Introducing The Unlikely Hero
-15. Oktober, Jahr A.A. (Nach Ankunft)
„Nein, nein, nein … nicht heute. Nicht ich.“
Alex murmelte dieses Mantra vor sich hin, während er durch das beinahe verlassene Städtchen rannte, das früher einmal Springville, Connecticut, gewesen war. Inzwischen hätte man den Ort treffender „Shittown Burrough“ nennen können, das hätte den Kohl auch nicht mehr fett gemacht.
Trotz der frostigen Temperaturen kurz vor dem ersten Schnee lief ihm der Schweiß den Rücken runter. Alex’ Augen waren weit aufgerissen vor aufkommender, adrenalinbefeuerter Panik, und alles, was er denken konnte, war:
Scheiß auf den ganzen Mist.
Er blieb kurz wie angewurzelt stehen, die Augen vor Entsetzen geweitet, als er in der Ferne das tiefe Wummern außerirdischer Technik hörte, das erst richtig loslegte, nur um dann genauso schnell wieder zu verstummen.
Es war ein Geräusch, das einem bis in die Knochen fuhr. Sobald man hörte, wie es die Schallmauer durchbrach, wusste man, dass man am Arsch war.
Ein paar Schüsse fielen in der Nähe, bevor Alex sich einen Ruck gab und in eine enge Gasse rannte.
Er warf sich förmlich in die Lücke zwischen einem alten Möbelgeschäft und einem halb eingestürzten Backsteinmonstrum, an dessen Dachvorsprung ein versengtes Schild baumelte: Bernie’s Antiques.
Er musterte die schmale Straße, auf der er gelandet war, und überlegte, was er als Nächstes tun sollte. Sekunden später fuhr er zusammen, als er eine Bewegung in der Gasse gegenüber sah. Gott verdammt, wenn andere Leute ihre Verstecke verließen, wollte er sie am liebsten anbrüllen, dass diese Idioten sich in den Dreck werfen und sich wieder dorthin zurückziehen sollten, wo sie herkamen.
Er fluchte leise vor sich hin, als er zwei Männer sah, die aus dunklen Ecken zwischen den Gebäuden hervorkamen und hinter einem Müllcontainer in das aufziehende Chaos stürmten.
Sie sahen aus wie raue Bergbewohner und hatten einen Ausdruck von suizidalem Rachegefühl im Gesicht, während sie ihre AR-Gewehre luden. Es schien, als wollten sie ihre eigene Version von Hölle und Verdammnis über die anderen bringen – zumindest vermutete Alex das.
Alex presste sich gegen die Backsteinmauer, seine Brust hob und senkte sich schwer, und seine Glock zitterte in seinen Händen, als die zwei Idioten an ihm vorbeirannten. Als er wagte, einen Blick zu riskieren, rutschte ihm bei dem Anblick vor blankem Entsetzen das Herz in die Hose.
Er zog scharf die Luft ein und drückte sich flach auf den Boden, genau in dem Moment, als die beiden Arschlöcher ihr Feuer auf eine Welle silbergekleideter Gestalten eröffneten, die heiß auf sie zukamen.
Das verhieß nichts Gutes.
Alex nahm all seinen Mut zusammen, lugte wieder um die eingestürzte Wand und sah mindestens zwanzig dieser außerirdischen Bastarde, die sich auf der Straße verteilten und den kaputten Gehweg aufwühlten, als hätten sie die Hunde der Hölle am Arsch.
Zumindest waren sie weit genug weg. Sie bewegten sich von einem Ort fort, der voller Trümmer, umgekippter Autos und eingestürzter Gebäude war, was sie in seinem Sichtfeld ständig auftauchen und wieder verschwinden ließ.
Alex hörte auf zu zögern.
Nicht heute. Er würde nicht so abtreten. Nicht er.
Er atmete dreimal tief durch, nutzte die Ablenkung durch die beiden Männer, um sich zu sammeln, und rannte geduckt und schnell zu einem großen Sattelzug, der definitiv schon bessere Tage gesehen hatte. Er war nah, bot Deckung und stand auf platten Reifen mitten in der Kreuzung.
Die plötzlichen blauen und weißen Energiestöße schossen über ihn hinweg und jagten ihm einen Riesenschreck ein, weil er dachte, sie hätten ihn entdeckt und das Feuer auf ihn eröffnet.
Zwei dieser Energiestöße schlugen in ein Gebäude links von ihm ein. Die unmittelbare Zerstörung und das Ineinanderstürzen der bereits ramponierten Fassade war nicht nur alarmierend; es war ein deutlicher Beweis dafür, dass ihn ein Treffer verdammt nochmal erledigen würde.
Die Luft war sofort staubig und ein Regen aus Betonbrocken ging nieder; das Geräusch von berstendem Backstein und Mörtel, das auf die Straße schlug, war ohrenbetäubend. Er fragte sich, auf wen zum Teufel diese Mistkerle eigentlich schossen.
Diese Frage beantwortete sich keine Sekunde später.
Er realisierte fast zu spät, dass er den Blitz der rot-goldenen Rüstung übersehen hatte, der aus einer Seitenstraße links von ihm kam.
Jetzt sah er sie verdammt noch mal. Sie schlängelten sich hinter verlassenen Autos hervor und strömten aus den Gassen auf die schmale, zerfurchte Straße, wie eine rot gekleidete Welle des Todes, die auf ihn zuhielt.
Ehrlich gesagt war sich Alex nicht sicher, was schlimmer war: die Aliens in Rot-Gold oder ihre gegnerische Fraktion aus ebenso außerirdischen Arschlöchern in Silber.
Er hechtete zu Boden und rollte unter das Fahrgestell des Sattelzuges. Er hätte sich bei dem Versuch, sich vom Boden hochzureißen, beinahe die Fresse poliert und presste sich mit neuer Verzweiflung, unsichtbar zu bleiben, an den fettigen, schwarzen Rahmen.
Er drehte den Kopf gerade noch rechtzeitig, um zu sehen, wie die zwei anderen Männer, nun zwischen den zwei Fronten gefangen, panisch versuchten, in eine andere Richtung zu entkommen.
Es war offensichtlich, dass ihnen im selben Moment ein „Heilige Scheiße“ durch den Kopf gegangen war, als sie den plötzlichen Mist bemerkten, in den sie da hineingeraten waren.
Sie prallten bei ihrer Umkehr auf die rote Front, und ihre Panikschreie schnürten Alex vor Angst die Kehle zu.
Mit aufgerissenen Augen beobachtete er, wie sie zu einem Halt bremsten, um umzukehren, aber noch bevor sie aus dem Kreuzfeuer kamen, von diesen pulsierenden Schüssen getroffen wurden.
Körperteile verdampften bei Kontakt mit diesen blauen Energiestößen sofort. Einer war auf der Stelle tot, während der andere schreiend zu Boden ging; sein halbes Gesicht und ein ganzer Arm wurden in ein blaues Licht getaucht. Ein Licht, das sein Fleisch wie Säure aus der Hölle zerfraß, während er die ganze Zeit vor Qualen schrie.
Alex schloss hastig die Augen, atmete flach und schnell vor aufkommender Panik und war nun offiziell festgesetzt.
Er zog sich höher, seine Glieder zitterten vor Anstrengung, und er erstarrte, als er schwere Schritte auf sich zukommen hörte.
Alles in ihm schrie, dass es das jetzt war; dass sie ihn entdeckt hatten; dass sie unter den Sattelzug greifen und ihn rauszerren würden, damit er in diese dunkle Nacht ging.
Es war einer der nervenaufreibendsten Momente seines Lebens, während er darauf wartete, dass der Hammer fiel.
Er hielt sich fest, während das Wummern der Einschläge in der Luft hing und fremde Stimmen in einer fremden Sprache schrien, bevor die Geräusche abklangen und sich in die Ferne verlagerten.
Jesus fucking Gott, steh ihm heute bei.
Als er sicher war, dass sie den Straßenabschnitt verlassen hatten, ließ er sich fallen, rollte sich zur anderen Seite, krabbelte schnell und geduckt los und warf nur einen flüchtigen Blick auf einen der Männer, die halb über die Kreuzung verstreut lagen.
Der arme Teufel krampfte am ganzen Körper und seine Augen verdrehten sich nach hinten, aber Alex blieb nicht stehen. Er konnte nichts für ihn tun, außer ihm eine Kugel durch den Kopf zu jagen, und das würde die neuen Einheimischen nur darauf aufmerksam machen, dass sie Gesellschaft in der Gegend hatten. Das war der Preis, den man dafür zahlte, wenn man dachte, man hätte eine Chance, gegen diese Arschlöcher zu kämpfen.
In Alex' Kopf hatte dieser Mist absolut nichts mit ihm zu tun, und die Menschen, die sich in diesen sogenannten „Krieg zwischen Gut und Böse“ einmischten, waren einfach nur dämlich.
Es war nichts als purer religiöser Fanatismus; ein verzweifelter Versuch, zu verstehen, was in der Welt vor sich ging. Oder Wahnsinn, während die Leute versuchten, damit klarzukommen, dass diese Aliens einen Scheiß auf sie gaben.
Es war ja nicht so, als hätte Alex jemals bei einem Glas Wein darüber nachgedacht, was er dieser hochentwickelten Gruppe von Arschgeigen anbieten könnte, oder geglaubt, dass sie irgendetwas von ihm wollten – vor allem, weil er kein Idiot war.
Er hatte beide Seiten in Aktion gesehen, und keiner dieser verdammten Leute schien besonders großartig oder gottähnlich zu sein.
Sie brauchten die Hilfe der Menschheit definitiv nicht, um sich gegenseitig abzumurksen, und sie mochten die Menschen als Ganzes schon mal gar nicht. Alex war sich ziemlich sicher, dass die Menschen für sie nur Ameisen waren, die einem Ameisenbären helfen wollten, ihr eigenes Nest umzugraben. Mit anderen Worten: Die Einmischung der Menschen war auf jeder Ebene suizidaler Wahnsinn.
Alex entfernte sich einfach weiter von den fernen Schussgeräuschen und dem fremden Gebrüll. Sein Rucksack mit der Beute des Tages klimperte bei jedem Schritt, und er machte sich nicht einmal die Mühe, seine Waffe draußen zu lassen.
Wenn er draußen auf freiem Feld erwischt würde, so wie die beiden armen Teufel eben, wäre er so oder so tot.
Endlich, nach einer gefühlten Ewigkeit, spähte er um das letzte Gebäude herum auf die offene Straße und hielt Ausschau nach jeglichen verräterischen Bewegungen.
Zum Glück sah Alex nichts als die sanften Hügel von einstigen Viehweiden, eine weite Prärie aus tiefem, ungepflegtem, eisigem Gras. Dahinter lag ein dichter Waldstreifen, und genau da wollte er hin.
Verdammt. Das war ein langer Weg.
Er holte tief Luft, ging in die Hocke und rannte los, in der Hoffnung, dass Gott im Himmel sie in die andere Richtung schickte.
Gott wusste, diese Leute waren schnell, konnten fünf Meter hoch in die fucking Luft springen und noch weiter vorwärts. Er hatte gesehen, wie sie von Hausdächern direkt vor den Leuten landeten, und einmal hatte er gesehen, wie einer einem Mann mit bloßen Händen den Kopf von den Schultern riss.
Mittlerweile hatte Alex eine Menge gesehen. Eine Menge Dinge, die ihn dazu brachten, von niemandem mehr irgendetwas zu wollen. Er hatte verdammt noch mal genug davon, auf irgendwelche verbliebenen Moralvorstellungen oder einen moralischen Kompass zu wetten, das war sicher.
Mit diesem Gedanken rannte Alex um sein fucking Leben über das Gras, das Herz hämmerte in seiner Brust, und er steuerte auf den letzten sicheren Zufluchtsort zu, den er erreichen konnte.
Es würde wahrscheinlich das letzte Mal sein, dass er Springville in diesem Winter aufsuchte.
Mit diesem Versprechen an sich selbst erreichte Alex unbeschadet den Waldrand und ließ die Welt hinter sich brennen.









I'm back here again lol, I just love your books and whilst I'm recovering from Pneumonia it makes life more cheerful ❤️
I love Alex already!!! He’s smart and a smart ass 🤣 love him!!!! The aliens are interesting so far... we shall see what’s to come!!! Very compelling first chapter!!
Rereading..... just because this is SOOO good