Kapitel 1 - Die Feuerprobe
Die Szenerie die sich Devian bot kam ihm seltsam vertraut, aber auch fremdartig vor. Der junge Rekrut stand am Rand einer Klippe. Unter ihm tosten die Fluten gegen den weißen Stein und die Gischt des unendlich erscheinenden Ozeans, der sich vor ihm erstreckte, legte sich wie feuchter Nebel auf sein Gesicht. Der Himmel über ihn war grau und alles war in einem seltsamen violetten Dunst gehüllt. Er konnte nicht ausmachen wo er war, doch er wurde das Gefühl nicht los zu kennen wo er sich befand. Als er neben sich schaute stand eine weitere Person am Rand, ganz in schwarzen Leder gekleidet. Sein Gesicht war von einer dunklen Kapuze verhüllt und seine Hände in schwarze Lederhandschuhe gebettet. Der Fremde der sich keine Vier Meter von Devian entfernt befand, strömte etwas merkwürdig vertrautes aus und doch konnte der Junge sich kein Bild von seiner Identität machen. Er wurde aber dennoch den Gedanken nicht los, diese Person zu kennen. Dann entfernte die Gestalt auf einmal die Kapuze von seinem Haupt und schwarze mittellange Locken kamen darunter zum Vorschein. Dann verblasste das Bild.
Verwirrt erwachte Devian aus seinem Traum und rieb sich die Augen. Er schaute sich verschlafen um und erkannte mit Bedauern, das er immer noch auf Cydonia Prime war. Der Stadtplanet schien allmählich zu erwachen. Devian schaute aus dem Fenster und sah in der Ferne wie sich langsam die rot goldene Scheibe Cydonia, der Stern des gleichnamigen Sternensystems, über den Rand des Planeten schob und als die ersten Lichtstrahlen darüber hinaus den Planeten erreichten, schimmerte die Fassade Cydonia Primes, die aus unzähligen Wolkenkratzer und Megabauten aus Stahl und Beton bestand, in einem zarten goldig silbrigen Schimmer. Es war kein Wunder das diese morgendliche Lichtschau zu seinem Spitznamen beitrug: Das Juwel des Commonwealth. Dies war es ohnehin, denn Cydonia Prime war die Hauptwelt des gigantischen Commonwealth, ein Sternenreich was sich über einen großen Teil der bekannten Galaxis, genannt Eron, erstreckte. Devian prüfte die Zeit auf seiner HoloWatch. Es war gleich Sieben Uhr. In eineinhalb Stunden musste er sich auf dem Akademiegelände befinden. Der Junge drückte noch ein letztes mal erschöpft und genervt sein Kopf ins Kissen, ehe er aufstand, sich seinen Morgenmantel überwarf und die Balkontür öffnete. Sofort wurde der Raum vom Lärm der Hauptstadt überflutet und Devian konnte direkt auf das Akademiegelände der Praetorianergarde, derer er Mitglied war, schauen. Während sich der Junge streckte flatterte sein Mantel und seine braunen Haare wurden vom Wind zurück geweht. Dann lies er den Anblick der Skyline hinter sich und betrat wieder sein Zimmer.
,,Guten Morgen Kadett 5943“ ertönte eine computergenerierte Stimme, während Devian Richtung Bad schlenderte. ,,Nach Cydonischer Zeitrechnung ist heute ihr letzter Tag.“ ertönte die Stimme erneut. Ja das stimmte. Morgen war sein achtzehnter Geburtstag. Ein Alter das er sich sehnlichst herbeiwünschte. Devian war Nachkomme des Großlords Arkano und somit verpflichtet nach cydonischen Gesetz im Alter von Zehn Jahren seine Heimat zu verlassen um in die Obhut des Regimes als Praetorianer ausgebildet zu werden. Die Praetorianergarde war die oberste Eliteeinheit des Commonwealth und direkt dem Lordkanzler unterstellt. Jeder Nachkomme eines Lords war dazu verpflichtet diese Tradition zu wahren und dem Ruf des Lordkanzlers zu gehorchen. Jene die sich vor der Ausbildung drückten, wurden gnadenlos gejagt und des Hochverrats angeklagt. Die Ausbildung der Nachkommen der Lords, sollte die Loyalität der Lords des Quorums gegenüber des Lordkanzlers sichern, gleichzeitig war es Ideal die nachfolgende Lords somit, mit seiner ganz eigenen Ideologie zu vergiften. Über Jahrzehnte hatte diese Prozedur sich zu einer mächtigen und absolut Loyalen Streitmacht etabliert und Devian war nun bald Teil davon. Danach stand ihm alles offen. Er konnte, wie sein Bruder vor ihm, direkt als Oberbefehlshaber einer kleinen Flotte arbeiten, wenn er es wollte, die Ausbildung zum Praetorianer erlaubte ihm diesen Karriereschub.Andere Kadetten die sich den normalen Ausbildungszentren der Streitkräfte einschrieben, mussten erst Jahrzehnte dienen um diesen Rang zu erreichen. Doch dies erschien ihm in Moment nicht wichtig. Er konnte endlich wieder nach Hause. Während er freudig schmunzelnd darüber nachdachte, zog er seine Boxershort aus, hängte den Morgenmantel an den Wandhaken und bestieg die Dusche. Wasser, dachte er als das warme Nass sich über seinen Körper ergoss. Devians Heimatwelt Arkaneion war zum großen Teilen von gigantischen Meeren bedeckt. Somit hatte er eine angeborene Vorliebe für Wasser. Devian war ungefähr ein Meter achtzig groß und seine Haut war aufgrund seiner Herkunft leicht gebräunt, was typisch für Bewohner Arkaneions war. Der Grund dafür war die wohl möglich hohe UV-Einstrahlung zweier Sonnen die Arkaneion umkreiste. Er hatte braunes schulterlanges gewelltes Haar und grüne Augen. Im Gegensatz zu seinen Kameraden an der Akademie war er kein aufgeplusterter Muskelprotz, sondern hatte eine von Natur aus schlanke Figur, die durch die Ausbildung von definierten Muskeln geziert war.
Nach dem Duschgang warf sich Devian ein weißes Handtuch um die Hüften und putzte sich vor dem schlichten Waschbecken aus Stahl die Zähne. ,,Es ist nun 7:30 Uhr Cydonischer Standardzeit. Ihr Unterricht beginnt in 60 Minuten. Bitte denken sie an ihre Habseligkeiten. Studienfach: Prähistorische Lehre.“ ertönte wieder die Computerstimme. Devian nickte, während er sich eine neue Unterhose anzog. Er streifte sich seine Uniform über, griff nach seiner Tasche und verließ den Raum. Er schlenderte über den ganz in Grau gefärbten Flur Richtung Lift. Mit diesem fuhr er dann auf das Erdgeschoss.
Während der Fahrt konnte er einen phänomenalen Ausblick über die Westseite der Stadt erblicken und in der Ferne sah er den gigantischen Kuppelförmigen Regierungskomplex des Commonwealth. Von dort aus wurde das gesamte Sternenreich mit ihren hunderten Kolonien und Vasallen gelenkt und im gigantischen Turm der über dem Kuppelbau thronte, befand sich das Privatbüro des Lordkanzlers. Es war ein atemberaubender Anblick, selbst von hier obwohl der Akademiekomplex mehrere Meilen vom Regierungsdistrikt entfernt war.
Unten angekommen erwartete ihn schon Kira, einer seiner Mitstudenten und auf Cydonia definitiv sein bester Freund. Der wasserstoffblonde Junge lächelte ihm mit einem schiefen Grinsen an. ,,Na hast du schon gepackt ?“ wollte Kira wissen, während sie auf dem Weg zum Akademiegebäude waren. ,,Ach du kennst mich Kira, ich mach doch immer alles auf den letzten Drücker.“ erwiderte Devian sarkastisch. In Wirklichkeit hatte er seine Sachen nie wirklich ausgepackt und das was er ausgepackt hatte oder in der Zeit auf Cydonia Prime gekauft hatte, hatte er schon vor Wochen eingepackt, oder von seinem Paten nach Arkaneion verschiffen lassen. Devian und Kira durchschritten die riesige von gigantischen Säulen gestützte Eingangspforte des Akademiegebäudes. ,,Was hast du denn jetzt für ein Fach ?“ fragte Kira interessiert. ,,Prähistorische Lehre.“ gab Devian gelangweilt zurück. ,,Uff, na mein Beileid.“. Sagte Kira und schmunzelte. ,,Was hast du denn ?“ fragte Devian ein wenig schnippisch. ,,Flugsimulation“ gab Kira stolz zurück und zwinkerte seinen Freund zu. ,,Du Arsch.“ rief Devian lachend und boxte Kira leicht auf die Schulter. ,,Ey, bevor du gehst, sag mal hast du was geplant heute Abend ?“ fragte Kira. ,,Was denn geplant ?“ gab Devian verwirrt zurück. ,,Naja heute ist quasi dein letzter Tag. Morgen ist deine Feuerprobe und... Na ich meine wer weiß wann wir uns wieder sehen.“ gab Kira zurück. Devian spürte das sein Freund traurig darüber war und als er seinen Blick sah, konnte er auch Angst in seinen Augen sehen. ,,Hmm.. Du hast recht, darüber habe ich gar nicht nachgedacht. Was schwebt dir denn vor ?“ fragte er Kira und er sah wie dieser beinahe platzte vor Freude, auch wenn er krampfhaft versuchte sich nichts anmerken zu lassen. ,,Natürlich hast du das nicht, du warst ja zu sehr damit beschäftigt von zu Hause zu schwärmen, Dummerchen. Naja also ich kenne da nen netten Club in den Narrows wo wir ein letztes Mal einen drauf machen können.“ sagte er mit erhobenen Zeigefinger. Es war wirklich ein wenig niedlich ihn so zu sehen. ,,Okay gut, dann lass uns das machen.“ sagte Devian entschlossen und die Jungs schlugen ein.
,,Nun wer kann mir sagen, was Eron ist ?“ fragte der Professor an der Holotafel. ,,Ja Kadett 3259 .“ sagte er und zeigte auf einen Jüngeren Kadetten hinter Devian. ,,Naja so wird unsere Galaxie genannt oder nicht ?“ antwortete er scherzhaft und ein leises Gekicher ging durch die Menge. Auch Devian, der einer der älteren Kadetten war, musste schmunzeln. ,,Sehr witzig Kadett 3259. Aber ja das ist korrekt. Doch was ist der Grund dafür, oder besser gefragt, wer ?“ fragte er wieder. Nun meldete sich auch Devian. ,,Ja Kadett 5943“rief der Professor und zeigte auf Devian. ,,Eron steht für das Prähistorische Reich Eron. Ein unsagbar großes Sternenreich das seiner Zeit weit voraus war. Die Eronianer waren talentierte Psioniker und Meister der Wissenschaft. Doch all dies kam auch mit einer furchtbaren Grausamkeit und mit ihrer künstlich erschaffenen Unsterblichkeit auch mit einer dekadenten Gleichgültigkeit einher. Vor 2200 Jahren dann, implodierte dieses antike Sternenreich binnen von Wochen unter einem verheerenden Bürgerkrieg der kataklysmische Folgen für beinahe die gesamte Galaxis hatte. Unter dem Namen ,,Das große Shisma“ teilte sich nun das Geschlecht der Eronianer in drei Volksstämme auf: Die Alvari, die Silvari und die Umbari. Einst waren die Menschen von Cydonia Sklaven dieses Reiches. Nun sind wir in ihre Fußstapfen getreten.“erklärte Devian, ,,Hervorragend Kadett 5943. Alles ist korrekt.“ entgegnete der Professor ohne Einwände.Die Eronianische Galaxie hatte einige Turbulente Zeiten hinter sich. Das lernte jeder Cydonische Knabe schon in der Volksschule.Dem Cydonischen Regime war Bildung sehr wichtig, doch wie die Bildung aussah, war reinste Selbstdarstellung. Das Cydonische System wandelte zwischen Diktatur und Demokratie. Es war eine Aristokratische Republik in der die großen Lordschaften das meiste zu sagen hatten. An der Spitze stand der Lordkanzler. Propaganda und Falschinformation war an der Tagesordnung, aber die meisten Bewohner dieses Sternenreiches hatten nicht mal die Möglichkeit die Wahrheit zu erfahren, da alles ordentlich vom Sicherheitsrat der Interstellaren Sicherheitsabteilung, kurz ISA, kontrolliert wurde. Nichts drang an die Öffentlichkeit, ohne das eine umfangreiche Prüfung der Mitteilung durchgeführt wurde.
Am Abend trafen sich Kira und Devian vor dem Gebäudekomplex der Akademie. ,,Na bist du bereit ein bisschen Dampf abzulassen ?“ fragte Kira euphorisch. Devian musterte seinen Kameraden. Kira war zirka in seinem Alter. Er hatte kurze wasserstoffblonde Haare und er war ein halben Kopf größer als Devian, womit er ihn auch des öfteren aufzog. Auch er war nicht wie die anderen Kadetten ein breit gebauter Muskelprotz, sondern hatte wie Devian eine ähnlich schmale Figur, wobei er ein wenig breiter als Devian war. Er trug ein weißes Hemd, wobei die ersten drei Knöpfe geöffnet waren und eine rosige Haut zum Vorschein kam. Kira war von Natur aus ein sehr rüpelhafter Zeitgenosse, doch Devian gegenüber war er stets freundlich. Dennoch war er bekannt dafür sich aus jeder Situation einen Scherz zu machen. ,,Sag mal verknallst du dich gerade ?“ riss ihn Kira schmunzelnd aus den Gedanken.,,Was ? Wie ? Nein, ich habe nur nachgedacht.“ gab Devian hektisch zurück und bemerkte wie er leicht rot wurde. ,,Jaja komm, ich weiß doch das ich unwiderstehlich aussehe.“ gab Kira zwinkernd zurück während er ihm die Zunge raus streckte. Devian musste schmunzeln. Er hatte nie über Liebe nachgedacht, dafür hatte er nie Zeit gehabt, zu groß war der Druck der Akademie. Kira schien dies offensichtlich nicht zu stören. Er beobachtete ihn einige Male wie er fremden Besuch mit ins Wohnheim brachte und sie früh morgens dieses wieder verließen. Doch jetzt wo Kira diesen Satz äußerte, bemerkte Devian, das er seinen Freund doch recht ansehnlich fand. Doch selbst wenn er es riskieren wollte, sein Eid den er bei der Einberufung geleistet hatte untersagte strickt interne Beziehungen.
Devian und Kira betraten den Lift der Monorailstation, der sie nach Oben zum Gleis beförderte. Nach einigen Minuten warten fuhr die Monorail in Richtung Narrows ein. Die beiden Kadetten bestiegen den überfüllten Zug und fanden noch einen recht heruntergekommenen Wagon in denen noch einige Plätze frei waren. Nach zehn Minuten fahrt ertönte ein schriller Alarmton aus den Lautsprechern des Zuges, gefolgt von einer Durchsage: ,,Achtung Achtung wir erreichen in weniger als zwei Minuten die Kontaminationszone. Zur ihrer eigenen Sicherheit ziehen sie nun ihre Atemgeräte über." Die beiden Jungen holten ihre Luftumwandler raus und Schutzbrillen. Dann kam der Zug zum stehen. Mechanisch begann das Schienenstück auf dem sich der Zug befand in die Tiefe herabzusinken. ,,Ich hoffe du hast eine Klinge mit dir, die Zustände hier unten sind seid dem letzten mal weitaus schlimmer geworden." sagte Kira und Devian nickte während er sich an die Hüfte griff. Die Narrows waren das Elendsviertel Cydonia Primes. Hier herrschte überwiegend die kriminelle Unterwelt und der Schwarzmarkt florierte prächtig in den kilometerweiten Gassen unterhalb der prächtigen Wolkenkratzerstadt. Als der Zug die unteren Ebenen erreicht hatte wurde es dunkel, ehe das elektrische Licht der Monorail langsam aufflackerte. Dichter Smog verhinderte auf natürlichem weg zu atmen, weswegen Atemschutzgeräte Pflichtausrüstung für einen Besuch in den Narrows waren. Nachdem sie den Bahnhof verließen schlenderten sie über die fast Menschenleere Straße in Richtung des Clubs in den sie feiern wollten. Kira und Devian betraten den Club mit den Namen The Rouge und setzten ihre Atemmasken ab. Dieser Club war einst der berüchtigtsten Lokale ganz Cydonia Primes. Er war Anlaufstelle für allerlei Wesen die auf Cydonia Prime heimisch waren und darüber hinaus. Abgesehen davon zog dieser Club den größten Abschaum des Commonwealth an. Dichter Rauch füllte die im neonroten Licht erhellten Innenräume und die Luft roch nach Alkohol, Rauch und einen süßlichen Geruch, den Devian nicht kannte.
,,Sieh mal was ich hier hab.“ flüsterte Kira grinsend Devian ins Ohr, nachdem sie sich auf einer der vielen Liegen setzten und hielt ein gelb leuchtenden Pilz Devian direkt unter die Nase. Devian erkannte diesen sofort und wich ein wenig erschrocken zurück. ,,Spinnst du ?“ entwich es Devian leicht nervös. ,,Ach entspann dich Süßer, wir sind in den Narrows. Hier kriegst du Lumen an jeder Ecke und jucken tut es keinen. Abgesehen davon befinden wir uns Meilen vom Akademiegelände entfernt, hier wird sich schon kein Aufseher hin verirren.“ erklärte Kira entspannt um seinen Freund zu beruhigen und bereitete den Pilz zum Konsum vor. Lumen war eine stark Halluzinogene Droge die im ganzen Commonwealth strikt untersagt war. Er kann auf verschiedene Art konsumiert werden, oral und durch Synthetisieren auch Intravenös.
Kira mörserte den Pilz zu feinem Staub und befüllte damit eine hölzerne Pfeife. Dann entzündete Kira grinsend die Pfeife und ein süßlich betörender Geruch breitete sich um die Jungs aus. Nun wusste Devian auch woher dieser süße Geruch stammt, den er wahr genommen hatte, als sie das Lokal betraten. Er schaute sich um und sah einige Gäste die genau dasselbe taten. Dann hielt Kira Devian die Pfeife vor die Nase. Zögerlich aber neugierig nahm er sie an sich und nahm einen tiefen Zug. Er spürte sofort wie sich die Droge in seinem Körper ausbreitete. In seinem Kopf war alles plötzlich wie benebelt doch er fühlte sich gut. Er hatte das Gefühl von irgendeiner wohlwollenden Macht unsichtbar umarmt zu werden. Kira lachte bei den Anblick Devians, der langsam immer tiefer in seine Liege gepresst wurde. Oh Mann, wenn du dich jetzt sehen könntest.“ schmunzelte er. ,, Wieso was mach ich denn ?“fragte Devian sichtlich verwirrt, während es für ihn so klang als sei seine Stimme nur ein Echo. Dann stand Kira auf, zog Devian auf die Beine und zerrte ihn auf die Tanzfläche. Benebelt vom Rausch tanzten die beiden Jungen und es fühlte sich an, als würden ihre Körper zum Beat- vibrieren. Ein Lied nach dem anderen verstrich während die Jungen immer enger umschlungen tanzten. Sie lachten und scherzten und während sie den Abend genossen, bemerkte Devian ein tiefes Verlangen das er zuvor noch nie gespürt hatte.
Nachdem sie die Narrows wieder hinter sich gelassen hatten, machten sie es sich auf dem Dach des Wohnheimes gemütlich und starrten mit hinter den Köpfen verschränkten Armen in den ausnahmsweise klaren Nachthimmel. Der Dracon Nebel war hellrot erleuchtet und zog sich wie ein Band über das Firmament. ,,Was hast du vor nachdem du wieder in deiner Heimat bist ?“ brach Kira die Stille. Devian wusste nicht ob es an dem Lumen lag, aber als Kira diese Frage stellte vernahm er ein leichtes Zittern in Kiras Stimme. Es kam ihm so vor, als ob sich sein Freund vor irgendetwas fürchtete, doch er wusste nicht, ob er ihn darauf ansprechen sollte. ,,Ich weiß es um ehrlich zu sein nicht.“ antwortete Devian die Blick wieder auf das Firmament gerichtet.,, Es kommt drauf an, was mein Alter Herr für mich geplant hat.“ fügte er hinzu und richtete wieder seinen Blick auf Kira, der Gedankenverloren in den Himmel starrte. ,,Wieso fragst du ?“ fragte Devian neugierig um herauszufinden was sein Freund beunruhigte. ,, Nun ja... Weißt du wir leben jetzt hier schon beinahe seid 8 Jahren und Cydonia ist mir mittlerweile mehr Heimat geworden, als meine eigene.“ antwortete Kira und Devian spürte die Angst in Kira. Sie schien ihn wie eine Aura zu umhüllen, die einem eine Gänsehaut bescherte und Mitleid erzeugte. ,,Hier habe ich alles was mir Freude bereitet, weißt du ?“ fügte Kira noch hinzu und schaute nun Devian direkt in die Augen, ehe er seinen Blick wieder auf den Himmel richtete. Meinte er jetzt mich, fragte sich Devian. Er spürte wie sich seine Gedanken überschlugen. ,,Nun genug herumgelungert. Wir sollten langsam schlafen gehen, nicht das du morgen deinen wichtigen Tag verschläfst.“ sagte er mit einem gequälten Schmunzeln und streckte Devian seine rechte Hand hin um ihn auf die Beine zu helfen. Während Kira ihn ruckartig auf die Beine holte, taumelte Devian leicht benommen nach vorne, so dass Kira ihn stützen musste. ,,Alles klar bei dir ?“ erkundigte sich Kira bei seinem Freund während dieser verdutzt in sein liebliches Gesicht starrte. Nun spürte Devian wieder die volle Härte des Lumens. Seine Gedanken überschlugen sich während er in das Gesicht seines Kameraden blickte und ehe er sich versah, trafen sich ihre Lippen. Schnell zuckte Devian wieder zurück nachdem er begriffen hatte, was er gerade tat, während Kira mit geschlossenen Augen vor ihm stand. ,,Es tut mir Leid !“ rief Devian schockiert, der immer noch versuchte das Geschehene zu begreifen. Kira öffnete langsam die Augen, lächelte Devian sanft an und strich ihm vorsichtig eine Strähne aus dem Gesicht. ,,Das muss dir nicht leid tun, ehrlich nicht.“ sprach er während er sich begierig auf die Unterlippe biss und sanft Devians Wange streichelte. ,,Aber der Eid..“ begann Devian. ,,Scheiß auf den Eid !“ flüsterte Kira erregt während er Devian begierig wieder an sich zog und küsste. Dieses mal schien es so als ob die Zeit stehen bleiben würde. Immer wieder berührten sich ihre Lippen und es schien so, als ob Devian nicht genug von Kiras weichen Lippen kriegen konnte. Sie ließen kein rationales Denken mehr zu. Devian wusste nicht ob es die Nebenwirkung des Lumens war, oder seine wahren Begierde, doch für den Moment schien alles perfekt. Langsam lösten sie sich wieder von einander und Kira grinste ihn an, während er sich weiter erregt auf die Lippe biss. Er nahm Devians Hand und zog ihn hinter sich her. An der Lifttür angekommen, drückte der ungestüme blonde Junge Devian gegen diese, während sie auf den Lift warteten, griff zärtlich in seinen Nacken und küsste ihn immer wieder und stürmischer. ,,Ich will dich...“ flüsterte Kira erregt ins Ohr während er vorsichtig seinen Hals liebkoste. Devian wusste nicht was ihm geschah. So etwas hatte er in seinem ganzen Leben weder erlebt, noch empfunden. Es war eine reine Achterbahnfahrt der Gefühle und dennoch fühlte er sich vollkommen geborgen. Sie stolperten küssend in den Lift und kosteten während der Fahrt weiter die Lippen des anderen
In Devians Zimmer angekommen, fiel die Anspannung des Abends langsam von ihnen ab. Das gedämpfte Licht ließ die Welt außerhalb des Zimmers unwirklich erscheinen. Kira trat näher und ließ seine Finger vorsichtig über Devians Arm gleiten.
„Du bist ganz schön nervös“, bemerkte er mit einem leichten Lächeln. Devian wich seinem Blick nicht aus. „Vielleicht.“
Ihre Lippen fanden sich wieder, zunächst vorsichtig, dann mit wachsender Sicherheit. Die Nähe zwischen ihnen fühlte sich zugleich neu und vertraut an.
Devian spürte, wie sein Herz raste. Die Ereignisse des Abends, die Nähe zwischen ihnen und die Erkenntnis, was möglicherweise bevorstand, ließen ihn gleichzeitig nervös und aufgeregt werden.
Kira bemerkte es sofort.
„Du musst nichts tun, was du nicht willst“, sagte er ruhig.
Devian sah ihn an. „Es ist nur … ich habe so etwas noch nie gemacht.“
Für einen Augenblick verschwand Kiras gewohnt freches Grinsen. Stattdessen trat er näher und legte eine Hand an Devians Wange.
„Dann machen wir nichts, womit du dich nicht wohlfühlst.“
Diese Worte nahmen Devian einen Teil seiner Angst. Langsam löste sich die Anspannung zwischen ihnen. Kleidung verschwand nach und nach, bis sie sich schließlich nur noch in Unterhosen gegenüberstanden.
Die Wirkung des Lumen lag noch immer über ihnen. Gedanken wirkten schwerer, Gefühle dagegen intensiver. Jeder Blick schien länger zu dauern, jede Berührung deutlicher zu werden. Devian spürte sein Herz bis in die Fingerspitzen schlagen.
Kira lehnte sich gegen die Tür und betrachtete ihn schweigend.
„Was?“, fragte Devian schließlich nervös.
Der Größere schüttelte langsam den Kopf. „Ich frage mich nur, warum mir nie aufgefallen ist, wie gut du aussiehst.“
Devian wurde augenblicklich rot. Kiras helle Augen musterten Devian aufmerksam.
„Diese grünen Augen“, murmelte er. „Und deine Haare sehen aus, als hätte jemand sie absichtlich perfekt gemacht.“
Devian fuhr sich verlegen durch sein braunes Haar.
„Du machst Witze.“
„Ausnahmsweise nicht.“
Kira hob vorsichtig eine Hand und strich eine Strähne aus Devians Gesicht. Sein Blick wanderte über dessen leicht gebräunte Haut.
„Und deine Haut ist unglaublich.“
Seine Finger glitten langsam über Devians Brust. Die Berührung ließ ihn erschauern.
„So weich.“
Devian wusste nicht, was er antworten sollte. Er war nie der kräftigste unter den Kadetten gewesen. Doch Kira schien gerade das an ihm zu mögen – die schmale Gestalt, die definierten Muskeln und die natürliche Eleganz seiner Bewegungen. Während der völlig überforderte Arkano nachdachte bemerkte er nicht, das Kira mit der anderen Hand vorsichtig die Unterhose von Devians Körper löste. Als er es bemerkte zögerte er einen Augenblick. Sein Blick glitt über Kira, suchte Halt, fand ihn aber vor allem in dessen ruhiger Präsenz.
Langsam hob er die Hände und folgte Kiras Beispiel, nicht überstürzt, sondern tastend, als würde er jede Grenze erst noch verstehen müssen. Kira bewegte sich nicht weg, sondern ließ es geschehen, sein Blick aufmerksam auf Devian gerichtet. Langsam striff dieser Kiras Unterhose hinunter und als diese den Halt seiner Hüften verließ, rutschte sie Kiras Beine hinab, bis sie kaum hörbar auf den Boden landete.
Die Nähe zwischen ihnen veränderte sich dadurch spürbar. Das Knistern der Unsicherheit wich einem vorsichtigen Gleichgewicht, in dem beide gleichermaßen verletzlich wirkten.
Kira atmete ruhig aus, als Devian kurz innehielt und das neue Schauspiel zwischen Kiras Beinen
entdeckte. Der junge Arkano wich ein wenig zurück vor dem was er sah. Nicht aus Furcht oder Ekel. Sondern aus Respekt und Unsicherheit. Kira bemerkte dieses kurze Zucken welches Devians Körper durchfuhr und folgte Devians Blick. Er schmunzelte leicht als er bemerkte was Devians Aufmerksamkeit erregt hatte. Dann richtete sich sein Blick wieder auf Devian.
„Hey… schau mich an“, sagte er leise.
Devian hob den Blick.
„Du bestimmst das Tempo“, murmelte Kira. „Nicht ich. Nicht... das hier." Erklärte er und zeigte auf seinen Schritt, während er verschmitzt grinste. Dann wurde sein Blick wieder weicher. ,,Nur du." Beendete Kira seinen Satz und küsste seinen Kameraden sinnlich.
Die Droge legte sich wie eine warme, träge Schicht über Devians Gedanken, lösten die scharfen Kanten der Angst langsam auf. Kiras Nähe war überall. Sein Atem, seine Stimme, die Art, wie er ihn ansah, als wäre Devian nichts Fremdes, sondern etwas, das längst zu ihm gehörte.
Alles fühlte sich zu intensiv an – die Wärme der Haut, die minimale Distanz zwischen ihnen, selbst das eigene Herzschlagen.
„Ich hab das Gefühl… ich falle gleich um“, gab er ehrlich zu.
Kira lachte leise, nicht spöttisch, sondern weich. „Dann fall.“
Und genau das tat Devian innerlich.
Nicht abrupt, sondern langsam – wie ein Schritt über eine Grenze, von der er nicht einmal gemerkt hatte, dass sie existierte.
Kiras Hände hielten ihn, als er näher kam. Fest genug, um ihn zu stützen, aber nie so, dass es ihn zwang. Das war der Moment, in dem Devian verstand, dass Erfahrung hier keine Rolle spielte. Nur Vertrauen.
Sein Atem wurde unruhiger.
„Du musst nichts beweisen“, sagte Kira leise, jetzt ganz nah.
Devian schloss die Augen.
Und ließ los.
Alles, was vorher Unsicherheit gewesen war, wurde nicht einfach gelöscht – sondern verwandelte sich. In Hitze. In ein pochendes, unkontrollierbares Gefühl, das ihn gleichzeitig überforderte und zog.
Die Welt schrumpfte auf Berührung, auf Stimmen, auf Nähe, die keinen Abstand mehr kannte.
Kira führte ihn nicht hastig, nicht fordernd. Eher so, als würde er ihm zeigen, dass es keinen falschen Moment gab. Dass alles, was Devian fühlte, richtig sein durfte.
Zwischendurch flackerte Devians Unsicherheit noch auf – ein kurzer Gedanke, ein Zögern, ein inneres Stolpern.
Doch jedes Mal war da Kira.
Seine Ruhe. Seine Sicherheit. Seine Erfahrung, die nicht prahlte, sondern trug.
Und irgendwann war da dieser eine Punkt, an dem Devian nicht mehr darüber nachdachte, was er tat oder wie er wirkte.
Nur noch darüber, dass er fühlte.
Intensiv. Überwältigend. Echt.
Worte wurden zu Atemzügen, Atemzüge zu Lust, und Lust zu etwas, das nur noch ihnen gehörte.
Als später langsam wieder Ruhe einkehrte, lag Devian da, als hätte er gerade etwas verloren und gleichzeitig gefunden.
Sein Herz schlug noch immer schnell, aber anders als zuvor.
Neben ihm lag Kira, ebenfalls still, ebenfalls erschöpft – aber mit diesem zufriedenen, leicht schiefen Lächeln, das er immer hatte, wenn er etwas wirklich Ernstes nicht mit Witzen kaputtmachen wollte.
Devian starrte an die Decke.
„Ich…“, begann er, brach ab und atmete aus.
Kira drehte den Kopf zu ihm. „Zu viel des guten?“
Schweiß ran über seine Stirn, während er Devian frech angrinste.
,,Das war der Wahnsinn." Schoss es aus Devian heraus. Kira musste lachen. ,,Happy Birthday." Gab er mit einem zufriedenen Grinsen zurück. Devian schaute verwirrt auf seinen Wecker. Es war exakt Null Uhr drei.
Und dann – zum ersten Mal an diesem Abend – lächelte er wirklich entspannt.
Draußen glühte Cydonia Prime weiter in der Nacht.
Drinnen war nichts mehr wie vorher.
Am nächsten morgen wurde Devian von der Rufanlage des Wohnkomplexes geweckt. Er kniff die Augen zusammen und sein Schädel brummte. Was war gestern geschehen, fragte er sich während er aufstand. Er spürte das seine Beine zitterten und bemerkte erst jetzt das er vollkommen nackt war. Dann plötzlich fiel ihm wieder ein was gestern Nacht geschehen war und bei dem Gedanken wurde er Kreidebleich.
Ich habe mit meinem besten Freund geschlafen. Er drehte sich zum Bett um und bemerkte erst jetzt, das Kira nicht mehr da war. Beschämt über sein gestriges Verhalten ging er ins Bad um sich einen Schuss kaltes Wasser ins Gesicht zu spritzen. Er beugte sich über das Waschbecken und goss sich mit beiden Händen Wasser ins Gesicht. Als er sich wieder aufrichtete zuckte er vor sein eigenes Spiegelbild zusammen. Doch bei näherer Überlegung, war es nicht sein eigenes Spiegelbild vor dem er sich erschrak, sondern die Person aus seinem Traum die Nacht davor, die im Spiegel kurz aufblitzte.
War ich immer noch high, fragte sich Devian und begutachtete seine Augen näher im Spiegel. Diese schienen aber ganz normal zu reagieren. Genervt verließ er das Bad. Was hatte das zu bedeuten fragte er sich. Er kannte diesen Jungen nicht, aber dennoch hatte er das Gefühl, dass ihm diese Person seltsam vertraut vorkam. In Gedanken streifte sich Devian eine frische Boxershort über und zog sich allmählich an.
Für die Feuerprobe war es Pflicht in voller Praetorianischer Ausrüstung zu erscheinen. Es war ein olivgrüner Overall, dessen Armseiten von einer ca. fünf Millimeter breiten roten Linie aus Samt geziert wurde und eine olivgrüne Hose. Dazu kamen Panzer verstärkte Feldstiefel und Karbon Armschienen. Sein Oberkörper wurde von einer maßgeschneiderten dunklen Plastikstahl-Rüstung geschützt. Er schaute in den Spiegel und spürte die Nervosität und die Vorfreude endlich nach Hause zurück zu kehren.
,,Guten Tag Sire,“ ertönte eine heißere Stimme hinter Lordkanzler Allmec. Der alte Regent drehte sich um und schaute in die Haselnussbraunen Augen von Lord Harkon.
,,Lord Harkon, seid gegrüßt. Was führt euch so früh nach Cydonia Prime, die Quorumssitzung ist doch erst in ein paar Tagen ?“ fragte Allmec den Lord des Hauses Harkon. ,,Nun mein Pate, der junge Arkano hat heute seine Feuerprobe und da sein Vater verhindert ist, dachte ich das es meine Pflicht wäre ihm bei seinem wichtigen Tag Beistand zu leisten.“ erklärte Lord Harkon, während beide den Säulengang des Akademiegebäudes betraten.
,,Ein wahrlich nobles Vorhaben in der Tat Mein Lord, doch sagt mir, was hat denn Lord Arkano so wichtiges zu erledigen das er nicht mal am wichtigsten Tag seines einzigen Erbens anwesend ist ?“ fragte Lordkanzler Allmec mit leicht arroganten Tonfall.
,,Nun ihr kennt Lord Arkano. Er ist immer schwer beschäftigt um das wohlergehen des gesamten Commonwealths und hat sich dies zur Berufung gemacht was man von vielen anderen Lords des Quorums nicht behaupten kann, Sire“ gab Lord Harkon scharf zurück.
Es war kein Geheimnis in der Cydonischen Politik, das das Haus Arkano und der Lordkanzler nicht gut aufeinander zu sprechen waren.
,,Nun ich zweifle Lord Arkanos Dienste für das Commonwealth keinesfalls an Lord Harkon, verzeiht mir wenn ich den Anschein erweckt habe. Ich frage mich nur wieso ein Mann dem, seid dem ich ihn kenne, Familie am wichtigsten war, nicht am wichtigsten Tage seines einzigen Kindes da ist. Nun seis drum, wie stehen die Dinge um Hereklion ?“ fragte Lordkanzler Allmec um das Thema zu wechseln. ,,Nun, ihr wisst schon Sire. Da gibt es nicht viel zu berichten, es wächst und gedeiht.“ antwortete Lord Harkon zufrieden. Allmec nickte zustimmend. ,,Ich habe gehört, das ihr in der näheren Vergangenheit Schwierigkeiten hattet die Versorgungslinien zwischen den Kernwelten und den äußeren Kolonien zu sichern ?“ fragte Allmec, während sie nebeneinander den langen Säulengang entlang schlenderten. ,,In der Tat, Sire, das ist einer meiner Anliegen bei der Quorumssitzung. Eine kriminelle Bande namens Crimson Tides macht neuerdings unsere Grenzen unsicher und es kommt immer häufiger vor, das sie Handelsfregatten der Gilde plündern. Die Interstellare Handelsgilde ist schon außer sich, da von der Admiralität keine weiteren Schiffe zur Verteidigung der Handelslinien geschickt werden. Zur Zeit hält sich das Chaos zwar noch in Grenzen, aber wenn es zu weiteren Angriffen kommt, fürchte ich verlieren wir sämtliche Autorität in dem Sektor und es könnte zu weiteren vielleicht planetaren Überfällen kommen mit unzähligen Opfern und Materialverlust.“ erklärte Lord Harkon. Allmec nickte wohl wissend in welcher Lage sich das Reich befand. Sollte die Versorgungslinie zu den äußeren Kolonien die auf der anderen Seite der galaktischen Scheibe lagen und nur durch wenige Spherentore erreichbar waren, abbrechen, können die Kernwelten und andere Mandate des Commonwealth nicht mehr mit ausreichenden Rohstoffen aus den Kolonien beliefert werden, was eine wirtschaftliche Krise in ungenannten Ausmaß zur Folge haben könnte. ,,Ich verstehe und weiß in welcher Situation ihr euch befindet Lord Harkon. Ich werde alles mögliche unternehmen um die Admiralität zum sofortigen handeln zu bewegen. Es ist oberste Priorität die Versorgungslinien zu sichern, koste es was es wolle, ihr habt mein Wort.“ versprach der greise Lordkanzler. Lord Harkon nickte demütig und beide liefen nun schweigend den Säulengang weiter entlang bis sie ihr Ziel erreichten. ,,Nun da wären wir.“ sagte Lord Harkon, während er sich im Raum umsah den er zusammen mit Lordkanzler Allmec betrat. Zwei Aufseher und ein Oberbefehlshaber der Praetorianer waren auch vor Ort. Wie es sich gehörte salutierten sie als die Lords den Raum betraten. ,,Rühren, erzählen sie mir was über unseren heutigen Kandidaten.“ befahl Allmec, während er interessiert Devians Hologramm begutachtete. ,,Kadett 5943, alias Devian Arkano. Achtzehn Jahre alt, ein Meter achtzig groß, siebzig Kilogramm Körpergewicht. Agiler Körperbau. Herkunft ist Arkaneion, Zugehörigkeit ist Haus Arkano. Er besitzt überaus gute Reflexe und hat sich als äußerst talentiert mit dem Umgang der Klinge und der Schusswaffe gezeigt. Seine Führungsqualitäten sind zufriedenstellend und er hat jedes Semester mit Bravour bestanden.“ erklärte einer der Aufseher. ,,Klingt nach einem Überflieger wenn sie mich fragen.“ flüsterte Lord Harkon amüsiert dem Lordkanzler zu. ,,Ganz wie sein Vater.“ ergänzte Allmec abwesend. ,,In Ordnung, lasst uns diese Sache hinter uns bringen sodass der Junge so schnell wie möglich wieder in die Obhut seiner Familie kann.“ befahl Allmec und setzte sich auf seinen Platz. Vor ihm wurde die verspiegelte Scheibe entspiegelt und alle Anwesenden blickten in den Übungssaal der sich zwanzig Meter unter ihnen über eine Fläche von mehreren hundert Metern erstreckte. Es war ein riesiger Parkour aus Hindernissen und Barrikaden und ähnelte einem Schlachtfeld. Auf der anderen Seite der Halle stand ein junger Rekrut in der Kampfausrüstung eines Praetorianer.
Devian sah durch das elektronische Visier seines Helmes, wie sich der Glasvorhang am anderen Ende der Halle lichtete. Der Lordkanzler und weitere Aufseher und Militärs beobachteten ihn. Als er seinen Paten, der links hinter dem Lordkanzler stand, erkannte verflog ein Teil seine Nervosität. Doch zu seinem Bedauern musste er feststellen das sein eigener Vater nicht die Zeit gefunden hatte, ihm an seinen wichtigsten Tag beizustehen. Nun er hatte jetzt keine Zeit und nicht den Kopf dafür darüber nachzudenken. Er überprüfte seine Ausrüstung, als sich eine Luke vor ihm öffnete und ein Aufseher per Repulsorplattform in die Höhe stieg, bis er Autoritär einige Meter über Devian zu stehen kam und mit hinterm Rücken verschränkten Armen und ausgestreckter Brust auf den Jungen herabblickte. ,,Achtung Kadett !“ rief er mit autoritären Befehlston. ,,Heute ist deine Feuerprobe, ehe du deine Heimat im Dienste des Commonwealth vertreten wirst und du als Praetorianer im Dienste des Lordkanzlers ewige Treue dem Commonwealth schwörst. Deine Aufgabe ist einfach. Finde einen Weg durch den Parkour um die Fahne auf dem Turm zu erreichen.“ erklärte der Aufseher und zeigte auf den fünfzehn Meter hohen Turm der zirka 250 Meter von ihm entfernt war. Eine Flagge mit den Ordensinsignien der Praetorianergarde thronte oben auf der flachen Spitze des Turms. ,,Du wirst auf zähen Widerstand treffen den es mit Schuss und Hiebwaffe außer Gefecht zu setzen gilt. Noch irgendwelche fragen ?“ hakte der Aufseher nach. Devian schüttelte mit dem Kopf und lud sein Monarch D6 Automatikgewehr durch.
Dann begann es. Kurz nachdem der Aufseher die Trainingsfläche verlassen hatte, öffneten sich unzählige Bodenluken aus denen Mecha-Soldaten, vollautomatisierte Einheiten der mechanischen Infanterie des Commonwealth, hervorkamen und den jungen Rekruten sofort unter Beschuss nahmen. Blitzschnell sprintete Devian zur ersten Barrikade um dahinter Deckung zu finden und ging dahinter in Stellung. Dank seines Helmes konnte er die Umgebung trotz blockierter Sicht dank hochempfindlicher Sensoren ab scannen, ohne dafür seine Deckung aufgeben zu müssen. ,,Ziele erfasst.2 ertönte die Kontrollstimme in seinem Helm nachdem die KI alle Ziele markiert hatte. Devian atmete tief ein und aus, verlie0 schlagartig seine Deckung legte an und zerstörte fünf der Mechs und drei Selbstschussanlagen auf seinem Weg zur nächsten D>Deckung die zirka fünfzig Meter entfernt befand. Als er hinter der Stahlfassade in Deckung ging, überprüfte er erneut das Magazin seines Gewehrs. Die Anzeige zählte noch zwanzig Schuss. Vorsichtig schaute er um die Ecke und wurde um Haaresbreite von einem Mech der auf der anderen Seite in Stellung gegangen war, getroffen. Unermüdlich schleuderte der Mech eine Salve nach der anderen in Devians Richtung, der dort seelenruhig ausharrte. Dann klickte es verdächtig und Devian nahm blitzschnell den nachladenden Mech ins Visier und jagte ihn mehrere Kugeln in den Körper. Dann rannte er weitere 75 Meter gefolgt von Laserschüssen. Plötzlich öffnete sich wieder eine Bodenplatte direkt vor ihm und ein Palimech mit gezogener Klinge sprang aus dem Loch auf Devian zu. Blitzschnell zog Devian seine eigenen Klingen, während er dem Schlag des Palimechs auswich um diese dann in die Seite des mechanischen Kriegers zu versenken. Leblos kippte der Palimech mit einem lauten Knall zur Seite. Hinter dem zerstörten Palimech kamen schon neue mit Hellebarden bewaffnete Mechs auf den Jungen zu. Er parierte die Schläge der Mechs ohne große Anstrengung als ob er schon vor der KI wusste, wo die Schläge der Mechs ihr Ziel treffen sollten. Mit gezielten Hieben seiner gebogenen Milenial-Klingen verarbeitete der junge Rekrut die Mechs zu Altmetall. Dann stürmte er mit seinem D6 im Anschlag los und vernichtete die übrigen Selbstschussanlagen. Als sein Magazin leer war schleuderte er sein Gewehr einem Mech mit so einer Wucht entgegen, das dieser von den Füßen gerissen wurde. Ehe dieser wieder aufstehen konnte, versenkte Devian eine Titankugel aus seiner Handfeuerwaffe in seinem Kopf. Am anderen Ende des Geländes, direkt unter der Zuschauertribüne, in der der Lordkanzler, sein Pate und die übrigen Militärs das treiben beobachteten, öffnete sich eine Tür und weitere Mechs mit Automatik und Laserwaffen bewaffnet, nahmen den Jungen unter Beschuss.
Lordkanzler Allmec beobachtete interessiert das wilde Treiben das unter ihm stattfand. Als Lordkanzler zählte es zu seinen Pflichten bei der Feuerprobe eines Nachkommens einer Großlordschaft anwesend zu sein, selbst wenn dies die Beaufsichtigung des Erben jenen Mannes galt, den er stets mit Abneigung entgegentrat. Die Arkano waren in seinen Augen ein Haufen Irrer die sich stets auf die Seite von Aufrührern schlugen und niederen Belangen nachgaben. Allerdings musste er zugeben, dass der junge Arkano ein äußerst talentierter Kämpfer war. Es kam ihm so vor, als ob der junge Kadett jede Bewegung seines Feindes vorausahnen konnte und dementsprechend agieren konnte. Der Aufseher hatte Recht, dachte Allmec. Dieser Rekrut ist äußerst beeindruckend. ,, Schicken sie die Synths rein. Ich will sehen, wie er sich auf den letzten Metern schlägt, wenn er Menschenähnliche Ziele vor sich hat.“befahl Allmec gelassen und faltete nachdenklich seine Hände vor seinem Gesicht.
Devian verharrte immer noch unter Feindbeschuss hinter dem Container, den er zuletzt als Deckung nutzte. Er hatte nur noch fünfzehn Schuss in seinen zwei R15 Automatikpistolen. Zu wenig um gegen diese Menge an Feinden zu bestehen. Er musste improvisieren. Wieder ließ er seinen Helm die Umgebung ab scannen. Diesmal nach Hilfsmittel um sich einen Vorteil im Kampf zu verschaffen. Nach einigen Sekunden hatte der Helm eine herumliegende Brennstoffzelle eines von Devian zuvor erlegten Mechs nahe der Feindstellung registriert. Das war seine Chance. Er atmete tief ein und aus und verließ mit seinen Waffen im Anschlag seine Deckung. Als er auf die Brennstoffzelle schoss, explodierte diese in einem Feuerball und auf einmal hörte der Beschuss auf. Devian steckte seine Waffen zurück in seine Hohlster, doch als sich der Rauch lichtete, sah er wie vier Menschliche Ziele mit gezogenen D6 Automatikgewehren auf ihn zukamen. Instinktiv zog er seine Klingen und schleuderte diese auf den Feind, wodurch er zwei von ihnen mit der Wucht seines Wurfes von den Füßen riss. Ehe die anderen begriffen was geschehen war, zierte ein Loch ihre Stirn.
Mit gezogenen Waffen und berauscht vom Adrenalinschub, stand der junge Rekrut vor der Tür. Dann entfernte er sich von dieser und kletterte den Turm hinauf. Als er oben ankam zog er die Fahne aus dem Boden und hielt sie in Richtung Zuschauertribüne. Er fühlte wie der Lordkanzler ihn durch die verspiegelten Gläser beobachtete. ,,Feuerprobe bestanden !“ ertönte eine computergenerierte Stimme. Erleichtert setze Devian sich auf den Boden des Turmes und setzte sein Helm ab. Sein Gesicht war durch die Anstrengung gerötet und seine Haare waren feucht vom Schweiß. Die Tür aus der zuvor die Synth gekommen waren, öffnete sich und Lordkanzler Allmec schritt mit autoritären Gang, gefolgt von den Militärs und Devians Paten Lord Harkon auf ihn zu. Er versuchte schnell den Turm wieder hinunter zu klettern und als er den Boden wieder erreicht hatte, nahm er Haltung vor dem alten Staatsoberhaupt an. ,,Nun ich muss sagen, ich habe lange nicht mehr so etwas beeindruckendes gesehen junger Arkano, Glückwunsch.“ lobte der Lordkanzler den jungen Rekruten und gab ihm sichtlich widerwillig die Hand. ,,Ich danke euch, Sire.“ antwortete Devian und verneigte sich demütig vor seiner Eminenz. ,,Nun. Ich heiße euch herzlichst willkommen in der Garde. Ihr seid nun Rekrut der 4. Legion. Auf das ihr wohl wissend euren Eid dem Commonwealth stets ehrt.“ sprach der Lordkanzler und überreichte Devian seine Auszeichnung und Belobigung. Dann schaute ihn der Lordkanzler noch einige Zeit tief in die Augen, als ob er versuchen würde Devians Gedanken zu lesen, ehe er sich von dem Jungen mit den Militärs entfernte. Es war nur Lord Harkon der gemeinsam mit Devian zurückblieb.
,,Nun wie ich gesehen habe bist du zu einem echten Mann geworden.“ sagte Lord Harkon lächelnd und kam auf sein Patenkind zu. ,,Seid gegrüßt Onkel Eldrige.“ begrüßte ihn der Junge mit einem erleichterten Blick. Die beiden umarmten sich herzlichst. Es waren nun acht Jahre vergangen seid sie sich das letzte Mal sahen. Für Devian war es eine reine Wohltat in die von Stolz erfüllten Augen seines Paten zu blicken. ,,Du scheinst deinem alten Herrn ganz schön Konkurrenz zu machen.“ sagte Lord Harkon und klopfte den Jungen auf die Schulter. ,, Ach hört auf. Wie geht es eigentlich Dad ?“ fragte Devian interessiert und besorgt zugleich, während sie in Richtung Wohnkomplex schlenderten. Bei der Erwähnung seines Vaters sah Devian wie sich Harkons Miene für einen Sekundenbruchteil verfinsterte und er spürte seine Besorgnis. ,,Ich denke das wirst du noch früh genug erfahren.“ antwortete Lord Harkon und hielt überraschend zwei Tickets in die Luft. Es waren Tickets für einen Zivilen Konvoi der um 18 Uhr Cydonia Prime in Richtung Arkaneion verließ. Devians Herz raste vor Freude. Endlich würde er nach Hause kommen. Endlich. ,,Du gute Güte, schon so spät.“ entfuhr es Harkon überrascht. ,,Okay Junge, ich habe noch dringliche Angelegenheiten bezüglich meiner Rede vor dem Quorum zu regeln. Denkst du, du kommst die letzten paar Stunden alleine zurecht ?“ fragte Lord Harkon fürsorglich. Devian schmunzelte. ,, Nun ich musste acht Jahre lang alleine zurecht kommen, da werden diese paar Stunden keinen Unterschied mehr machen.“ antwortete der junge Rekrut. ,,In Ordnung, dann treffen wir uns auf der Zitadelle wieder, Deck C13 verstanden ?“ fragte Lord Harkon. Devian nickte und sie umarmten sich zur Verabschiedung.
Im Wohnkomplex angekommen, packte Devian seine letzten Sachen zusammen. Als er sein Bett zusammenpackte entdeckte er ein Armband das Kira gehörte. Er nahm es an sich und begutachtete es eine Weile. Wieso ist er einfach gegangen, fragte sich Devian. Hat es ihm nicht gefallen ? Er schüttelte den Gedanken zur Seite, packte seine Taschen und verließ sein Zimmer. Das letzte Mal. Er drehte sich in Richtung Lift, schaute wieder auf Kiras Armband und entschied sich danach in die entgegengesetzte Richtung zu laufen. Am Ende des Flurs machte er vor einer weiteren Tür mit der Nummer 5672 halt. Er klopfte und hoffte das sein Freund die Tür öffnete, doch als nach einigen Sekunden sich nichts regte, realisierte Devian, das Kira vermutlich schon Unterricht hatte. Er schaute auf seine HoloWatch und bemerkte das er selber auch nicht mehr allzu viel Zeit hatte um für das Boarding rechtzeitig anwesend zu sein. So entschied er sich schweren Herzens wieder Richtung Lift zu gehen.
Die Zitadelle war ein gigantischer Raumhafen der im Orbit um Cydonia Prime kreiste. Hier dockten alle großen Schiffe an, wurden end- und beladen und gewartet. Wer Cydonia Prime betreten oder verlassen wollte, musste erst durch die Zitadelle um anschließend mit einem Shuttle von oder auf die Planetenoberfläche gebracht zu werden. Durch die riesigen Panoramascheiben konnte man das geschäftige Treiben rund um den Raumhafen beobachten. Wesen aus allen bekannten Ecken der Galaxis gingen eifrig ihren Geschäften nach oder eilten zu ihren Schiffen. In der Ferne sah man wie ein alter Schlachtkreuzer der Tiberian-Klasse auf ein Spherentor zusteuerte. Anscheinend war er auf dem Weg zu den Kolonialen Kernwelten, denn nur diese mussten von den Kernwelten aus mithilfe eines Spherentors angesteuert werden, ansonsten würde die Reise Jahrhunderte dauern. Auch er musste Cydonia mithilfe eines Spherentores verlassen um Arkaneion zu erreichen. Ein Spherentor verfügte über ähnliche Technologie wie die normalen Antriebe der herkömmlichen Schiffe, jedoch weitaus ausgereifter und Leistungsfähiger. Somit war es den Reisenden möglich mithilfe eines selbst erschaffenen Wurmlochs Zeit und Raum zu überwinden und ihr Ziel in wenigen Stunden zu erreichen. ,,Na alles soweit gepackt ?“ ertönte Lord Harkons Stimme hinter Devian. Er drehte sich um und blickte in das vergnügte Gesicht seines Paten. Devian nickte. ,,Hast du dich denn auch von deinen Kameraden verabschiedet ?“ fragte sein Onkel und schaute tief in Devians Augen. ,,Nein, leider nicht von allen.“ antwortete Devian leicht bedrückt wohl wissend, das er Kira so schnell nicht wiedersehen würde. Vor allem da er nicht mal wusste, woher er kam. Er kannte nur seinen Vornamen, so wie es Brauch in der Garde war. ,,Nun früher oder später werdet ihr euch wiedersehen.“ unterbrach Lord Harkon Devians Gedanken, als ob er wusste was den Jungen beschäftigte. Er schaute seinen Paten an, nickte und richtete seinen Blick wieder auf das wilde Treiben des Raumhafens. ,,Liebe Passagiere des Fluges C13 nach Arkaneion.“ ertönte eine weibliche Durchsage. ,,Bitte haben sie ihre Pässe bereit, das Boarding wird in wenigen Augenblicken beginnen.“ ergänzte die Durchsage. ,,Na endlich.“ rief Harkon erfreut.
Gemeinsam betraten sie mit rund fünfzig weiteren Passagieren das geräumige Schiff. An den Fenstern waren immer jeweils vierer Plätze, wobei die Sitzbänke um einen Tisch in der Mitte standen. Devian setzte sich gegenüber seines Paten. Als er aus dem Fenster sah, konnte er gerade noch beobachten wie das Heck des Schlachtkreuzers, den er zuvor schon von der Zitadelle aus beobachtet hatte, durch das Spherentor verschwand. Bald bin ich zu hause, dachte der Junge. Nach zirka fünfzehn Minuten wurden die Schotts des Schiffes geschlossen und das 150 Meterlange Gefährt schwebte in Sublichtgeschwindigkeit aus dem Hangar der Zitadelle. Schon bald würde er wieder an den weißen Kiesstränden Arkaneions wandern gehen können und sich bei Lust und Laune in die Fluten seiner Heimat stürzen. Voller Vorfreude schaute Devian aus dem Fenster und beobachtete wie das Schiff sich auf das Spherentor zu bewegte, in der der Schlachtkreuzer zuvor drin verschwunden war. Als der Spherenantrieb begann sich aufzuladen, schloss Devian die Augen und versuchte sich Arkaneion vor seinem Inneren Auge bildlich vorzustellen. Doch seine Gedanken schweiften immer wieder ab. Die Nacht mit Kira wollte nicht aus seinem Gedächtnis verschwinden und er stellte sich die Frage, ob Kira dasselbe empfand wie er. Er fragte sich, ob sie sich jemals wiedersehen würden und wenn ja, unter welchen Umständen. Unglücklicherweise haben sie sich nur kennenlernen können, da Kira offensichtlich auch ein Nachkomme irgendeines Hauses war, oder eines reichen Aristokraten. Er hoffte Kira nicht nur in Kriegszeiten wiedersehen zu müssen, doch aufgrund der absurd strengen Geheimhaltung war es schwierig herauszufinden woher sein Freund stammt und welchen Haus er angehörte, denn den Kadetten war es strengstens untersagt über ihre Herkunft zu reden, um die Loyalität der Lords über die Nachkommen an den Lordkanzler zu binden. Diese strengen Vorschriften waren notwendig um Intrigen schon in Kindesalter auszumerzen damit die Rekruten ihre Ausbildung zur Elite nicht durch fremdgesteuerten Gedankengutes aus den Augen verloren. Langsam tauchte das Schiff in das aufgeladene Netz des Spherentors ein und Devian spürte wie das Lichtspiel was sich vor der Außenscheibe abspielte ihn ermüden und seine Gedanken ihn weit weg trugen. Müde schlossen die Passagiere die Augen. Er hörte noch den Knall den jedes Schiff ausstieß, wenn es den Spherenantrieb beschleunigte, ehe es vollkommen Ruhig wurde.








