Kapitel 1
Chris in das kleine Café in der Nähe des Marktplatzes. Manchmal trifft er sich dort mit Kunden aber meistens genießt er nur die Atmosphäre, den Duft frisch gemahlener Kaffeebohnen und die leise Musik im Hintergrund. Meistens trinkt er eine große Tassen Kaffee Crema mit Milch und beobachtet die Leute. Als er heute ins Café kommt fällt SIE ihm sofort auf, ein schönes Gesicht mit einem traurigen Blick. Sitzt hinten am Fenster und liest in einem Buch, das vor ihr auf dem Tisch liegt. Sie ist schätzungsweise Mitte dreißig. Ihr kurzes Sommerkleid betont ihre schlanke Figur und die Strickjacke, die leicht um ihre Schultern drapiert ist, verleiht ihr eine Aura von zerbrechlicher Schönheit. Ihre blonden Haare sind zu einem lockeren Dud hochgesteckt, ein paar Strähnen umspielen zart ihr Gesicht.
Obwohl das Café nicht sehr voll ist, steuert er direkt auf ihren Tisch zu.
„Hallo, ist hier noch ein Platz frei?”
Ein Hauch von Rosa färbt ihre Wangen, als sie ihn mustert. Sie schiebt ihr Buch beiseite und deutet auf den leeren Stuhl gegenüber.
„Ja, natürlich”
… antwortet sie leise, ihre Stimme ein wenig zittrig vor Nervosität.
Er setzt sich auf den Stuhl gegenüber. Der Kellner kommt an den Tisch und fragt: „Ein Pott Kaffee – weiß, wie immer?“ Er bejaht, schaut dabei aber nicht den Kellner an, sondern ihr ins Gesicht. Sie hat wasserblauen Augen und blass-rosa Lippen.
„Ich habe Sie hier noch nie gesehen, sind sie neu in der Stadt.”
Sie schlägt ihr Buch zu, blickt auf und schaut ihm in die Augen.
„Ja, ich bin vor kurzem hierhergezogen”, antwortet sie leise, „ich suche nach einem Neuanfang, nach etwas Neuem.”
Sie spielt mit dem Saum ihres Kleides, ihre Finger bewegen sich unbewusst auf und ab, als würden sie den Stoff streicheln. Ihre Augen verraten eine Spur von Sehnsucht und Traurigkeit.
Er trinkt einen Schluck Kaffee und sieht ihr wieder in die Augen.
„Berufliche Gründe? … Entschuldigung, ich möchte nicht aufdringlich sein, aber sind es berufliche Gründe, weswegen sie hergezogen sind?”
Sie lächelt ein wenig, ihre Lippen formen sich zu einem schmalen Bogen.
„Keine Sorge, Sie sind nicht aufdringlich”, versichert sie mir. “Ja, berufliche Gründe spielten eine Rolle. Ich bin Grafikerin und habe Hoffnungen, hier eine neue Inspiration zu finden.”
Sie streicht sich eine Haarsträhne hinters Ohr und wirkt verlegen und traurig.
„Aber es war vor allem auch persönlich. Ich wollte einfach weg, neu anfangen, mich neu erfinden.”
„Oh, das hört sich für mich fast so an, als hätten sie eine persönliche Enttäuschung erlebt. War es beruflich oder privat?”
Sie zögert einen Moment, ihre Finger tanzen über die Kante des Tisches, als würden sie die Worte formen, bevor sie sie aussprechen möchte.
„Es war beides”, gesteht sie schließlich, ihre Stimme kaum mehr als ein Flüstern. „Ich habe mich in meiner Arbeit verloren und in meiner letzten Beziehung... da habe mich wohl auch verloren.”
Ihre Augen senken sich, als würde sie in die dunklen Tiefen ihrer eigenen Geschichte blicken, aber dann hebt sie den Kopf und ihre Lippen verziehen sich zu einem mutigen Lächeln.
„Aber jetzt bin ich hier, in dieser schönen, kleinen Stadt und ich bin bereit, mich wiederzufinden.”
„Oh, das tut mir leid. Wenn ich Sie nerve, sagen es. Ich bin immer etwas neugierig.”








