Zwischen Liebe und Angst

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Zusammenfassung

Madison Pellegrino kommt aus ärmlichen Verhältnissen. Sie ist eine hübsche junge Stipendiatin einer exklusiven Schule. Dort lebt sie in dem angrenzenden Wohnheim und lernt ihren besten Freund kennen, doch ohne etwas ahnen zu können, verändert sich ihr Leben schlagartig. In was sie da hineingerät oder vielleicht schon längst hineingeraten war, wird sie Bekanntschaft mit dem unerbärmlichen Leben der Mafia machen. Zwischen Leben und Tod, zwischen Liebe und Angst.

Genre:
Romance
Autor:
MCV
Status:
In Arbeit
Kapitel:
12
Rating
4.3 12 Bewertungen
Altersfreigabe
18+

Madison Pellegrino




"Ich bitte dich!", sage ich und spiele an meinem langen blonden Haar, welches ich zu einem hohen Pferdeschwanz gebunden hatte.

"Bitte, bitte, bitte!", flehe ich erneut und schiebe meinen zierlichen Körper etwas nach vorne. Zierlich bedeutete nicht, dass ich keine Reize hatte, mit denen ich spielen konnte, denn genau dies tat ich nun.

"Dann eben nicht", beleidigt drehe ich den Kopf zur Seite, ziehe die Arme vor meine Brust zusammen und schiebe folglich meine Unterlippe vor - zu einem Schmollmund.

Ohne meine Position zu verändern, schiele ich erneut zu dem großen Jungen, welcher weit zurückgelehnt in dem großen pastellfarbenen Sessel saß, vor welchem ich ungeduldig schmollte. Er fährt sich mit seiner großen schmalen Hand, auf welcher sich die Adern abzeichnen, durch sein dichtes braunes Haar, welches sofort zurück ins Gesicht fällt. Seine Augen öffnen sich und seine Kastanien braunen Augen erfassen meine eisblauen Irden. Er zieht eine seiner Augenbrauen in die Höhe und schweigt.

"Dann eben nicht, Luc, du elender Spaßverderber", keife ich ihn an und möchte mich beleidigt wegdrehen, doch noch in derselben Bewegung stoppe ich bei den Worten von Luc, "Na gut, Nervensäge.", ich grinse breit und verliere keine Sekunde, sofort fange ich an vor mich hin zu reden - "Wir brauchen Musik, wir brauchen Bier, wir.. wir brauchen Wodka, wir brauchen.."

Ich schweige, hebe den Finger, zeige in die Luft und dann auf Luc. Ich fange an noch breiter als zuvor zu grinsen. "Wir brauchen einen Dresscode!", "Maddy..", Luc atmet schwer aus und hebt erneut die Augenbraue. Schnell schiebe ich wieder die Unterlippe vor und blinzel meinen besten Freund, wie ein Welpe, an.

"Wir nehmen diesmal auch was ganz Einfaches, Luc, ich schwöre es", wimmere ich ihn an.

Wir schweigen, ich, weil ich mir einen simplen Dresscode ausmale, und Luc, weil er einfach so fertig ist mit meinem Mist. Denn die letzte Party ging total in die Hose, alle hatten weitaus mehr getrunken als sie vertragen konnten, ramponierten in ihrem Zustand mehrere Gegenstände und erbrachen in seinem Vorgarten.

"All Black!", brülle ich schon fast meine Antwort. Ich bin mehr als zufrieden über diesen simplen, aber durchaus charmanten Dresscode.

Luc schweigt, erhebt sich, haut mir auf den Hinterkopf und greift nach dem Türgriff. Beim öffnen der knarrenden Holztüre verharrt er kurz in seiner Position. Er atmet erneut schwer aus. "Ich schicke gleich eine Nachricht rum, wir fangen um 21Uhr an." ohne ein weiteres Wort fällt die Tür ins Schloss - hinter Luc.

Eilig watschel ich zu der weißen Holztüre, öffne diese und strecke meinen Kopf durch den Türspalt auf den Studentenwohnheim-Flur.

"Danke, du alter grimmiger Bär, bis später!!", rufe ich ihm freudig hinterher, bevor ich zurück ins Zimmer spaziere.

Ich lasse mich auf das brüchige Bett fallen, lege mir das blassgrüne Kissen hinter den Kopf. Nebenbei starte ich noch ein ruhiges Lied von James A.

Total orientierungslos versuche ich meine Augen zu öffnen, ich muss ein paar mal blinzeln, da mir der Sonnenuntergang direkt ins Gesicht scheint. Langsam richte ich meinen Rücken gegen die morsche Wand, reibe mir einige male über meine langen schwarzen Wimpern und blicke durch das kleine Fenster. Sanft strahlen die tief-orangenen Sonnenstrahlen und färben die Wolken. Immer noch etwas verschlafen blicke ich auf mein Handy, meine Augen werden groß.


*Nachricht von Grizzly*

"Maddy, wo bleibst du?" 19:30

"Maddy, du bist sonst immer zwei Stunden früher da, du lässt mich jetzt doch nicht hängen." 19:46

"Maddy, wenn du noch herkommst, dann hau’ ich dir eine über! Ich mache den Mist nur für dich!" 19:57

"Madison!!!" 19:59

"Ich habe alles alleine vorbereitet, das war das letzte mal das ich für dich eine Party schmeiße!" 20:36

"Madison Pellegrino. Die Party hat begonnen, ich werde dich umbringen." 21:14


"Oh nein nein nein!", fluche ich vor mich hin und stolpere aus dem knarzenden Bett.

Ich schnelle vor den großen Badezimmerspiegel und streiche mir feste über mein ermüdetet Gesicht. Gebe mir ein paar leichte Schläge auf die Wangen, um wach zu werden, und drehe den Wasserhahn kalt auf. Ich halte meine zarten Finger unter das laufende Wasser und vergrabe mein Gesicht in den kalten Handflächen.

Ich schalte den Wasserhahn wieder ab. Trockne mir die Wassertropfen von dem Gesicht und fange an mir die Grundierung für mein Make-up auf meine blasse Haut zu verteilen. Meine Augen ziert ein schlichtes, aber dennoch auffälliges, cateye Make-up, welches meine eisblauen Irden noch mehr herausstechen lässt. Ein durchsichtiger, leicht glitzernder Lipgloss, rundet meine vollen Lippen ab. Die Haare waren hoffnungslos und mir fehlte die Zeit, daher habe ich diese erneut zu einem sauberen hohen Pferdeschwanz frisiert.

Schnellen schrittens verlasse ich das anliegende kleine Badezimmer, öffne die Türen meines unordentlichen Kleiderschrankes und meine Augen suchen hektisch jeden Millimeter im Inneren ab. "Verdammt. Verdammt. Verdammt!", fluche ich vor mich hin, "Wo ist es? Es kann sich doch nicht in Luft aufgelöst haben. Nein.. Nein!!"

Erneut werfe ich einen Blick auf mein Handy, der leuchtende Bildschirm zeigt mir 21:44Uhr an, ich muss schlucken. "Es tut mir so leid, Luc." murmel ich vor mich hin und dann, wie aus Zauberhand, sehe ich das leicht glitzernde Kleidungsstück am Boden des chaotischen Schrankes. Ich greife danach, wirble mich aus meinen Kokon an Kleidung und ziehe das schicke schwarze kurze Kleid an. Während ich die Holztüre ansteuere, ziehe ich mir schwankend die schwarzen Stilettos über. Kurz vor dem Verlassen werfe ich ein Blick durch die Badezimmertüre, in den Spiegel, zupfe mir das Kleid noch einmal zurecht, schnappe mir den langen schwarzen Mantel und stürme schließlich durch die Holztür, den langen Flur hinunter, vorbei an den vielen Türen.

Die Treppe wäre ich bestimmt beinahe 20-mal hinunter gestürzt. Sitze jetzt jedoch unverletzt im Taxi, auf dem Weg zu dem Haus von Luc.

Ich bedanke mich bei dem Taxi-Fahrer, während ich ihm das Geld entgegenstrecke. Bevor ich die Türe schließe, werfe ich ihm noch ein schmales Lächeln zu und gehe den Weg empor.

Ich betätige die Klingel an dem großen Metalltor, denn das Haus war kein gängiges Haus, es war schon eher ein großes modernes Anwesen. Der Vorgarten war schlicht. Der dunkle Steinweg wird von grünem, gesunden Gras umrandet. Eine beleuchtete Treppe führt zu einer schwarzen Flügeltür. Das Anwesen war in einem dunklen grau versteinert und das Dach war so schwarz wie die Nacht.

Schon auf dem Weg zu der großen Flügeltür dröhnt mir die laute Musik entgegen, ich beschleunige meinen Schritt und betrete das wunderschöne moderne Anwesen, welches mit teuren Möbeln und Dekorationen ausgestattet war. Ich verliere keine Sekunde und gehe an den ersten Leuten vorbei, die bereits im großzügigen Flur feierten. Meine Blicke suchen jeden Zentimeter ab, auf der Suche nach meinem besten Freund. Nach einigen erfolglosen Versuchen erkenne ich ihn nun an der großen Fensterfront.

Ich drängel’ mich an den vielen Studenten vorbei, durch die offene Küche, in den großen Kaminbereich. Direkt neben dem Kamin, an der großen Fensterfront, bleibe ich abrupt stehen. Ich war so vor mich hin gestürmt, dass ich die kleine Studentin, mit welcher er sich unterhielt, nicht gesehen hatte. Sie war etwa genauso groß wie ich, ihre Haare waren jedoch viel kürzer als meine und waren tiefschwarz.

Schnippisch trete ich zwischen die beiden. Ignorierte die Schwarzhaarige dabei komplett.

"Luc, hör mir zu, es tut mir leid! Ich bin eingeschlafen!" versuche ich mich, ohne Luft zu holen, direkt zu entschuldigen. Schuldig schaue ich ihm direkt in seine Kastanien braunen Augen und lege meine Hände auf seiner Brust ab. Er erwidert meinen Blick. Hebt eine Augenbraue. Jedoch schweigt er.

"Hey, was bist du denn für eine Göre? Hmm?!" höre ich eine quietschende Stimme neben mir. Unbeeindruckt und desinteressiert drehe ich mich gar nicht erst um. Ich klopfe auf die starke Brust meines besten Freundes und blinzel ihn mit meinem bekannten Welpen-Blick an. Ich höre ihn ausatmen, seine Augenbraue senkt sich. Er hält Blickkontakt. Dieser wird jedoch von mir unterbrochen als das Mädchen, hinter mir, erneut auf sich aufmerksam macht.

Langsam drehe ich mich um. Mein Blick ist ausdruckslos. "Nerv nicht, du bist hier überflüssig. Geh, geh und trink dir was." maule ich ihr schnippisch entgegen. "Sag mal, spinnst du total? Für wen hältst du dich?!", schreit sie mich nun förmlich an und provoziert eine riesige Diskussion. "Sella, wir reden später." mit einer kühlen Kopfbewegung fordert er sie zum gehen auf.

Ich bin mir bewusst, dass ich nicht hässlich bin, ich hatte schönes langes blondes Haar, hellblaue Augen, volle Lippen, war 1.57 groß.. oder klein, wie man es sagen mag. Ich war nicht hochnäsig, ich war eher zurückhaltend und hatte dementsprechend auch nicht viele Freunde. Jedoch bin ich auch etwas aufmüpfig.

Angesäuert nuschel ich ihren Namen vor mich hin. Ich werfe noch einen letzten Blick über meine Schulter, doch sie scheint bereits fort, mein Blick schweift wieder zurück, doch mustert dabei jeden Millimeter. Für einen kleinen Moment treffen meine Eisblauen Irden auf ein wunderschönes Smaragdfarbendes paar. Doch in Bruchteilen von Sekunden findet sich mein Kinn in der Hand von Luc wieder. "Dafür das es dir leid tut bist du mit deinen Gedanken ganz woanders, hmm?" zischt Luc mich an.

Wir zicken etwas herum, maulen uns etwas an, doch am Ende ist und bleibt Luc mein bester Freund. Er hält alle meine Launen aus und ich all die seinen. "Vergeben und vergessen", lächelt er zu mir herunter und seine braunen Haare fallen ihm tief in die Augen. Ich höre ein paar Jungs nach ihm rufen, anders als ich, war Luc nämlich sehr beliebt. Egal bei wem.

Da wir uns, wie immer, vertragen haben, streiche ich mir den schlichten langen schwarzen Mantel von den Schultern und das dezent funkelnde kurze schwarze Kleid kommt zum Vorschein. Bereit zum Feiern drehe ich auf den Fußspitzen herum und möchte mich ins Getümmel stürzen. Eine Hand, die nach meinem Arm greift, hält mich jedoch davon ab.

"Findest du das nicht etwas zu kurz?", höre ich Luc mit bissiger Stimme nörgel.

Ich möchte mich also erneut zu ihm umdrehen, ungläubig, was ich da gerade hörte, als mein Blick wieder an diesen smaragdfarbenden Irden stehen bleibt.