Lukes Nacht mit Ihr
Besonders viel hatte Luke sich von diesem letzten Abend seiner Geschäftsreise nicht erwartet.
Die angejahrte Hotelbar, mit ihrem leicht verruchten Charme aus vergangenen Zeiten, hatte es ihm jedoch angetan. Ein bisschen wie Hemingway fühlte er sich, wenn er dort saß und seinen Gedanken hinterher hing, während sich das warme Licht in seinem Scotch brach. Zumindest dachte er, dass sein liebster Schriftsteller sich so gefühlt haben muss, wie er es jetzt tut…hier in derjenigen gedämpften, einhüllenden Atmosphäre dieser Bar.
Und so sitzt er auch an diesem Abend auf rotem Samt an einem kleinen Tischchen, lockert seine Krawatte salopp mit einer Hand, nimmt einen Schluck von seinem Drink, schließt kurz die Augen. Das Eis klirrt am Kristall, zart rauchig schmeckt er, erlösend...der Tag kann gehen.
Sein Blick streift ziellos durch die Räumlichkeiten und bleibt aprubt am Eingang hängen. Eine Frau betritt die Bar, nein, eine Dame...und mit ihr eine atemberaubende Ausstrahlung, die den ganzen Raum zu füllen scheint. Für einen langen Moment kann er seine Augen nicht von ihr lassen, beinahe magnetisch angezogen sieht er sie an...bis ihre Blicke sich treffen. Ein wenig über seine Unverfrorenheit erschrocken, wendet er sein Gesicht schnell ab. Zu spät, sie hat ihn bereits wahrgenommen und es scheint ihm, als hätte ein amüsiertes Lächeln ihr Gesicht gestreift.
Sie geht zur Bar, nimmt Platz, bestellt einen Drink. Aus den Augenwinkeln beobachtet er sie…er kann gar nicht anders. Elegant sind ihre Bewegungen, nahezu anmutig. Fasziniert von ihrer Gestalt beginnt er diesen Anblick zu genießen. Gekonnt überschlägt sie ihre langen Beine...schwarzes Nylon...er fragt sich, ob sie wohl halterlose Strümpfe trägt? Muss über diesen Gedanken schmunzeln und nimmt einen guten Schluck von seinem Scotch.
Feine blonde Strähnen, fallen aus dem hochgesteckten Haar, schimmern im Licht...locken sich fast neckisch in ihrem Nacken. Schlank und weiblich wirkt ihre Silhouette im schwarzen Kleid. Erotisch, hocherotisch erlebt er diese Stimmung, ihm wird warm...seine Gedanken überschlagen sich. Wie weich sich ihre Haut wohl anfühlt? Ob sie Spitze trägt? Wonach sie duftet? Wie sich ihre steifen Nippel anfühlen? Wie sie ihm ein angereiztes Stöhnen ins Ohr haucht...
Er versucht sich zusammenzunehmen, was macht diese Frau mit ihm? In einem Zug leert er sein Glas...stellt es entschlossen ab. “Jetzt oder nie” schießt es ihm durch den Kopf, er winkt dem Kellner und bestellt neuen Scotch. Einen für sich, einen für die Lady. Verwundert ist sie darüber nicht, spürt sie doch sehr wohl seine Blicke in ihrem Rücken, fast als berühre er sie zart fordernd.
Nein, sie dreht sich nicht nach ihm um...lediglich den Kopf wendet sie leicht zur Seite und greift mit ihren schlanken Fingern nach dem Glas, das Rot ihrer Nägel leuchtet auffallend. Unaufwendig führt sie das Glas an den Mund, leckt sich kurz, kaum merkbar über die Lippen, schließt die Augen und trinkt sinnenfreudig. Ruhig stellt sie es auf den Tresen zurück, dreht sich auf dem Barhocker rum, erhebt sich, sieht ihm direkt in die Augen und geht zielbewusst auf ihn zu.
“Vielen Dank für den feinen Scotch, Mister”, sagt sie mit einem leicht kühlen Unterton in ihrer warmen, klangvollen Stimme...in seinem Kopf hört er sie stöhnen. Bevor er antworten kann, legt sie eine Notiz auf das Tischchen „Zimmer Nr.308 - Ich weiß, du willst mich!” liest er darauf…unwirklich erscheinen ihm diese Worte. Leicht ungeordnet sieht er zu ihr hoch...diese großen, tiefblauen Augen...sie fesseln in förmlich. Provokativ funkelt sie ihn an, lächelt, beißt sich lasziv auf die roten Lippen…dreht sich um und geht.
Ein wenig ungläubig starrt er ihr hinterher, der Situation nicht sicher...aber ja, er will sie! Tief atmet er durch, öffnet die obersten Knöpfe seines Hemds, trinkt aus und macht sich auf den Weg zu Zimmer Nr. 308. Sein Herz klopft energisch, in seinem ganzen Körper macht sich eine ungeheure Erregung breit...lebendig, anregend und berauschend. Seine Gedanken fühlen sich an wie Gänsehaut in seinem Kopf.
Noch ein tiefer Atemzug, 308 steht in goldenen Ziffern auf der Tür, er tritt ein. Mitten im Raum steht sie, aufrecht auf ihren High Heels, die Beine leicht geöffnet...ohne Kleid...seine Frage nach den Strümpfen wird zufrieden stellend beantwortet. Nur Spitze sucht er vergebens, sie trägt kein Höschen...er schluckt ein wenig beim Anblick ihres fein rasierten Venushügels. Sein Blick wandert nach oben. Ein schwarzes Korsett schmückt ihre gertenschlanke Taille, der Stoff schimmert im abgeschwächten Licht der Suite. Ihre Brüste liegen frei, pikant angehoben...nur ihr gelöstes, langes Haar bedeckt sie unzulänglich. Sie lächelt ihn an. Wie sie es doch genießt seine Aufregung, seine freudige Erwartung, seine Begierde zu spüren...kaum etwas lässt sie so feucht werden, wie dieses erhebende Gefühl.
Ohne den Blick abzuwenden geht sie auf ihn zu, bleibt freimütig vor ihm stehen, berührbar nah. Blumig warm duftet sie, er atmet tiefer. Mit beiden Händen fasst sie die blonden Wellen und streift sie in den Nacken. Schöne Brüste hat sie, an reife, pralle Äpfel erinnernd. Kleine, steife Nippel stehen unverschämt frech nach oben...angespannt...bereit. Alles an ihr scheint bereit und willig zu sein. Sein Verlangen steigt. Angestrengt überlegt er was zu sagen. Irgendetwas muss er ja sagen, denkt er sich und bewegt seine Lippen. Rasch legt sie bestimmt ihren Finger auf seinen Mund “ssssch” macht sie leise, während ihre Fingerkuppe sanft über seine Lippen fährt.
Sie berührt sanft seine Zungenspitze, er beginnt flink an ihrem Finger zu lecken. Soll sie nur gleich sehen, dass er das Spiel mit der Zunge beherrscht. Er kann geradezu spüren, wie sehr sie das erregt. Ihre Antwort folgt prompt. Sie entzieht ihm ihren Finger, nimmt seine Hand, lässt seinen Blick nicht los...führt sie an ihre vollen Lippen. Ein wenig spielt sie mit seinen Fingern. Dann öffnet sie leicht ihren Mund...ein wenig Zunge. Langsam schiebt sie sich seinen Finger in den Rachen, immer weiter...leise, fast erstickt beginnt sie zu stöhnen. Sie sind sich einig, die beiden.
Bedachtsam führt sie ihn zum Sofa, streift sein Jackett ab, knöpft sein Hemd auf...zieht ihn aus. Ihr gefällt sehr was sie sieht. Sie betrachtet seinen steifen Schwanz, ein ordentlicher Hammer...sie will ihn fühlen, spüren überall.
Stillschweigend kniet sie vor ihm nieder, beginnt ihn zart zu lutschen...samtig weich und schön hart ist er. Es macht sie geil, noch geiler...immer nasser wird sie, während sein strammes Glied in ihrem Mund versinkt. Ein wenig hat er gezögert, aktiv zu werden.
Doch er hat schnell bemerkt wie sehr sie es mag ihn tief zu nehmen, wie geil es sie macht. Kräftig greift er in ihre langen Haare, sein Schwanz fühlt sich verdammt gut an in ihrem weichen Mund...er wird mutiger. Seiner subtilen Aufforderung ihm seine Eier zu lecken kommt sie sofort nach. Ihre Lust dabei erregt ihn unfassbar...er will sie...jetzt!
Stumm deutet er ihr aufzustehen und sich auf das Bett zu legen...er führt, sie folgt. Wortlos...ein irrsinniges Gefühl der Lust überkommt die beiden.
Bereit ihm zu dienen, ihm alles zu geben räkelt sie sich auf dem Bett...präsentiert ihm gekonnt ihren makellosen Körper. Sie streichelt ihre Brüste, öffnet ihre Beine...öffnet sich ihm. Einer solchen Hingabe kann er nicht widerstehen. Schmecken will er sie und verwöhnt ihre nasse, wunderschöne Pussy mit seiner flotten Zunge. Er weiß was er tut, ganz verrückt macht er sie…sie ist scharf auf ihn, sie will ihn. Lange lässt er sie nicht warten, beugt sich über sie und dringt ohne Umschweife in sie ein. Laut stöhnt sie auf, schließt kurz die Augen...spannt ihren Körper, streckt sich ihm entgegen. Tief dringt er in sie ein, füllt sie ganz aus...ihr Verlangen ist schier unersättlich. Kräftig stößt er sie, immer mehr, fordernder. Laut stöhnend, fast bettelnd nach mehr empfängt sie seine Stöße...lässt ihn gewähren...gibt sich ihm voll und ganz hin. Sie denken an nichts...verlieren sich ineinander. Fest packt er ihre Brüste, knetet sie, zwirbelt die zierlichen Nippel. Ein lüsternes Wimmern mischt sich ihrem Stöhnen bei. Immer heißer wird sie, wilder...er kann ihren Schoß zucken spüren. Tief und fest, immer schneller...heftiger…ihr Körper bebt. All ihre Lust schreit sie hemmungslos heraus und krallt sich ins Kissen als ein heftiger, langer Orgasmus ihren Körper zittern lässt. Atemlos stöhnt sie. Ein letztes Mal schiebt er seinen Schwanz kraftvoll, tief in sie...ein paar Sekunden hält er inne...sie seufzt zufrieden und sinkt für einen Moment erlöst in die Kissen. Um gleich darauf wieder Haltung anzunehmen, ihm zu zeigen, dass sie sein kostbares Sperma will. Tief schaut sie ihm in die Augen und presst ihre Brüste zusammen...sie liest ihm seine Wünsche von den Augen ab. Heftig wichst er seinen Schwanz, und betrachtet dabei bewundernd diese bildhübsche Frau, die vor ihm liegt. Mit einer gewaltigen Ladung Sperma verziert er ihren Körper...es glänzt auf ihrer weichen Haut, ihrem Bauch, ihren Brüsten. Genießerisch leckt sie ein paar Tropfen von ihrem Finger und lächelt ihn zufrieden an.
Langsam beginnen ihre erhitzen Körper sich zu entspannen, die wonnetrunkenen Köpfe fassen wieder erste klare Gedanken und die Ekstase der letzten Stunde beginnt zu weichen. Luke kennt diese ernüchternde Plötzlichkeit, die nach solchen Abenteuern den eben noch lustgetränkten Raum und dann einen selbst erfüllt nur zu gut. Eine bizarre Mischung aus Stolz, versiegender Nähe, Sehnsucht und etwas Scham. Dieser Zustand ist wie ein alter Bekannter für ihn. Und wie das mit alten Bekannten so ist, vermisst man diese wenn sie unerwartet nicht auftauchen. “Wo bist du“? Scheinen seine nervösen Gedanken, die beängstigend durcheinandergeraten verzweifelt zu fragen. Vergebens, er kommt nicht. Er hat eine vergessene Freundin geschickt die Luke lange nicht gesehen hat und auch gar nicht sehen will. Doch jetzt ist sie da. Platzergreifend, raumfüllend, alles einnehmend da. Sie ist aber kein kontrollierbarer Gedanke gemischter bekannter Gefühle in seinem Kopf. Nein, sie ist ein mächtig großes, unbegreifbares Gefühl, dass ihn quält. So sehr quält. Weil er es aber nicht schafft diese Qual aus seinem Herzen zu werfen, wirft er kurzerhand die Dame aus dem Hotelzimmer. Er muss sie rauswerfen. Es ist schließlich ihre Schuld, sie hat dieses gottverdammte Gefühl mitgebracht, sie soll es gefälligst auch wieder mitnehmen. Jetzt! Sofort!
Sie geht, aber außer Ihren Klamotten nimmt sie nichts mit. Gar nichts. Das merkt auch Luke sehr schnell, trotzdem lässt ihn das Wissen nun alleine und für sich zu sein, zumindest ein wenig aufatmen. Was soll er also jetzt machen? Von seinem treuen alten Bekannten im Stich gelassen, in ungewollter Gesellschaft, die er nicht loswerden kann und die ohne jegliche Unterbrechung so schrecklich laut mit ihm spricht? Einige hilfsbereite gute Freunde einzuladen die das grässliche Plappermaul übertönen und zum Schweigen bringen, erscheint ihm die einzig adäquate Lösung. Also bestellt er sich eine Flasche Macallan sowie eine Schachtel Sobranie aufs Zimmer und lässt Rigolettos Tragödie Arie für Arie die Seinige übertrumpfen damit er dessen Leid beweinen kann. Denn irgendetwas muss er beweinen heute Nacht, das weiß er. Geteiltes Leid ist halbes Leid und fremdes Leid ist Geliehenes…er hält das für eine sehr praktische Sache. Und so weint er…im sanftmütigen Schutz der Nacht in dieser schönen Suite in der dieses wunderbare Geschöpf etwas dagelassen hat, was er jetzt endlich, ganz still und heimlich als vertraute Wärme fühlen kann, die ihn in einen tiefen Schlaf begleitet.