Verbotene Sehnsüchte

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Zusammenfassung

Shay ist Tänzerin und besitzt einen Club, den sie über alles liebt. Es gibt nur ein Problem: Der große Bruder ihrer Freundin, mit dem sie eine absolute Hassliebe verbindet, taucht jeden Abend dort auf – was ihr gewaltig auf die Nerven geht. Doch dann geschieht eines Nachts etwas zwischen ihnen, das alles verändert.

Status:
Abgeschlossen
Kapitel:
18
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Altersfreigabe
18+

Kapitel 1 – Shays/Marcs Sicht.

A/N

Hey Leute :)

Wenn du ein neuer Follower bist, solltest du wissen, dass Englisch nicht meine Muttersprache ist. Hier und da werden sich also Fehler einschleichen. Ich hoffe, ihr überlebt das :)

Alles Liebe für euch alle.

Tina.


Shays Sicht.

Ich bin in meinem vom Burlesque inspirierten Club und gehe die Nummern für heute Abend durch. Ich habe ein paar echt geniale Tänzerinnen. Sie lernen schnell und rocken jede Nacht die Bühne. Sie sind schon dabei, seit ich den Club eröffnet habe. Das ist toll, weil es zeigt, wie loyal sie sind.

„Süße, kommen heute irgendwelche besonderen VIPs?“, fragt Faith.

„Jup, und rate mal, wer es ist“, sage ich mit einem Augenrollen, was sie zum Kichern bringt. „Mein Bruder?“

„Der Kandidat hat hundert Punkte.“

Faith ist meine beste Freundin. Wir kennen uns seit der Kindheit, und sie arbeitet auch als Barkeeperin in meinem Club. Faiths Bruder Marc hingegen ist mein Erzfeind. Ich hasse ihn mit jeder Faser meines Körpers. Also, eigentlich liebe ich ihn, aber ich hasse ihn, weil er mich schon ewig schikaniert. Nicht auf eine richtig böse Art, aber genug, um verdammt nervig zu sein.

„Du weißt doch, dass er den Club liebt“, sagt sie. Ich rolle wieder mit den Augen. „Ach, komm schon. Er ist nur hier, um zu versuchen, meine Tänzerinnen abzuschleppen.“ Sie zieht eine Augenbraue hoch und grinst. „Und?“

„Und ich will sie nicht wegen ihm verlieren.“

Sie seufzt und sagt: „Du weißt, dass er ihnen nicht wehtun würde.“

„Jaaa, klar.“

Ich gehe los, um zu prüfen, ob alles für heute Abend bereit ist. Dabei sehe ich nach, ob die Lichttechniker fertig sind und ob der Laden blitzblank ist.

Die Türsteher und die Security beziehen ihre Posten, damit sie bereit sind, wenn die Türen öffnen. Ich habe viel Sicherheitspersonal, weil wir oft betrunkene Junggesellenabschiede hier haben. Die können manchmal etwas zu laut werden und sich den Kellnerinnen gegenüber danebenbenehmen. Das will ich nicht. Dies ist ein Ort, an dem die Leute herkommen, um eine gute Zeit zu haben. Es ist kein billiger Stripclub, in dem Männer meine Tänzerinnen vulgär beschimpfen oder meine Kellnerinnen begrapschen dürfen.

Natürlich ist Marc der Erste, in den ich reinlaufe, kaum dass die Tür offen ist.

„Hi, Minnie“, sagt er mit einem breiten Grinsen. Ich rolle nur mit den Augen und seufze. Meine Eltern haben mich Minnie genannt, weil ich bei der Geburt so klein war. Ich bin nur 1,60 Meter groß. Obwohl ich meinen Namen in Shay geändert habe, nennt Marc mich einfach weiter Minnie.

„Wenn du nicht aufhörst, mich so zu nennen, gebe ich dir Hausverbot“, sage ich. Sein Grinsen wird noch breiter. „Ach was, du weißt doch, dass du mich liebst.“

Ich schnaube verächtlich. Sein Grinsen verwandelt sich in ein süffisantes Lächeln, bevor er sagt: „Weißt du, ich fange langsam an zu glauben, dass du mich nicht magst.“

„Blitzmerker.“ Ich mache auf dem Absatz kehrt und gehe weg, während er lacht. Dann ruft er: „BIS SPÄTER, MINNIE!“.

Er legt es förmlich darauf an, mich auf die Palme zu bringen, und ich habe keine Ahnung, warum. Die Eltern von Faith und Marc waren unsere Nachbarn, als ich ein Kind war. Ich habe die meiste Zeit dort verbracht, weil meine Eltern sich jeden Abend angeschrien haben. Oft ging es gegen mich. Sie beschuldigten mich, ihre Ehe ruiniert zu haben. Also bin ich oft aus dem Fenster geklettert und zu Faith rübergegangen.

Ihre Eltern ließen nachts immer die Hintertür unverschlossen, damit ich reinkonnte. Marc hat immer auf mich gewartet und mich getröstet. Aber als ich ein Teenager wurde, fingen die Sticheleien an. Er ist sechs Jahre älter als ich und aus irgendeinem Grund hat er mich mehr geärgert als Faith. Also fing ich natürlich an, ihn zu hassen.

~~~~

Der Abend läuft reibungslos. Ich ziehe mich in mein Büro zurück, das vollgestopft ist mit Kostümen, die repariert werden müssen. Das bedeutet viel Klebearbeit, um Perlen und Strasssteine wieder zu befestigen.

In diesem Moment kommt Mia, eine meiner Tänzerinnen, hinkend ins Büro. Ich lege die Heißklebepistole schnell weg und stütze sie. „Was ist passiert?“, frage ich.

„Ich glaube, ich bin umgeknickt. Es tut mir so leid, Shay.“

Ich schüttle schnell den Kopf und helfe ihr auf einen Stuhl. „Nicht entschuldigen. Setz dich erst mal hin, ich schau es mir an.“ Vorsichtig untersuche ich ihren Knöchel, was sie zischen lässt. Dann sage ich: „Ja, der ist definitiv verstaucht.“ Ich hole ihr einen Kühlbeutel, zücke mein Handy und rufe meinen Tontechniker an.

„Was gibt’s, Boss?“

„Tänzerin ausgefallen. Verschiebe den nächsten Akt. Du weißt, was zu tun ist.“

„Kein Problem. Sag Bescheid, wenn du so weit bist.“

„Mach ich. Du bist der Beste.“

Ich lege auf und kümmere mich wieder um Mias Fuß. „Es tut mir echt leid, Shay“, sagt sie noch mal. Ich schenke ihr ein sanftes Lächeln. „Hör auf damit. Du kannst doch nichts dafür.“

Ich hatte schon oft verstauchte Knöchel, deshalb weiß ich, wie man sie verbindet. Als ich fertig bin, sage ich: „So, fertig.“ Dann suche ich noch mehr Kühlpacks für sie. „Nimm die hier, ich helfe dir nach oben.“

Sie schnieft und fragt: „Bist du sicher?“ Ich lächle sie wieder an. „Ganz sicher. Jetzt komm schon.“

Ich helfe ihr auf die Beine und bringe sie in meine Wohnung über dem Club. Dort quartiere ich sie auf der Couch ein. Als ich sicher bin, dass sie alles hat, was sie braucht, sage ich: „Okay, ich muss los. Mach es dir gemütlich und ruh dich aus, Süße.“ Sie lächelt mich dankbar an. „Okay, vielen vielen Dank.“

Ich grinse zurück. „Kein Ding.“ Dann eile ich nach unten in die Garderobe.

Wenn eine Tänzerin ausfällt, nehme ich ihren Platz auf der Bühne ein. Ich liebe es aufzutreten, aber ich hasse es, dass ich immer ganz vorne stehen muss, weil ich so verdammt klein bin. Ich hasse es nicht, weil mir das Tanzen keinen Spaß macht. Sondern weil eigentlich meine tollen Tänzerinnen im Rampenlicht stehen sollten. Nicht ich.

Ich lege schnell etwas Make-up auf, richte meinen kurzen, blonden Pixie-Schnitt und ziehe mich um. Dann rufe ich meinen Tonmann an.

„Alles klar, wir sind bereit.“

„Verstanden.“

„Buttons“ von den Pussycat Dolls fängt an zu spielen. Ich tanze zusammen mit den anderen Mädels raus auf die Bühne.

Wir tanzen verführerisch und flirten mit den Männern und Frauen an den Tischen vor der Bühne. Irgendwann merke ich, dass Marc mich anstarrt. Er verschlingt mich fast mit seinen Augen, was mich dazu bringt, kurz die Brauen zu heben.

Was zur Hölle? Er hat mich schon tausendmal tanzen sehen, aber er hat mich noch nie so angesehen wie jetzt. Er neckt mich sonst wie eine kleine Schwester. Warum schaut er mich dann so an?

Als das Lied vorbei ist, gehen wir in die Garderobe, wo die anderen die Outfits wechseln.

„Gute Arbeit, Mädels. Ihr saht wie immer heiß aus“, sage ich.

„Danke. Was ist mit Mia passiert?“, fragt Sharon, eine meiner Tänzerinnen.

„Verstauchter Knöchel.“

„Scheiße.“

„Ja, ich rufe eine Ersatztänzerin an.“

Sie schüttelt den Kopf. „Oh nein, das wirst du nicht. Du gehst da raus auf die Bühne und schwingst deinen knackigen Arsch.“ Ich schüttle selbst den Kopf. „Nein, Diana kann –“

„Bitteee. Es macht so viel Spaß, wenn du mit uns tanzt.“

Ich lege den Kopf in den Nacken, stöhne auf und sage: „Du bist fies.“ Sie lacht und hilft mir beim Umziehen, bevor wir alle wieder auf die Bühne gehen. Zum Glück muss ich nur noch zwei Nummern tanzen. Den Rest schaffen die Mädels allein.

Als ich fertig bin, ziehe ich mir eine Kellneruniform an. Der Club ist rappelvoll, also helfe ich an der Bar aus.

„Alles klar Faith, was hast du für mich?“, frage ich. Sie grinst mich schief an. „Eine Flasche Whiskey für den VIP-Bereich.“ Ich seufze. „Sag mir bitte nicht, dass die für deinen Bruder ist.“ Ihr Grinsen wird breiter. „Kann ich nicht versprechen.“ Ich stöhne, nehme das Tablett und mache mich auf den Weg zum VIP-Bereich.

Ich entdecke Marc an einem Tisch mit ein paar seiner Freunde, darunter auch Faiths Verlobter Shawn. Ich stelle das Tablett ab und serviere den Whiskey. „Hier, bitteschön, Jungs.“ Shawn lächelt mich an. „Hey Shay, wie läuft’s heute Abend?“ Ich strahle ihn an. „Alles bestens, Shawn. Und bei dir?“

Gelogen. Meine Füße bringen mich in diesen High Heels um.

„Wenn meine Verlobte Feierabend hat, geht’s mir gut.“

Ich lache kurz. „Ja. Sie hat ordentlich zu tun, das könnte also noch dauern.“ Er zieht ein Schmollmund-Gesicht, was mich wieder zum Lachen bringt.

Dann bemerke ich, dass Marc mich beobachtet. Ich kann seinen Blick nicht ganz deuten, was ungewöhnlich ist, weil ich ihn in- und auswendig kenne. Ich drehe mich zu ihm und frage: „Kein Mädel am Start heute, Marc?“ Er schüttelt den Kopf. „Nö, hab heute keine Lust.“ Ich spiele ein schockiertes Gesicht und lege ihm die Hand auf die Stirn. „Bist du krank?“

Er lacht leise und grinst, bevor er sagt: „Vielleicht.“ Ich rolle mit den Augen und frage die anderen Jungs am Tisch: „Kann ich euch sonst noch was bringen?“

„Deine Nummer“, sagt einer der Typen und gibt mir einen Klaps auf den Arsch. Ich erstarre. Den Typen habe ich hier noch nie gesehen. Marc zieht eine Braue hoch, ein Grinsen umspielt seine Lippen. „Ganz schlechte Idee, Kumpel.“

Langsam drehe ich mich zu dem Kerl um, beuge mich vor und lächle zuckersüß. „Siehst du den Typen da drüben?“, frage ich. Er dreht den Kopf und sieht einen riesigen, massigen Kerl, der direkt zu uns herstarrt. Der Typ schluckt schwer.

„Das ist Knuckles. Wenn du mich oder mein Personal noch einmal anfasst, lasse ich dich von ihm aus meinem Club werfen. Und zwar unsanft. Hast du mich verstanden?“

Seine Augen werden groß, er schluckt noch mal und stammelt: „D-dein Club?“

„Ja, mein Club!“

Marc muss immer noch grinsen und lacht leise. Ich drehe mich um und gebe ihm einen Klaps auf den Hinterkopf. „Bring den nicht wieder mit“, sage ich.

Dann wende ich mich wieder dem Typen zu und schenke ihm noch ein süßes Lächeln. „So, und jetzt wünsche ich euch Jungs noch einen schönen Abend.“ Damit drehe ich mich um und gehe zurück zur Bar.

„Wie geht’s ihnen? Und mit ‚ihnen‘ meine ich meinen Verlobten“, sagt Faith.

„Ihm geht’s gut. Er wartet nur darauf, dass du fertig wirst.“

Sie grinst dreckig. „Oh, er wird mich heute Nacht definitiv fertigmachen.“ Sie wackelt mit den Augenbrauen. Ich rolle lächelnd mit den Augen. „Nächste Bestellung.“

Sie stellt mir Drinks aufs Tablett und sagt: „Tisch sieben.“ Ich nicke. „Alles klar.“

Ich laufe den Rest der Nacht herum und serviere Drinks, bis weniger los ist und die Kellnerinnen den Rest allein schaffen. Dann gehe ich zu Faith: „Ich bin weg, Süße. Bis morgen.“

„Nacht, Shay.“

Ich mache mich auf den Weg nach oben in meine Wohnung. Sofort ziehe ich die High Heels aus und reibe mir die Füße. Ich muss fast zischen, weil sie sich anfühlen, als würden sie jeden Moment abfallen.

Ich finde Mia schlafend im Gästezimmer. Sie hat ein Kühlpack auf dem Knöchel. Vorsichtig nehme ich es weg und decke sie zu.

Als ich eingezogen bin, habe ich ein extra Schlafzimmer eingerichtet. Falls sich mal eines der Mädels verletzt oder sie zu müde für den Heimweg sind. Dann können sie immer hier pennen.

Ich entscheide mich für ein Bad, um meine verspannten Muskeln und schmerzenden Füße zu lockern. Während das Wasser in die Wanne läuft, gebe ich Duftöle und Badesalz hinzu. Als sie voll ist, lasse ich mich ins heiße Wasser gleiten. Während es meine Muskeln entspannt, massiere ich meine Füße und lasse die Nacht Revue passieren.

Notiz an mich selbst: Ersatztänzerin anrufen. Mehr Wein- und Whiskeygläser bestellen. Und mehr Hemden für die Barkeeper.

Dann denke ich über neue Tanznummern nach und, aus irgendeinem Grund, an Marc. Wie er mich angesehen hat, als ich getanzt habe… Und irgendwie sind meine Augen wegen seines Blicks auch immer wieder zu ihm gewandert. Das war so seltsam. Er hat mich noch nie so angesehen wie heute Nacht.

Ich schüttle den Kopf und seufze. Ich bin einfach zu müde, um jetzt darüber nachzudenken.

Als das Wasser langsam kalt wird, steige ich aus, trockne mich ab und ziehe meinen Schlafanzug an. Ich mache mir eine Tasse Tee, nehme sie mit ins Schlafzimmer und krieche unter die Decke. Ich stoße einen langen Seufzer der Zufriedenheit aus. Dann blättere ich noch in ein paar Fachmagazinen und anderen Unterlagen für den Club.

Nachdem ich den Tee ausgetrunken habe, mache ich es mir gemütlich und gönne mir den dringend nötigen Schlaf.

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Ich wache am frühen Nachmittag auf und rieche sofort Kaffee. Ich steige aus dem Bett und gehe in den offenen Wohn- und Küchenbereich. Mia sitzt am Küchentisch und liest eine Zeitschrift.

Ich lächle sie an: „Morgen, Mia. Wie geht’s deinem Fuß?“

„Verstaucht.“

Ich lache und schüttle den Kopf. „Ja, das ist echt Mist.“ Sie nickt. „Hm-m. Es gibt frischen Kaffee, wenn du willst.“ Ich lächle dankbar. „Danke. Du bist meine Rettung.“

Ich gieße mir eine Tasse ein, nehme einen Schluck und frage: „Soll ich dich heute ins Krankenhaus fahren?“ Sie schüttelt den Kopf. „Nö. Du weißt doch selbst am besten, was man bei Verstauchungen macht.“ Ich schmunzle. Das tue ich definitiv. Das ist ein Berufsrisiko als Tänzerin. Erst recht, wenn man in High Heels tanzt.

„Alles klar, dann schwing deinen Hintern auf die Couch und entspann dich“, sage ich, was sie mit einem Lächeln und Augenrollen quittiert. „Ja, Mama.“

Ich lache wieder und gehe zu meinem Aquarium, um die Fische zu füttern. Ich habe sie mir angeschafft, weil es mich total entspannt, sie zu beobachten. Es ist fast hypnotisch. Das ist meine Art zu meditieren.

Ich setze mich neben Mia auf die Couch, nehme noch einen Schluck Kaffee und seufze zufrieden. Es geht nichts über eine gute Tasse Kaffee am Morgen.

„Und, hast du heute was vor?“, fragt Mia mich. Ich nicke. „Ja, ich habe heute einen Salsakurs.“ Sie zieht eine Braue hoch. „Echt? Ich wusste gar nicht, dass du Salsa tanzt.“ Ich lächle und zucke mit den Schultern. „Schon seit Jahren. Es macht riesigen Spaß, und ich amüsiere mich immer prächtig mit meinem Tanzpartner Eli.“

Sie lächelt. „Vielleicht könnte ich mal mitkommen?“ Ich lache leise und klopfe ihr auf den Oberschenkel. „Sieh erst mal zu, dass du wieder gesund wirst. Wenn dein Fuß verheilt ist, nehme ich dich mit.“

Ich schaue auf die Wanduhr, trinke den Rest meines Kaffees aus und sage: „So, ich muss in einer Stunde da sein. Soll ich dich nach Hause fahren?“

Sie schaut nach unten und nestelt ein bisschen an ihrer Kleidung herum. Ich schenke ihr ein sanftes Lächeln. „Du weißt, dass du hier bleiben kannst, so lange du willst, oder?“ Sie sieht mich an, lächelt ein wenig und fragt: „Echt?“

„Hm-m. Unter einer Bedingung.“

Sie zieht eine Braue hoch. „Und die wäre?“

„Du musst mir jeden Tag den Morgenkaffee kochen“, sage ich grinsend. Sie lacht und nickt. „Das kriege ich definitiv hin.“ Ich strahle sie an und umarme sie kurz. „Super. Jetzt muss ich mich aber anziehen.“

Ich gehe ins Schlafzimmer, ziehe ein hellblaues Tanktop und einen passenden, kurzen, flattrigen Rock an. Dann schnappe ich mir meine Tasche, verabschiede mich von Mia und mache mich auf den Weg zum Tanzstudio. Dort werde ich direkt von meinem Tanzpartner begrüßt.

Er packt mich, macht eine schwungvolle Tauchfigur und gibt mir einen flüchtigen Kuss. Ich lache gegen seine Lippen. „Hallo Eli.“

Er zieht mich wieder auf die Beine, lächelt und fragt: „Bist du bereit, heute ordentlich deinen Hintern zu schwingen?“ Ich lächle. „Bin ich das nicht immer?“ Er grinst und nickt. „Gut, ich bin heute nämlich total motiviert.“

Das lässt mich stöhnen. „Du wirst mich heute durch den ganzen Raum wirbeln, oder?“

„Oh ja, das werde ich“, sagt er und zwinkert mir zu. Ich seufze.

Meine armen Füße.

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Marcs Sicht.

Ich bin bei meiner Schwester und quatsche mit Shawn. Er hat mich vorhin angerufen und angefleht vorbeizukommen. Faith ist im totalen „Bridezilla“-Modus, und aus irgendeinem Grund glaubt er, dass ich sie beruhigen kann. Ich weiß allerdings, dass ich das nicht kann.

Er gibt mir ein Bier. Ich nehme einen Schluck und sage: „Also, der große Tag steht ja kurz bevor.“ Er seufzt. „Ja, daher auch das Chaos. Ich liebe Faith von ganzem Herzen, aber dieser ganze Hochzeitskram macht mich wahnsinnig. Sollte das nicht eigentlich die Braut alles regeln?“ Ich lache. „Schätz dich glücklich, dass sie dich überhaupt einbeziehen will.“

„Ich weiß, ich weiß. Aber mir ist es einfach total egal, ob die Tischdecken weiß oder cremeweiß sind. Gott sei Dank kommt Shay heute vorbei, um zu helfen.“

Mein Herz schlägt ein kleines bisschen schneller. Ich nehme einen großen Schluck Bier, bevor ich frage: „Echt, sie kommt?“

„Hm-m.“

Mein Herz rast jetzt richtig und ich merke, wie meine Handflächen schwitzig werden. Das ist schlecht. Das ist verdammt schlecht. Nach gestern Abend im Club hatte ich gehofft, sie heute nicht zu sehen. Also, eigentlich will ich sie sehen. Ich hatte nur gehofft, es wäre erst in ein paar Tagen, damit ich mich wieder fangen kann.

Gestern Abend war anders als sonst. Normalerweise kann ich kontrollieren, wie ich sie ansehe, aber gestern ist es mir entglitten. Ich konnte bisher immer verbergen, dass ich sie anstarre, wenn sie tanzt. Aber gestern Abend ging es aus irgendeinem Grund nicht.

Wisst ihr… ich bin in Shay verliebt.