Daydream Forever

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Summary

Lia war einmal ein Mädchen, das jedem mit offenem Herzen begegnete – bis die Welt sie lehrte, sich zu verstecken. Um ihre Unsicherheiten und die tiefen Spuren ihrer Vergangenheit zu verbergen, trägt sie eine Maske, die sie vor weiteren Verletzungen schützen soll.Doch dann tritt Nik in ihr Leben. Er ist frech, unnahbar und scheint sich für niemanden wirklich zu interessieren. Doch während alle anderen nur das sehen, was Lia sie sehen lässt, beginnt Nik mit der Zeit, etwas anderes zu bemerken. Er sieht die winzigen, fast unsichtbaren Risse, die nur entstehen, wenn man eine Fassade zu lange aufrechterhält. Ganz langsam fängt er an, hinter ihren Schutzwall zu blicken, den sie so verzweifelt verteidigt.Wird Lia es schaffen, ihre lähmende Angst zu überwinden und es zu wagen, erneut ihr Herz zu verschenken? Und kann ausgerechnet Nik derjenige sein, der sie erkennen lässt, dass sie ihre Maske gar nicht braucht – und dass sie gerade mit all ihren Fehlern genug ist?

Status
Ongoing
Chapters
3
Rating
n/a
Age Rating
16+

Wenn das Böse das Gute zerstört

Anmerkung

Diese Buch habe ich selbst Geschrieben es ist niemandem gestattet teile aus dieser Geschichte Wort für Wort abzutippen ausser ich gebe ausdrücklich und schriftlich die Erlaubnis dazu. Inspiration daran zu nehmen ist aber kein Problem. Ich bitte euch einfach diese Buch wertzschätzen auch wenn es manchmal nicht Perfekt ist.



Prolog

Lia

Das Meer rauscht hinter den rot gestrichenen Fenstern des kleinen Fischrestaurants, in dem ich mit meiner Familie sitze. Eigentlich sollten diese Ferien sein wie immer – leicht, warm, voller Vorfreude. Doch während ich an dem engen Tisch für vier Personen sitze und die rote Speisekarte vor mir halte, schleicht sich ein seltsames, schweres Gefühl in meinen Kopf. Es ist nur ein Hauch, aber er legt sich wie ein Schatten über meine Gedanken. Etwas stimmt nicht. Ganz und gar nicht.

Ich zwinge mich, es zu ignorieren. Wir sitzen schließlich nur in einem Restaurant, umgeben von einem Paar und einer weiteren Familie. Klar es sitzen noch mehr Leute um uns herum aber am Nächsten sind uns das Paar und die Familie. Wahrscheinlich ist es einfach der starke Fischgeruch, rede ich mir ein. Alles andere wäre unlogisch. Und eigentlich ist doch alles perfekt: Italien, Meer, meine Familie, die gerade ihre Bestellungen aufgibt.

„Lia.“ Erst als mein Bruder meinen Namen sagt, merke ich, dass der Kellner mich ansieht. Ich bestelle ,,Una Pizza Margherita“. Meine Aussprache ist miserabel, aber er versteht mich trotzdem und nimmt mir die Karte aus der Hand.

„Können wir irgendein Spiel spielen?“, fragt Lian und sieht unsere Mutter an. Sie sagt kein Wort, sondern greift in ihre Tasche und holt das Jass‑Set hervor. Sie mischt die Karten, teilt aus, und wir beginnen zu spielen. Nach der ersten Runde ermahnen sie und mein Bruder mich und meinen Vater, nicht über unsere Karten zu reden, weil das verboten ist. „Jaaaaaaa, ich versuch’s doch“, gebe ich genervt zurück. Ich kann nichts dafür, dass mir manchmal etwas herausrutscht.

Ich dränge das ungute Gefühl weg, als meine Mutter erneut mischt. In Restaurants spielen wir immer dasselbe Spiel, und irgendwie gehört es zu uns. Wir gewinnen alle ungefähr einmal, bis das Essen gebracht wird. Ich bin die Einzige, die nichts mit Fisch bestellt hat, aber das stört mich nicht. Mein Bruder teilt wie immer etwas von seinem Essen mit mir – eine kleine Geste, die mir zeigt, dass er mich liebt, auch wenn wir uns meistens streiten und alle denken, wir würden ständig zanken. Dabei ist das einfach unsere Art, uns gernzuhaben.

Er hat heute Carbonara al Mare bestellt. Das Gericht sieht eigentlich richtig gut aus – abgesehen davon, dass ein Fischkopf mich anzustarren scheint. Für einen Moment habe ich das Gefühl, er sieht direkt in mich hinein, obwohl er längst tot ist. Ich kann mein Essen trotzdem nicht richtig genießen, weil dieses seltsame Gefühl immer noch in meinem Kopf herumspukt.

Nach dem Essen bestellen wir sofort die Rechnung. Die Teller werden abgeräumt, und nur ein paar Krümel bleiben auf dem Tischtuch zurück. Meine Mutter steht auf. „Ich gehe kurz auf die Toilette, damit ich später auf dem Weg zurück nicht muss“, sagt sie lächelnd. Ich sehe ihr nach, wie sie die Treppe hinuntergeht – und mit jedem Schritt, den sie entfernt, wird die Stimmung am Tisch schwerer.



Dann passiert es...



Die Stimme meines Vaters wird plötzlich scharf, als er sich zu meinem Bruder dreht. „Hast du gesehen, wie viel sie schon wieder in sich hineingestopft hat?“ Er sagt es, als wäre ich gar nicht da. „Sie ist einfach fett und hat keine Selbstbeherrschung.“

Mein Gesicht brennt. Doch er hört nicht auf. „Und dumm ist sie auch noch. Sie könnte so sein wie du.“

Diese Worte treffen mich am tiefsten. Ich weiß, dass ich anders bin als mein Bruder. Er ist perfekt. Das Einzige, was meine Eltern an ihm stört, ist, dass er ein Junge ist. Sie wollten ein Mädchen – aber eines wie ihn. Stattdessen haben sie mich: das Mädchen, das zu viel isst und nicht perfekt ist.

Ich merke erst, dass ich in Gedanken versunken war, als meine Sicht verschwimmt. Ich blinzle die Tränen weg und halte sie zurück. Mein Vater ist betrunken, das weiß ich. Ich hoffe, es ist nur der Alkohol, der aus ihm spricht. Doch eine kleine, hartnäckige Stimme in mir sagt, dass Betrunkene oft die Wahrheit sagen.

Ich sehe zu meinem Bruder. Er sagt nichts. Er lästert nicht mit, aber er verteidigt mich auch nicht. Er starrt einfach auf seine Hände, als wüsste er, dass es sinnlos wäre, meinen Vater aufzuhalten.

Die Worte meines Vaters schneiden weiter in mich hinein, bis ich es nicht mehr aushalte. Ich stehe auf. Ein paar Leute sehen zu mir, doch ihr Interesse verschwindet schnell, als ich lächle und die Tränen weg Blinzle. Ich gehe die Treppe hinunter, in eine der Kabinen, schließe die Tür – und erst dann brechen die Tränen heraus.

Die Tränen laufen stumm über meine Wangen, doch das bedeutet nicht, dass der Schmerz weniger schlimm ist.