Australien Love : Cooper (Band 2)

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Zusammenfassung

Wenn Leo sich an Cooper erinnert, denn sind es keine schöne Erinnerungen. In der Vergangenheit tat er alles, um sie zu demütigen. Doch nun soll sie mit ihm zusammenarbeiten und nach einer Weile bemerkt sie, dass sie nun einem ganz anderen Cooper James gegenüber steht. Als ihr Welt völlig aus den Fugen gerät, ist Cooper ihr eine große Stütze und die benötigt sie auch, um ihren Verstand nicht zu verlieren. Er nimmt sie zu sich und in Australien findet sie nicht nur Ruhe, die sie dringend nötig hat, sie kommt auch einem Familiengeheimnis auf die Spur, dass sie nicht erwartete. Cover by Nancy Bieler

Status:
Abgeschlossen
Kapitel:
17
Rating
4.9 18 Bewertungen
Altersfreigabe
18+

Prolog

„Das ist also dein erster Tag am Set?“

Ken Bustering beobachtete seine neue Kollegin lächelnd.

Eleonora Hastings, die von allen nur Leo genannt wurde, grinste ihn an. Einen Moment konnte man die Unsicherheit erkennen, die jeder Neuling hatte, wenn er an so ein großes Set kam, doch er fand auch, dass sie sich gut schlug.

Er seufzte leise.

Ken konnte sich gut vorstellen, warum sie Leo genannt wurde. Es lag vor allem an ihren Haaren. Einige Schauspieler würden ein Vermögen ausgeben, wenn sie solche Pracht auf dem Kopf hätten. Es schien so, als ob das Haar gefärbt wäre, aber Leo versicherte ihm, dass es nicht so war. Sie waren rotblond, hatten aber noch einige weißgoldene Strähnchen. Es war eine Lockenmähne, die sie im Moment mit einem Tuch bändigte.

Ansonsten konnte man an Leo nichts von einem Löwen erkennen. Sie war klein und reichte ihm gerade mal an die Brust. Sie sah im ersten Moment etwas pummelig aus, aber wenn sie sich anspannte, und das passierte oft, da sie sich immer wieder strecken musste, um an etwas heranzukommen, konnte man die Muskeln an Armen und Beinen erkennen, die sie sich antrainiert hatte.

Sie war gewiss keine Schönheit, aber ihr Gesicht strahlte eine Herzlichkeit aus, die man bei anderen Kollegen suchte.

Ihre Nase war klein und die Nasenspitze zeigte etwas nach oben. Ihre dunklen Augen wirkten warm, besonders wenn sie lächelte. Ihre Wangenknochen waren zu weit oben und wenn sie lachte, wurden ihre Augen schmal, was aber wieder niedlich aussah.

Nein, eine Schönheit war sie wirklich nicht, aber Ken hatte sie von Anfang an gemocht.

Er hatte sich immer angewöhnt, dass er seinen neuen Kollegen darüber informierte, dass er schwul war. Schon viele Frauen hatten ihn angemacht und hatten danach ihren Job geschmissen, als sie erfuhren, dass er schon lange in einer glücklichen, aber schwulen Beziehung war. Männer gab es in seinem Beruf sowieso nicht viele, aber diejenigen, die heterosexuell veranlagt waren, rümpften meist die Nase. Und eben auch einige Frauen.

Bei Leo war es anders gewesen.

„Ich sage es dir am besten gleich. Ich bin homosexuell.“, hatte er sie beim ersten Treffen aufgeklärt.

Sie hatte ihn nur mit ihren warmen Augen verblüfft angesehen und dann die Schulter gezuckt.

„Na und?“

„Stört dich das nicht?“

Wieder hatte sie mit den Schultern gezuckt.

„Nö, warum sollte es das? Stört es dich, dass ich auch auf Männer stehe? Kommen wir uns deswegen ins Gehege?“

Er konnte nicht anders, als schallend zu lachen.

Leo war ihm vom ersten Augenblick an sympathisch. Und nun sollten sie endlich zusammenarbeiten.

„Warst du überhaupt schon einmal an einem Film-Set?“

Sie verzog das Gesicht.

„Nein, also ich war schon im Theater, aber das kann man nicht vergleichen. Ich bin ja noch nicht so lange mit meiner Ausbildung fertig.“

Er wuschelte ihr kurz durch die Haare. Er konnte nicht widerstehen, denn er wollte wissen, ob sie Haarspray benutzte, damit die Mähne so wild aussah. Aber er konnte nichts fühlen.

„Sei nicht nervös. Schauspieler sind auch nur Menschen. Vor den Regisseuren musst du achtgeben. Gerade Ben Turner ist ein harter Hund und eigentlich nie zufrieden.“

Sie wurde eine Spur blasser, was ihn wieder zum Lachen brachte.

„Jetzt schau nicht so. Er kann mich gut leiden und ich werde ein gutes Wort für dich einlegen, falls du einen Fehler machen solltest. Aber ich nehme an, du wirst professionell alles meistern.“

Sie waren fast am Set angekommen. Es herrschte schon ein geschäftiges Treiben, als sie den Trailer erreichten, in dem sie die Schauspieler einkleiden und schminken sollten.

Ken wurde von allen Seiten gegrüßt und Leo betrachtete man neugierig.

Sie betraten den Trailer und breiteten ihre Schminkutensilien aus.

Ken beobachtete Leo, wie sie gewissenhaft alles sortierte. Ihm gefiel ihre Ordnung. Das bedeutete, dass sie sich nicht an seinen Sachen vergriff, weil sie nichts fand. Er erklärte ihr die Kostüme, als sie fertig war.

„Eigentlich ist alles einfach. Du musst den Schauspieler einkleiden und dann schminken. Du bist für Cooper James verantwortlich und ich für Eli Jackson. Beide sind nette Jungs, obwohl Cooper ein richtiger Pedant sein kann.“

Leo starrte ihn entsetzt an.

„Cooper James?“

Er nickte und hob eine Augenbraue.

„Ich weiß, er ist ein berühmter Schauspieler, aber das darf dich nicht beeindrucken.“

Sie schluckte und starrte in den Spiegel.

„Ken...ich...kann ich Eli schminken?“

Ken schnalzte mit der Zunge.

„Warum denn das?“

Sie schüttelte den Kopf.

„Vergiss, was ich gesagt habe. Das war unprofessionell von mir. Ich werde tun, was du mir sagst.“

Ken war sich nicht sicher, aber er sah, dass ihre Hände zitterten. War sie so nervös? Nur weil er ein Superstar war? Aber warum wollte sie dann Eli schminken, der um einiges bekannter als Cooper war? Er konnte sich keinen Reim daraus machen.

„Ich werde uns mal Kaffee besorgen. Ist das okay? Die Jungs mögen bestimmt einen Kaffee, wenn sie endlich mal kommen würden.“

Er schaute auf die Uhr.

„Verdammt, die beiden sind wirklich spät dran. Das bin ich von ihnen gar nicht gewohnt. Na ja, bis ich da bin, werden sie wohl auch aufgetaucht sein. Zumindest hoffe ich das.“

Leo nickte stumm. Sie wirkte wie ein kleines Kind. Richtig verloren.

Ken runzelte die Stirn, verließ aber dann den Trailer. Er würde nur zu gerne wissen, was das zwischen seiner neuen Mitarbeiterin und Cooper James war.