Ich beobachte dich
Der Killer
Hallo, meine kleine Blume. Ich weiß immer, wann du schläfst. Deine Gewohnheiten sind mir vertrauter als meine eigenen Gedanken. Und ich weiß auch, dass ein Teil von dir spürt, dass ich da bin. Vielleicht nicht bewusst. Vielleicht nur als leises Frösteln in der Nacht. Als Schatten, der sich zu lange hält oder als Traum, aus dem du mit klopfendem Herzen erwachst. Ich weiß, dass du nur darauf wartest, dass ich dich zu mir hole. Damit du endlich verstehst, warum dein Herz manchmal schneller schlägt, ohne dass es einen Grund gibt. Warum du dich beobachtet fühlst, obwohl niemand da ist. Ich passe immer auf dich auf. Niemand sieht dich zu lange an. Niemand berührt dich, ohne dass ich es bemerke. Sie wissen es nicht, aber sie stehen bereits unter meinem Urteil. Wunderschön und vertraut liegst du in deinem Bett. Deine Haare fallen wie ein dunkler Schleier über dein Kissen. Dein Duft berauscht meine Sinne – süß und lebendig. Deine Atemzüge sind wie Heroin für mich. Jeder nächste Schuss ein Treffer, in dem ich mich verliere. Völlig berauscht von deiner unterschwelligen Macht über mich.
Ich lehne mich zurück in die Dunkelheit, werde eins mit ihr, lasse meinen Blick über deinen Körper wandern, ohne dich zu berühren. Noch nicht jetzt. Aber bald, kleine Blume. Geduld ist eine Tugend. Auch wenn mein Verlangen nach dir brennt wie Durst nach Wochen ohne Wasser.
Bald werden wir vereint sein. Schon bald wirst du die Meine sein. Nicht im Verborgenen oder im Schatten, sondern offiziell und unwiderruflich. Kannst du dich noch ein wenig gedulden? Nur für mich?
Solange werde ich in der Dunkelheit lauern. Werde atmen, wenn du atmest. Werde wachen, wenn du schläfst. Ich werde da sein, wenn du mich brauchst – noch bevor du selbst begreifst, dass du es tust. Nicht mehr lange, meine kleine Blume. Bald wirst du verstehen, dass ich nie dein Schatten war, sondern dein Schicksal.