Die letzten Tage...
Die letzten Tage…
Alles hat damit angefangen, das mein Opa schwer krank wurde er bekam Parkinson. Ich war zu dem Diagnose Zeitpunkt noch sehr jung. Wir waren in einem guten Verhältnis, haben uns oft gesehen und haben einfach alles zusammen gemacht. Am Anfang ging es noch gut, aber mit der Zeit, konnte er kaum noch laufen und wurde immer schwächer. Also zogen meine Großeltern um vom Haus in eine Wohnung, wo er keine Treppen laufen musste. Er war auf Medikamente eingestellt und es ging Ihm mal gut und mal weniger gut, er versuchte vieles noch zu schaffen. Ich kann mich noch daran erinnern, wo wir zusammen Blumen gepflegt und gepflanzt haben, es war einer der tollsten Momente. Es war immer schön wenn ich meine Großeltern sah, wir spielten Spiele, rätselten und verbrachten viel Zeit mit einander, wir fuhren auch als Familie in den Urlaub, an den letzten den wir zusammen hatten, gibt es in meinem Kopf noch gute Erinnerungen. Es war ein schlechtes Wetter in Bayern, ich hatte Angst vor Gewitter und mein Opa kaufte mir eine blaue Woll-Decke, damit ich mich darunter verstecken konnte, wir kuschelten zusammen und schauten den Blitzen zu, ich fühlte mich sicher bei ihm.
Irgendwann wurde Seine Vergesslichkeit, Vewirrung etc. jedoch schlimmer. Er baute Unfälle, sah Dinge die überhaupt nicht da waren z.B. sah am Bürgersteig die Mülltonnen die er 2 Tage davor schon weggestellt hatte oder sah weiße Mäuse in der Wand-Ecke die nicht da waren. Es wurde damals schnell klar, dass er den Alltag nicht mehr alleine schaffen würde und das er 24/7 Hilfe brauchte. Er kam in ein Pflegeheim und wurde dort überwacht, wir besuchten Ihn oft und mir wurde erklärt, dass er nicht mehr lange leben würde. Ich genoss die Zeit wo er noch bei mir war sehr. An einem Nachmittag kurz vor seinem Tod, kamen wir zu ihm und wollten ihn besuchen, ich kam an sein Bett und er erkannte mich nicht mehr und schmiss mich aus seinem Zimmer raus. Es war für alle schockierend, keiner hatte damit gerechnet, sonst hätte man mich wahrscheinlich garnicht mitgenommen. Danach habe ich ihn nie wieder gesehen und konnte dementsprechend auch keinen Abschied nehmen von ihm. Es waren seine letzten Tage.
Der Tag der alles verändert hat, war der “16.06.2016“.
Ich war mit einem komischen Bauchgefühl in die Schule gegangen, als ich mittags mit meinem Nachbarn nach Hause kam, sagte ich zu ihm: „Opa ist Tod, ich spüre das, ich wette mit dir, wenn ich nach Hause komme ist jeder am weinen.“ Und genauso war es, ich spürte es, weil mein Vater morgens auch nicht zur Arbeit ging und es untypisch für ihn war, dass er einfach zu Hause blieb. Als ich meine Eltern weinen sah, wusste ich ohne dass sie etwas sagen mussten, dass er tod war. Es war einer der schlimmsten Tage für mich, mir wurde mir meine “Sicherheit“ genommen, die Person mit der ich viel Zeit verbracht hatte, die mit der ich über alles reden konnte, die die mich beschützt hat, die Person die mir viel beigebracht und erklärt hat und auch die Person von der ich meinen Glauben an Gott habe.
An dem Tag der Beerdigung, hatten meine Eltern entschieden, ich blieb besser zu Hause, weil sie mich schützen wollten vor der Trauer. Ich trauer bis heute noch um ihn, da ich es nie verarbeitet habe und die Trauer nie zugelassen habe. Wenn es Thema bei Gesprächen ist, zieh ich mich zurück, da ich darüber nicht sprechen kann und immer weine, weil es mich so sehr zerreisst.







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