PRINZESSIN IM SCHATTENREICH

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Zusammenfassung

Nayantara wurde geboren, um zu herrschen. Sie war eine Prinzessin und dazu bestimmt, eines Tages Königin zu werden. Doch das Schicksal hatte andere Pläne. In ihrer eigenen Familie war sie nicht mehr als eine Sklavin. Als wäre das nicht genug, beschließen sie eines Tages, sie an einen rücksichtslosen König zu verschachern. Wird sie allein mit ihrem Verstand in einem Spiel aus Macht, Verrat und Krieg überleben können? Die mutige Reise einer Prinzessin auf den Thron. Eine Saga von Rache, Stolz & Liebe — Copyright © 2024

Status:
Abgeschlossen
Kapitel:
49
Rating
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Altersfreigabe
18+

Prolog

Einführung

Nayantara Solankyas – Prinzessin von Anhilwara

Alter: 19

Familie: Digvijay (Vater), Gayatri (Mutter), Rajendra (Onkel), Veena (Tante), Vishakha (17, Cousine), Savita (daai ma)


SiddhantVeer Agnivanshi – König von Maharav

Alter: 29

Familie: Suryadev (Vater), Padmini (Mutter), Adhisha (27, Schwester), Aditya (25, Stiefbruder)


Prolog

Nayantara wachte früh auf. Heute war ein besonderer Tag für sie. Sie setzte sich im Bett auf und gähnte. Dann blickte sie aus dem einzigen kleinen Fenster ihres Zimmers. Der Himmel war rosarot und verkündete den Anbruch eines neuen Tages. Heute wollte sie sich ihr Königreich zurückholen. Jahrelang hatte sie auf diesen Tag gewartet. Sie wollte das Reich ihres Vaters endlich ihrem Onkel entreißen.

Sie war erst acht Jahre alt, als sich ihr ganzes Leben schlagartig änderte. Sie spielte damals mit ihren Freunden Verstecken. Um sich zu verstecken, schlich sie sich in das Gemach ihres Vaters. Ihr Vater war zu dieser Zeit nicht da. Die Wachen ließen sie hinein, da es das Zimmer ihres Vaters war. Sie versteckte sich hinter der Couch. Wenig später betrat ihr Vater, König Digvijay, zusammen mit seinem jüngeren Bruder Rajendra den Raum.

Digvijay schrie. „Wie konntest du das tun, Raj? In der Buchhaltung herrscht ein riesiges Chaos. Ich habe im Krieg gekämpft, um unser Reich zu vergrößern. Und du genießt hier dein Leben und verprasst das Geld für deine Ausschweifungen.“

„Ich habe nichts Falsches getan“, schrie Rajendra zurück. „Ich bin der Prinz von Anhilwara. Ich muss niemandem Rechenschaft über meine Ausgaben ablegen.“

„Ich bin nicht irgendwer. Ich bin dein König“, brüllte Digvijay. Er musste husten, weil er seine Stimme zu sehr erhob.

„Bruder.“ Rajendra war sofort an seiner Seite und rieb ihm den Rücken. „Beruhige dich, Bruder. Ich werde dir alles erklären, wenn du willst.“ Er ging zum Tisch, nahm einen Krug Wasser und füllte ein Glas.

Sie ahnten nicht, dass Nayantara im Zimmer war. Sie blieb in ihrem Versteck. Sie sah, wie ihr Onkel ein kleines Fläschchen aus seinem Mantel zog. Er mischte ein paar Tropfen davon ins Wasser.

Rajendra reichte seinem Bruder das Glas. In diesem Moment änderte sich Nayantaras Leben für immer. Ihr Vater starb vor ihren Augen und sie konnte nichts tun. Ihr Onkel lächelte, während sein Bruder seinen letzten Atemzug tat. Langsam versammelten sich Menschen im Raum und Rajendra fing an zu weinen. In all dem Chaos bemerkte niemand Nayantara. Ihre Mutter, Königin Gayatri, konnte diesen Verlust nicht ertragen. Sie starb ebenfalls nur wenige Tage später.

Ihre letzten Worte an Nayantara waren: „Spiele klug, wenn du überleben und eines Tages siegen willst. Wiederhole nicht den Fehler deines Vaters.

Danach zog Savita, Nayantaras daai ma, sie auf und kümmerte sich um sie. Nayantara verriet niemandem das Geheimnis ihres Onkels, nicht einmal ihrer daai ma.

Nayantara schüttelte den Kopf, um ihre Gedanken zu ordnen. Sie musste heute ruhig und beherrscht bleiben. Sie wischte sich den Schweiß vom Hals. Oft schwitzte sie im Schlaf, weil das Zimmer eng war und kein Fenster zum Lüften hatte. Es war das kleinste Zimmer im Palast. Normalerweise schliefen hier die Dienerinnen der Königin. Doch nach dem Tod ihres Vaters hatte ihre Tante Veena sie in dieses Loch gesteckt. Sie stand auf und ging ins Bad, um sich für den Tag fertig zu machen.

Sie badete und zog dann ein einfaches gelbes Gewand an. Gerade als sie fertig war, klopfte es an der Tür.

„Herein.“

Die Tür öffnete sich und daai ma trat ein.

„Ich bin bereit für die Hochzeit meiner lieben Schwester“, sagte Nayantara mit einem Lächeln.

Heute war die Hochzeit ihrer Cousine Vishakha, der Tochter ihres Onkels. Vishakha war siebzehn Jahre alt, Nayantara bereits neunzehn. Trotzdem dachte niemand an Nayantaras Vermählung. Ihre Cousine sollte den schönsten Prinzen aller Königreiche heiraten: Prinz Jayraj von Patyal. Die Hochzeit sollte in ihrer alten Burg stattfinden. Diese lag genau zwischen den beiden Reichen und war für beide Familien gut zu erreichen.

„Bist du sicher, Prinzessin, dass du das tun willst? Ich meine, gibt es keinen anderen Weg?“, fragte Savita.

„Glaubst du, mein Onkel gibt mir den Thron einfach so zurück? Ich bezahle für den Fehler meines Vaters. Wegen ihm bin ich in dieser Lage. Er wusste, dass sein Bruder kein guter Mensch ist. Warum hat er ihm dann vertraut? Wie konnte er nur so dumm sein?“

„Seinem eigenen Bruder zu vertrauen, ist keine Dummheit, Prinzessin.“

„Doch, das ist es!“, rief Nayantara. „Er hat seine Pflicht gegenüber allen erfüllt. Gegenüber dem Reich und der Familie. Aber was ist mit mir? Ich war nichts für ihn. Er hat nie Zeit mit mir verbracht. Und dann hat er mich in diesem Schlamassel zurückgelassen. Er hat dieses riesige Imperium aufgebaut – und für wen? Für seinen hinterhältigen Bruder. Er hat nicht an meine Zukunft oder meine Sicherheit gedacht. Kein Prinz wird mich heiraten, weil mein Onkel mich niemals vermitteln wird. Er will mir nichts geben, nicht einmal ein kleines bisschen Glück. Ich muss mein ganzes Leben allein bleiben. Und das alles nur, weil mein Vater zwar klug und mächtig war, aber keine Menschenkenntnis besaß.“ Nayantaras Herz krampfte sich vor Schmerz zusammen. Eigentlich wollte sie nicht so bitter über ihren Vater sprechen. Sie liebte ihn sehr und sie wusste, dass er sie auch geliebt hatte. Auch wenn er kaum Zeit für sie hatte. Ihr Vater war ein gütiger Mann, der anderen schnell vergab. Er war so mächtig, dass kein Feind ihn besiegen konnte. Aber was sollte man tun, wenn die Gefahr im eigenen Haus lauerte? Er wollte die Familie zusammenhalten, obwohl er ihre bösen Absichten kannte.

„Ich verstehe deinen Schmerz, Prinzessin. Aber sie zu töten ...“, setzte Savita an.

„Es gibt keinen anderen Weg, um meinen Thron zurückzubekommen.“

„Ist der Thron so wichtig, dass du das Blut deiner eigenen Familie vergießen willst?“

Nayantara lachte bitter auf. Offensichtlich wusste Savita nicht, dass Rajendra seinen eigenen Bruder umgebracht hatte. „Ich weiß nicht, ob es der Thron ist. Aber für meine Selbstachtung ist es das Blut meiner Familie allemal wert.“

„Aber Prinzessin, was ist, wenn es schiefgeht? Du kannst nicht kämpfen, und dein Onkel ist ein erfahrener Krieger.“

„Man braucht keine Kraft, um jemanden zu verraten.“ Ihr Plan war einfach. Sie wollte ihrem Onkel das gleiche Gift geben, das er bei ihrem Vater benutzt hatte. Und dann würde sie Prinz Jayraj töten. Sonst würde er ihre Cousine heiraten und als Schwiegersohn den Thron besteigen. Nayantara wollte das schon lange tun. Aber früher war sie nur ein kleines Mädchen und hatte nicht den Mut dazu. Mit der Zeit wurde die Tyrannei immer schlimmer. Manchmal weinte sie stundenlang in ihrem Zimmer, aber niemand trocknete ihre Tränen. Sie wurde nie wie ein Familienmitglied behandelt. Als sie nun Vishakhas Hochzeit planten, ohne ein Wort über Nayantara zu verlieren, fasste sie einen Entschluss. Sie konnte nicht ewig wie eine Dienerin leben. Sie musste Hausarbeiten erledigen. Ihr Tag begann früh. Sie musste das Bad der Königin vorbereiten und ihr Gemach reinigen. Das Gleiche musste sie für Vishakha tun. Danach frühstückte sie mit den anderen Dienstboten. Später säuberte sie den Schlossgarten, die Bibliothek und andere Räume. Man gab ihr Vishakhas alte Kleider, obwohl Nayantara größer war und die Sachen hinten und vorne nicht passten. Einige Zofen im Palast lachten über sie, andere hatten Mitleid. Und als wäre das nicht genug, wurde sie vor den königlichen Gästen gedemütigt. Ihre Würde als Prinzessin war völlig zerstört. Es ging ihr schlechter als einer Magd. Sie fand zwar, dass keine Arbeit zu gering war. Aber über Mägde lachte niemand, wenn sie alte Kleider trugen oder putzten. Wenn man jedoch eine Prinzessin ist, wird man verspottet oder bemitleidet.

„Wenn sie dich erwischen, dann werden sie ...“, begann Savita, doch Nayantara unterbrach sie.

„Ich habe nichts zu verlieren“, stellte sie kühl fest.

Savita seufzte. „Selbst wenn du auf dem Thron sitzt: Es ist nicht leicht für eine Frau zu regieren.“ Sie versuchte erneut, ihr die Risiken vor Augen zu führen.

„Ich werde regieren“, sagte Nayantara mit fester Stimme. „Ich werde die höchste Macht sein. Eines Tages werde ich Königin sein.“

Savita wollte gerade widersprechen, doch Nayantara hob die Hand. „Da kommt jemand“, sagte sie. Im nächsten Moment sprang die Tür auf. Vishakha kam mit einigen Zofen herein. Ihre Verwandten klopften nie an; Privatsphäre galt für sie nicht. Nayantara hingegen durfte die Zimmer ihres Onkels, ihrer Tante oder Vishakhas niemals ohne Erlaubnis betreten. Sie hatte sich daran gewöhnt und war immer vorsichtig, wenn sie über Geheimes sprach.

„Guten Morgen, Nayantara“, sagte Vishakha.

Nayantara zwang sich zu einem Lächeln. „Guten Morgen, Vishakha.“

Vishakha trug ein schweres Lehenga und viel Schmuck. Sie war von oben bis unten in Gold gehüllt. „Hier sind ein paar Kleider von mir. Ich glaube, sie würden dir stehen. Du musst heute hübsch aussehen. Komm nicht in deinen Lumpen an. Schließlich ist es meine Hochzeit“, sagte sie.

Am liebsten hätte Nayantara ihr eine scharfe Antwort gegeben. Doch die Worte ihrer Mutter klangen in ihrem Kopf nach: Spiele klug. Sie seufzte und betrachtete die Kleider in den Händen der Zofen. „Sie sind wunderschön. Sie gefallen mir.“

„Such dir aus, was du willst. Den Rest verteile ich an die Dienstmädchen.“

Nayantara nickte lächelnd. „Gerne.“ Sie trat vor und griff sich wahllos drei Lehengas. „Diese drei nehme ich. Den Rest kannst du verschenken.“

„Schön. Ich weiß, dass dir diese Sachen gut stehen werden. Jetzt mach dich fertig. Wir brechen bald auf“, sagte Vishakha und verließ das Zimmer.

„Du musst das nicht tragen. Ich habe ein wunderschönes Lehenga für dich genäht“, sagte Savita.

„Nein, daai ma, ich werde das hier anziehen“, erwiderte Nayantara mit leerem Blick.

„Schau dir doch erst mal meine Arbeit an. Es wird dir gefallen.“

„Nein, das hier ist genau richtig für mich.“

„Warum tust du dir das an, Prinzessin?“

Nayantara kämpfte gegen die Tränen an. Da stand sie nun. Ganz allein mit abgelegten Kleidern. Ohne die Liebe einer Mutter und den Schutz eines Vaters. Währenddessen begann ihre Cousine ein neues, glanzvolles Leben. Ihr Onkel hatte sich seine Traumwelt aufgebaut, indem er ihren Vater aus dem Weg räumte. „Ich will nicht, dass meine Wunden heilen. Ich will sie offenhalten. Dieser Schmerz ist der einzige Antrieb, den ich habe, um mein Ziel zu erreichen.“

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