Called by the Alpha

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Zusammenfassung

Gabrielle Stone wurde von Wölfen aufgezogen – doch sie ist ein Mensch. Oder das hat sie zumindest immer geglaubt. Seit ihrem achtzehnten Geburtstag ruft der Wald nach ihr. Ebenso wie die Träume. In ihnen weckt ein mächtiger Fremder mit leuchtend bernsteinfarbenen Augen etwas Wildes in ihr, etwas Gefährliches. Als Mädchen in der Nähe ihrer ruhigen Bergstadt zu verschwinden beginnen, kommen Geheimnisse ans Licht und Gabrielle erkennt, dass der Sog, den sie zum mysteriösen Alpha verspürt, nicht nur ein Traum ist. Es ist eine Verbindung. Eine, die er nie wollte. Während sich die Wahrheit über ihre Vergangenheit zu enthüllen beginnt, muss Gabrielle entscheiden, wo sie hingehört: in das sichere menschliche Leben, das sie kennt, oder in die wilde Welt, die schon immer nach ihr gerufen hat. Denn sobald das Schicksal erwacht, gibt es kein Zurück mehr.

Status:
Abgeschlossen
Kapitel:
38
Rating
4.8 45 Bewertungen
Altersfreigabe
18+

Premonition

Ich renne durch den Wald. Etwas, das ich nicht verstehe, zieht mich vorwärts.

Als ich loslaufe, kenne ich seinen Namen nicht. Ich weiß nur, dass mich etwas im Wald ruft.

Meine Lungen brennen, während ich mich durch die uralten Bäume schlängle. Meine nackten Füße berühren kaum den Boden. Ich weiß nicht, wohin ich laufe, aber ich weiß, dass ich den Ruf nicht ignorieren kann.

Der Wald scheint zu leben, während ich renne. Die Luft summt. Blätter flüstern. Schatten strecken und winden sich, als ich vorbeieile; sie beugen sich zu mir herab, als würden sie mich beobachten.

Ich bin zu schnell unterwegs.

Viel schneller, als ich eigentlich sein könnte.

Schneller, als ein Mensch es sein sollte.

In diesem Moment merke ich, dass ich auf allen vieren laufe.

Der Gedanke kommt kaum bei mir an, da bricht der Boden unter mir weg. Etwas windet sich um meine Beine und reißt mich zu Boden. Ich schreie auf, als knorrige Wurzeln aus der Erde schießen, sich um meine Arme und meinen Oberkörper legen und mich am Waldboden festnageln.

Sie ziehen sich zu und drücken mir die Luft aus den Lungen.

Panik steigt in mir auf und mein Herz hämmert wild gegen meine Brust. Ich schnappe nach Luft, doch sie will einfach nicht in meine Lungen strömen. Mein Blick verschwimmt an den Rändern.

Das kann nicht echt sein. Wach auf.

Bevor ich den nächsten Atemzug nehmen kann, wird es still im Wald.

Ein tiefes Grollen geht durch die Bäume – es klingt bedrohlich und ist viel zu nah.

Der Boden bebt unter mir.

Schwere Schritte donnern näher – sie sind langsam und entschlossen. Ich versuche durch die Dunkelheit zu spähen, während sich Angst und ein ungewohntes Gefühl in meiner Brust verhaken.

Dann sehe ich sie.

Faszinierende Augen tauchen aus den Schatten auf. Sie leuchten wie flüssiger Bernstein, durchbohren die Dunkelheit und fixieren mich mit einer beängstigenden Präzision. Ein Blick genügt, um zu wissen, dass sie jemandem gehören, der mächtig ist. Jemandem, der kein gewöhnlicher Mensch ist.

Ich kann den Blick nicht abwenden.

In dem Moment, in dem sich unsere Blicke treffen, entzündet sich etwas in mir. Ein stechender, elektrischer Zug geht durch meine Brust und raubt mir den Atem. Meine Angst löst sich auf und weicht etwas weitaus Gefährlicherem: Sehnsucht und dem Gefühl, ihn zu kennen.

Ich weiß nicht, woher ich das weiß. Ich weiß es einfach.

Wer auch immer er ist, er strahlt Macht aus. Er ist kein Mensch. Was auch immer er ist, es fühlt sich an, als hätte er auf mich gewartet.

Seine Präsenz drückt schwer und unbestreitbar auf mich, doch darunter liegt ein überwältigendes Gefühl von Sicherheit – ein Gefühl von Richtigkeit.

Als würde ich hierhergehören.

Zu ihm.

Er tritt einen Schritt näher, gerade so weit, dass das Mondlicht seine Konturen streift. Ich erahne breite Schultern und eine Kraft, die sich aus den Schatten meißelt, doch mein Fokus wandert hilflos zurück zu seinen Augen.

Sie brennen vor ungezähmter Intensität.

Das Band zwischen uns zieht sich straffer, rollt tief in meinem Bauch zusammen und lässt meine Haut kribbeln. Jeder Instinkt in mir schreit danach, die Hand nach ihm auszustrecken, die Distanz zu überbrücken, um...

Der Wind dreht sich und er atmet scharf ein.

Das Geräusch lässt einen heftigen Schauer über meinen Rücken laufen. Gänsehaut breitet sich auf meiner Haut aus, während die Luft vor Spannung knistert. Sein Blick huscht über mich, als würde er weit mehr sehen, als er sollte.

Als würde er mich kennen.

Seine Lippen teilen sich, als wollte er etwas sagen.

Ich halte den Atem an. Selbst der Wald scheint sich zu neigen, während er wartet.

Und dann...

Meine Brust zieht sich schmerzhaft zusammen, als die Dunkelheit über mich hereinbricht und mich in die Tiefe reißt, bevor ich hören kann, was er zu sagen hat.