Schatten im Herzen

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Zusammenfassung

Lyra Keller war hoffnungslos in Orion Blackwood verliebt. Doch Orions Herz gehörte jemand anderem, jemandem, der ihnen beiden nahestand – ihrer Schwester Zara. Als Konflikte ihre Familien entzweien, greift das Schicksal ein, und durch eine schicksalhafte Wendung werden Lyra und Orion verheiratet. Voller Hoffnung glaubte Lyra, dass ihre Ehe mit Orion der Beginn ihres Happy Ends sei. Doch ihre Träume zerbrachen, als Orion ihr gegenüber kalt und gleichgültig blieb. Er hasste sie, weil sie ihn an Zara erinnerte. Oder war das etwa der Grund, warum er sie geheiratet hatte – um jemandem nahe zu sein, der ihr ähnlich sah? Als sie kurz davor ist aufzugeben, kehrt Zara nach Hause zurück. Mit Zaras Rückkehr eskaliert die Spannung. Was wird Orion tun? Und kann Lyra die Kraft finden, die Schatten ihres Herzens zu überwinden? Wird sie jemals herausfinden, dass Zara der Grund für ihren Liebeskummer war?

Genre:
Romance
Autor:
Sruthi Onyx
Status:
Abgeschlossen
Kapitel:
72
Rating
5.0 19 Bewertungen
Altersfreigabe
18+

Kapitel 1

„Only love can hurt like this...“ Die Melodie hallte durch den schwach beleuchteten Raum und legte sich wie eine dunkle Wolke um sie. Die Uhr schlug zwölf. Das Läuten hallte in der Stille wider und erinnerte sie an die vergangene Zeit.

Seufzend nahm sie das Weinglas und ließ es sanft gegen das leere Glas daneben stoßen. „Alles Gute zum Jahrestag, Orion“, flüsterte sie. Ihre Stimme zitterte, während sie auf die Uhr und ihr gemeinsames Bild starrte. Ihre Augen waren schwer von Tränen, die sie nicht zuließ, und sie fuhr mit dem Blick über seine Gesichtszüge auf dem Foto – die markante Kieferpartie und der durchdringende Blick, in dem sie einst einen Funken von dem gesehen hatte, was sie für Liebe hielt. Es war ihr Hochzeitsfoto. Selbst darauf lächelte er nicht. Orion lächelte nur selten, aber seine auffälligen grünen Augen sagten alles, was man wissen musste.

Der dunkle und schwere Wein schmeckte bitter auf ihrer Zunge, genau wie die bittere Erinnerung an ihre Ehe. Jeder Moment ihrer Ehe war eine Strafe für ihn. Das wusste sie.

Sie nahm einen langen Schluck, ihre Hand zitterte. Sie schloss die Augen und ließ die Musik über sich ergehen, was den Schmerz tief in ihrer Brust nur noch verstärkte.

Die Wände schienen enger zu werden und erstickten sie mit ihren stummen Vorwürfen.

Der Bilderrahmen fühlte sich kalt und unerbittlich in ihren Händen an. Lyra fuhr mit den Fingern über die Umrisse von Orions Gesicht und blieb an dem Lächeln hängen, das nie ganz seine Augen erreichte. „Warum hast du mich geheiratet, Orion?“, flüsterte sie mit brüchiger Stimme. „War es aus Pflichtgefühl? War es eine Verpflichtung? Oder hast du es nur getan, um unseren Familien zu gefallen?“

Sie lachte bitter. Wen wollte sie eigentlich belügen? Sie war diejenige gewesen, die ihn geheiratet hatte – sie war vor Glück fast ausgeflippt, als ihre Eltern den Vorschlag machten.

Ihr Blick glitt zu dem leeren Stuhl am anderen Ende des Tisches. Er war ein stummes Zeugnis für die große, einsame Kluft zwischen ihnen – ein Hass gegen sie, der mit jedem Tag größer wurde. Sie erinnerte sich an ihren Hochzeitstag. Er hatte sie nicht voller Liebe angesehen, sondern mit etwas, das sich wie eine kalte, distanzierte Ablehnung anfühlte.

Eine Träne lief ihre Wange hinunter und vermischte sich mit dem Wein, als sie in ihr Glas fiel. Sie machte sich nicht die Mühe, sie wegzuwischen. „Denkst du überhaupt an mich, Orion? Erinnerst du dich an diesen Tag, oder bin ich nur ein Schatten in deinem Leben?“

Der Schmerz war ihr ständiger Begleiter, ein bohrender Schmerz in ihrer Seele. Sie hatte das Gefühl, zu ertrinken. Jeder Atemzug war ein Kampf, jeder Herzschlag eine Erinnerung an die Liebe, die sie so bereitwillig gegeben hatte, und die Gleichgültigkeit, die sie dafür zurückbekam. Sie sehnte sich nach einer Berührung, einem freundlichen Wort, irgendetwas, das diese quälende Einsamkeit durchbrach.

Lyra stand auf. Ihr war schwindelig vom Wein. Sie ging zum Fenster und drückte ihre Stirn gegen das kühle Glas. In der Ferne funkelten die Lichter der Stadt. Sie bildeten einen Kontrast zu der Dunkelheit, die ihr Herz umschloss. Sie sah zu, wie das Leben draußen weiterging – Menschen, die sich bewegten, lachten und liebten. Sie lebten das Leben, von dem sie immer geträumt, das sie aber nie erreicht hatte.

„Warum tut es nur so weh?“, murmelte sie, während ihr Atem das Glas beschlug. „Warum muss Liebe so grausam sein?“

Das Lied änderte sich, aber der Schmerz blieb. Es war ein ungebetener Gast, der nicht gehen wollte. Sie wusste, dass es so nicht weitergehen konnte, aber sie wusste nicht, wie sie die Ketten ihres eigenen Herzens sprengen sollte. Ihre Liebe zu Orion war wie ein zweischneidiges Schwert: Sie verletzte sie zutiefst und hielt sie gleichzeitig an ihn gebunden.

Die Nacht schritt voran und Lyra blieb am Fenster stehen. Ihr Herz war schwer vor unausgesprochenen Worten und unerfüllten Träumen. Sie umklammerte das Weinglas fest. Morgen muss sie eine tapfere Fassade aufrechterhalten. Wie die starke Frau, die sie vorzuspielen versucht. Doch heute Nacht erlaubte sie sich, zu trauern, den ganzen Ballast ihres Kummers zu spüren und der Liebe nachzuhängen, die ihr so viel Schmerz bereitet hatte.

„Alles Gute zum Jahrestag, Orion“, flüsterte sie ein letztes Mal, kaum hörbar. „Ich hoffe, du findest, wonach du suchst. Ich hoffe, dass du eines Tages die Tiefe meiner Liebe für dich verstehst.“

Damit wandte sie sich vom Fenster ab. Sie ließ die Erinnerungen und den Schmerz – wenn auch nur für einen Augenblick – hinter sich und ging ihrer ungewissen Zukunft entgegen.