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The Darksiders- Kidnapped in the Shadows

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Summary

Alexandra Delacruz hat alles, was man sich nur wünschen kann: Geld, teure Kleidung und einflussreiche Eltern. Doch eines ist ihr verwehrt – Freiheit. Als hätte das Schicksal sie erhört, entkommt sie ihrem goldenen Käfig. Jedoch nicht mit Hilfe eines Prinzen, sondern durch eine Entführung. Plötzlich wird Alex in eine Welt geworfen – ein Leben, dem sie nicht gewachsen ist. Um ihre Freiheit zurückzuerlangen, geht sie einen Deal mit ihren Entführern ein. Doch je tiefer sie in diese Welt eintaucht, desto mehr stellt sie sich die Frage: Sind ihre Entführer wirklich die Bösen der Geschichte? Ein gefährliches Spiel aus Verrat, Geheimnissen und verbotenen Gefühlen beginnt – und Alex muss mehr als einmal entscheiden, auf welcher Seite sie wirklich steht.

Status
Complete
Chapters
24
Rating
5.0 (1 review)
Age Rating
18+

Watched by the Shadows

Die Sonne brannte heiß auf San Francisco hinab. Hunde bellten, Klimaanlagen surrten.

In einem großen Villenviertel, nahe eines langen, weißen Strands, stand eine große schneeweiße Villa – die Delacruz Villa. Sie war hauptsächlich verglast. Ein weitläufiger, perfekt gepflegter Garten schloss sich an das Gebäude. Inmitten befand sich ein großer Outdoor-Pool. Eine große Sandsteinterrasse zog sich rundherum.

Darauf stand ein großer grauer Hängesessel, in dem ein hübsches Mädchen mit haselnussbraunen, leicht gewellten Haaren und dunkelgrünen Augen saß. Ihr Name war Alexandra Delacruz. Doch sie bevorzugte es, nur Alex genannt zu werden. Alexandra war ein schrecklicher Name. Doch ihre Mutter nannte sie trotzdem immer beim vollen Namen, was Alex jedes Mal zur Weißglut brachte.

Sie las in einem dicken Buch mit dunkelblauem Umschlag. Das Mädchen seufzte. Wieder ein neuer Tag in diesem reichen Drama. Alex hasste es. Kaviar zum Frühstück, Paparazzi, wohin man auch ging, und stundenlange Galanächte oder langweilige Dinner mit berühmten Freunden ihres Vaters.

Konnte sie nicht ein einziges Mal normal Eiscreme essen mit ihren Freundinnen oder ins Kino gehen? Wohl kaum.


„Ms Delacroix!?“

Alex schreckte hoch. Vor ihr stand ihr Butler James – einfach unverkennbar mit seinem weißen Lockenkopf, den hellblauen Augen, den Grübchen in den Wangen und seinem maßgeschneiderten, dunkelblauen Anzug.

„Sie müssen in die Schule.“

Er lächelte. Einer der Einzigen, die Alex kannte, die wirklich ehrlich lachten und glücklich waren. Nicht als Schein oder aus Respekt.

Alex grinste frech. „Jetzt schon?!“

Der Butler nickte und bot Alex seine Hand an. Alex seufzte, doch nahm letztendlich trotzdem seine Hand.

James’ weiße Limousine war bereits vor der Villa geparkt. Der Motor lief. Opernmusik dudelte aus dem offenen Fenster der Fahrerseite. Noch so eine dumme Reichensache. Nur blödes Klaviergeklimper.

James öffnete Alex die Tür. Alex setzte sich auf die lederne, cremefarbene Rückbank. James startete den Motor.

Alex zog ihr Handy hervor. Zehn Nachrichten von ihrem Vater.

Fuck!

Die Klaviersonate schmerzte in Alex’ Ohren. „James, wäre eine etwas ‚angemessenere‘ Musik möglich?“

James nickte grinsend und schon dröhnte „Don’t Call Me Up“ in voller Lautstärke durch das Auto.

„Natürlich habe ich auch die Cola nicht vergessen.“

Jetzt war es Alex, die sich ein Grinsen nicht verkneifen konnte. Sie öffnete den eingebauten Mini-Kühlschrank vor ihr und holte sich eine eisgekühlte Flasche Cola heraus. Doch als sie diese gerade öffnen wollte, blieb die Limousine abrupt stehen.

Was war jetzt los?

Alex runzelte die Stirn.

James stieg aus dem Wagen und öffnete die Hintertür, um Alex hinauszulassen. Alex erblickte einen Basketballplatz. Eine Gruppe von Jungs spielte dort.

Alex schaute James fragend an. „Was soll das?“

James schaute beschämt zu Boden. Was auch immer er jetzt sagen würde, es würde Alex ganz bestimmt nicht gefallen.

„Es tut mir leid, Sie darüber informieren zu müssen, aber der normale Zugang zu Ihrer Schule ist wegen Straßenarbeiten zwei Wochen gesperrt. Es ist nur ein Umweg über … den Highschool-Basketballplatz möglich.“

Alex’ Mund klappte vor Entsetzen auf. Jetzt erkannte sie auch den Basketballplatz der Schule. Die Schule mit ihren Erzfeinden – allen voran Max Manchino.

Ein schwarzhaariger Junge mit braunen, gehässigen Augen und muskulöser Statur.

Wie beschissen konnte dieser Tag noch werden?


Wütend stieg Alex aus dem Wagen, doch James hielt sie zurück. „Ihre Schultasche.“

Er drückte Alex ihre Tasche in die Hand und stieg in den Wagen.

„Viel Spaß, Ms Delacroix.“

James startete den Motor und lächelte.

„Werde ich haben …“, sagte Alex sarkastisch, genervt, und winkte James zum Abschied.

Schon von weitem sah sie um die zehn Highschool-Jungs in abgenutzten Basketballshirts Körbe werfen. Ihr Stoff klebte verschwitzt an ihren breiten Körpern, und ihre Haare fielen ihnen nass in die Stirn.

Einige der Basketballer kannte Alex vom Sehen, von anderen hatte sie von ihren Mitschülern gehört. Nicht immer nur gute Sachen.

Als Alex den staubigen Platz durchquerte, waren sofort alle Blicke auf sie gerichtet. Jeder kannte sie. Alexandra Delacruz war für alle Highschool-Schüler Abschaum.

Eine hochnäsige kleine Schlampe, die nichts auf die Reihe brachte.

Doch das kümmerte Alex nicht. Auch jetzt nicht, wenn sie es sich hinter ihren Rücken zuflüsterten.

„Alexandra!“

Alex wusste sofort, wer hinter ihr auf sie zutrottete: Max Manchino.

Sein wildes schwarzes Haar klebte nass an seiner Stirn. Grinsend kam er vor ihr zum Stehen.

„Ich wusste nicht, dass du heute mit uns spielen willst.“

Er warf ihr grinsend einen Basketball zu. Alex fing ihn genervt.

Auch der noch!

„Als würde ich freiwillig mit euch Basketball spielen wollen.“

Max lachte. „Natürlich nicht, du spielst lieber Golf mit alten reichen Säcken.“

Seine Freunde lachten laut.

„Alex!“

Es war Paul – Alex’ Freund. Blond, groß, mit einem Wort der heißeste Typ auf Alex’ Schule.

„Ohh, dein Freund ruft dich“, sagte Max in einem sarkastisch besorgten Ton.

Alex’ Gesicht verfinsterte sich. Sie ballte wütend ihre Fäuste. Unbändiger Zorn durchflutete ihren Körper wie Gift.

Mit vor Wut zitternden Händen nahm Alex eine Haarnadel aus ihren Haaren, hob den Ball vor Max’ Gesicht und stach hinein.

Ihre Augen funkelten gefährlich, als die Luft zischend aus dem Ball entwich.

Max’ Augen blitzten vor Hass.

„Wir sehen uns …“, knurrte Max hinter zusammengebissenen Zähnen hervor.

Alex lächelte nur kalt und gleichgültig, schmiss den Ball vor Max’ Füße und stolzierte hinüber zu Paul.


„Alles okay, Alex?“, fragte Paul und sah Max mit gerunzelter Stirn nach, der mit seinen Freunden in die Highschool verschwand.

„Alles bestens …“

„Schade, ich hätte Max gerne heute eine Ohrfeige verpasst …“

„Hiii Lex!“

Hinter ihr war Jessica aufgetaucht. Sie war Alex’ beste Freundin, seit sie drei waren. Ihre brünetten langen Haare hatte sie wie immer zu einem festen Knoten zusammengebunden. Ihre blaugrauen Augen blitzten erwartungsvoll und neugierig wie immer.

Sie hakte sich bei Alex unter und zog sie mit sich.

„OMG! Hast du das von George und der Englischlehrerin Miss Frederiks schon gehört? Isabelle hat die zwei gestern gemeinsam auf der Schultoilette erwischt – wie kann man es nur so auffällig machen!“

Paul öffnete das Schultor. Lautes Stimmengewirr vermischte sich mit dem Klackern von Alex’ High Heels auf dem schwarzen Marmorboden.

Alle Schüler drehten sich um. Die Mädchen lächelten ihr bewundernd und schüchtern zu, während sie von den Jungen dumm angegrinst wurde.

Der Lautsprecher knackste.

„Alexandra Delacruz. Ich wiederhole: Alexandra Delacruz soll bitte unverzüglich zum Hausmeister kommen.“

Alex stutzte. Einige der herumstehenden Mädchen lachten unsicher.

„Was hast du verbrochen?“, fragte Jessica mit hochgezogener Augenbraue.

„Ich habe keine …“

„Alexandra Delacruz. Beeilen Sie sich!“

Alex umfasste die Schultergurte ihrer Schultasche.

„Soll ich dich begleiten?“, fragte Paul.

„Schon gut. Ich gehe nur zum Hausmeister, Paul. Ich werde schon nicht tot umfallen.“

„Nun, dann beeil dich aber – du willst doch nicht die neuen Gerüchte verpassen“, zwitscherte Jessie, zwinkerte Alex zu und zerrte Paul hinter sich her.

Die Schulglocke läutete und allmählich leerte sich die Eingangshalle.


Seufzend machte sich Alex auf den Weg in den Keller zum Hausmeister.

Durch eine metallene, verrostete Tür mit einem vergilbten Schild – Hausmeister – ging sie die steinernen Treppen nach unten.

Alex war noch nie dort unten gewesen.

Eine einsame, flackernde, lose Lampe baumelte vor ihrem Gesicht. Der lange Gang, der sich vor ihr erstreckte, war vollgeräumt mit großen, durchweichten Kartons, Bierdosen und Zigarettenschachteln.

Ein beißender Geruch schlug ihr entgegen.

Angewidert rümpfte Alex die Nase.

„Hallo?!“

Keine Antwort.

Sie schob den Müll aus dem Weg und schritt langsam den Gang entlang. Am Ende war nichts als ein großes schwarzes Loch.

„Wer da …?“

Nichts.

Alex seufzte. Wollte sich mit ihr jemand einen Scherz erlauben?

Eine Dose klapperte.

Alex wirbelte herum.

Nur wenige Meter von ihr entfernt stand eine Gestalt. Durchgehend schwarz gekleidet. Kapuze tief ins Gesicht gezogen.

Alex erstarrte. Ihre Hände verkrampften sich. Ihr Herz pochte schmerzhaft gegen den Brustkorb.

„Delacruz …“, knurrte die Gestalt.

Langsam schritt sie auf Alex zu.

Doch diesmal zögerte Alex keine Sekunde. Sie drehte sich um und rannte.

Jeder Atemzug brannte in ihrer Lunge. Jeder Schritt schmerzte. Sie war noch nie so schnell gelaufen – und noch nie vor jemandem weggelaufen.

Nicht einmal vor ihrem Vater oder den Paparazzi.

Vor ihr tauchte plötzlich eine verrostete Tür auf.

Sie riss sie auf – der Schulhof.

Alex drehte sich um.

Nichts.

Die Gestalt war verschwunden.

Erschöpft lehnte sie sich gegen die Wand und schloss die Augen.

Hatte sie sich das nur eingebildet?


„Miss Delacruz?“

Alex schreckte hoch. Vor ihr stand ihr Butler James.

„Müssen Sie mich immer so erschrecken?!“

„Das tut mir aufrichtig leid … ich dachte nur, dass Sie aussahen, als würden Sie nach Hause wollen …“

Alex nickte stumm.

„Nun denn, kommen Sie – ich geleite Sie zum Wagen.“

Sie stieg in die Limousine. Der Motor startete.

James fuhr los.

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