Lesbarkeit anpassen
Aa

Nemesis - die Rache

Zusammenfassung

„Der Wunsch nach Rache sitzt tief in ihren Herzen.“ Lord Voldemort war gefallen. Die Todesser gab es nicht mehr und die wenigen die überlebt hatten, genossen ein Leben in einer kalten düsteren Zelle in Askaban. Zwei Jahre ist es her, dass Harry Potter den dunklen Tyrannen besiegt hatte. Nicht nur der Orden hatte Verluste zu betrauern, doch schien es sie nicht zu interessieren, was mit den zurückgebliebenen Kindern der gefallenen Todesser geschehen war. „Nemesis wird vom Himmel herabsteigen, alles und jeden vernichten der sich ihr in den Weg stellt.“

Genre:
Thriller/Fantasy
Autor:
W
Status:
In Arbeit
Kapitel:
32
Rating
5.0 1 Bewertung
Altersfreigabe
18+

1. Vergangenheit


Tränen rannen über ihr Gesicht und zogen Spuren in die Staubschicht, die sich auf ihren Wangen gebildet hatte. Bis auf die Umrisse und grellen Lichtblitze der Zaubersprüche konnte sie durch den Tränenschleier nichts erkennen. Die Welt um sie herum klang gedämpft, als ob ihr jemand Watte in die Ohren gestopft hatte.

Blaue Augen– neben ihr. Warum starrten sie diese Augen so gefühllos und glasig an? Es schien, als ob sie sich in den Verstand des Mädchens brannten. Schnell wandte sie den Blick ab und richtete ihn nach oben. Der Staub, der sich noch nicht gelegt hatte, wurde immer wieder in verschiedene Farben getaucht.

Talitha Lestrange hatte Schmerzen. Ihr ganzer Körper stand in Flammen und in ihrem Kopf schlug ein Hammer gegen ihre Schädeldecke. Sie war eben erst noch zusammen mit den anderen Slytherins in den Kerkern eingeschlossen worden und nun– lag sie da und starrte in den Nachthimmel hinauf. Was war passiert? Hatten die restlichen Häuser tatsächlich geglaubt, sie kämen ungeschoren davon, wenn sie dem berühmten Harry Potter Schutz im großen Schloss boten? Irgendwann zwischen eingesperrt werden und jetzt musste noch was passiert sein. Sie mussten aus dem Kerker rausgekommen sein, anders konnte sie sich nicht erklären, warum sie nun irgendwo auf dem Boden lag und den Sternenhimmel betrachtete.

Das Mädchen hob ächzend den Kopf etwas an, um ihre Umgebung zu betrachten. Steine. Um sie herum langen, große Steinbrocken, die von dem eingerissenen Kreuzgang stammen mussten. Bilder einer gewaltigen Explosion, ausgelöst durch einen Todesser, der sich besonders schlau hielt, hatte das Ganze zum einstürzten gebracht.

Talia hustete, als sie erneut nach Luft schnappte. Der Staub, der das zerbröckelte Gemäuer aufgewirbelt hatte, kratzte fürchterlich in ihrem Hals. Langsam ließ sie ihren Kopf wieder zurück auf den Boden sinken. Weiße Punkte verschleierten ihre Sicht und sie hatte das Gefühl, als ob sich der Boden unter ihr drehte.

„Ihr habt heldenhaft gekämpft!“, dröhnte es in ihrem Kopf. Es schien so, als ob der Dunkle Lord selbst in ihrem Gehirn herumgeisterte. Wie beim ersten Mal in der Großen Halle. Jedoch dachten die Lehrer, es wäre besser, sich gegen Lord Voldemort zustellen und glaubten, es wäre klug, sich gegen ihn zu richten. Seine Worte hallten in ihrem schmerzenden Kopf wider und ließen Talia aufkeuchen.

„Ich wünsche all das nicht. Jeder Tropfen magisches Blut ist zu wertvoll, als das es verschwendet werden sollte. Ich befehle meinen Streitkräften, sich zurückzuziehen. Nutzt ihre Abwesenheit und schafft eure Toten in Würde fort.“

Just in dem Moment, als der Dunkle Lord seine Worte gesprochen hatte, erloschen die bunten Lichtblitze und Talia konnte sehen, wie sich ein paar schwarze Rauchwolken erhoben. Todesser, die dem Ruf ihres Herren folgten.

„Harry Potter, ich spreche nun direkt zu dir. Heute Nacht hast du zugelassen, dass deine Freunde für dich sterben, anstatt mir selbst gegenüberzutreten. Es gibt keine größere Schande. Komm zu mir in den Verbotenen Wald und stelle dich deinem Schicksal. Tust du dies nicht, werde ich ohne Ausnahme jeden töten, der versucht, dich vor mir zu verbergen. Bis auf den letzten Mann, die letzte Frau und das letzte Kind.“ Nach diesen letzten gezischten Worten wurde das Schloss für einen Moment in unheimliche Stille getaucht.

Irgendwo drangen verzweifelte Schreie und Schluchzer an die Ohren der 16-Jährigen und ließen sie zusammenzucken. Wie viele waren wohl schon gestorben, nur um diesen Harry Potter zu beschützen? Sie waren selbst schuld.

Die Hexe versuchte sich aus den Trümmern, in denen sie lag, zu befreien. Sie musste auch in den verbotenen Wald, um ihre Eltern zu finden. Talia hoffte, dass die beiden noch lebten.

Sie hob ihren rechten Arm und wischte ihre dunklen Locken aus ihrem Gesicht. Dabei fasste sie in irgendwas Klebriges, dass ihr über die Wangen lief. Talia führte ihre Hand vor ihre Augen und musste entsetzt feststellen, dass sie blutete. Sie ließ die Hand zurück auf den Boden fallen. Diese Bewegung hatte sie bereits ziemlich viel Kraft gekostet.

Schritte und zwei Stimmen näherten sich ihrer Position. Die kleine Hexe hörte, wie diese Leute Steine aus dem Weg räumten. „Hier ist niemand mehr. Nur Leichen von denen“, spuckte eine männliche Stimme voller Abschaum. „Die können gerne hier verrotten!“

Talia schielte in die Richtung und musste entsetzt feststellen, dass es zwei ältere Gryffindor Schüler waren, die das Mädchen kannte. Sie versuchte trotz stechendem Schmerz, der von ihrem ganzen Körper ausging, kein Geräusch von sich zu geben. Diese zwei Typen würden ihr bestimmt nicht helfen.

Der Blonde jedoch sah genau in dem Moment in ihre Richtung und es gab nun mal nur eine an der Schule, die zwei verschieden farbige Augen hatte. „Sieh mal einer an … wenn das nicht die kleine Lestrange ist“, sagte er und ein fieses Grinsen schlich sich auf seine Lippen. „Haben Mummy und Daddy dich zurückgelassen?“

Verängstigt versuchte sich das Mädchen erneut aus den Trümmern zu befreien, aber sie hatte einfach keine Kraft mehr, die schweren Gesteinsbrocken von ihrem Arm zu kriegen. Er ging neben ihr in die Hocke und schaute ihr amüsiert zu, wie sie sich abmühte. „Lass sie liegen. Sie gehört zu den Todessern. Aber wenn ich die Kleine so ansehe, wird sie es eh nicht mehr lange machen“, meldete sich der andere Junge. Er stupste Talias Bein an.

Die Hexe wimmerte schmerzverzerrt auf und erneute Tränen bahnten sich ihren Weg über ihre verstaubten Wangen. „Nein, sie wird dafür büßen, was ihre Eltern angerichtet haben!“, zischte der Blonde und packte den Kragen ihrer Schuluniform. „Vielleicht sollten wir sie doch lieber mitnehmen. Askaban ist bestimmt ein toller Ort zum Wohnen“, lachte er und ließ Talia wieder los. „Sie ist da doch auf die Welt gekommen, also fühlt sie sich bestimmt wie zu Hause“, meldete sich der andere Junge.

Das Mädchen war zu erschöpft, um ihren Sticheleien überhaupt noch zu folgen. Ihre Augen folgten dem Blonden, als er sich erhob. „Hör auf mich anzustarren, Freak!“, zischte er und trat nach ihr. Talia stieß einen ziemlich kläglichen Schmerzensschrei aus, als der Schuh ihre Rippen erwischte. Der nächste Tritt erwischte sie am Kopf und riss sie augenblicklich in die Dunkelheit.

Stöhnend schlug sie die Augen auf. Ein unscharfer Schatten hatte sich über sie gebeugt und war gerade dabei, ihr die Krawatte auszuziehen. „Lasst mich … in Ruhe“, flüsterte sie mit weinerlichem Unterton. Talia wollte die Person daran hindern, sie weiter zu befummeln. „Ich versuch dir zu helfen, Lestrange!“, knurrte eine männliche Stimme zurück. „Und das wird wohl gleich weh tun.“

Bevor die Hexe weiter darüber nachdenken konnte, wer dieser Kerl war, band sich etwas ziemlich fest um ihr rechtes Bein und heftige Schmerzen durchzuckten ihren Körper. Sie stieß einen Schrei aus, um ihrem Schmerz Luft zu machen. Wenn ihre Eltern sie so schwach sehen würden, dann wäre der Schmerz durch einen Cruciatus bestimmt noch viel schlimmer.

„Na gut, hoch mit dir. Wir verschwinden jetzt von hier“, dröhnte es durch Talias Kopf und im nächsten Moment wurde sie auf die Füße gezerrt. Ohne zu fragen, legte der fremde Zauberer einen Arm um ihre Taille und zwang sie zu gehen.

Es ging nicht lange, da drangen frohe Lacher an die Ohren der Hexe und sie runzelte die Stirn. Was gab es da zu feiern? „Dieser Potter ist tot. Wie es scheint, hat die richtige Seite gewonnen“, erklärte der größere Junge neben ihr keuchend. Sie war zu entkräftet, um seinen Worten noch große Bedeutung zu schenken. Alles, was die Hexe mit den dunklen Locken wollte, war nach Hause zu gehen.

Talia stolperte aus dem Schloss hinaus, dort standen bereits ein paar der Zurückgebliebenen und starrten fassungslos auf das Meer aus Schwarz. Blinzelnd versuchte sie sich auf die Reihen der Todesser zu konzentrieren, um ihre Eltern ausfindig zu machen.

„Die Zeit ist gekommen, um euch zu bekennen. Tretet vor und schließt euch uns an“, verkündete die unverkennbare hohe Stimme des Dunklen Lords. Talias Augen fanden eine Gestalt, die auf einem Schutthaufen herum hüpfte und dabei kicherte. Es gab kein Zweifel, dass dies ihre etwas verrückte Mutter Bellatrix Lestrange war.

„Oder sterbt.“

„Draco“, meldete sich Lucius und streckte seine Hand aus, um seinem Sohn zu zeigen, dass er auf die richtige Seite wechseln sollte. Talia konnte ihren älteren Cousin nicht sehen und stieg langsam mithilfe des anderen Jungen die Treppe nach unten.

Erst als Narcissa Malfoy nach ihrem Sohn rief, löste sich dieser von der Wand und ging auf das Schwarze Meer zu. Tom Riddle, einige Meter davor.

Talia machte sich von ihrem unbekannten Helfer los und schleppte sich durch die vereinzelten Hexen und Zauberer, die ihre Loyalität einem kleinen toten Jungen geschworen hatten. Irgendwann blieb sie schwankend stehen und fasste sich an den Kopf. Die Lestrange war sich nicht mal sicher, ob ihre Eltern sie in diesem Zustand noch erkennen würden.

„Na los, Mädchen!“, meldete sich Bella von ihrem Hügel hinunter. In ihrer Stimme konnte man heraushören, dass sie keinen Widerspruch dulden würde. Für diese Frau war vollkommen klar, dass ihre Tochter sich auf die Seite des dunklen Lords zu stellen hatte. Sie war bereits enttäuscht gewesen, dass Lord Voldemort ihre Tochter nicht schon mit 16 zur Todesserin gemacht hatte.

Das Mädchen senkte den Blick und kam der Aufforderung nach. Bevor sie jedoch weit kam, griffen erneut diese starken Arme um ihre Taille und stützten Talia, bevor sie wieder umkippen konnte. Der Junge mit den dunklen Haaren ließ Talia vor Bellatrix stehen und verschwand wortlos in den Reihen der Todesser.

Talia schaute ihm etwas verwirrt nach, wurde aber von ihrer Mutter unterbrochen, da diese sie am Kinn packte und ihren Kopf zu sich drehte.

„Was ist mit dir passiert, Mädchen?“, zischte die Ältere und drehte den Kopf ihrer Tochter hin und her, um ihre Verletzungen zu betrachten. „Das war nicht meine–“.

„Doch klar ist es deine Schuld. Du bist schwach!“, zischte Bella verächtlich. „Darüber werden wir zu Hause noch reden und jetzt geh mir aus den Augen!“ Die Todesserin schubste das verletzte Mädchen achtlos von sich. Wie eine lästige Fliege.

Talia stolperte mit ihrem verletzten Bein und fiel auf den dreckigen Boden zu den Füßen von ein paar Todessern. Sie versuchte sich mit den Händen abzufangen. Das Mädchen stieß einen Schluchzer aus und ihr rollten erneut ein paar Tränen über die Wangen.

„Steh auf!“, keifte Bellatrix. „Steh verdammt noch mal auf.“ Die 16-jährige Hexe versuchte, trotz Schmerzen und aufkommendem Schwindel, wieder aufzustehen. Bella griff ihrer Tochter in die verschmutzten Locken und riss sie zurück auf die Füße. „Du bist so erbärmlich und schwach! Eine Enttäuschung!“, kreischte sie beinahe. „Mich so vorzuführen… du kannst dich auf was gefasst machen!“

Rodolphus dem seine Tochter mehr am Herzen lag als ihm lieb war, löste sich aus den Schwarzmänteln und trat auf die beiden zu. „Das ist jetzt nicht der richtige Zeitpunkt Bellatrix!“, sagte er mit gedämpfter Stimme. Jetzt noch die Aufmerksamkeit des Dunklen Lords auf sich zu ziehen, würde vermutlich nicht gut ausgehen. Bella schubste das Mädchen in die Arme ihres Ehegattens und wandte sich mit einem letzten verächtlichen Blick ihrer dunklen Augen ab.

Talia klammerte sich verzweifelt an den Umhang ihres Vaters und drückte ihr tränenverschmiertes Gesicht gegen seine Brust. Alles, was sie wollte, war von ihm in den Arm genommen und getröstet zu werden, aber auch das blieb aus. Der Mann löste das Mädchen von sich und zog sie durch die Reihen der Todesser, um sie bei der Brücke stehen zu lassen. „Rühr dich nicht vom Fleck. Hast du mich verstanden?“, fragte er leise und musterte seine verletzte Tochter. Es würde nicht mehr lange dauern, bis er sich darum kümmern konnte. „Es wird nicht mehr lange dauern“, ergänzte er und versuchte ein aufmunterndes Lächeln, bevor der Vater sich abwandte.

Das Mädchen ließ sich schwer atmend und müde, wie sie war, auf den Boden fallen. Das Blut rann ungehemmt weiter über ihr rechtes Bein, verteilte sich auf dem steinernen Boden. Ein unerträgliches Summen erfasste ihre Ohren und es schien, als ob ihr Kopfschmerz noch einmal mehr anschwoll.

Talia kippte zur Seite und in dem Moment, als ihr Kopf erneut auf dem Boden aufkam, konnte sie wiederholt Lichtblitze sehen.

Lass W wissen, was du von diesem Kapitel hältst!
Ich liebe es

7

Ich liebe es

Lustig

0

Lustig

Pikant

0

Pikant

Spannend

5

Spannend

Emotional

1

Emotional

Tiefgründig

0

Tiefgründig

Herzerwärmend

0

Herzerwärmend

Schockierend

1

Schockierend

Gutes Schreiben

5

Gutes Schreiben

Überzeugende Handlung

3

Überzeugende Handlung

Toller Charakter

1

Toller Charakter

Starker Dialog

0

Starker Dialog

Weitere Empfehlungen

 Mehrfach zurückgewiesene Gefährtin

Nicole Schär: Eine tolle Geschichte, bin schon gespannt wie sie ausgeht.

Jetzt lesen
Luna auf der Flucht

N.: Ich mag die Idee der Geschichte und die Charaktere sind sympathisch und die Handlungen nachvollziehbar. Ich würde das Buch uneingeschränkt jedem empfehlen, der dieses Genre mag

Jetzt lesen
Chroniken der Werwölfe Band 1 Der Gefährte

Stefanie : Manchmal irritieren die Schreibfehler aber die Geschichte ist sehr spannend und ich freue mich das ich weiter lesen kann und es sogar noch weitere Bücher gibt... Bin gespannt wie es weiter geht..

Jetzt lesen
The Orc's Pet

Victoria: Hi,I analyzed your work, and I think it has a very unique and engaging storytelling style. The way you present your ideas and emotions really stands out. By the way are you currently working on any other stories or writing projects?

Jetzt lesen
Bloodlines

Victoria: Hi,I analyzed your work, and I think it has a very unique and engaging storytelling style. The way you present your ideas and emotions really stands out. By the way are you currently working on any other stories or writing projects?

Jetzt lesen
Silver's Second Chance

Victoria: Hi,I analyzed your work, and I think it has a very unique and engaging storytelling style. The way you present your ideas and emotions really stands out. By the way are you currently working on any other stories or writing projects?

Jetzt lesen
The Alpha and His Rogue

Victoria: Hi,I analyzed your work, and I think it has a very unique and engaging storytelling style. The way you present your ideas and emotions really stands out. By the way are you currently working on any other stories or writing projects?

Jetzt lesen
The Moon's Weapon : the cursed mate [ MOVING TO GALATEA]

Victoria: Hi,I analyzed your work, and I think it has a very unique and engaging storytelling style. The way you present your ideas and emotions really stands out. By the way are you currently working on any other stories or writing projects?

Jetzt lesen
The Nameless

Victoria: Hi,I analyzed your work, and I think it has a very unique and engaging storytelling style. The way you present your ideas and emotions really stands out. By the way are you currently working on any other stories or writing projects?

Jetzt lesen
Nemesis - die Rache