Lost - A Star Wars Story

Summary

Zwei Jedi Padawane auf dem Weg ihren Weg in der Galaxie zu finden müssen auch herausfinden wer sie sind und welchen weg der Macht sie gehen wollen

Status
Complete
Chapters
10
Rating
n/a
Age Rating
16+

Kapitel 1

“Die Mission der Zwei Pfade”

Das Morgenlicht von Coruscant brach durch die hohen Fenster der Meditationshalle und warf lange, goldene Streifen über den polierten Boden. Inmitten der Stille kniete Kaia Rimora, Hände gefaltet, Augen geschlossen. Ihr Atem war ruhig, kontrolliert, fast völlig lautlos.

Doch in ihrem Inneren glomm die Unruhe wie ein schwer zu löschender Funken.

Ein leises, bestimmtes Auftreten durchbrach die Stille. Kaia öffnete die Augen – sofort stand sie auf, als die elegant gekleidete Gestalt ihrer Meisterin auf sie zukam.

Meisterin Teyra Vonn, eine hochgewachsene Zeltron mit silbernen Augen und makelloser Haltung, blickte Kaia mit dem gewohnten, tiefen Ernst an.

„Du meditierst früher als üblich, Kaia.”

„Ich wollte vorbereitet sein, Meisterin.”

„Vorbereitet sein ist gut. Übervorbereitet sein entspringt Furcht.”

Kaia versteinerte unmerklich. Vonn merkte es, sagte aber nichts weiter.

Stattdessen reichte sie Kaia ein kleines, rundes Holoprojektor-Modul.

„Der Rat hat dir und mir eine Aufgabe anvertraut. Eine diplomatische Mission. Ein Konflikt auf dem Planeten Velthar Prime eskaliert. Zwei politische Fraktionen stehen kurz davor, Gewalt anzuwenden.”

Kaia schaltete das Holo ein: zwei Vertreter erschienen, die sich in einer hitzigen Diskussion gegenüberstanden – ihre Stimmen verzerrt, aber voller Gift.

„Wir sollen schlichten?”

„Nicht nur wir.”

Vonn drehte sich zu den Eingangstoren.

Ein Mann und eine junge Frau traten ein. Der Mann war groß, kräftig gebaut, mit tiefen Augenringen – Jedi-Meister Jorad Malden, bekannt für seinen bodenständigen Pragmatismus. Und an seiner Seite...

Kaia musterte sie.

Rhia Kael, kaum älter als 17. Ein Wirbelsturm als Mensch.

Ihre braunen Haare waren zu streng gebunden, doch einzelne Strähnen hatten sich gelöst. Ihre Augen waren dunkel – mit einem funkeln das Kaia unsicher werden ließ.

In Rhia lag etwas Unruhiges.

Ungezähmtes.

Verletzliches.

Rhia nahm Kaia wahr – und ihr Blick verhärtete sich sofort.

Sie musterte Kaia nicht neugierig, nicht respektvoll...

sondern wie eine Herausforderung.

Kaia hob eine Braue, blieb jedoch ruhig und gerade stehen.

Meister Malden verneigte sich vor Vonn.

„Teyra. Danke, dass du uns empfängst.”

Meisterin Vonn erwiderte den Gruß knapp.

„Malden. Es ehrt mich, diese Aufgabe mit dir zu teilen.”

Rhia verbeugte sich ebenfalls – etwas zu hastig.

„Meisterin Vonn. Padawan Rimora.”

Ihre Stimme versuchte, ruhig zu sein. Es gelang ihr nicht ganz.

Kaia erwiderte ruhig:

„Padawan Kael.”

Ein kurzer Moment des Schweigens.

Nicht feindselig, aber elektrisch.

Vonn trat einen Schritt vor.

„Der Rat glaubt, dass diese Mission für unsere beiden Padawane wertvoll sein wird.”

Ihr Blick glitt zu Kaia.

„Es ist eine Gelegenheit für Verantwortung.”

Dann zu Rhia.

„Und für Achtsamkeit.”

Rhia’s Kiefer spannte sich an, aber sie sagte nichts.

Malden verschränkte die Arme.

„Die Situation auf Velthar Prime ist kompliziert. Einige Politiker wurden bedroht. Es gibt Hinweise auf einen geplanten Anschlag. Wir sollen vermitteln — und verhindern, dass Gewalt eskaliert.”

Kaia nickte, ruhig.

Rhia hingegen atmete hörbar ein, als würde sie gleich einen Konflikt anzünden.

Auf einmal spürte Kaia ein Zittern in der Macht — nur kurz, wie ein Blitz.

Ein Funke von Rhias Emotionen.

Sie war angespannt.

Überkonzentriert.

Und innerlich verletzt.

Kaia sah zu ihrer Meisterin.

Vonn bemerkte es ebenfalls. In ihren Augen lag ein Hauch Skepsis... einer, den Kaia nur zu gut kannte.

„Wenn ihr zwei zusammenarbeiten sollt,” sagte Malden trocken, „solltet ihr euch wenigstens die Hände geben.”

Rhia blinzelte überrascht.

Kaia blieb neutral.

Nach einem Moment trat Kaia vor und streckte die Hand aus.

Rhia zögerte.

Dann drückte sie zu – zu fest.

Kaia zeigte keine Reaktion, obwohl sie den übermäßigen Druck sofort spürte. Ihre Stimme klang ruhig:

„Ich freue mich auf die Zusammenarbeit.”

Rhia’s Antwort war ein knappes:

„Ich hoffe, ich enttäusche nicht.”

Der Unterton war kaum zu überhören.

Kaia zog eine Braue hoch.

Das klang nicht wie eine Antwort an sie — sondern an sich selbst.

Meister Vonn wechselte den Blick zwischen den beiden Padawanen.

„Ihr beide werdet auf dieser Mission lernen müssen, einander zu vertrauen.”

Ihre Stimme war ruhig, aber glaskalt.

„Denn wenn Diplomatie scheitert, scheitert sie oft an den Jedi.”

Rhia schluckte.

Kaia blieb steif stehen.

Malden seufzte schwer.

„Wir brechen in einer Stunde auf.”

Die Meister verließen den Raum.

Kaia und Rhia blieben einen Moment allein.

Stille.

Dann sagte Rhia leise, aber mit einer Schärfe, die nicht zu ihrem jungen Alter passte:

„Ich habe von dir gehört, Kaia Rimora. Die talentierte... die perfekte Padawan.”

Kaia wandte sich zu ihr.

„Perfektion existiert nicht.”

Rhia lächelte schmal.

„Für manche scheint sie es zu tun.”

Kaia sah sie an — und erkannte plötzlich, was hinter diesen Worten lag:

Neid.

Unsicherheit.

Und ein tiefer Wunsch, gesehen zu werden.

Doch sie antwortete nur schlicht:

„Wir sind nicht hier, um miteinander zu konkurrieren.”

Rhia antwortete genauso schlicht:

„Das glaubst du.”

Mit einem letzten Blick – angespannt, zornig, aber auch verletzlich – drehte Rhia sich um und verließ die Halle.

Kaia stand noch einen Moment in der Stille, bevor sie tief durchatmete.

Es war der erste Schritt in eine Mission, die beide verändern würde.

Und der Beginn eines Konflikts, der Jahre später alles zerstören sollte.