True Luna: Von meinem Gefährten verstoßen

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Zusammenfassung

„Ich, Logan Carter, Alpha des Crescent Moon Rudels, weise dich, Emma Parker vom Crescent Moon Rudel, zurück.“ Ich spürte, wie mein Herz in Stücke brach. Leon heulte in meinem Inneren, und ich konnte seinen Schmerz fühlen. „Ich, Emma Parker vom Crescent Moon Rudel, akzeptiere deine Zurückweisung.“ Als Emma ihren 18. Geburtstag feiert, ist sie überrascht, dass ihr Mate ausgerechnet der Alpha ihres Rudels ist. Doch ihr Glück währt nur kurz, denn er weist sie zugunsten einer stärkeren Wölfin zurück. Diese Wölfin hasst Emma und will sie loswerden. Doch Emmas Probleme fangen gerade erst an. Sie erkennt, dass sie über ungewöhnliche Kräfte verfügt, die sie zu einer außergewöhnlichen Wölfin machen. Infolgedessen gerät sie ins Visier gefährlicher Leute, die ihre Fähigkeiten ausnutzen wollen. Emma steht vor der schweren Entscheidung, wie sie mit diesen Herausforderungen umgehen soll. Wird ihr Mate seine Entscheidung bereuen? Wird er in der Lage sein, sie vor den Menschen zu beschützen, die sie bedrohen?

Status:
Abgeschlossen
Kapitel:
46
Rating
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Altersfreigabe
18+

KAPITEL EINS – Der Tag davor (Teil eins)

Emmas Sicht

Ich bin früh am Morgen aufgewacht und sofort aus dem Bett gesprungen. Ich war aufgeregt. So richtig aufgeregt. Morgen war mein Geburtstag. Morgen würde ich achtzehn werden und endlich meinen Wolf kennenlernen. Ich konnte es kaum erwarten, mich zum ersten Mal zu verwandeln. Die Leute sagen, dass es wehtut, aber dieser Teil machte mir keine Sorgen. Es würde nur kurz dauern und danach immer leichter werden. Ein bisschen Schmerz würde ich schon überleben.

Ich wünschte, meine Eltern wären hier, um meine erste Verwandlung mitzuerleben. Es war schon acht Jahre her, dass sie starben. Es wurde mit der Zeit nicht wirklich leichter.

Sie wurden bei einem Angriff von Rogues getötet.

Rogues waren Werwölfe, die zu keinem Rudel gehörten. Sie wurden zu Rogues, weil sie wegen Verbrechen aus ihren Rudeln verstoßen wurden. Manche verließen ihr Rudel auch freiwillig, um als Einzelgänger zu leben. Das war aber selten. Wir Wölfe sind Rudeltiere. Wir sind nicht gerne allein. Wenn ein Wolf sich für das Leben als Rogue entschied, steckte meistens etwas Schreckliches dahinter. Entweder war ihnen im Rudel etwas zugestoßen oder sie hatten ihre Gefährten verloren, waren verrückt geworden und weggelaufen.

Die Rogues lebten eigentlich allein. Sie arbeiteten nicht mit anderen Wölfen zusammen. Aber als sie unser Rudel angriffen, taten sie sich zusammen. Das war sehr seltsam. Nach dieser Nacht erfuhr unser Alpha von einem Rogue-Wolf, der andere um sich geschart hatte, um Rudel anzugreifen. Sie nannten ihn den Rogue-König. Seitdem hatten die Angriffe nicht aufgehört. Sie griffen uns und andere Rudel immer wieder an.

In der Nacht des Angriffs versuchten die Rogues, den Sohn unseres Alphas zu töten. Wir feierten gerade seinen 18. Geburtstag und seine erste Verwandlung. Er sollte eigentlich mit dem Training beginnen, um der neue Alpha zu werden und das Rudel zu übernehmen.

Doch in dieser Nacht töteten die Rogues seinen Vater, unseren früheren Alpha Luke. Er musste sofort Alpha werden. Und er machte seinen Job fantastisch. Er schloss sein Training früher ab und machte unser Rudel zu einem der stärksten überhaupt.

Mein Vater war der Beta von Alpha Luke. Er und meine Mutter starben, während sie den Alpha, die Luna und ihren Sohn beschützten. Das war ihre Aufgabe.

Nach ihrem Tod wurde mein Bruder Andrew der Beta. Er und unser Alpha waren seit der Kindheit beste Freunde. Jetzt leiten sie unser Rudel gemeinsam.

Mein Bruder war ein fantastischer Beta und ein noch besserer Bruder. Er war erst 17, als unsere Eltern starben. Danach musste er sich um das Rudel und um mich kümmern. Er hat sich nie beschwert. Er übernahm die Verantwortung und gab sein Bestes. Und er war großartig darin. Er sorgte immer dafür, dass ich sicher war und es mir an nichts fehlte.

Ich habe vor ein paar Monaten die Highschool beendet. Jetzt musste ich nur noch trainieren. Nach den Angriffen entschieden mein Bruder und der Alpha, dass alle Rudelmitglieder trainieren müssen, um sich selbst verteidigen zu können.

In unserem Rudel gab es die Regel, dass wir alle die Highschool abschließen müssen. Das war so ähnlich wie eine normale Schule bei den Menschen. Aber wir lernten dort alles über Werwölfe, unsere Geschichte und die Gesetze des Rudels. Es ging um alles, was wichtig war, damit das Rudel funktionierte. Wenn ein Wolf zum Beispiel für den Alpha arbeiten wollte, musste er lernen, wie man ein Rudel führt. Wer sich für die Landwirtschaft interessierte, lernte alles über Pflanzen und Ernten, um unsere Vorräte zu sichern. Und wer das Rudel verteidigen wollte, lernte Kampftechniken und Angriffsformationen. Diese Wölfe mussten viel mehr trainieren als der Rest von uns. Ich hatte mich entschieden, dem Alpha bei der Führung des Rudels zu helfen. Das lag mir einfach im Blut. Mein Bruder war der Beta und ich wollte ihn so gut es geht unterstützen. Also lernte ich alles über die Rudelgesetze und die Verwaltung.

Der Alpha, der Beta und der Heiler waren die Einzigen, die das Rudel verließen, um für ihre Ämter ausgebildet zu werden. Sie reisten zu anderen Rudeln. Dort lernten sie ein Jahr lang alles, was sie für ihre Aufgaben wissen mussten.

Weil unser Rudel angegriffen und unser alter Alpha getötet wurde, beendeten unser neuer Alpha und mein Bruder ihr Training schon nach wenigen Monaten. Das Rudel brauchte sie einfach. Es musste schneller gehen als sonst. Ich habe meinen Bruder sehr vermisst, als er weg war, aber ich wusste, dass er das tun musste.

Wir mussten jeden Tag trainieren. Aber morgen hatte ich frei, weil ich Geburtstag und meine erste Verwandlung hatte. Das war ein besonderer Anlass. Die erste Verwandlung war extrem wichtig, weil man dabei seinen Wolf und seinen Gefährten kennenlernte.

Gefährten waren in unserer Kultur das Wichtigste überhaupt. Ein Gefährte war dieser eine besondere Mensch, den die Mondgöttin für einen ausgesucht hatte. Es war die Verbindung zweier Seelen. Dein Gefährte wurde zum Wichtigsten in deinem Leben. Man liebte ihn sofort. Man wollte und musste einfach bei ihm sein und ihn beschützen.

Mein Bruder hatte seine Gefährtin noch nicht gefunden. Unser Alpha auch nicht. Solange das so war, behielt seine Mutter Gloria den Titel der Luna und erledigte die entsprechenden Aufgaben.

Sie hatte eine schwere Zeit, nachdem ihr Gefährte, unser alter Alpha, gestorben war. Sie wäre fast daran zerbrochen. Sie aß nicht, schlief nicht und tat gar nichts mehr. So ist das, wenn man seinen Gefährten verliert. Der Lebenswille verschwindet einfach. Aber sie hat sich wieder gefangen und war eine exzellente Luna. Ich liebte sie sehr. Sie half meinem Bruder und mir, nachdem unsere Eltern gestorben waren. Wir hatten eine ganz besondere Verbindung. Sie war wie eine Mutter für mich.

Ich fragte sie, ob sie bei meiner ersten Verwandlung dabei sein wollte. Sie sagte zu und nahm mich fest in den Arm. Es war eine große Sache, bei der ersten Verwandlung eines Wolfes dabei zu sein, zumindest in unserem Rudel. Jedes Rudel hatte seine eigenen Traditionen. Bei uns durften nur die Wölfe zusehen, die man selbst auswählte. Es war eine große Ehre, dazuzugehören.

Ich entschied mich für meinen Bruder, Luna Gloria und meine Freunde Amy und Jacob. Sie fühlten sich alle geehrt und freuten sich riesig für mich.

Ich konnte es kaum erwarten, mich zu verwandeln. Es würde unglaublich werden. Und vielleicht hatte ich ja mehr Glück als mein Bruder und traf bald auf meinen Gefährten.

Ich musste bald zum Training. Also putzte ich mir die Zähne, sprang kurz unter die Dusche und zog mich an. Ich schlüpfte in meine schwarze Leggings, einen Sport-BH, einen grauen Hoodie und meine schwarzen Nike-Sneaker. Ich band meine langen braunen Haare zu einem Pferdeschwanz zusammen und ging nach unten.