Customize readability
Aa

Der Fremde auf der Parkbank

All Rights Reserved ©

Summary

Der Fremde auf der Parkbank Jonas Weber hat alles, was man für ein gutes Leben braucht: einen sicheren Job, eine schöne Wohnung und einen geregelten Alltag. Doch hinter der Fassade wächst eine Leere, die er sich selbst nicht erklären kann. Die Tage vergehen, die Jahre ziehen vorbei, und immer häufiger fragt er sich, wann er aufgehört hat, wirklich zu leben. Eines Abends begegnet er im Stadtpark einem alten Mann namens Emil. Tag für Tag treffen sie sich auf derselben Parkbank. Aus kurzen Gesprächen werden tiefgründige Begegnungen. Emil erzählt Geschichten über verpasste Chancen, verlorene Träume, Liebe, Reue und die kostbarste Ressource des Lebens: Zeit. Während Jonas beginnt, sein eigenes Leben mit anderen Augen zu sehen, verbirgt Emil ein Geheimnis, das alles verändern wird.

Status
Complete
Chapters
9
Rating
n/a
Age Rating
13+

Kapitel 1 – Ein ganz gewöhnlicher Montag

Als Jonas Weber an diesem Morgen das Haus verließ, hatte er keine Ahnung, dass er sich bereits auf dem Weg zu der wichtigsten Begegnung seines Lebens befand.

Hätte man ihn gefragt, wie sein Leben aussah, hätte er wahrscheinlich mit den Schultern gezuckt und gesagt, dass alles in Ordnung sei. Er hatte einen sicheren Job, eine ordentliche Wohnung und genug Geld, um sich keine Sorgen um die nächste Miete machen zu müssen. Es gab Menschen, denen es deutlich schlechter ging. Das wusste er.

Trotzdem begleitete ihn seit einiger Zeit ein Gefühl, das er weder erklären noch abschütteln konnte. Es war kein Schmerz und keine Traurigkeit. Eher eine Leere, die sich unbemerkt zwischen die Tage geschoben hatte. Sie wartete morgens neben seinem Bett, fuhr mit ihm zur Arbeit und saß abends auf dem Sofa, wenn der Fernseher lief und er längst aufgehört hatte zuzuhören.

Der Montag begann wie jeder andere Montag zuvor.

Der Wecker klingelte um Viertel nach sechs. Jonas stand auf, machte Kaffee und blickte aus dem Küchenfenster auf die Häuser der Nachbarschaft. In einigen Fenstern brannte bereits Licht. Menschen machten sich für einen weiteren Arbeitstag bereit, und für einen kurzen Moment fragte er sich, ob sie sich genauso fühlten wie er.

Wahrscheinlich nicht, dachte er.

Die meisten Menschen schienen genau zu wissen, wohin ihr Leben führte. Zumindest wirkten sie so.

Er dagegen hatte immer häufiger das Gefühl, irgendwo unterwegs falsch abgebogen zu sein, ohne den Moment bemerkt zu haben.

Während der Fahrt ins Büro lief das Radio. Ein Moderator erzählte irgendeinen Witz, über den jemand im Hintergrund lachte. Jonas schaltete das Gerät aus. Die Stille war ihm lieber.

Im Büro erwarteten ihn die üblichen E-Mails, Besprechungen und Tabellen. Die Stunden vergingen, ohne dass etwas Besonderes geschah. Als er mittags auf die Uhr sah, fragte er sich plötzlich, ob dies der Grund war, weshalb die Jahre so schnell vergingen.

Nichts Besonderes geschah.

Tag für Tag.

Woche für Woche.

Jahr für Jahr.

Am Nachmittag blieb sein Blick an einem Foto hängen, das in einer Schublade lag. Es zeigte ihn als jungen Mann auf einer Klippe irgendwo an der Nordsee. Um seinen Hals hing eine Kamera, und auf seinem Gesicht lag ein Lächeln, das er heute kaum noch wiedererkannte.

Damals hatte er Pläne gehabt.

Große Pläne.

Er wollte reisen, fotografieren und Geschichten sammeln. Er hatte geglaubt, die Welt würde offen vor ihm liegen.

Doch wie bei vielen Träumen war nichts Dramatisches passiert. Niemand hatte sie zerstört. Sie waren einfach Stück für Stück kleiner geworden. Ein sicherer Job hier. Eine Verpflichtung dort. Ein Jahr, das verging. Dann noch eines.

Als Jonas das Foto zurücklegte, spürte er etwas, das er lange nicht gespürt hatte.

Enttäuschung.

Nicht über seinen Job.

Nicht über sein Leben.

Sondern über die Tatsache, dass er irgendwann aufgehört hatte, sich zu fragen, was er eigentlich wollte.

Als der Arbeitstag endlich vorbei war, fuhr er nicht sofort nach Hause. Stattdessen bog er ohne nachzudenken in den alten Stadtpark ein. Früher war er oft dort gewesen, doch in den letzten Jahren hatte er kaum noch einen Fuß hinein gesetzt.

Die Sonne stand bereits tief und tauchte die Wege in warmes Licht. Zwischen den Bäumen spielte ein leichter Wind mit den ersten Blättern des Herbstes. Jonas ging langsam. Zum ersten Mal an diesem Tag hatte niemand etwas von ihm erwartet.

Dann sah er die Parkbank.

Und den alten Mann, der dort saß.

Der Fremde blickte auf den See hinaus, als würde er auf jemanden warten.

Jonas konnte nicht wissen, dass dieser Mann in den kommenden Monaten alles verändern würde.

Let Artur Zander know what you thought about this chapter!
Love this

0

Love this

Funny

0

Funny

Spicy

0

Spicy

Suspenseful

0

Suspenseful

Emotional

0

Emotional

Profound

0

Profound

Heartwarming

0

Heartwarming

Shocking

0

Shocking

Good Writing

0

Good Writing

Compelling Plot

0

Compelling Plot

Great Character

0

Great Character

Strong Dialog

0

Strong Dialog

Further Recommendations

Milky Treasures on a Healing Love

Booklover_rdx: A different but good story. Basically a love story with a twist- i enjoyed every word of it

Read Now
The Contract Wife

Lynne: Beautiful story very enjoyable.well done.

Read Now
The Grumpy Next Door

D: I loved reading every second of this book! I couldn't stop once I started!

Read Now
Earning His Love

Joyce: A romantic feel good story with enough angst to get your emotions in a wad.

Read Now
Welded Shut

Sydne: Very heartwarming story. It has real emotions. The main female character reminds me somewhat of myself having to deal with childhood trauma that just leads you down a path of more bad decisions until one day you make a decision that changes everything for the better and it’s hard for to realize that...

Read Now
SECRET BILLIONAIRE

Nermein Elkurdi : I loved the story, but what I loved most was that Clara never forgave her family, because they simply did not deserve her forgiveness. In the end, she found with Adrian the warmth and love she had always deserved.

Read Now
Bear Shifter Secrets

Victoria: Your story was very engaging and easy to visualize. I liked how naturally the scenes flowed. How did you come up with the main character?

Read Now
Fated to My Ex- Best Friend

Victoria: I liked how you described everything so clearly. It made the story very immersive. Do you plan to continue this story further?

Read Now
Off limits to fate, My Alpha, my sin

Jayne: Loving this book, its comp.usive reading.

Read Now