Mehrfach zurückgewiesene Gefährtin

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Summary

Sophia hatte mit ihren zwanzig Jahren bisher nicht einmal ein annähernd schönes Leben. Sowohl ihr Aussehen als auch ihr Inneres waren von ihrer Vergangenheit, von ihrem Verlust, den Ablehnungen und den Misshandlungen gezeichnet. Ihre Wölfin spürte sie nicht mehr. Selbst ihre Wolfsfähigkeiten waren mit der Zeit fast ganz verschwunden. Wird sich ihre Zukunft ändern? Kann sie sich wieder aufrappeln und ihre traumatisierende Vergangenheit hinter sich lassen, um zu einem neuen, starken Ich zu werden?

Genre
Fantasy
Author
AkAne_471
Status
Complete
Chapters
34
Rating
4.9 33 reviews
Age Rating
18+

Kapitel 1


Beachtet bitte, dass es sich hier um eine Rohfassung handelt. Um meinen Lesern eine schnellere Fortsetzung bieten zu können, verzeiht bitte falsche Zeichensetzung oder Rechtschreibfehler. Ich bedanke mich im Voraus für euer Verständnis. :-)


’*Dies ist eines der DREI Bücher für die Abstimmung.*`

Die Abstimmung läuft zwei Wochen und das Buch, das die meisten Stimmen erhält, wird zusätzlich mit zwei Kapiteln pro Woche hochgeladen. Sobald das Buch, das gewonnen hat, abgeschlossen ist, folgt eine weitere Abstimmung für die zwei restlichen Bücher.


Damit ihr nachvollziehen könnt, zu wann neue Kapitel hochgeladen werden, schaut hin und wieder gerne auf meiner Pinnwand vorbei.


Sophia hatte mit ihren zwanzig Jahren bisher nicht einmal ein annähernd schönes Leben. Sowohl ihr Aussehen als auch ihr Inneres waren von ihrer Vergangenheit, von ihrem Verlust, den Ablehnungen und den Misshandlungen gezeichnet. Ihre Wölfin spürte sie nicht mehr. Selbst ihre Wolfsfähigkeiten waren mit der Zeit fast ganz verschwunden. Wird sich ihre Zukunft ändern? Kann sie sich wieder aufrappeln und ihre traumatisierende Vergangenheit hinter sich lassen, um zu einem neuen, starken Ich zu werden?


Sophia

Nachdem mich mein erster Gefährte abgelehnt hatte, verlor ich meine Wölfin.

Doch nicht nur das.

Sowohl mein erster Gefährte, der ein Alpha war, als auch sein Rudel töteten meine Eltern. Sie folterten und missbrauchten mich wochenlang, bis ich schließlich fliehen konnte.

Nur wenige Monate später fand ich meinen zweiten Gefährten, einen Beta.

Da er keine wolfslose Gefährtin wollte, lehnte auch er mich ab, was mich fast alle Fähigkeiten, die ich bis dahin noch hatte, verlieren ließ.

Ich wurde zu einem normalen Menschen, der zwar besser hören, riechen und sehen konnte, aber sonst nichts mehr hatte.

Sowohl die Folterungen, die Mishandlungen, die Ablehnungen, der Verlust meiner Eltern als auch der Verlust meiner Wölfin ließen mich zu einer gefühllosen Hülle werden.

Warum ich immer noch am Leben war und es nicht selbst beendet hatte?

Keine Ahnung, ich wusste nicht, was mich noch am Leben hielt.

Ich saß auf dem Balkon in meiner Einraumwohnung und starrte hinauf in den sternenbedeckten Himmel.

Der Vollmond erblühte direkt über mir und hinterließ ein Ziehen in meinem Herzen.

Seufzend stand ich auf, um wie in jeder vorherigen Vollmondnacht einen Spaziergang zu machen.

Auch wenn ich meine Wölfin nicht mehr hatte und mich dementsprechend nicht mehr verwandeln konnte, so zog mich jeder Vollmond an und zwang mich, nach draußen zu gehen.

Draußen waren es fast zwanzig Grad, aber dennoch zog ich mir eine Steppjacke über mein schlichtes schwarzes T-Shirt.

Danach zog ich meine Laufschuhe an und warf einen letzten Blick in den Spiegel.

Ich war erst Anfang zwanzig, doch sah ich fast schon aus wie dreißig.

Mein altes Leben hatte sich maßgeblich auf meinen Körper und mein Aussehen ausgewirkt.

Meine roten, mittlerweile schulterlangen, welligen Haare waren zu einem unordentlichen Dutt zusammengetüddelt, wobei es mich immer wieder frustrierte, dass sie schon lange nicht mehr glänzten.

Sie sahen nur noch stumpf und farblos aus.

Ich war 1,70 m groß, doch hatte ich schon lange meine muskulöse Statur verloren. Jetzt war ich nur noch dünn und hatte keine Kurven mehr.

Erneut entkam meinen trockenen, spröden Lippen ein Seufzen.

Ich schüttelte einmal meinen Kopf, schnappte mir meinen Wohnungsschlüssel und meinen bereits gepackten Rucksack und verließ die Wohnung.

Draußen angekommen, holte ich tief Luft.

Vor einigen Monaten schaffte ich es, fast die ganze Nacht lang durchzulaufen, doch davon konnte ich nur noch träumen.

Ich lebte am Rand einer großen Stadt, die an einen großen Wald angeschlossen war.

Und genau diesen Wald besuchte ich immer wieder, wenn der Vollmond mich zum Rausgehen zwang.

Nach etwa einer Stunde Fußmarsch stand ich auch schon mitten im Wald und starrte wortlos zum Himmel hinauf.

Ich genoss es zwar, doch dann kribbelte mein Nacken, wobei sich meine feinen Härchen auf der Haut aufstellten.

„Bitte nicht schon wieder!“ Hauchte ich, als ich die Augen schloss und meine Lippen zu zittern begannen.

Ein Jaulen erhob sich in der Nähe, doch stand ich immer noch wie angewachsen mit geschlossenen Augen da.

„Nicht noch ein Gefährte! Bitte Mondgöttin, tu mir das nicht an!“ Bettelte ich im Stillen, als meine gesamte Haut zu kribbeln begann.

In der Nähe hörte ich einige Äste knacken, was mich die Augen öffnen ließ.

Ein großer, brauner und wütend aussehender Wolf kam direkt auf mich zu.

Kurz bevor er mich erreichte, verwandelte er sich in seine menschliche Gestalt, wobei hinter ihm weitere Wolfsgestalten auftauchten.

Er sah zwar wirklich schön und muskulös aus, doch strahlte seine wutverzerrte Miene alles andere als Freude aus.

Auch er wird mich ablehnen.

So viel stand fest.

„Ein Mensch? Mondgöttin, willst du mich verarschen?“ Schimpfte seine wutverzerrte Stimme, die für mich dennoch wunderschön klang.

Er musterte mich missbilligend, wobei sein Gesicht verriet, wie sehr er mich verabscheute.

„Packt sie!“ Befahl er laut, bevor sich zwei weitere Wölfe in ihre menschlichen Formen verwandelten und mich in Windeseile an den Schultern packten.

Aufgrund seiner Befehlstimme und seiner Ausstrahlung wusste ich, dass er ein Gamma war.

Ich wehrte mich nicht, wozu auch?

Sein Blick glitt wie der eines Süchtigen über meinen Körper, bevor er ein Knurren von sich gab und sich direkt vor mich positionierte.

Er packt mein Kinn grob und versuchte mich zu zwingen, ihn anzusehen.

Das hätte er nicht tun müssen, denn ich wusste bereits, warum der Augenkontakt notwendig war und ich hatte nicht vor, ihn davon abzubringen.

Ich hatte schon vor langer Zeit aufgehört, mich nach jemandem, der mich wahrhaft liebte, zu sehnen.

„Pass auf, ich weiß, du verstehst das hier nicht, weil du nur ein dummer Mensch bist, aber ich rate dir, zu tun, was ich von dir verlange. Wir können das hier auf die leichte oder harte Tour tun, das liegt ganz bei dir.“ Knurrte er, wobei mich seine Spucke beim Sprechen traf.

„Ich, Oliver Trickev, lehnte dich als meine Gefährtin ab!“ Brummte er kurz danach, was mich spöttisch grinsen und ihn verwirrt dreinschauen ließ.

Er öffnete gerade seinen Mund, wahrscheinlich um mir „dummen Menschen” zu sagen, dass ich seine Ablehnung annehmen musste.

Allerdings kam ich ihm zuvor und sagte emotionslos: „Ich akzeptiere deine Ablehnung, Gamma!“

Das Wort „Gamma“ spuckte ich ihm förmlich entgegen.

Er stand einfach nur da und starrte mich geschockt an. Doch nur wenige Sekunden später sank er mit schmerzverzerrter Miene auf seine Knie.

Ich fragte mich zwar innerlich, warum ich wegen seiner Ablehnung keinen Schmerz spürte, doch nach der dritten sollte man auch meinen, dass ich sowieso kein Gefühl von Schmerz mehr übrig hatte, oder?

Selbst die Hände seiner Rudelmitglieder verließen meine Schultern.

Ich sah ihm tief in die Augen, dessen Schmerz unverkennbar war und fügte kalt hinzu: „Du hast, was du wolltest und jetzt lass mich gehen oder töte mich.“

Seine Augen weiteten sich, als würde er erst jetzt realisieren, was er getan hatte, doch warf ich ihm auch schon seine eigenen Worte an den Kopf: „Such dir die leichte oder die harte Tour aus, das liegt ganz bei dir!“

„Wieso krümmt sie sich nicht auch vor Schmerzen?“ Fragte einer der beiden, der mich festgehalten hatte, wobei ich die Überraschung aus seiner Stimme genau heraushören konnte.

Ohne ihn anzusehen oder den Blick von dem schmerzverzerrten Bündel vor mir abzuwenden, sagte ich stumpf: „Schmerzen? Was soll das sein? Glaub mir, nach drei Ablehnungen spürst du nichts mehr.“

Danach drehte ich mich um und entfernte mich von ihnen.

Mein Inneres war leer und hohl.

Ich fühlte mich seelenlos, hatte aber wenigstens keinerlei Schmerzen.

Zu mindestens dachte ich das, bis mich ein harter Schlag am Hinterkopf traf und mich eine gewohnte Dunkelheit begrüßte.