Kaitos Liebesleben

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Summary

In der Geschichte geht es darum das der MC eine Freundin findet

Genre
Romance
Author
Mennsi
Status
Complete
Chapters
4
Rating
n/a
Age Rating
13+

Das Eis hinter der Maske

Kapitel 1: Das Eis hinter der MaskeIch lehnte an meinem Spind und spürte die vertraute Kühle des Metalls im Rücken. Mit einer beiläufigen Bewegung fuhr ich mir durch meine Dauerwelle und prüfte im Spiegelbild der gegenüberliegenden Fensterscheibe, ob die Seiten auf null noch frisch rasiert aussahen. Meine braungrünen Augen wirkten im fahlen Licht des Flurs tiefer als sonst. Es war Pause an der Sakura-Gakuen, und wie immer war der Korridor ein einziges Schlachtfeld aus Blicken und Geflüster.„Da sind sie“, murmelte mein Zwillingsbruder Riku neben mir.Ich sah auf. Die Menge im Flur teilte sich wie das Meer vor den beiden blonden Schwestern. Akari und Hikari. Sie waren das Gesprächsthema Nummer eins an dieser Highschool. Hikari steuerte mit einem strahlenden Lächeln direkt auf Riku zu und hakte sich bei ihm unter. Sie war die Einzige, die bei ihm diese weiche Seite zeigte.Akari hingegen blieb einen Schritt abseits stehen. Ihr blondes Haar schimmerte fast silbrig, und ihre blauen Augen waren so unnahbar wie ein gefrorener See mitten im Winter. Sie verschränkte die Arme vor der Brust und musterte mich mit einem Blick, der mich eigentlich in die Flucht schlagen sollte. Aber ich blieb einfach stehen. Ich bewegte mich keinen Millimeter.„Na, hast du dich schon an den Trubel gewöhnt?“, kicherte Hikari und sah mich an. „Akari ist heute besonders schlecht gelaunt, lass dich nicht von ihr einschüchtern.“Akari verdrehte nur die Augen und machte einen Schritt auf mich zu. Sie war kleiner als ich, also musste sie zu mir aufsehen. „Eri redet zu viel“, sagte sie mit einer Stimme, die so kühl war wie Eiswasser. „Nur weil mein Zwilling mit deinem zusammen ist, heißt das nicht, dass wir jetzt eine große, glückliche Familie sind. Also... was starrst du so? Hast du auch vor, mir einen Liebesbrief zu geben, damit ich ihn vor deinen Augen zerreißen kann?“Ich schenkte ihr nur ein kurzes, amüsiertes Lächeln. Ein Lächeln, das sie sichtlich irritierte. Ohne ein Wort zu sagen, stieß ich mich vom Spind ab, ließ sie einfach stehen und machte mich auf den Weg zum Dach. Ich brauchte meine Ruhe für mein Bento.Wenig später saß ich allein auf dem Betonboden des Dachs. Der Wind wehte hier oben stärker, rüttelte an meiner Uniform. Ich öffnete mein Bento und genoss den ersten Bissen, als die schwere Metalltür mit einem lauten Knall aufsprang.Ich drehte mich nicht um. Ich wusste an den schnellen, rhythmischen Schritten genau, wer es war.„Sag mal, hältst du dich für besonders cool?“, fragte Akari wütend hinter mir. Ich hörte, wie sie näher kam. „Ich hab mit dir geredet und du grinst mich einfach nur an und verschwindest. Keiner an dieser Schule ignoriert mich so.“Ich kaute langsam zu Ende, schluckte herunter und sah sie dann direkt an. „Was interessiert es dich?“, fragte ich monoton. „Du hast doch gesagt, ich soll gehen, und das hab ich gemacht. Aber nein, es stört mich nicht, dass mein Bruder sein eigenes Ding macht. Er ist auch nur ein Mensch.“Akari blinzelte überrascht. Ihr Schutzwall aus Arroganz bekam den ersten Riss. Sie trat an das Geländer, ein paar Meter von mir entfernt, und starrte über das Schulgelände. „Es interessiert mich auch nicht“, log sie, ohne mich anzusehen. „Es ist nur... nervig. Alle tun so, als wärt ihr unzertrennlich. Und Hikari klebt an Riku wie eine Klette.“Sie sah mich wieder an, musterte meine Dauerwelle mit einem fast schon abfälligen Ausdruck, der aber nicht ganz echt wirkte. „Willst du eigentlich auch etwas sagen, oder starrst du mich nur weiter mit diesen Augen an, in der Hoffnung, dass ich dich weniger erbärmlich finde?“„Aha. Okay. Naja, tu ich eben nicht“, antwortete ich vollkommen emotionslos und nahm den nächsten Bissen von meinem Reis.„‚Aha, okay‘?“, wiederholte sie fassungslos. „Ist das alles? Ich stehe hier und beleidige dich quasi, und du isst einfach dein verdammtes Bento weiter?“ Sie machte einen wütenden Schritt auf mich zu. „Denkst du, du bist was Besseres, nur weil du nicht wie die anderen Jungs sofort nervös wirst?“In diesem Moment vibrierte mein Handy. Eine Nachricht von Riku: „Traumpaar geht nachher essen. Musst nicht warten.“Ich starrte auf das Display. Akari stand nun so nah vor mir, dass ich ihr Vanille-Parfüm riechen konnte. „Ich rede mit dir!“, zischte sie. „Ist es Riku? Muss er dir sagen, wie du atmen sollst?“Ich steckte das Handy langsam weg und fixierte ihre blauen Augen mit meinen braungrünen. „Naja... unser Traumpaar geht nachher essen.“Sie ließ mein Handgelenk los, das sie eben noch packen wollte, als hätte sie sich verbrannt. Ein Hauch von Rosa schlich sich auf ihre Wangen. „Schon wieder?“, murmelte sie. „Hikari verliert völlig den Verstand wegen deines Bruders. Es ist peinlich.“Sie zögerte, sah kurz weg und dann wieder zu mir. „Dann heißt das wohl, dass du heute Abend auch allein bist. Nicht, dass mich das kümmern würde. Aber... was machst du dann überhaupt mit deiner Zeit?“„Naja, ich denk nach und meistens schau ich etwas im Fernsehen oder geh in die Stadt“, sagte ich beiläufig, während ich mein leeres Bento zusammenpackte.Akari schnaubte. „In die Stadt? Alleine? Klingt... unglaublich spannend.“ Sie sah wieder über den Schulhof. „Ich muss nachher auch in die Stadt, weil ich keine Lust habe, allein in der Wohnung zu hocken. Ich gehe in das neue Café beim Bahnhof. Nicht, dass ich dich einlade oder so. Aber falls du dort zufällig auch aufkreuzt, würde ich dich vermutlich nicht sofort vom Tisch verscheuchen.“Ich stand auf, warf mir die Tasche über die Schulter und sah sie ein letztes Mal für diesen Mittag an. „Vielen Dank. Ich werde kommen.“Ihre Augen weiteten sich vor Überraschung, aber ich gab ihr keine Zeit für eine Antwort. Ich ließ sie auf dem Dach zurück, das Echo meiner Schritte auf dem Beton der einzige Klang zwischen uns.