Psychologe. Tut mir leid, dass ich Sie damit belästigt habe.“ Sie atmete einmal tief ein und aus. Ethan stand von ihrem Bett auf. „Alles gut, Frau Miller. Herzschmerz ist wirklich schmerzhaft, aber auch dafür gibt es eine Medizin.“ Er grinste leicht.
und lief zum tisch wo die Blume stand und strich über die Blüte “ich muss jetzt weiter arbeiten frau Miller wen was ist klingeln sie einfach okay” Die frau im Bett nickte und sagte leise “danke”
Ethan Verließ das Zimmer er öffnete die Tür wieder langsam und leise und trat hinaus als er die Tür schloss atmete er kurz durch und dachte wieder an ihre worte “man sich wünscht, jemand würde einem das Herz entfernen.“ es hallte in seinen Kopf wie ein echo er bemerkte Amelie vor sich garnicht die seinen Namen sagte
“dr Vale hallo dr Vale” er reagiert erst jetzt als würde man ihn aus einen Traum holen “em ja… Ameli was ist” Ameli würde wieder leicht rot “emmm Dr Vale alles gut mit ihnen sie sehen aus als hätten sie kaum geschlafen” meinte sie mit einen schüchternen lächeln “ach alles gut bin bloß etwas überarbeitet weiter nichts” Ameli mustert ihn etwas knetet nervös ihre Hände
“ja das glaube ich dir…..muss hart sein als Assistenzarzt das ganze lernen und arbeiten….” sie atmete einmal tief ein und aus “ich fragte mich können wir vielleicht mal was zusammen trinken gehen also ein Cafe oder sowas das würde dich vielleicht auf andere Gedanken bringen” sie würde noch röter im Gesicht und sah verlegen weg.
Ethan sah sie nicht wirklich an er war noch zu sehr in seinen Gedanken gefangen “cafe? vielleicht mal wann anders…. ich brauche erstmal eine pause ich gehe heute auch eher nach hause.” er läuft an ihr vorbei streift leicht ihre Schulter und verschwand ins Bad.
Amelie stand draußen und trat frustriert gegen ein Mülleimer und lief dann weiter den Flur entlang mit dem Gedanken habe ich was falsches gesagt.
Ethan beugt sich über das Waschbecken macht den Hahn an und Wasser floss raus er schöpfte etwas Wasser ins seine Hand und wischte sich übers Gesicht und sah in den Spiegel und sagte zu sich “okay also ist das die Medizin wie ich Leuten helfen kann gut”
Ethan lief zum Büro von Dr.Fernandez er klopfte Fernandes öffnete sofort die tür “Ethan wie kann ich dir helfen alles gut mein junge du siehst müde aus”
Ethan sprach leise “Kann ich heute eher gehen.”
Dr.Fernandez Runzelt die stirn und lehnt sich gegen sein schreib tisch “Eher Feierabend machen…. Ethan eigentlich ist noch vieles zu tun” Ethan sah ihn nur erschöpft an und sagte “okay dann gehe ich wieder arbeiten sorry”
Ethans Griff versteifte sich an der Türklinke. Für einen Moment sagte niemand etwas. Fernandes atmete einmal tief aus und sah Ethan an. „Okay, Ethan. Geh nach Hause. Ruh dich aus. Aber morgen bist du wieder fit, okay?“
Ethans Hand lockerte sich langsam am Türgriff. Er drehte sich um. Schweißperlen liefen ihm über die Stirn. Er nickte knapp. „Danke. Ja … morgen bin ich wieder fit. Versprochen.” Ohne ein weiteres Wort verließ er das Büro. Der Flur wirkte plötzlich enger als zuvor. Seine Schritte waren schnell, fast hastig.
Ein paar Kollegen kamen ihm entgegen. „Hey Ethan“ Doch er reagierte nicht. Er lief einfach weiter, als hätte er sie gar nicht gehört. Der Aufzug am Ende des Flurs öffnete sich mit einem leisen Ping. Ethan trat hinein und drückte auf den Knopf zur Tiefgarage. Die Türen schlossen sich langsam.
Während der Aufzug nach unten fuhr, sah Ethan sein Spiegelbild in der metallenen Wand. Seine Augen wirkten müde. Aber nicht nur müde. „… dass man sich wünscht, jemand würde einem das Herz entfernen.“ Die Worte von Frau Miller hallten wieder durch seinen Kopf.
Ethan hob langsam seine Hand und betrachtete seine Finger. Ruhig. Präzise. Arzt Hände. Ein schwaches Lächeln zog über sein Gesicht. „Vielleicht…“, murmelte er leise, „Kann ich wirklich helfen.“ Der Aufzug hielt ruckartig an. Tiefgarage. Die Türen öffneten sich.
Er steuerte langsam zu seinem schwarzen Wagen. Ein kleiner Wagen ist einfach und schlicht. Mit einem leisen Klick öffnete er die Fahrertür und setzte sich hinein. Die Klimaanlage blies kühle Luft in das stille Auto, als er den Motor startete. Für einen Moment saß er einfach nur da und starrte durch die Windschutzscheibe. Dann fuhr er los. Die Straßen waren ruhig. Laternenlicht zog in langen Streifen über die Motorhaube. Doch in seinem Kopf war es nicht still. Immer wieder hörte er ihre Worte. „… dass man sich wünscht, jemand würde einem das Herz entfernen.“
Ethan umklammerte das Lenkrad etwas fester. Die Worte ließen ihn nicht los. Wenn man das Herz entfernt, leidet man nicht mehr. als er zu hause ankam setzte er sich vor sein Schreibtisch, und öffnete ein Lehrbuch über Herzoperationen und wie man ein herz so aufbewahrt das es noch immer lebt Ethan hatte alles zu Hause.
Eine kleine Kühlbox aus dem Krankenhaus Lager. Ein Skalpell, noch in der sterilen Verpackung.
Die Uhr zeigte 2:14 Uhr nachts. Er saß am Schreibtisch. Das Lehrbuch über Herzoperationen lag offen. Eine Seite markiert: „ wie man ein Herz entfernt und am Leben hält.“ Er las nicht mehr. Er wusste genug. „Ich tue ihr was Gutes“, sagte er leise zu sich selbst.
Er stand auf. Zog sich komplett schwarz an. Schwarze Jacke. Schwarze Hose. Schwarze Latexhandschuhe sie schnappten leise, als er sie überstreifte. Ein schwarzer Schal, den er hochzog, bis nur die Augen frei waren. Er nahm die Kühlbox. Noch leer. Noch kalt. Er verließ die Wohnung. Die Tür fiel leise ins Schloss. Kein Licht im Treppenhaus. Nur seine Schritte, gleichmäßig und ruhig.
Er fuhr wieder zum Krankenhaus. Er wusste genau: Um diese Zeit waren kaum noch Leute da. Nur eine Schwester am Empfang, vielleicht ein Pfleger im Keller.
Die toten Winkel kannte er auswendig keine Kameras, keine Lichter, nur Schatten. Er parkte den schwarzen Kleinwagen zwei Straßen weiter. Unauffällig. Simpel. Schlicht. Er stieg aus. Der Regen prasselte leise auf die Kapuze. Er zog den Schal noch etwas höher. Die Kühlbox unter dem Arm wie ein Paket, das niemand beachtet. Er ging los. Nicht schnell. Nicht langsam. Nur zielstrebig. Als er die Seitentür erreichte, den Personaleingang, den er seit Jahren benutzte, blieb er kurz stehen. Der Regen tropfte von der Kante des Vordaches. Er hörte sein eigenes Atmen ruhig. Zu ruhig.
Er flüsterte in die Nacht: „Nummer 1 … “Ich komme, um dich zu holen.“ Dann drückte er die Tür auf. Ein leises Klicken. Der Flur dahinter dunkel. Nur die Notbeleuchtung. Er trat ein. Die Tür fiel hinter ihm zu. Stille.