Kapitel Eins
Willkommen, Angels!
Ein paar Dinge vorab:
♡ Ich erwähne nicht immer Verhütung oder STIs. Bitte geht davon aus, dass die Charaktere vorsichtig sind und kein Schwangerschafts-Roulette spielen.
♡ Ich schreibe in britischem Englisch. BITTE korrigiert meine Rechtschreibung nicht mit amerikanischem Englisch (das nervt total, sorry , nicht jeder schreibt Wörter mit einem ‚z‘ oder nur einem ‚s‘.)
♡ Wenn euch allerdings Grammatikfehler auffallen, wäre es super, wenn ihr mich darauf hinweist.
♡ Ich schreibe Mature Romance. Die Wörter ‚Clit‘ und ‚Cock‘ werden vorkommen. Wenn das nicht euer Ding ist, dann geht bitte ohne euch zu beschweren.
♡ Ihr könnt mir auf Instagram folgen: naughtyxchristian.
Shifter sind mein absolutes Lieblingsthema, deshalb war es ein Traum, diese Geschichte für euch zu schreiben. Ich hoffe wirklich, dass sie euch gefällt!
Vielen Dank und viel Spaß! L x
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Mein Wecker klingelt. Blind tippe ich auf dem Display herum, bis die nervige Melodie endlich aufhört. Am liebsten würde ich mich einfach wieder im Bett vergraben und das Kissen über den Kopf ziehen. Aber das Sonnenlicht, das durch die Vorhänge bricht, erinnert mich daran, warum ich mir den Wecker überhaupt gestellt habe.
Morgen fängt die Schule wieder an.
Zwei Monate Sommerferien sind vorbei, morgen ist alles zu Ende. Ich habe mir gestern Abend den Wecker gestellt, um wieder in einen Rhythmus zu kommen. Jetzt bereue ich es natürlich. Aber ich weiß, dass es morgen noch schlimmer wird, weil ich dann tatsächlich das Haus verlassen muss.
Es ist auch erst acht Uhr. Morgen muss ich schon um halb acht raus, und mir graut jetzt schon davor. Ich liebe mein Bett und möchte am liebsten für immer hier liegen bleiben. Ich rolle mich in Richtung Fenster und rümpfe die Nase beim Anblick der weißen Vorhänge mit den orangefarbenen Blumen. Diese Vorhänge liebe ich nämlich nicht.
Wir sind erst letzte Woche eingezogen, da stehen neue Gardinen nicht gerade oben auf der Prioritätenliste. Ich habe keine Ahnung, wie man überhaupt an neue Vorhänge kommt. Bestellt man die bei Amazon? Muss man jemanden engagieren, der vorbeikommt, Maß nimmt und sie näht? Keine Ahnung, verdammt noch mal.
Mit einem Stöhnen, auf das ein Elch stolz wäre, quäle ich mich aus meinem gemütlichen Bett und trotte ins Bad. Ich dusche lange und genieße das heiße Wasser mit der gleichen Sehnsucht, die ich für mein Bett empfunden habe. Es ist fast Viertel vor neun, bis ich mich abgetrocknet, angezogen, frisiert und geschminkt habe. In meinem Zimmer stehen noch haufenweise Kisten, aber das Wichtigste wie meine Kosmetikartikel habe ich zuerst ausgepackt.
„Dolores! Komm bitte nach unten!“
Ich murmle fluchend vor mich hin, weil meine Mutter mich bei meinem vollen Namen nennt. Sie weiß genau, dass ich das hasse. Ich habe mich an der neuen Schule sogar als ‚Lola‘ angemeldet. Auf keinen Fall werde ich die Neue sein, die auch noch Dolores heißt. Das erinnert mich ständig an den Film Sister Act, und an Whoopi Goldberg komme ich niemals ran.
Ich ziehe die Ärmel meines Hoodies über meine Hände und schlurfe in meinen flauschigen Hausschuhen nach unten. Ich bin zwar wach, aber ich habe noch nicht vor, das Haus so bald zu verlassen.
Meine Familie sitzt in der Küche am Esstisch. Meine Mutter sitzt auf der einen Seite. Mein Zwilling Flynn sitzt ihr direkt gegenüber, neben ihm ist ein freier Platz für mich reserviert. Am Kopfende sitzt mein Vater und schaut uns erwartungsvoll an.
„Dein Dad hat Neuigkeiten, setz dich bitte“, sagt Mum und deutet auf den Stuhl.
Ich verschränke die Arme vor der Brust und sehe meinen Vater mit zusammengekniffenen Augen an.
„Hast du wieder mit einer deiner Studentinnen geschlafen?“
Flynn unterdrückt ein Lachen und das Gesicht meines Vaters entgleist völlig. Mamas Gesicht verzieht sich vor Schmerz. Sofort bereue ich den Spruch, weil ich weiß, dass ich sie damit auch verletzt habe. Das wollte ich eigentlich nicht.
„Dolores!“, schimpft sie. „Wage es nicht, so unverschämt zu sein. Setz dich hin, jetzt.“
Ich beiße die Zähne zusammen und verkneife mir das Augenrollen. Anstatt mich auf den Platz zu setzen, den sie für mich ausgesucht haben, rutsche ich auf den Stuhl am anderen Ende des Tisches, ihm gegenüber. Ich will den ganzen Tisch als Puffer zwischen uns haben. Eine Minute lang sagt niemand etwas, die Stille ist furchtbar unangenehm. Ich ziehe ein gelangweiltes Gesicht und warte darauf, dass jemand den Mund aufmacht. Mein Vater räuspert sich und setzt sich aufrechter hin.
„Wie dem auch sei, meine Neuigkeiten: Ich wurde als Gastdozent an der University of Willow Creek angenommen“, sagt er.
Er schaut erwartungsvoll in die Runde. Wahrscheinlich hofft er auf Glückwünsche oder sogar Applaus. Von mir bekommt er gar nichts.
Vor drei Monaten fand meine Mutter eine SMS auf dem Handy meines Vaters. Eine ganz einfache Nachricht. Das säte den ersten Zweifel in ihr. Eine Woche später, als mein Vater vom Abendessen nach Hause kam, entdeckte sie Lippenstift an seinem Hemd und stellte ihn zur Rede.
Er gestand alles und brach zusammen wie das schuldige Stück Scheiße, das er ist. Er hatte fast einen Monat lang mit einer seiner Studentinnen geschlafen – einer Zwanzigjährigen.
Sein Betrug hat meine Mutter völlig fertiggemacht. Eigentlich uns alle. Flynn fing an, zu feiern, zu saufen und sich nicht mehr an Ausgangssperren zu halten. Ich fing an, Dad zu ignorieren. Ich glaube, ich habe in den letzten Monaten insgesamt vielleicht hundert Worte mit ihm gewechselt. Ich bin noch lange nicht bereit, ihm zu verzeihen. Meiner Meinung nach tat es ihm nicht lange genug leid.
Sicher, es gab Entschuldigungen und Tränen und ein paar Blumen und Pralinen für Mum. Es gab Streit und Geständnisse. Einmal ist er sogar völlig zusammengebrochen und auf die Knie gegangen. Aber trotz alledem habe ich das ungute Gefühl, dass er es wieder tun würde, wenn sich die Gelegenheit bietet. Ich glaube nicht, dass er aktiv nach einer Affäre sucht. Aber ich habe das Gefühl, dass er nicht stark genug wäre, nein zu sagen, wenn es ihm jemand auf dem Silbertablett serviert.
Und genau deshalb finde ich nicht, dass er meine Aufmerksamkeit verdient. Oder die unserer Mutter.
Meiner Meinung nach hätte sie ihn verlassen sollen. Ich war fest darauf eingestellt. Ich hatte schon eine Wohnung für sie gesucht, die Koffer rausgeholt und ihr gesagt, dass ich mit ihr gehen würde. Aber sie wollte ihn nicht verlassen. Stattdessen wurde ein Neuanfang vorgeschlagen.
Mum ist Chirurgin und hat sich versetzen lassen. Sie hat eine Stelle am Willow Creek County Hospital bekommen, und wir sind hierhergezogen. Ein Neuanfang für die Familie Greenwood.
Scheiß drauf.
Ich verstehe nicht, was das ändern soll. Wenn überhaupt, hat mein Vater hier nur neue Möglichkeiten. Unser neues Haus ist wunderschön. Zur Schule sind es nur fünfzehn Minuten zu Fuß und in die Innenstadt zehn Minuten mit dem Auto. Zum Krankenhaus braucht Mum zwanzig Minuten. Das Problem ist nur, dass sie oft Bereitschaftsdienst hat. Ich bezweifle also, dass sie oft zu Hause sein wird. Zumindest nicht oft genug, um ein Auge auf Dad zu haben.
Zuerst habe ich wegen des Umzugs einen riesigen Aufstand gemacht. Ich weiß, darin bin ich gut. Ich wollte mich weigern, unsere alte Stadt und meine alte Schule zu verlassen. Aber ich bin ein Teenager, da hat man bei so was kein Mitspracherecht. Ich musste den Kampf aufgeben und mitziehen.
Ganz so schlimm wird es aber vielleicht doch nicht. Mein Vater ist nicht nur Dozent, sondern auch Maler. Er hat sich ein Atelier gemietet, das angeblich ‚das perfekte Licht‘ hat. Es ist etwa fünfzehn Minuten von unserem Haus entfernt, und dort wird er den Großteil seiner Zeit verbringen, wenn er nicht arbeitet.
Flynn und ich sind siebzehn, also haben unsere Eltern kein Problem damit, wenn wir allein im Haus sind. Das ist auch gut so, denn so wird es meistens sein. Wenn mein Vater im Atelier ist und Mum im Krankenhaus, haben wir das ganze Haus für uns. Das gefällt mir eigentlich ganz gut.
„Cool“, murmelt Flynn sarkastisch und bricht endlich das Schweigen.
„Wir sollten uns alle für euren Vater freuen, das ist eine tolle Chance“, sagt Mum.
Ich sehe das angespannte Lächeln auf ihrem Gesicht. Wenn der eigene Ehemann einen mit einer Studentin betrügt, kann es kaum angenehm sein, ihn in einer neuen Stadt wieder auf einen Haufen neuer Studentinnen loszulassen.
„Total aufregend“, murmle ich und stehe auf. Ich kann nicht anders, die Bitterkeit gewinnt die Überhand. „Versuch diesmal aber, ihn in der Hose zu lassen, ja?“
„Dolores!“, schreit Mum.
Dad springt auf, die Stuhlbeine kratzen laut über die Fliesen, als er hochschnellt.
„Wie kannst du es wagen, so respektlos zu sein, junge Dame!“, herrscht er mich an. Er weiß, wie sehr ich es hasse, wenn er mich so nennt. „Du hast gerade für eine Woche dein Auto-Privileg verloren.“
Die Strafe nervt mich zwar ein bisschen, aber ich zwinge mich dazu, nur mit den Achseln zu zucken. „Meinetwegen.“
„Und dein Taschengeld wird für zwei Wochen gestrichen!“, brüllt er mir hinterher, während ich mich umdrehe und aus der Küche gehe. „Ab in dein Zimmer!“
„Wollte ich sowieso“, murmle ich leise.
Ich nehme zwei Stufen auf einmal und stürme in mein Zimmer. Es ist kindisch, aber ich knalle die Tür hinter mir zu. Ich werfe mich auf mein Bett und starre an die Decke. Ich frage mich, warum mein Dad alles für uns ruinieren musste.
Wir waren doch glücklich, oder nicht?
Ich rolle mich auf den Bauch und schnappe mir mein aktuelles Buch. Ich beschließe, in die Geschichte einzutauchen, um mich zu beruhigen.
Nach ein paar Kapiteln geht meine Tür auf. Ich muss nicht hinsehen, um zu wissen, dass es Flynn ist.
„Klopf, klopf“, sagt er völlig unnötig.
Ich drehe mich auf die Seite und sehe ihn an. Die Leute sagen immer, dass wir uns ähnlich sehen. Aber ich glaube, das liegt nur daran, dass wir die gleiche Stupsnase und die gleichen schlammbraunen Augen haben. Er hat längere Wimpern als ich, wofür ich ihn erwürgen könnte.
Meine Haare sind eine Mischung aus Schwarz und Braun. Ich trage sie lang, bis zu den Ellbogen. Da sie extrem lockig sind, flechte ich sie oft. Flynns Haar ist viel helleres Braun als meines. Er trägt es meistens kurz und zerzaust. Keine Ahnung, ob ihm der Look steht, für mich ist er einfach nur mein nerviger Bruder. Aber eigentlich ist er noch viel mehr. Es stimmt, was man über Zwillinge sagt: Er ist mein Seelenverwandter. Ich wüsste nicht, was ich ohne ihn machen sollte.
„Alles okay bei dir?“
Ich zucke mit den Schultern, setze mich auf und schließe mein Buch. Flynn macht die Tür hinter sich zu und setzt sich auf meinen Schreibtischstuhl.
„Was glaubst du, wie sauer Dad wegen meines Kommentars war?“, frage ich mit einem hämischen Grinsen.
„Ziemlich verdammt sauer. Er hat erst vor fünf Minuten aufgehört zu toben“, antwortet Flynn und grinst zurück. „Das war aber auch verdammt witzig. Ich wünschte, ich hätte deine Eier.“
„Tja, im Vergleich dazu sind deine wohl ziemlich winzig, du sagst ja nie was“, necke ich ihn, und er zieht ein Gesicht.
Es stimmt aber. Flynn denkt über Dad genauso wie ich, aber er hasst Streit. Deshalb hat er nie etwas gesagt. Er hält zwar zu Mum und hat klargestellt, dass er auf ihrer Seite steht, aber er macht nicht solche Sticheleien oder fiesen Bemerkungen wie ich. Schon als wir jünger waren, war ich diejenige, die andere Kinder zurechtgewiesen hat, wenn sie gemein zu ihm waren. Er selbst hat nie den Mund aufgemacht. Er ist ein sanfter Riese.
Und ein Riese ist er wirklich. Er ist einen halben Kopf größer als ich. Er spielt Basketball, Fußball und Rugby. Die Hälfte seiner Freizeit verbringt er mit Sport, die andere mit Videospielen. Es ist ein Wunder, dass ich ihn überhaupt zu Gesicht bekomme.
„Du weißt, dass ich Konfrontationen nicht mag“, antwortet er, was mich zum Schmunzeln bringt.
„Ich weiß. In dieser Zwillingsbeziehung bin ich wohl das Miststück.“
Er runzelt bei meiner Antwort die Stirn und schüttelt den Kopf.
„Du bist kein Miststück, Lol. Du verteidigst nur die Leute, die dir wichtig sind. Ich würde sagen, du bist der herzlichste Mensch, den ich kenne.“
Seine Worte rühren mich sehr. Ich greife nach meinem Kissen und haue es ihm spielerisch um die Ohren.
„Hör auf, sonst werde ich noch rot. Außerdem musst du das sagen, wir teilen uns schließlich die DNA.“
Er grinst und reißt mir das Kissen aus der Hand. Ich quietsche auf, als er mich damit trifft, und muss lachen. Er wirft das Kissen zurück aufs Bett, steht auf und geht zur Tür.
„Mach dir keine Sorgen wegen der Autosperre. Ich fahr dich diese Woche überall hin.“
Ich lächle ihn süß von meinem Bett aus an.
„Deshalb bist du der beste Bruder der Welt.“
„Ja, ja, schon gut. Übrigens, Dad geht gleich ins Atelier, dann ist dein Hausarrest vorbei. Wollen wir in die Stadt fahren und uns ein bisschen umsehen?“
„Aber hallo!“









I don’t blame her she has a right to be mad.But she is mad for her Mom which is cool.
I am loving Lola already!!! 🥰🥰🥰
Wieder dieser erfrischend direkte Schreibstil 🥰