Kapitel 1 der Albtraum
Der Albtraum
Cecelia
Alles um mich herum war grau. Die grauenhafte Kälte war nicht auszuhalten. Mein ganzer Körper schauderte. Der einzig klare Gedanke, den ich fassen konnte war, ich muss zu ihm. Denn er ist der einzige, der mir helfen kann.
Ich rannte so schnell ich konnte jedoch wusste ich nicht wohin, ich wusste nur, dass ich bei ihm sein muss. Ich sah in der Ferne ein helles Licht. Es schien mir unmöglich das Licht zu erreichen. Ich sah ihn, wie er mir zu winkte. Es war zu dunkel, ich konnte sein Gesicht nicht erkennen. Plötzlich hörte ich ein klingeln, welches immer lauter wurde.
Es war mein Wecker. Beim Versuch es abzuschalten, fiel ich aus meinem Bett.
Ich hatte schon wieder diesen Albtraum. Ich hatte seit ich mich errinern kann verschiedene Albträume, manchmal waren es Warnungen oder aber auch Prophezeiungen. Ich nahm mein Traumbuch und versuchte meine Gedanken zu ordnen und schrieb alles auf woran ich mich noch erinnern konnte. Es war dieser Mann. Er hatte eine Anziehungskraft, die mich wie in einen Bann zog. Beim schreiben dachte ich nur an ihn und wie ich mich gefühlt hatte.
Ich war ganz in meinen Gedanken vertieft, doch dann hörte ich ein lautes Knallen und ein wütendes rufen „verflucht“, es war Philipp mein Mitbewohner und ex Freund. Ich verdrehte meine Augen und ging nachsehen was er diesmal hatte.
Als ich im Badezimmer war der ganze Boden nass und die Waschmaschine war übergelaufen. Ich sah ihn erschrocken an und fragte, “wie konnte, dass denn nur passieren? ”
Er schrie mich unkontrolliert an „keine Ahnung das nutzlose Gerät funktioniert nicht mehr. Wieso kannst du nicht die Wäsche machen das ist deine Schuld.”
Natürlich war es nicht meine Schuld. Er hatte zu wenig Wäsche und zu viel Waschmittel in die Waschmaschine gefüllt. Ich antwortete ihm genervt „ich kann nichts dafür, dass die Waschmaschine überladen wurde.”
Ich sah, wie er wieder losbrüllen wollte und bevor er einen Ton rausbrache, entfernte ich mich schnell in Richtung Küche.
Ich liess mir ein Kaffee raus und ging auf die Veranda. Ich spürte die warmen Sonnenstrahlen auf meiner blassen Haut, der Sommer begann. Ich schloss meine Augen und genoss meinen Kaffee. Allerdings kam wie zu erwarten war wieder Philipp zu mir.
Er sagte leise „tut mir leid Cece, ich hatte wieder einen dieser Momente“. Er streichelte meinen Arm und kam näher. Ich ignorierte ihn und nahm einen Schluck von meinem Kaffee.
Er sah mich wie früher an und legte seine Hand auf meinen unteren Rücken und streichte sanft eine Haarsträhne aus meinem Gesicht. Ich hatte lange dunkelbraun gelockte Haare.
Als seine Hand langsam tiefer wanderte, wurde es mir unangenehm.
Wir waren 2 Jahre in einer Beziehung gewesen. Jedoch hatten wir uns vor 6 Monaten getrennt. Noch wohnten wir zusammen. Aber ich wusste, dass ich das nicht länger konnte. Es war zuviel passiert.
„Hör auf“, rief ich und stiess ihn weg.
Philipp knurrte leicht verärgert und zuckte zurück.
Ich ging mich fertig machen und stürmte verärgert raus. Ich brauchte Abstand.
Als ich an einem Zeitungsstand vorbei kam, kaufte ich mir eine Tageszeitung. Ich wollte mir Wohnungen ansehen.
Da ich noch am studieren bin und häufig Kurzzeitjobs hatte brauchte ich etwas günstiges. Alle Wohnungen waren weit über meinem Budget. Doch dann stach mir sofort eine kleine Anzeige ins Auge.
Ein Zimmer mit eigenem Bad, in einer Villa. Umsonst!
Ich musste nur kochen können und mehrmals die Woche das Essen für die Mitbewohner kochen und würde dafür bezahlt werden.
Es stand ganz gross alle Interessenten dürfen heute Abend persönlich vorbeikommen für ein Vorstellungsgespräch. Wir suchen ab sofort jemanden.
Ich riss die Anzeige mit der Adresse raus und packte sie in meine Jackentasche.
Als ich wieder zuhause war, holte ich mein Skizzenbuch und fing an den mysteriösen Mann aus meinem Traum zu zeichnen.
Ich war so in der Zeichnung und meinen Gedanken versunken, dass ich nicht merkte, dass es schon dunkel und heute Vollmond war.
Philipp klopfte an meine Tür. Ich sah aus dem Fenster und bemerkte den Vollmond. Mein Herz raste. Ich wusste, wenn heute Vollmond ist, darf ich ihn nicht in meiner Nähe haben. Denn Philipp war kein normaler Mensch!
Er klopfte und rief verzweifelt „bitte Cee öffne die Tür ich verspreche dir ich habe mich im Griff. Ich brauche ich heute Abend“.
Ich sagte nichts und hoffte er geht gleich wieder. Ich wusste, dass er mich zurück wollte aber, dafür war es nun zu spät. Nicht nach all dem, was er mir angetan hatte.
Als er bemerkte, dass ich ihn absichtlich ignorierte, wurde er wütend.
So wütend hatte ich ihn lange nicht mehr erlebt. Er klopfte nicht mehr, sondern schlug auf die Tür ein. Plötzlich riss er die verschlossene Tür auf.
„Was willst du?“ schrie ich. Er musste mir nicht antworten, denn ich konnte in seinen Augen ablesen, was er wollte. Er starrte mich hungrig an und antwortete „Ich will uns wieder haben“.
„Ein uns wird es nie mehr geben“, erwiderte ich und sah ihn mit voller Wut in seinen Augen.
Er kam näher und packte mich an beiden Armen und warf mich auf mein Bett. Dann stürzte er sich auf mich und fing an meinen Hals zu küssen.
„Du weisst genau, dass du mir viel schuldest und darum gehörst du und vor allem dein Körper mir“ sagte er und öffnete seine Hose.
Er zog meinen Rock hoch und versuchte mich zu küssen.
Seine Handlung war ein Schok für mich und dabei brach ich in Panik aus. Ich wusste nicht, was ich tun sollte.
„bitte hör auf“, flehte ich ihn mit zittriger Stimme an.
Er bemerkte nicht mehr wie es mir ging er spürte nur noch sein Verlangen nach meinem Körper. Er hielt meine Arme fest und lag auf mir. Ich konnte mich nicht befreien mir wurde mir schwindlig. Ich fühlte mich so hilflos.
Plötzlich wurde mein ganzer Körper heiss und ich hatte ein gelbes Leuchten in meinen Augen. Meine Augenfarbe änderte sich von dunkelbraun in leuchtend gelb und ich warf Philipp mehrere Meter weg von mir.
Er schaute mich erschrocken an und fragte „was zur Hölle ist in dich gefahren, was bist du?“
Ich antwortete „wenn du mich noch einmal berührst, werde ich zu deinem schlimmsten Albtraum“. Dabei sah ich meine Augenfarbe die sich im Fensterglas spiegelte.
Er war nun endgültig zu weit gegangen. Ich musste von dieser Wohnung weg. Ich musste weg von ihm.
Ich packte schnell meine Kleider und stürmte raus.
Ich hörte ihn brüllen „ich werde dich holen kommen, du kannst dich nicht ewig verstecken. Dann wirst du mir gehören“.
Ich hielt ein Taxi an streckte ihm die Zeitungsanzeige zu und versuchte mich zu beruhigen.
Er nahm, ohne mich anzusehen die Zeitungsanzeige. Als er die Adresse las schaute er mir für einige Sekunden in die Augen. Dann fuhr er los.
Ich hatte das Gefühl er wollte mich warnen, nicht dorthin zu gehen aber dann kam meine Wut auf Philipp zurück und ich versuchte mich abzulenken, indem ich aus dem Fenster schaute und dachte nicht mehr an seinen Blick.