Das Herz des Alphas erobern

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Zusammenfassung

Seit sie aufs College gekommen ist, ist Melody unsterblich in Ace verliebt – doch das war, bevor er sie beleidigte und sein wahres Gesicht zeigte. Jetzt will sie nichts mehr mit ihm zu tun haben. Es ist nur zu dumm, dass er sich genau jetzt in den Kopf gesetzt hat, sie für sich zu gewinnen. Ace ist der zukünftige Alpha seines Rudels und braucht seine Luna, um seinen Wolf zu bändigen. Wenn er sie nur nicht beleidigt hätte, bevor er erkannte, wer sie für ihn ist, wäre es jetzt wesentlich einfacher, ihr zu beweisen, wie viel sie ihm bedeutet. Wird es Ace gelingen, Melody von seiner Liebe zu überzeugen, bevor sie einen Weg findet, das Band zwischen ihnen zu lösen? Die Kapitel sind für Subscriber sechs Tage früher verfügbar.

Status:
Abgeschlossen
Kapitel:
31
Rating
4.9 7 Bewertungen
Altersfreigabe
18+
Das ist ein Beispiel

Kapitel 1 - Melody

Ace fiel mir sofort ins Auge, als ich den Hörsaal betrat. Er unterhielt sich mit einem seiner vielen Freunde, während die anderen Studenten um ihn herum in den Raum strömten. Er fuhr sich mit der Hand durch sein dunkles Haar, während er seinen Kumpels von seiner Eroberung aus der letzten Nacht erzählte.

Ich setzte ein gequältes Lächeln auf, ging hinüber und nahm meinen üblichen Platz neben ihm ein. Zuerst war es mir schwergefallen, so zu tun, als würde es mich nicht stören, wenn er über seine Frauengeschichten sprach. Obwohl ich wusste, dass er eine ganz andere Liga war, war es nicht schön zu hören, dass der Mann, den ich so sehr wollte, mit jedem auf dem Campus schlief – nur nicht mit mir. Inzwischen hatte ich mich fast daran gewöhnt, aber ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, dass es nicht jedes Mal noch ein bisschen weh tat.

„Hey, Ace. Ich glaube, das Mädchen, das neben dir sitzt, steht ein bisschen auf dich.“ Aces bester Freund Palmer sagte das, ohne auch nur zu versuchen, leise zu sein. Ich hatte zwar vergessen, meine Kopfhörer aus den Ohren zu nehmen, als ich reinkam, aber es war trotzdem unhöflich, so offensichtlich über jemanden zu reden, der direkt daneben sitzt. Vielleicht verlor man jeglichen Respekt vor anderen Menschen, wenn man beliebt war. Ich wusste es nicht genau, da ich nie auch nur ansatzweise beliebt gewesen war.

„Von wem redest du überhaupt?“

Ein Schauer lief mir über den Rücken bei dem Gedanken, dass Ace in meine Richtung sehen könnte. Seit wann wurde ich in der Nähe von Männern so nervös? Man könnte meinen, ich hätte noch nie einen Freund gehabt.

„Das Mädchen, das sich gerade buchstäblich neben dich gesetzt hat. Sie lächelt dich immer an, ich glaube, sie mag dich.“

Aus dem Augenwinkel sah ich, wie Ace in meine Richtung blickte, als hätte er mich noch nie zuvor bemerkt. Als hätte ich nicht die letzten viereinhalb Monate auf genau diesem Platz gesessen. Er musterte mich ein paar Mal von oben bis unten, bevor er sich wieder seinen Freunden zuwandte.

„Ich hoffe echt nicht“, stöhnte er genervt.

„Ich weiß, sie ist ein bisschen unscheinbar, aber das ist schon hart“, erwiderte Palmer.

„Sie ist nicht unscheinbar, Mann, sie ist fett. Wir sollten aufhören, das schönzureden. Genau deshalb denken Mädchen wie sie, es wäre okay, sich in der Öffentlichkeit zu zeigen. Ich will nicht, dass so eine wie sie auch nur daran denkt, mit mir zusammen zu sein. Da wird mir schlecht.“

Aces Worte waren wie ein Messerstich mitten ins Herz. Ich hatte nie erwartet, dass er mich wollte, und genau deshalb hatte ich meine Gefühle für ihn versteckt. Das hier war jedoch viel schlimmer, als ich es mir je vorgestellt hatte. Er hat mich nicht nur abgewiesen, er hat mich regelrecht vernichtet.

Er sprach über mich, als wäre ich eine krankhaft fettleibige Frau, die kaum laufen konnte. Dabei wog ich nur etwa fünf Kilo zu viel. Ich dachte immer, ich könnte meine Polster gut kaschieren, weil ich so groß war. Niemand hatte mich je fett oder auch nur übergewichtig genannt. Dass Ace dieses Wort gegen mich benutzte, war ein riesiger Schock.

Vielleicht war seine Wahrnehmung durch all die superdünnen Frauen, die er flachlegte, völlig verzerrt. Aber was auch immer sein Grund war, mir war es ab jetzt egal, was er dachte. Ich hatte monatelang davon geträumt, wie wir zusammen wären, nur um festzustellen, dass er ein riesiges Arschloch war. Er verdiente keine Sekunde meiner Zeit.

Wäre unser Professor in diesem Moment nicht in den Raum gekommen, wäre ich wahrscheinlich aufgestanden und hätte mir einen anderen Platz gesucht. Ich konnte ihn nicht einmal mehr ansehen. Ich dachte, mein letzter Ex wäre ein Idiot gewesen, aber gegen Ace war er gar nichts. Er hatte sich wenigstens die Zeit genommen, mich kennenzulernen, bevor er entschied, dass ich seine Zeit nicht wert war.

Meine Wut über Aces Verhalten war so groß, dass ich von der Vorlesung kaum etwas mitbekam. Ich schrieb zwar alles von der Tafel ab, aber es hätte genauso gut eine Fremdsprache sein können. Das Einzige, woran ich denken konnte, waren Aces Worte, die sich in meinem Kopf wiederholten. Dazu kam der dringende Wunsch, so weit wie möglich von ihm wegzukommen.

Sobald die Stunde vorbei war, packte ich meine Tasche und huschte aus dem Raum. Ich wartete nicht einmal ab, ob es noch zusätzliche Lektüre gab. Es war nicht meine Art, so zu hetzen, aber nach dem Vormittag ertrug ich es nicht, auch nur eine Sekunde länger in Aces Nähe zu sein.

Draußen warf ich einen Blick über die Schulter, um sicherzugehen, dass mir niemand folgte. Dann ließ ich meiner Wut und Frustration freien Lauf und weinte bittere Tränen. Ich brauchte fast den ganzen Weg zur Mensa, um mich wieder zu fangen und die Tränen zu stoppen.

Es war nicht so, dass ich vor meinen Freundinnen eine Miene aufsetzen musste. Sie wussten alles über mich und unterstützten mich immer, aber ich wollte einfach nicht über das Geschehene reden. Der Vorfall war schon peinlich genug, ohne dass ich ihn so kurz danach noch einmal durchkauen musste.

„Mel, du wirkst heute gar nicht wie du selbst. Ist was passiert?“, fragte Dawn, als ich mich an unseren üblichen Tisch setzte. Wir saßen am liebsten am Fenster. Von dort aus hatte man einen tollen Blick auf den Innenhof und es war einer der ruhigeren Plätze in der vollen Mensa.

„Alles okay, ich glaube nur, ich hatte nicht genug Kaffee für Psychologie. Die Vorlesung war echt heftig.“

„Ich bin mir sicher, das hat alles mit Psychologie zu tun und gar nichts mit einem gewissen Typen, der zufällig auch da war.“ Fallon zwinkerte mir zu. In diesem Moment wünschte ich mir, ich hätte ihnen nie von meinem Crush auf Ace erzählt.

„Ich weiß gar nicht, wovon du redest. Es gibt nichts, was mich von meinem Wissensdurst ablenken könnte“, erwiderte ich, woraufhin meine Freundinnen in Gelächter ausbrachen. Ich hätte wissen müssen, dass sie mir das nicht abkaufen, aber mir fiel gerade nichts Besseres ein.

„Du vergisst, dass wir dich kennen. Meistens hast du keine Lust auf deine Pflichtlektüre. Glaubst du ernsthaft, wir nehmen dir ab, dass du ihn eine ganze Stunde lang ignoriert hast, um dem Professor zuzuhören?“

Während Dawn sprach, zeigte sie über den Hof, wo Ace und seine Freunde gerade zum nächsten Kurs gingen. Es war fast so, als würde er meinen Blick spüren. In dem Moment, als ich in seine Richtung sah, drehte er den Kopf zu mir. Unsere Augen trafen sich kurz, bevor er angewidert die Lippen kräuselte und wegsah. Als wäre der Tag nicht schon schlimm genug, wirkte ich jetzt auch noch wie eine verrückte Stalkerin.

Sadie muss den Blickwechsel zwischen Ace und mir bemerkt haben, denn sie sah mich misstrauisch an. Die anderen machten derweil derbe Sprüche darüber, was ich wohl die letzte Stunde lang getrieben hätte. Sie wartete, bis sich alle am Tisch wieder beruhigt hatten, lehnte sich dann zu mir vor und fragte: „Ist was zwischen euch vorgefallen?“

„Ich glaube, ich hole mir erst mal einen Kaffee, bevor ich zum nächsten Kurs muss.“

„Oh nein, so leicht kommst du uns nicht davon. Du musst uns sagen, was passiert ist.“

Ein kurzer Blick in die Runde zeigte mir, dass mich alle meine Freundinnen beobachteten. Sie versuchten herauszufinden, was ich vor ihnen verheimlichte. Ich war psychisch noch nicht bereit, alles noch mal durchzugehen, aber ich wusste, dass sie nicht lockerlassen würden, bis sie die Wahrheit kannten.

„Er hat seinen Freunden erzählt, dass ich fett und eklig bin.“ Ich traute mich nicht, sie dabei anzusehen, aber ich hörte, wie sie alle scharf die Luft einzogen.

„Dieses verdammte Arschloch!“, schrie Sadie.

„Vielleicht sollten wir uns an ihm rächen, weil er so ein mieser Mensch ist. Wir könnten ihm Juckpulver in die Hose streuen, damit er denkt, er hätte eine Geschlechtskrankheit“, schlug Dawn vor.

„Das ist doch Schwachsinn. Wie willst du denn an seine Hose kommen?“

„Das ist der einfachste Teil, er zieht sie doch ständig aus“, sagte Dawn. Sie sprach so, als wäre es die logischste Sache der Welt, und in gewisser Weise war sie das auch. Er war nur zu bereit, seine Hosen für fast jede Frau runterzulassen – solange diese Frau nicht ich war.

Obwohl ich es lustig fände, wenn er sich den ganzen Tag kratzen müsste, wäre es nicht ganz fair. Er fand mich eben nicht attraktiv und hatte seinen Freunden nur die Wahrheit gesagt. Er konnte nichts dafür, dass ich gelauscht hatte und verletzt worden war. Es wäre besser, ihn einfach für immer aus meinem Leben zu streichen und nie wieder an ihn zu denken.

Um mich herum schmiedeten meine Freundinnen immer noch wilde Rachepläne, und die Sache geriet langsam außer Kontrolle. Eine meinte sogar, man könne seinen Social-Media-Account hacken, um dort fiese Sachen über ihn zu posten. Ich musste diesem Wahnsinn ein Ende setzen, bevor noch jemand verletzt wurde.

„Ich glaube, es ist am besten, wenn ich ihn einfach vergesse. Was ist Ace überhaupt für ein bescheuerter Name?“

„Das ist eine super Idee, und ich weiß genau, wie wir dir dabei helfen können. Heute Abend steigt eine riesige Party in einem der Wohnheime.“

Normalerweise hätte ich Sadies Vorschlag sofort abgelehnt. Ich blieb viel lieber in meinem Zimmer mit einer Tüte Chips und einem guten Buch oder einer Serie, aber ich wusste, dass ich heute Abend an beidem keine Freude hätte.

Wenn ich allein wäre, würde ich den ganzen Abend nur darüber nachgrübeln, was Ace über mich gesagt hatte, und in Selbstmitleid versinken. Vielleicht war eine Party genau das Richtige für heute. Und wenn es nur deshalb war, weil der Lärm der Party die Stimmen in meinem Kopf übertönte.

„Na gut, ich komme mit auf die Party.“

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