Zwischen Liebe und Verrat - Band 1

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Summary

Eine Familie. Eine Liebe. Ein Mann, der alles für andere gab. Bis die Krankheit kam. Während Krankheit, Angst und Verlust eine Familie langsam zerbrechen lassen, kommen Menschen immer näher, die vorgeben zu helfen. Doch manche warten nicht darauf, dich zu retten. Sondern darauf, dass du fällst. Und als die Wahrheit langsam ans Licht kommt, ist es längst zu spät. Ein emotionales Drama über Liebe, Manipulation, Vertrauen — und Verrat aus den eigenen Reihen. Es ist eine Geschichte auf wahrer Begebenheit. Leider nicht all zu lange her.. - die Namen sind allerdings frei erfunden!

Genre
Drama
Author
Ykrh21114
Status
Ongoing
Chapters
3
Rating
n/a
Age Rating
16+

Chapter 1


Die Luft roch nach Salz, reifen Mangos und warmem Regen. Über der kleinen lateinamerikanischen Insel hing ein orangefarbener Sonnenuntergang, der das Meer wie flüssiges Gold aussehen ließ. Touristen lachten an den Strandbars, Musik spielte aus alten Lautsprechern, und Palmen bewegten sich langsam im Wind.

Majel stand barfuß am Strand und hielt ihre Sandalen in der Hand. Ihr langes dunkles Haar war vom Wind zerzaust. Sie war jung, voller Leben und hatte dieses offene Lächeln, das Menschen sofort anzog.

„Du wirst krank, wenn du jeden Abend allein hier sitzt“, sagte plötzlich eine ruhige Männerstimme hinter ihr.

Majel drehte sich um.

Vor ihr stand Joseph — groß, leicht ergraute Haare, ein ruhiger Blick. Er war deutlich älter als sie. Fast zwanzig Jahre.

„Und du bist wer? Mein Arzt?“ fragte sie lachend.

Joseph schmunzelte leicht.

„Nein. Nur jemand, der denselben Fehler jeden Abend macht.“

Er setzte sich neben sie in den Sand. Zwischen ihnen entstand erst Schweigen. Kein unangenehmes — eher eines, das sich vertraut anfühlte.

Die Wellen rauschten leise gegen die Steine.

„Du bist nicht von hier“, sagte Majel.

Er nickte. „Deutschland.“

Majel sah ihn kurz an.

„Du wirkst traurig.“

Joseph schwieg einen Moment. Dann sah er aufs Meer hinaus.

„Manchmal reist man sehr weit weg, nur um festzustellen, dass man sich selbst trotzdem mitnimmt.“

Majel verstand nicht ganz, warum dieser Satz sie so berührte.

In den nächsten Tagen begegneten sie sich immer wieder. Erst zufällig. Dann absichtlich.

Sie gingen gemeinsam über Märkte, aßen gegrillten Fisch an kleinen Straßenständen und redeten nachts stundenlang am Strand. Joseph erzählte wenig über seine Vergangenheit, doch wenn er sprach, hörte Majel aufmerksam zu.

Er war anders als die Männer in ihrem Alter. Ruhiger. Aufmerksamer. Sicherer.

Und obwohl viele Menschen sie seltsam ansahen wegen des Altersunterschieds, störte sie das nicht.

Zum ersten Mal fühlte sie sich gesehen.

Eines Abends saßen sie unter einer kleinen Holzhütte am Meer. Ein tropischer Sturm zog auf. Regen prasselte laut auf das Dach.

Majel zog die Knie an ihren Körper.

„Die Leute reden über uns.“

Joseph atmete schwer aus.

„Das werden sie immer tun.“

„Zwanzig Jahre sind viel.“

„Liebe misst keine Jahre.“

Sie sah ihn lange an.

„Und wenn das irgendwann ein Fehler wird?“

Joseph antwortete nicht sofort.

Dann nahm er vorsichtig ihre Hand.

„Dann wird es wenigstens ein Fehler gewesen sein, den wir gemeinsam gemacht haben.“

Majel lächelte zum ersten Mal an diesem Abend.

Draußen schlugen die Wellen gegen die Küste, während der Regen stärker wurde. Doch dort unter der kleinen Hütte begann etwas, das beide Leben für immer verändern sollte.

Nicht wegen Geld.

Nicht wegen Hoffnung.

Sondern wegen Liebe.