My Playboy Roommate

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Summary

Ellie Carter war schon immer das Mädchen im Hintergrund. Die liebe beste Freundin. Die, die übersehen wird. Als sie dringend einen Mitbewohner sucht, steht plötzlich Mason King vor ihrer Tür — attraktiv, charmant und definitiv Ärger in Menschengestalt. Eigentlich sind sie nur Mitbewohner. Eigentlich. Doch zwischen nächtlichen Gesprächen, unausgesprochenen Blicken und viel zu vielen Gefühlen beginnt Ellie sich in den Playboy zu verlieben, der niemals lange bei einer Frau bleibt.

Status
Complete
Chapters
44
Rating
5.0 7 reviews
Age Rating
18+

Chapter 1

Ellie

Der Geruch von verbranntem Toast.

Mal wieder.

„Verdammt!“ murmele ich verschlafen und springe so hektisch aus meinem Bett, dass ich mich direkt mit dem Fuß in meiner Decke verfange. Natürlich. Typisch ich.

Mit einem dumpfen Knall lande ich halb auf dem Boden meines winzigen Apartments und starre für zwei Sekunden einfach nur an die Decke.

Vielleicht sollte ich heute einfach liegen bleiben.

Wahrscheinlich wäre das sicherer.

Ein leises Piepen dringt aus der Küche und ich rappele mich mit einem Seufzen hoch. Meine roten Kuschelsocken — die mit den kleinen Cupcakes darauf — rutschen über den Boden, während ich Richtung Toaster stolpere.

Zu spät.

Der Toast sieht aus wie Kohle.

„Perfekt“, murmele ich und ziehe ihn trotzdem raus. „Knusprig.“

Ich esse ihn trotzdem.

Weil ich arm bin.

Und weil Erwachsene angeblich genau sowas tun.

Draußen färbt die Morgensonne New York langsam golden, während ich mich mit meinem Kaffee auf die Küchenzeile setze. Eigentlich ist es mehr Milch als Kaffee, aber echte Erwachsene trinken schwarzen Kaffee und bezahlen Rechnungen pünktlich.

Ich tue keins von beidem.

Mein Blick fällt auf die Spiegelung im Fenster und automatisch ziehe ich meine viel zu großen Ärmel über meine Hände.

Braune Locken zu einem schiefen Dutt. Keine perfekte Haut. Keine endlosen Beine. Keine Modelmaße.

Einfach… ich.

Ellie Carter. Zweiundzwanzig. Marketingstudentin. Nebenjob in einem Café, in dem ich backe, weil Zucker die meisten Probleme zumindest kurzzeitig besser macht.

Und ehrlich?

Das ist okay.

Ich war noch nie das Mädchen, nach dem sich Jungs auf Partys umdrehen. Noch nie die Erste, die gewählt wurde. Noch nie die Beeindruckende.

Eher die Freundin daneben.

Die Nette.

Die Süße.

Die, mit der Männer reden, während sie eigentlich auf ihre beste Freundin warten.

Früher hat mich das verletzt.

Mittlerweile nicht mehr wirklich.

Man gewöhnt sich an sowas schneller, als man denkt.

Ich nehme einen Schluck Kaffee und verziehe sofort das Gesicht.

Kalt.

Natürlich.

Mit einem Seufzen lasse ich meinen Kopf gegen den Küchenschrank sinken und mein Blick wandert durchs Apartment.

Es ist still hier.

Zu still.

Keine Musik aus Scarlets Zimmer. Kein lautes Telefonat. Kein Fluchen darüber, dass sie nicht weiß, welche Schuhe sie mitnehmen soll, obwohl sie ungefähr vierzig Paar besitzt.

Gestern ist sie gegangen.

Für ein ganzes Jahr.

Weltreise.

Einfach so.

Weil Menschen wie Scarlett solche Dinge eben tun.

Scarlett war schon immer das Mädchen, das alles bekam. Blond. Wunderschön. Selbstbewusst. Reich. Die Art von Frau, die einen Raum betritt und automatisch alle Aufmerksamkeit bekommt, ohne irgendetwas dafür tun zu müssen.

Die Leute liebten sie.

Männer wollten sie.

Frauen wollten aussehen wie sie.

Und Scarlett wusste das.

Oh, sie wusste es definitiv.

Manchmal sagte sie Dinge, bei denen ich innerlich zusammenzuckte. Oberflächliche Dinge. Gemeine Dinge. Aber direkt danach grinste sie einfach und alle vergaßen es wieder, weil sie eben Scarlett war.

Selbst ich.

Weil sie trotzdem meine beste Freundin war.

Seit der Highschool.

Die Einzige, die damals überhaupt mit mir am Tisch sitzen wollte.

Also ignoriert man gewisse Seiten an Menschen irgendwann einfach.

Oder man versucht es zumindest.

Mein Blick fällt auf den kleinen Zettel am Kühlschrank und sofort zieht sich etwas in meinem Magen zusammen.

MITBEWOHNER GESUCHT

Dringend.

Ich habe ihn gestern Abend ausgedruckt und unten im Café aufgehängt.

Weil ich mir dieses Apartment alleine niemals leisten kann.

Nicht mit Studium.

Nicht mit meinem Gehalt aus dem Honey Bean Café.

Nicht mit den explodierenden Mietpreisen in Manhattan.

Eigentlich hätte Scarlett ihren Teil trotzdem weiterzahlen können. Ihre Eltern sind absurd reich. Für sie wäre das wahrscheinlich nicht mal der Preis einer ihrer Handtaschen gewesen.

Aber sie meinte nur:

„Ellie, komm schon. Ich bezahle doch keine Wohnung, während ich Cocktails auf Bali trinke.“

Dann hat sie gelacht, mir einen Luftkuss gegeben und ist zum Flughafen gefahren.

Ich schnaube leise.

Ja.

Das klingt ziemlich nach Scarlett.

Mein Handy vibriert neben mir auf der Küchenzeile.

Scarlett ✨

Natürlich.

Ich öffne die Nachricht.

Bin gelandet!!! Oh mein Gott, der Pilot war SO heiß.

Hab übrigens vergessen dir zu sagen: Falls sich jemand wegen des Zimmers meldet, bitte kein Freak. Ich will nicht zurückkommen und ermordet werden. 💋

Ich starre auf die Nachricht.

Dann lache ich trotzdem.

Leider.

„Du bist unmöglich“, murmele ich kopfschüttelnd.

Mein Blick wandert zur Uhr.

Zu spät.

Mist.

Hektisch springe ich auf, schnappe meine Tasche und stopfe mir den restlichen verbrannten Toast in den Mund. Während ich zur Tür haste, bleibe ich kurz stehen und sehe noch einmal durch das Apartment.

Leer.

Still.

Komisch.

Vielleicht meldet sich ja niemand auf den Aushang.

Vielleicht muss ich ausziehen.

Vielleicht endet mein Leben bald in einer winzigen Abstellkammer irgendwo in Queens.

Oder—

Vielleicht wird dieser Zettel mein Leben komplett verändern.

Leider hatte ich zu diesem Zeitpunkt absolut keine Ahnung, wie sehr.

Mit einem viel zu vollen Rucksack und meinem mittlerweile zweiten Kaffee des Tages verlasse ich das Apartment.

New York ist laut. Viel zu laut für acht Uhr morgens.

Menschen rempeln sich gegenseitig an, Autos hupen ohne Grund und irgendwo schreit ein Mann aggressiv irgendeinen Songtext in sein Handy.

Ich liebe diese Stadt trotzdem.

Vielleicht gerade deswegen.

In der Subway ziehe ich meine Kopfhörer auf und öffne nochmal meine Marketing-Unterlagen, obwohl ich genau weiß, dass ich sowieso gleich wieder abschweife.

Und exakt drei Minuten später beobachte ich lieber einen kleinen Jungen dabei, wie er versucht, seiner Mutter heimlich ihren Muffin zu klauen.

Marketingstudentin mit Zukunft.

Definitiv.

Am College angekommen drücke ich die schwere Tür zum Hörsaal auf und sofort schlägt mir das typische Stimmengewirr entgegen.

„Ellie!“

Ich drehe mich lächelnd um und entdecke Sophie aus meinem Kurs. Sie winkt hektisch mit einem pinken Textmarker in der Luft.

„Du hast mir die Zusammenfassung geschickt, oder? Bitte sag Ja.“

„Hab ich“, lache ich und lasse mich neben sie fallen.

„Du rettest mein Leben.“

„Dafür bin ich da.“

Und das meine ich tatsächlich so.

Ich mochte Menschen. Selbst die komplizierten.

Vielleicht, weil ich wusste, wie es sich anfühlt, übersehen zu werden.

Deshalb lächelte ich auch die schüchterne Erstsemesterstudentin an, die alleine hinten saß. Deshalb hob ich Stifte auf, die andere fallen ließen. Deshalb sagte ich sogar dem Typen mit den komplett überteuerten Sneakern freundlich die Uhrzeit, obwohl er mich dabei ansah, als wäre ich sein persönlicher Siri-Service.

Meine Mom sagte früher immer, Nettigkeit kostet nichts.

Okay.

Manchmal kostet sie Nerven.

Aber trotzdem.

Während der Vorlesung kritzle ich kleine Cupcakes an den Rand meines Blocks und versuche gleichzeitig zuzuhören.

„Emotionale Markenbindung ist heutzutage entscheidend—“

Mein Handy vibriert.

Unbekannte Nummer.

Kurz runzle ich die Stirn.

Dann öffne ich die Nachricht.

Hey.

Ich hab den Aushang im Café gesehen. Ist das Zimmer noch frei?

Mein Herz macht sofort einen kleinen Sprung.

Oh mein Gott.

Jemand interessiert sich wirklich dafür.

Viel zu hektisch tippe ich zurück.

Ja! Ist noch frei 😊

Die Antwort kommt fast sofort.

Cool. Wann könnte ich es mir ansehen?

Ich kaue nervös auf meiner Unterlippe herum.

Das fühlt sich plötzlich unglaublich erwachsen an.

Nicht wie „ich esse verbrannten Toast zum Frühstück“-erwachsen.

Sondern echtes Erwachsenenleben.

Mit Verantwortung.

Und Rechnungen.

Und potentiellen Serienmördern.

Mein Blick wandert kurz durch den Hörsaal.

Vielleicht sollte ich vorher fragen, ob die Person Organe sammelt.

Oder laut atmet.

Oder nachts Leute beobachtet.

Scarlett hätte hundertprozentig genau sowas gesagt.

Ich schnaube leise und tippe trotzdem:

Heute Abend vielleicht? Gegen sieben?

Wieder diese schnelle Antwort.

Passt.

Mehr nicht.

Kein Name.

Kein Emoji.

Nicht mal ein Punkt.

Ich starre auf das Display.

Irgendwie… mysteriös.

Und minimal unheimlich.

„Alles okay?“ flüstert Sophie neben mir.

„Ja“, murmele ich langsam. „Glaube schon.“

Dann sehe ich wieder auf die Nachricht.

Und ohne zu wissen warum, bekomme ich plötzlich dieses seltsame Gefühl im Bauch.

Als würde sich gerade irgendetwas verändern.