Die Vikings Saga - Die Meerjungfrau und der Bär

All Rights Reserved ©

Summary

Die Gesichte von Mina, die aufwächst mit der Legende eine Tochter einer Meerjungfrau zu sein, verschleppt von den Nordmännern entdeckt sie erst ihre wahre Natur und Herkunft, die große Liebe, Verrat, Betrug, Hass, Tod, Rache und Krieg. Sie ist weit mehr als nur eine Frau, eine Königin, die aus Rache eine ganze Stadt in Brand und Asche legt und so das Schicksal mehrerer Völker verbindet und ändert.

Status
Complete
Chapters
45
Rating
4.8 8 reviews
Age Rating
18+

Die Sirene

Die See war so still wie ein kleiner Teich im Garten, die Luft schien starr zu stehen, nur der dichte Nebel bewegte sich sanft über das Wasser, als würde er darüber hinweggleiten. Seine grauen Arme umschlangen alles um sich herum und hüllten alles in eine graue Masse ein, es war so unwirklich und beängstigend zu zusehen wie alles in dieser Hülle verschwand. Der Horizont, der gerade vor uns lag war verschwunden, stille herrschte um uns herum und selbst das Wasser klatschte nicht mehr gegen den Bug des Schiffes. Das Schiff schien zu schweben in einer grauen Wolke irgendwo im nirgendwo, ein Meer aus dichter undurchdringlicher Luft, die einem das Gefühl gab zu ersticken. Solchen Nebel hatte noch keiner von uns gesehen, nicht in diesen Gewässern und auch nicht zu dieser Jahreszeit, ein schlechtes Omen. Mit angestrengtem Blick nach vorne starrte die Crew hinaus und das Schiff blieb stehen.

Plötzlich schlug etwas gegen die Schiffswand, etwas hatte uns gerammt. Jacks Schiff kippte gewaltig nach Steuerbord und richtete sich wieder auf wie eine kleine Schaluppe. Grauenhaftes Gebrüll und Geschrei erfüllte die Luft. Unsere Blicke wanderten zu allen Seiten, wie Dämonen aus dem nichts, landeten große Gestalten auf unserem Schiff, die Crew war schon einigen Banditen und Seeräubern begegnet aber noch nie solchen. Die Männer, die an Bord sprangen waren riesig, sie waren größer und breiter als Jacks Männer, wütende Gesichter die durch das wilde Geschrei grauenhaft wirkten. Behängt mit Leder, Pelzen und Ketten stürmten sie zum Kampf. Sie alle trugen Tätowierungen in ihren Gesichtern, ihren Körpern, die Schilde, die sie trugen waren von meiner Körpergröße und ihre Waffen waren Äxte und Schwerter. Die Piraten waren keine Feiglinge, niemand wich zurück. Jack schubste mich mit nur einer Handbewegung in seine Kajüte und verschloss die Tür.

Die Angreifer waren dreckig, ihre Gesichter und Körper wisen Narben auf und was mir auffiel war, das fast jeder von ihnen blond war und sein Haar lang trug, zusammengebunden in einen Zopf oder sogar offen. Nordmänner, erinnert ich mich an die Erzählung von Jack.

<< Nordmänner!!!!! >> schrie Jack. Sie fürchten den Tod nicht, sie sehnen ihn sogar herbei, erklärte er uns damals am Lagerfeuer, als wir auf einer kleinen Insel an Land gingen um Frischwasser aufzufüllen. Damals war ich noch ein halbes Kind und er hatte mich gezwungen vom Schiff bis zu Insel zu schwimmen.

Der Anzug, den Jack mir schneidern ließ passte perfekt. Ich sah mich kurz im Spiegel an, das Schwimmkleid war wunderschön. Es war enganliegen an meinem Körper, besetzt mit Perlen und mit Glitzer Fäden durchzogen, ich öffnete mein Haar und schnappte mir meinen Damendolch, sah zu wie er zwischen meinen Brüsten verschwand, an meinem rechten Oberschenkel band ich einen längeren Dolch an und an meinem Rücken unter dem Kleid war ein Kurzschwert. Alles war mit wunderschönen Details verziert, die Illusion sollte Wirkung zeigen. Ich nahm mir die kleine Dose aus dem Schrank und schmierte mir die Paste auf meine Glieder, diese Fettpaste ließ dass Wasser von meinem Körper abperlen und im Sonnenschein glitzerte sie wie eine Perle. Das Bullauge ging nach außen auf und ich stieg auf die kleine Stufe, die Stufen hatte Jack gut getarnt an jeder Seite seines Schiffes angebracht. Ich kletterte nervös runter und lehnte mich leicht vor um mich umzusehen. Ein tiefer Atemzug, die Vorbereitung auf das kalte Wasser unter mir, ein gekonnter Sprung und wie ein glatter Säbel glitt ich in das Wasser, wie ein kalter stich durchfuhr mich die Kälte, ich tauchte auf und sah mich um, das Schiff der Nordmänner lag flach auf dem Wasser, es war niedriger als Jacks Schiff. In dem Chaos, nahm mich niemand wirklich wahr, ein Schatten im Wasser, ich schwamm unter Wasser zu dem anderen Schiff und tauchte vorsichtig auf. Nur meine Augen sahen sich um, ein Mann stand mit einem Bein auf dem Rand und ich sprang raus und zog ihn ins Wasser, seine schwere Rüstung ließ ihn wie in Zeitluppe zappeln. Vor Schreck riss er die Augen auf und sah die Märchenhafte Gestalt vor sich, ich grinste und stürzte mich auf ihn. Ein schneller Schnitt am Hals und am Oberschenkel und er sank in die Tiefe.

Die Männer, die die Schiffswand abgerutscht waren gehörten mir. Mit geübtem Schwung schwamm ich zu ihnen. Der Überraschungseffekt war immer auf meiner Seite, ich griff sie Unterwasser an und zog sie runter, einige sahen mich an und erstarrten, andere wiederum schrien Unterwasser und versuchten sofort wieder an die Oberfläche zu schwimmen, doch da war ich dann, schnell und erbarmungslos, ich legte den Kopf schief, lächelte sie an und tötete sie. Das Wasser färbte sich rot, das warme Blut strömte leise aus ihnen heraus und erwärmte das Wasser um mich herum. Die Taktik hatten Jack und seine Männer mit mir zusammen ausgearbeitet, bei jedem Kampf versuchten sie so viele Angreifer wie möglich über Bord zu werfen, diesmal war es anders, die Fremden waren stark und groß. Ich tauchte ganz langsam nur so weit aus dem Wasser auf, dass nur meine Augen zu sehen waren, holte schnell Luft und verschwand wieder.

Ich sah immer mehr Männer die Schiffswand raufkletterten, ich schwamm zurück und schnappte mir noch einige von ihnen im Wasser, ich zog sie an den Füßen mit vollem Körpereinsatz in das kalte Wasser, in meiner blauen Welt war ich unschlagbar. Sie versuchten nach mir zu treten aber sobald sie genauer hinsahen zögerten sie immer, das Schwimm Kostüm verwirrte sie, das Goldschimmernde Netz und die grünen leuchtenden Schuppen, die Perlen in meinem Haar. Die Glitzernde Haut. Einer der Männer, der gerade die Schiffswand raufkletterte drehte sich um und starrte mich direkt an. Ich sah Wahnsinn in seinen Augen, er rief etwas in seiner Sprache und zeigte auf mich.

<< Sjöjungfrun! >> er wiederholte es mehrmals und zeigte auf mich. Ich musste ihn tötet, ich zog eine ihrer Kriegerinnen ins Wasser, biss ihr in den Hals und sprang aus dem Wasser an die Schiffswand, wo versteckt kleine Holztreppen für mich angebaut waren. Ich war schneller als der Mann, der mich entdeckt hatte. Er sah ständig zu mir rüber rief etwas und versuchte mich einzuholen. Ich war schneller und wendiger als er, ich sprang als erste an Deck und sah wie Jack von einer Axt getroffen wurde, sie bohrte sich tief hinein zwischen seiner Schulter und seinem Hals, Blut strömte aus ihm heraus, wie Lava aus einem Vulkan spritze es überall hin und bedeckte das Deck wie ein Teppich. Der andere Mann tauchte vor mir auf.

<< Sjöungfrun!>> rief er und alle sahen in meine Richtung. Das Geschrei verstummte und die Nordmänner hielten inne, sie starten mich an, einige mit Angst und andere mit Neugier und wieder andere mit Wut und Mordlust. Mein Blick ging in die Runde und wieder zu dem Mann vor mir. Der Mann vor mir war groß, er war schlank und athletisch, sein Haar trug er nach hinten in einem Zopf geflochten, seine Zähne waren wie kleine Eisberge in seinem Mund und glänzten wie die eines Raubtieres, die Augen waren blau so blau wie der Himmel über uns und sein hübsches Gesicht war zu einer grausamen Maske mutiert, sein Grinsen war riesig und er sah mich durchdringend an. Er stand in Angriff Stellung mir gegenüber und warf seine Axt von der linken in die rechte Hand - hin und her, er schien mit mir spielen zu wollen, das Spiel was nur einer von uns verlieren würde. Ich wollte nur noch eins, ich wollte zu Jack. Als er gerade dabei war mich anzugreifen und einen lauten Schrei ausstieß ergriff ich die Gelegenheit, ich warf mich auf den Boden und rutschte zwischen seinen Beinen auf dem von ihm tropfendem Wasser durch. Er drehte sich überrascht um und sah wie ich aufsprang ihn angrinste und zu Jack rannte. Der andere Riese riss gerade die Axt aus Jacks Körper heraus und setzte zum zweiten schlag an.

<< Stopp! Nein! Anhalten.... Bitte. >> Meine Stimme war laut. Ich streckte meinen Arm aus und der wilde Mann bremste seinen Schlag ab. Die Klinge seiner Axt berührte meine Handfläche und ich spürte wie scharf sie war, ich wich nicht zurück. Mit festem Blick sah ich den Anführer dieser Männer an, ich nahm an, dass er der Anführer war, er war älter als die anderen und stellte mich ihm in den Weg. Ich erhob mich und stand stolz vor ihm, keine Angst zu zeigen war eine Kunst, die mich Jack gelehrt hatte. Mein fester Blick und mein Mut schienen ihn zu beeindrucken. Sein Blick wurde sanfter und er nahm die Axt runter. Alles war plötzlich ruhig um uns herum, ich spürte die Blicke auf uns ruhen.

<< Danke. >> sagte ich außer Atem und drehte mich zu Jack um. << Jack, Jack! >> rief ich und kniete mich zu ihm hin, ich hob seinen Kopf an.

<< Rette dich.... rette dich... meine Tochter. >> flüsterte er. Er starrte an mir vorbei und sah den Mann an, der hinter mir stand und ihn tödlich getroffen hatte. Jack sah zu mir und nahm seine letzte Kraft zusammen um mir mein Leben zu retten.

<< Meerjungfrau! Sie ist eine Mermaid, Undine, Sirene!>> sagte Jack so laut er konnte und ich sah ihn nur entsetzt an. Ich drehte mich zu dem Mann hinter mir um und sah wie Angst und Bewunderung sein grimmiges Gesicht erfüllte. Der Riese wich leicht zurück und sah seine Männer an und dann mich.

<< Sjöjungfrun! >> sagte Jack und ich sah ihn erschrocken an. << Nein. >>

<< Sie fürchten d..... ch meine Tochter, rette d... Ich. >> Jack, der gefürchtete Blaubart -Jack, er war tot und lag in meinen Armen. Der stärkste Mann, der mutigste und auch merkwürdigste Mann der mir je begegnet war..... War Tot. Ich nahm seinen Säbel, er war mit Edelsteinen verziert, er hatte ihn einem Edelmann abgenommen und erhob mich wieder und versuchte nicht in Tränen auszubrechen, sie schimmerten in meinen Augen und nahmen mir die Sicht.

<< Hier, der gehört euch. Nehmt ihn, ihr habt gewonnen aber lasst die Männer gehen! >> ich streckte meine Hände aus und ging auf den Riesen zu, ich schaute mich um und sah Angst in ihren Gesichtern. Sie fürchteten sich vor mir, einer kleinen halbnackten Frau, Jack hatte meine Legende weit gesponnen um den Menschen Angst zu machen und mich unangreifbar zu machen. Der andere junge Mann, der mich töten wollte trat an den Riesen heran. Er sah mich an, sein Gesicht voller Blutspritzer und Dreck, sie sprachen mit einander und ich wartete auf mein Schicksal.