Prolog
Prolog
02:13 Uhr
Das gleichmäßige Summen der Computer war das einzige Geräusch im Raum.
Sechs Monitore tauchten das Arbeitszimmer in ein kaltes, bläuliches Licht. Jeder Bildschirm zeigte etwas anderes – Zahlenkolonnen, Sicherheitskameras, Satellitenkarten, verschlüsselte Nachrichten.
James’ Blick wanderte ruhig von links nach rechts.
Eine Bewegung.
Monitor vier.
Ein alter, silberner Kombi bog in eine ruhige Wohnstraße ein.
Seine Finger verharrten über der Tastatur.
Pünktlich.
Wie immer.
Ein kaum sichtbares Lächeln huschte über sein Gesicht.
Nicht aus Freude.
Aus Zufriedenheit.
Er öffnete einen weiteren Bildschirm. Das Livebild einer Überwachungskamera erschien. Die Einfahrt eines alten Hauses.
Weiße Veranda.
Verwitterte Holzstufen.
Der Vorgarten war verwildert. Das Dach musste dringend repariert werden.
Der Wagen hielt.
Sie stieg aus.
Schokobraune Haare, zu einem lockeren Zopf gebunden.
Eine viel zu große Strickjacke hing über ihren schmalen Schultern.
Sie sah müde aus.
Einen Moment blieb sie neben dem Auto stehen und betrachtete das Haus, als müsste sie sich selbst davon überzeugen, dass es wirklich ihr gehörte.
James beobachtete schweigend, wie sie tief einatmete.
Dann bewegten sich ihre Lippen.
Die Kamera hatte keinen Ton.
Er musste sie nicht hören.
Er wusste, was dieser Blick bedeutete.
Ein Neuanfang.
Sein Blick glitt über den Bildschirm.
Fenster.
Haustür.
Einfahrt.
Alles war ruhig.
Genau so sollte es sein.
Sein Telefon vibrierte.
Unbekannte Nummer
Die Übergabe ist abgeschlossen.
James las die Nachricht ein einziges Mal.
Dann löschte er sie.
Keine Spuren.
Nie.
Seine Aufmerksamkeit kehrte auf den Monitor zurück.
Lilliana hob gerade den ersten Karton aus dem Kofferraum.
Sie war allein.
Wie immer.
James schloss das Fenster mit dem Kamerabild nicht.
Er ließ es geöffnet.
Wie immer.








