Kapitel 1: Die Tür, die niemals offen stand
Die Hitze des Sommers drückte schwer auf die staubige Straße, aber hier, im Schatten des alten Forsthauses, war es plötzlich eiskalt. Leo, Mia und Jonas standen vor der schweren Holztür, die sie schon tausendmal gesehen hatten. Doch heute war etwas anders. „Sie ist einen Spalt offen“, flüsterte Mia und hielt den Atem an. Jonas schüttelte den Kopf. „Das Haus steht seit Jahren leer. Niemand hat den Schlüssel. Wir sollten abhauen, bevor uns jemand sieht.“„Oder wir finden endlich heraus, was sich dahinter verbirgt“, entgegnete Leo. Er spürte, wie sein Herz gegen die Rippen hämmerte.Vorsichtig legte er die Hand auf das verwitterte Holz. Die Tür knarrte so laut, dass es in ihren Ohren schmerzte. Langsam schwang sie auf und gab den Blick in einen dunklen Flur frei. Es roch nach altem Papier und feuchter Erde. Mitten im Raum, auf einem massiven Holztisch, stand sie: Eine kleine, mit Eisen beschlagene Kiste. Sie passte überhaupt nicht in diesen dreckigen Raum, denn sie glänzte, als wäre sie gerade erst dort abgestellt worden. „Das ist es“, hauchte Mia und trat einen Schritt näher. „Das Geheimnis.“ In diesem Moment knallte die schwere Haustür hinter ihnen mit voller Wucht ins Schloss. Sie waren gefangen.