Not Easy To Handle

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Summary

Nachdem ihr Ehemann stirbt, bricht für sie eine ganze Welt zusammen. Doch der Schmerz wird unerträglich, als sie entdeckt, dass der Mann, den sie über alles geliebt hat, sie jahrelang betrogen hat. Zwischen Verlust, Verrat und den Schatten ihrer Vergangenheit versucht sie, sich selbst wiederzufinden stark, unabhängig und unbezähmbar. Bis plötzlich ein Mann auftaucht, der ihre Mauern Stück für Stück zum Einsturz bringt. Aber kann man wirklich noch einmal lieben, wenn das eigene Herz bereits zerbrochen ist?

Genre
Erotica
Author
Amalya
Status
Ongoing
Chapters
1
Rating
n/a
Age Rating
18+

Chapter 1

Not Easy to Handle

Kapitel 1

Aria

Als ich am Morgen erwachte, wusste ich bereits, dass heute kein guter Tag für mich werden würde.

Ich weiss nicht genau, was es war, ein Gefühl, ein Instinkt, vielleicht einfach nur diese leise Unruhe, die sich in mir festsetzte. Aber irgendetwas sagte mir ganz klar: Heute wird anders.

Trotzdem begann ich meinen Morgen wie immer. Aufstehen, Jogginghose, Laufshirt und Sport-BH anziehen. Natürlich zog ich auch einen Slip, Socken und Laufschuhe an. Routine half mir, nicht zu viel nachzudenken. Mein Mann war bereits im Bad, um sich fertig zu machen. Und ich brauchte am Morgen Zeit für mich, ich konnte nicht sofort mit Gesprächen und Essen beginnen.

Ich lief meine morgendliche Runde durch die noch ruhigen Strassen. Ich liebte diese frühen Stunden, wenn bei uns alles noch still war. Die frische Luft, die leeren Gehwege und das Wissen, dass der Tag gerade erst begonnen hatte.

Wie jeden Morgen begegnete ich derselben Frau mit ihrem Mischlingshund. Wir begrüssten uns kurz und sie fragte mich, wie es mir ging.

Ich denke, jeder würde einem Fremden einfach mit „gut“ antworten. Was hätte ich auch sonst sagen sollen?

Ich wusste zwar, dass sie irgendwo in der Gegend wohnte, aber mehr als höfliche Floskeln hatten wir noch nie miteinander gewechselt. Trotzdem war sie wahrscheinlich die Person, mit der ich, abgesehen von meinem Mann, am regelmässigsten sprach.

Ob sie wohl überhaupt wusste, dass diese kurzen Gespräche die einzigen normalen Interaktionen waren, die ich an manchen Tagen hatte?

Als ich danach wieder ins Haus zurückkehrte, verliess Michael gerade unser Anwesen.

Michael war mein Traummann. Gross, fast 1,95 m, muskulös, aber nicht übertrieben. Dunkelbraune, fast schwarze Haare, schokoladenbraune Augen und dieser Dreitagebart, der ihn in meinen Augen nur noch attraktiver machte. Ich liebte seine markanten Wangen- und Kieferknochen. Wenn ich ehrlich war, war er einfach HOT. Ein bisschen wie Theo James. Mit ihm verglich ich ihn am liebsten, rein optisch.

Michael hatte etwas Dunkles an sich. Etwas Düsteres und Geheimnisvolles, das auf viele Menschen sicher einschüchternd wirkte. Aber wenn man ihn so kannte wie ich, war er der liebste und fürsorglichste Mensch überhaupt.

Sein äusseres passte irgendwie nicht mit seinem Charakter zusammen.

Wir hatten jung geheiratet, lebten in einem riesigen Haus in einem Vorstadtviertel der High Society und eigentlich sollte ich wunschlos glücklich sein.

Michael war CEO von Blackwood Timepieces, einer Luxusuhrenmarke, die ursprünglich von seinem Vater gegründet worden war. Nach dessen plötzlichem Tod an einem Herzinfarkt hatte Michael die Firma übernehmen müssen. Damals waren wir noch nicht einmal ein Jahr verheiratet, und er war gerade einmal 22 Jahre alt gewesen.

Manchmal frage ich mich, ob genau da alles begonnen hat sich zu verändern.

Denn während der Kontakt zu meinen Eltern über die Jahre fast vollständig abgebrochen war, blieb das Verhältnis zu Michaels Mutter angespannt.

In ihren Augen würde ich vermutlich nie gut genug für ihren Sohn sein.

Ich wäre so viel glücklicher, wenn ich nicht nur Michaels Vorzeige-Ehefrau wäre, die er bei Events und Veranstaltungen stolz präsentiert. Wenn ich bei Blackwood Timepieces wenigstens irgendeine Aufgabe hätte. Irgendetwas, das mir das Gefühl geben würde, nicht nur Dekoration zu sein. Aber das wollten weder Michael, vor allem aber seine Mutter, nicht.

Ich durfte nur die Uhren tragen und sie repräsentieren.

Wenn ich nicht gerade beim Friseur, bei der Mani- oder Pediküre oder beim Shoppen war, wo oft schon Vorauswahlen für mich bereitstanden, weil wieder eine Dinnerparty, ein Charity-Event oder ein anderer Anlass der High Society anstand, verbrachte ich meine Zeit damit, Kunst für unser Haus auszusuchen und es zu dekorieren.

Trotz meiner Bemühungen, das Haus wohnlicher und gemütlicher zu gestalten, hatte ich immer den Eindruck, es komme direkt aus einem Innenarchitektur-Magazin. Alles war entweder weiss, grau oder schwarz, ausser die Kunstwerke, die ich für unser Haus aussuchte.

Ja, ich gab Michaels Geld aus, aber genau dafür war ich da. Arbeiten durfte ich ja nicht.

Und wenn ich nicht gerade in Galerien unterwegs war, lebte ich das, was man wohl „Hausfrauenleben“ nennt: Einkaufen, kochen, Wäsche waschen. Ich hatte Michael sogar überreden können, keine Haushälterin einstellen, damit ich wenigstens etwas zu tun hatte. Nur putzen musste ich nicht, bei diesem Haus hätte ich das allein ohnehin nie geschafft.

Fünf Schlafzimmer, von denen wir nur eines nutzten. Ich hatte mich zwar am Anfang gefragt, wofür, aber diese Frage nie geäussert. Drei riesige Badezimmer. Dazu ein Büro, das Michael nie benutzte, da er immer im Hauptgebäude von Blackwood Timepieces arbeitete. Ein Esszimmer, ein Wohnzimmer und diese gewaltige Küche mit Speisekammer sowie ein Salon für Gäste und weitere unnütze Zimmer.

Andere konnten davon nur träumen. Und trotzdem fühlte es sich manchmal nicht wie ein Traum an, sondern wie ein goldener Käfig.

Ich hatte eigentlich keine richtigen Freunde mehr. Zumindest keine, die wirklich geblieben waren. Denn ohne Michaels Geld und ohne seinen Namen würde mich wahrscheinlich keine meiner sogenannten „Freundinnen“ auch nur eines Blickes würdigen.

Ich hatte meine Freunde nach der Hochzeit Stück für Stück verloren. In den Augen seiner Familie und auch in seinen passte ich nicht mehr in dieses alte Leben. Ich sollte mich nicht mit solchen Leuten zeigen, Leuten ohne Eliteschule, ohne Namen, ohne Status.

Und irgendwie musste ich ihnen zustimmen.

Ich will nicht eingebildet klingen, aber meine Freunde von früher würden in dieser Welt nicht bestehen. Und wahrscheinlich würden sie sich auch niemals in jemanden aus der High Society verlieben.

Ich komme nicht aus armen Verhältnissen. Aber das Leben, das ich damals hatte, und das Leben, das ich jetzt führe, sind zwei völlig verschiedene Welten.

Ich bin in einem kleinen Städtchen aufgewachsen, in dem es nur eine Schule gab. Ich will nicht sagen, dass es dort nur Kriminelle gab, aber harmlos war unser Städtchen sicher auch nicht gewesen. Viele hatten in der Jugend früh mit Drogen und Alkohol oder sonstigem angefangen. Ich muss gestehen, auch ich war in dieser Hinsicht kein unbeschriebenes Blatt. Aber hätte Michaels Mutter gewusst, dass ich schon einmal gekifft hatte, dann wäre ich in ihren Augen erst recht nicht gut genug für ihren Sohn gewesen.

In ihren Augen war ich einfach die falsche für ihn. Und soll ich ehrlich sein? Am Anfang hatte ich das auch oft gedacht.

Aber Michael hatte mir diese Angst genommen. Er sagte mir immer wieder, wie wichtig ich ihm sei. Auch auf jedem Event, das wir zusammen besuchten, und auch jetzt noch, sagt er mir, wie froh er ist, mich zu haben.

Er gab mir die Kraft diese ganzen Events durchzustehen und bestärkte mich immer wieder. Manchmal reichte es schon, wenn er mir nur sagte, wie schön ich in seinen Augen mal wieder aussah.

Michael war fürsorglich. Zumindest sagte ich mir das immer wieder. Manchmal fragte ich mich, ob Fürsorge und Kontrolle näher beieinander lagen, als mir lieb war.

Vielleicht bildete ich es mir nur ein, aber manchmal hatte ich trotzdem das Gefühl, dass mich seine Mutter weniger als Ehefrau sah, sondern eher als gescheitertes Projekt. Schliesslich hatte ich ihr bis heute noch keinen Erben für Blackwood Timepieces geschenkt.

Und bei jedem Familienessen, das einmal im Monat stattfand, damit seine Mutter nicht so alleine war, kam irgendwann immer dieselbe Frage auf:

„Und? Gibt es Neuigkeiten?“

Natürlich begleitet von diesem perfekten, höflichen Lächeln, das nie ganz ihre Augen erreichte.

Es war ja nicht so, als wünschten wir uns selbst kein Baby. Ein Kind hätte alles verändert, mein ganzes Leben hätte plötzlich einen Sinn bekommen, der über dieses Haus hinausging.

Es war auch nicht so, als würden wir es nicht versuchen. Wir hatten Sex, meiner Meinung nach sogar oft genug.

Und trotzdem wollte es bis heute einfach nicht klappen. Und unter uns, er war auch nicht schlecht, vielleicht jetzt nicht phänomenal, aber befriedigend.

Michael drehte sich beim Verlassen noch einmal zu mir um, gab mir einen kurzen Kuss auf die Stirn und sagte:

„Pass gut auf dich auf. Und wenn etwas ist, ruf mich an.“

Er wirkte nachdenklich. Und warum hatte er mir nur einen Kuss auf die Stirn gegeben?

Das hatte er noch nie getan. Normalerweise umarmte er mich zum Abschied und küsste mich auf den Mund.

Ich blieb in der Tür stehen und sah ihm nach.

In seinem grauen Armani-Anzug, den ich besonders mochte, ging er zu seinem schwarzen Land Rover Discovery, stieg ein und fuhr davon.

Ich weiß nicht, was es war. Vielleicht nur mein Gefühl. Vielleicht auch etwas anderes.

Aber an diesem Morgen war etwas anders an ihm.