Wenn Licht die Dunkelheit liebt

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Summary

Manche Geschichten beginnen nicht mit Hoffnung. Sondern mit Verlust. Zwei Brüder. Ein Versprechen. Und eine Welt, die längst vergessen hat, was Gerechtigkeit bedeutet. Während der eine alles beschützen will, beginnt der andere zu verstehen, dass manche Dinge nicht gerettet werden können. Und manchmal… muss man selbst zum Chaos werden, um es zu beenden. Dies ist keine Geschichte über Gut und Böse. Sondern darüber, was bleibt, wenn Liebe und Schmerz denselben Weg gehen.

Status
Excerpt
Chapters
3
Rating
n/a
Age Rating
16+

Chapter 1


Planet Asteris.

Der Himmel brannte.

Mit bebendem Atem und zitternden Gliedern hetzte eine Mutter durch das sterbende Herz ihrer Welt. In ihrem linken Arm hielt sie ein Kind, kaum drei Jahre alt, während ihre rechte Hand die ihres älteren Sohnes umklammerte sieben Jahre mochte er zählen. Ringsumher versank alles im Lärm des Untergangs: Gebäude stürzten ein, der Boden bebte, der Horizont war getränkt in glutrotem Licht. Es war, als würde der Himmel selbst weinen.

Doch die Frau hatte keine Tränen mehr übrig, nicht für Schmerz, nicht für Furcht. Alles, was in ihr blieb, galt dem Leben, das sie schützend bei sich trug.

Keuchend, erschöpft, aber getrieben von einer Kraft jenseits aller Vernunft, rannte sie. Ihre Füße brannten, ihre Arme zitterten, jeder Atemzug war ein Kampf doch sie lief weiter. Für ihre Kinder. Für Hoffnung.

Das Kind auf ihrem Arm war still. Kein Weinen, kein Wimmern nur große, staunende Augen, die das Inferno betrachteten, als sei es ein Spiel. Ein schwaches, kaum wahrnehmbares Lächeln lag auf seinen Lippen. Als würde es wissen, dass es selbst in dieser Stunde des Untergangs sicher war.

Der ältere Junge, Shael, hingegen verstand. In seinen Augen spiegelte sich die Erkenntnis: Die Heimat, in der er aufgewachsen war, seine Freunde, sein ganzes Leben alles würde in wenigen Minuten ausgelöscht sein. Und seine Mutter wusste es ebenso.

Denn sie hatte vorgesorgt.

Zwischen Trümmern und Schutt, in den Schatten vergangener Tage, hatte sie einst eine Rettungskapsel versteckt ihre letzte Hoffnung. Ihr Ziel war klar, auch wenn jeder Schritt sie an den Rand ihrer Kräfte brachte.

Sie stolperte. Ein zerschmetterter Balken riss ihr beinahe die Füße weg, doch sie fing sich, biss die Zähne zusammen, rannte weiter. Die Kapsel war nah. Minuten dehnten sich zu Ewigkeiten, bis sie endlich ihr Versteck erreichte eine kleine Mulde zwischen den Überresten eines einst stolzen Gebäudes.

Shael bemerkte es zuerst.

Nur zwei Sitze. Klein. Eng. Für Kinder gemacht.

Sein Blick traf den seiner Mutter, und in dieser stummen Sekunde war alles gesagt.

Sie kniete sich nieder, Tränen liefen ihr über das von Asche geschwärzte Gesicht. Mit bebenden Händen hob sie Rael aus ihrem Arm und übergab ihn Shael.

„Shael,“ sagte sie mit erstickter Stimme, „kümmere dich um Rael. Er wird dich brauchen genauso wie du ihn brauchst. Weicht nie voneinander. Niemals. Ich liebe euch... und ich weiß, dass ihr eines Tages ein Ende bringen werdet. Ein Ende... und einen Anfang.“

Ihr Schluchzen war roh, ehrlich, mit dem Schmerz einer Mutter, die weiß, dass ihr letzter Atem nicht vergebens sein darf. Schniefend, mit Tränen und Staub im Gesicht, drückte sie ihren Söhnen einen letzten Kuss auf die Stirn.

Shael zögerte nicht.

Mit stummer Entschlossenheit stieg er in die Kapsel, nahm seinen kleinen Bruder fest in den Arm, und wusste: Dies war Abschied. Für immer.

Als sich die Luke schloss, blieb draußen nur noch der Sturm. Und die Mutter, allein mit dem Wissen, dass sie ihr Leben gegeben hatte für die Hoffnung zweier Herzen.

Für eine neue Zukunft.


🤍 Kapitel-Auszug

(damit Leser sofort fühlen, was noch kommt)

Teil – Jahre im Wandel

Rael stand still. Oder zumindest glaubte er, still zu stehen. Denn obwohl sich sein Körper nicht bewegte, veränderte sich die Welt um ihn herum mit jedem Atemzug, mit jedem kaum wahrnehmbaren Schritt, den er tat.

Vor ihm stand Katha.

Noch ein Kind.

Zerbrechlich.

Und doch nicht mehr allein.

Das Licht in ihren Händen pulsierte sanft, als würde es mit ihrem Herzen schlagen.

Rael spürte es.

Nicht mit seinen Augen.

Nicht mit seinem Verstand.

Sondern tief in sich.

Wie ein leiser Ruf.

Wie etwas, das ihn erkannte.

Langsam setzte er einen Schritt nach vorne.

Und in dem Moment, in dem sein Fuß den Boden berührte veränderte sich alles.

Die Höhle verschwand.

Kälte wich Wärme.

Dunkelheit wurde zu Licht.

Ein Wald.

Grün.

Lebendig.

Vom Wind durchzogen.

Und vor ihm Katha.

Älter.

In ihrer Hand hielt sie nun ein Schwert.

Schlicht.

Und doch wunderschön.

Rael spürte es sofort.

Dasselbe Ziehen.

Dasselbe Leben.

Ein weiterer Schritt.

Und wieder zerbrach die Welt.

Ein Marktplatz.

Schreie.

Angst.

Katha stand dazwischen.

Noch jung.

Doch ihre Augen hatten sich verändert.

Nicht mehr nur Angst. Wille

„Ich werde nicht zulassen, dass ihr ihnen das antut…“

Ihre Stimme zitterte.

Doch sie wich nicht zurück.

Das Schwert begann zu leuchten.

Und Rael spürte es wieder.

Als würde es antworten.

Schritt.

Ein Schlachtfeld.

Rauch.

Stille nach Gewalt.

Katha stand noch.

Verletzt.

Erschöpft.

Aber sie stand.

Schritt.

Ein Tempel.

Sie kniete.

Nicht im Gebet.

Im Gespräch

Schritt.

Regen.

Sie lief.

Nicht weg.

Sondern irgendwohin, das sie selbst noch nicht verstand

Und Rael…

fühlte alles.

Jeden Schmerz.

Jeden Zweifel.

Jeden Moment, in dem sie hätte aufgeben können

und es nicht tat.

Sein Blick wurde weicher.

Trauriger.

„Ich will nur leben…“

Und zum ersten Mal…

verstand er sie.

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