Sein Blick. Meine Sünde.

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Summary

Ich dachte, ich kenne mein Leben. Reichtum. Kontrolle. Eine Familie, die nach außen perfekt ist. Bis zu dem Moment, in dem ich ihn sehe. Lorenzo. Er passt nicht hierher. Und doch sieht er mich an, als würde ich längst zu seiner Welt gehören. Ein Blick reicht – und plötzlich fühlt sich alles falsch an, was vorher sicher war. Mein Vater verbirgt Dinge, die mich mehr kosten könnten als nur mein Vertrauen. Und ich gerate tiefer in etwas hinein, aus dem es kein Zurück gibt. Lorenzo ist gefährlich. Ruhig. Unberechenbar. Und je näher ich ihm komme, desto mehr verliere ich die Kontrolle über mich selbst. Ich sollte vor ihm weglaufen. Aber manche Gefahren ziehen dich nicht weg… sie ziehen dich hinein.

Genre
Erotica
Author
Laura M
Status
Ongoing
Chapters
7
Rating
n/a
Age Rating
18+

Chapter 1


Das Licht im Badezimmer ist warm und weich, genau richtig.

Es legt sich über meine Haut, fast wie ein Schleier, lässt alles glatter wirken, ruhiger, als wäre nichts in der Lage, diesen Moment zu stören.

Die leichte Bräune auf meiner Haut tritt deutlicher hervor, ein stiller Beweis für Tage, die sich unbeschwert angefühlt haben.

Tage, an die ich mich festhalten könnte, wenn ich wollte.

Ich löse meine Haare aus dem Zopf, langsam, als würde ich mir absichtlich Zeit lassen.

Die honigblonden Locken fallen schwer über meine Schultern, gleiten über meinen Rücken, bis sie fast meine Hüfte erreichen.

Für einen Moment streiche ich sie nach vorne, lasse sie durch meine Finger gleiten.

Sie fühlen sich weich an. Vertraut.

Genau wie alles hier.

Ich trete einen Schritt näher an den Spiegel.

Und bleibe stehen.

Blau-graue Augen blicken mir entgegen.

Ruhig. Klar.

Ich halte den Blick länger als nötig.

Als würde ich versuchen, etwas darin zu finden, das ich vielleicht übersehe.

Früher habe ich nie so lange hingesehen.

Es gab keinen Grund dazu.

Jetzt schon.

Auch wenn ich nicht genau sagen kann, warum.

Ich neige den Kopf leicht, betrachte mein Gesicht aus einem anderen Winkel – die hohen Wangenknochen, die im Licht weicher wirken, als sie es eigentlich sind, die kleine Stupsnase, die vollen Lippen, die sich unbewusst ein Stück zusammenpressen.

„Ein Gesicht, das man nicht vergisst“, hat meine Mutter einmal gesagt.

Ich erinnere mich noch genau daran, wie sie mich dabei angesehen hat.

Fast stolz.

Fast… nachdenklich.

Ich weiß bis heute nicht, was sie wirklich gemeint hat.

Ob es ein Kompliment war –

oder etwas anderes.

Mein Blick wandert nach unten.

Das Kleid sitzt perfekt, als wäre es nur für mich gemacht worden.

Der Stoff schmiegt sich an meine Figur, folgt jeder Bewegung, ohne sich aufzudrängen.

Elegant.

Zurückhaltend.

Genau richtig für einen Abend wie diesen.

Alles an mir wirkt durchdacht.

Geplant.

Als würde ich genau wissen, wo ich hingehöre.

Unten höre ich Stimmen.

Gedämpftes Lachen.

Das leise Klirren von Gläsern.

Es ist ein vertrautes Geräusch.

Eines, das ich schon unzählige Male gehört habe.

Und trotzdem bleibe ich noch einen Moment stehen.

Lausche.

Alles fühlt sich leicht an.

Gewohnt.

Sicher.

So, wie es immer war.

Als würde es genau so bleiben.

…und vielleicht ist genau das der Grund, warum ich einen Moment zu lange zögere, bevor ich mich von meinem Spiegelbild löse.