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Rosecliff Academy

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Summary

Die elitäre Rosecliffe Academy verbirgt dornige Geheimnisse. Isoliert auf einer majestätischen Klippe thront das Internat, ein goldenes Gefängnis für die Söhne und Töchter der Reichen und Mächtigen. Für Katlyn ist dies der Ort, an dem sie endlich die Wahrheit über die dunkle Vergangenheit ihrer Familie und die Rolle der Akademie finden will. Sie beobachtet und dokumentiert alles in ihrem Tagebuch, eine Außenseiterin unter den Privilegierten. Dann trifft sie auf John. Er ist der rätselhafte, nachdenkliche Schüler, dessen Familie tief mit den Fundamenten von Rosecliffe verwoben ist. Ihre Welten kollidieren, und eine verbotene Anziehungskraft entbrennt, die dorniger ist als die dornigen Ranken, die sich an den weißen Mauern der Burg empor ranken. Während Katlyn tiefer in das labyrinthartige Schloss und die vergrabenen Geheimnisse eindringt, merkt sie, dass John der Schlüssel zu allem sein könnte – oder ihre größte Gefahr. Die Akademie ist entschlossen, ihr Schweigen zu bewahren, und die Rosen von Rosecliffe bluten. Katlyn und John müssen sich entscheiden, wie viel sie bereit sind zu opfern, um das Schweigen der Klippen zu brechen, bevor es sie verschlingt.

Status
15d ago
Chapters
8
Rating
n/a
Age Rating
16+

Prologe

Ich sitze an der Reling der St. Elias. Es ist das Privatschiff des Internats, mit dem ausschließlich neue Schüler transportiert werden. Dementsprechend hält sich der Luxus hier in Grenzen. Vor wenigen Minuten ist eine prächtige Yacht an uns vorbeigefahren, auf der irgendwelche Elite-Kids eine fette Party feiern. Hätte ich mich in diesem Moment übergeben, wäre es peinlich geworden. Deshalb klammere ich mich an die Reling, weil das verfluchte Schaukeln des Schiffs meinen Magen Purzelbäume schlagen lässt.

Als ich nach oben sehe, stockt mir der Atem. Die Gischt peitscht mir eiskalt ins Gesicht, doch ich kann den Blick nicht abwenden. Hoch über dem stürmischen, nachtschwarzen Meer thront Rosecliff. Wie eine Krone aus makellosem, fast leuchtend weißem Stein krallt sich das gewaltige Schloss in die zerklüfteten Klippen. Die scharfen Kanten der Türme zerschneiden den grauen Himmel, und tief unten bricht sich der Ozean brüllend an den schwarzen Felsen.

Der Wind trägt den Geruch von Salz heran, doch in meiner Nase brennt noch immer der Gestank von verbranntem Gummi und zerfetztem Metall. Der Unfall ist erst wenige Wochen her. Ein Unfall. Das Wort fühlt sich auf meinen Lippen an wie eine dicke, klebrige Lüge.

Mit einem harten Ruck, der mich fast über die Brüstung schleudert, legt die St. Elias am tristen Hafen an. Die Matrosen brüllen unverständliche Kommandos, während ich mich mit meinem abgenutzten Koffer in die Menge der anderen Neuen dränge. Gleichzeitig fluten die Elite-Kids von der Luxusyacht den schmalen Pier. Sie lachen, ihre maßgeschneiderten Uniformen sitzen perfekt. Keiner von ihnen macht Platz.

Jemand rempelt mich rücksichtslos an. Der Verschluss meines Koffers, ohnehin halb kaputt, springt funkensprühend auf. Meine wenigen Habseligkeiten ergießen sich klatschend in den regennassen Schlamm.

Panik schnürt mir die Kehle zu. Mit zitternden Fingern knie ich im Dreck und versuche hastig, meine Kleidung und das letzte Foto meiner Eltern vor den teuren Lederschuhen der Vorbeigehenden zu retten. Niemand hilft mir. Niemand bleibt stehen.

Als ich mich keuchend wieder aufrichte, steht eine Frau mittleren Alters vor mir. An ihrem Haaransatz sehe ich, dass ihre Haare bereits grau werden. Sie blickt mich direkt mit ihrem strengen Blick und ihrer Brille auf der Nase an.

„Junges Fräulein, ich rate Ihnen: Passen Sie auf, wo Sie stehen.“ Sie deutet mit ihrem knochigen Finger auf ein Schild hinter mir. Als ich ihm folge, lese ich, was dort steht. Zwei Pfeile weisen in entgegengesetze Richtungen. Links – Neue Schüler, rechts – Privatschüler. Ich stehe eindeutig auf der falschen Seite.

„Bitte gesellen Sie sich wieder zu Ihren Mitschülern.“

„Jawohl, Madame. Entschuldigen Sie.“ Damit wende ich mich ab und schließe mich als Letzte der kleinen Gruppe an. Wir setzen uns mühsam in Bewegung, während die Privatschüler bequem in einen wartenden Bus steigen.

Der Weg zum Schloss führt einen steilen Berg hinauf, mitten durch einen kleinen Waldabschnitt. Die feuchte Erde und das Schleppen meines Koffers zerren an meinen Kräften, doch als sich die Bäume schließlich lichten, stockt mir erneut der Atem. Vor uns eröffnet sich ein weites Feld aus saftig grünem Gras, das direkt an den Klippen endet und einen wundervollen Ausblick auf den rauen Ozean freigibt. Und natürlich ragt auch hier Rosecliff in der Mitte des gesamten Bildes empor. Aus der Nähe wirkt das strahlend weiße Gestein noch eindrucksvoller, fast einschüchternd, als würde das Schloss jeden unserer Schritte stumm überwachen.

Wir bleiben vor dem riesigen Tor stehen, weil die knochige Frau uns etwas mitteilen möchte. Ihre Worte, nicht meine.

„Aufgepasst, Jungen und Mädchen, wir werden in Kürze Rosecliff betreten. Halten Sie bitte Ihre Einschulungsunterlagen bereit.“ Mit einem gezielten Blick zu mir fügt sie noch hinzu: „Und bleiben Sie bei der Gruppe.“

Toll. Sie hat mich jetzt schon auf dem Kieker. Wir marschieren weiter über eine massive Zugbrücke in einen wunderschönen Innenhof. Alles hier ist auf makellose Symmetrie getrimmt. Gepflegte Hecken, weiße Kieswege, Schüler in tadellosen, dunkelblauen Uniformen, die in kleinen, gedämpft sprechenden Gruppen zusammenstehen. Sie alle wirken so hell. So unberührt von der Dunkelheit, die mich seit dem Tod meiner Eltern wie eine zweite Haut umgibt.

Meine Hand gleitet tief in die Jackentasche, um das Papier für die Einschulung herauszuholen. Meine Finger schließen sich jedoch so fest um das Dokument, dass es völlig zerknittert.

Endlich erreichen wir den vom Sicherheitsdienst bewachten Eingang. Wir stellen uns in eine Reihe vor dem Gebäude auf und jeder wird einzeln hineingeführt. Als wären wir Gefangene, keine Schüler.

Dann bin ich an der Reihe. Im Raum befinden sich drei Sicherheitsmänner und zwei Frauen. Ich gebe einem der Männer meine Schuleinschreibung. Er liest sie sich durch, dann sieht er zu mir. Seinen Blick kann ich allerdings nicht deuten. Er sieht verwirrt und traurig aus und doch irgendwie auch wütend. Ich bin verwirrt. Er wechselt ein paar Worte mit der knochigen Frau, die von den Worten so überwältigt scheint, dass ihre Augen immer weiter werden. Sie nickt kurz und wendet sich dann mir zu. „Bitte folgen Sie mir.“

Ich folge ihr aus dem Gebäude. Den Blick des Mannes spüre ich immer noch auf mir. Wir bleiben vor dem großen Schlosseingang stehen. „Bitte warten Sie hier, es wird in Kürze jemand kommen, um Sie abzuholen. Verhalten Sie sich in der Zwischenzeit ruhig und machen Sie keinen Ärger.“

Täusche ich mich oder ist ihr Ton mir gegenüber etwas weicher geworden? Ich sehe, wie die Schüler durch das Tor eilen, um nicht zu spät zum Unterricht zu kommen.

Alle. Bis auf ihn.

Mein Blick wird fast magnetisch angezogen. Er lehnt abseits der anderen im Schatten eines massiven weißen Bogengangs. Ein Junge, nicht viel älter als ich, doch er wirkt, als gehöre er nicht in diese makellose Welt. Seine Uniformjacke steht offen, die Krawatte ist achtlos gelockert, und während die anderen Schüler eine Aura elitärer Zurückhaltung ausstrahlen, umgibt ihn etwas Raues. Etwas Unruhiges.

Die anderen scheinen einen unbewussten Bogen um ihn zu machen, tun so, als sei er gar nicht da. Doch er sieht nicht auf sie. Er sieht zu mir.

Sein Blick trifft mich über den halben Innenhof hinweg, und für den Bruchteil einer Sekunde bleibt mir die Luft weg. Die Erwachsenen haben mich in den letzten Wochen immer mit demselben Ausdruck angesehen: mit erdrückendem Mitleid. In seinen Augen ist kein Mitleid. Da ist nur eine stille, durchdringende Intensität, die mir eine Gänsehaut über die Arme jagt. Es war ein fast schon unheimlicher Blick, der mich bis auf die Knochen zu durchleuchten scheint. Als wüsste er genau, welche Schatten ich mit durch diese weißen Tore bringe.

Er stößt sich von der Wand ab, ohne den Blickkontakt zu brechen, und verschwindet lautlos in den dunklen Korridoren des Schlosses.

Ich stehe noch immer starr auf dem weißen Kies. Rosecliff sollte mein Neuanfang sein. Mein sicherer Hafen nach dem Sturm. Doch als ich auf die makellose weiße Fassade starre, weiß ich, dass dieser Ort kein Zufluchtsort ist. Es ist ein Versteck. Und manche Geheimnisse werden hier nicht begraben – sie spazieren einfach durch die Flure.

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Good Writing

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Great Character

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Strong Dialog

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