Prolog
Es war einmal vor langer Zeit in einer weit, weit entfernten Galaxis.
Korriban, ein trister, unwirtlicher Planet, der von kargen Landschaften, riesigen Schluchten und vulkanischen Gebirgsketten geprägt ist, die von trostlosen roten Steinwüsten durchzogen sind. Hier, in dieser erbarmungslosen Umgebung, konnte nur derjenige überleben, der sich an das trockene Klima, die Hitze und die tödliche Fauna anpassen konnte.
Für Neuankömmlinge waren die ersten Tage oft auch die Letzten, denn viele von ihnen überlebten nicht lange in dieser feindseligen Umgebung.
Unter den heimischen Kreaturen, die Korriban ihr Zuhause nannten, waren die K’lor-Schnecken, Tuk’ata und andere wilde Spezies, die in den Schatten auf Beute lauerten jedoch nicht die größte Bedrohung. Diese schrecklichen Geschöpfe waren nur ein Vorgeschmack auf die wahren Schrecken des Planeten.
Die Sith.
Die wenigen Überlebenden, die es schafften, sich gegen den Planeten zu behaupten, mussten auch die unerbittlichen Prüfungen der Sith-Akademien bestehen, wo die Anwärter auf die dunkle Seite der Macht auf die Probe gestellt wurden. Nur die Stärksten und Skrupellosesten überlebten, um sich den Reihen der Sith anzuschließen und ihre dunklen Ziele zu verfolgen.
Um meine Geschichte zu verstehen, müssen wir auf die Anfänge meiner unerwarteten Reise zurückblicken, auf eine Zeit vor all dem, bevor ich jemals eine Chance erhielt. Es war ein Leben als Sklave, das mich geprägt hatte, und es war dieses Leben, das mich zu einer Reise führte, die ich nie geplant hatte.
Im alter von nicht einmal sechzehn Jahren wurde ich zu jenem Ort verschleppt, der als die Ursprungswelt der alten Sith bekannt war. In den Geschichten meiner Kindheit waren die Sith mehr als nur Schreckensfiguren; sie waren mächtige Wesen, deren Fähigkeiten jenseits meiner Vorstellungskraft lagen. Doch erst als ich selbst auf Korriban landete, begriff ich die wahre Bedeutung ihrer Macht und ihres Einflusses.
Als Kind plagten mich Albträume von den Sith, die als mächtige und furchterregende Gestalten in den Legenden meiner Heimatwelt existierten. Doch nun, da ich auf Korriban war, erkannte ich die Wahrheit hinter diesen Geschichten. Die meisten von ihnen waren nichts weiter als arrogante Akolythen, die aus wohlhabenden, imperialen Familien stammten und nach Korriban geschickt wurden, um Ruhm und Ehre für ihre Familie zu erlangen.
Ihre vermeintliche Stärke lag nicht in ihrer Verbundenheit mit der Macht, sondern in ihrem prall gefüllten Geldbeutel und ihrem aristokratischen Hintergrund. Doch auf Korriban, in dieser unwirtlichen und erbarmungslosen Umgebung, wurden sie schnell zur leichten Beute für die erfahrenen und machthungrigen Sith, die schon lange auf diesen Planeten verweilten.
Die arroganten Akolythen, die glaubten, dass ihr Reichtum und ihre Abstammung sie vor den Gefahren von Korriban schützen könnten, wurden rasch eines Besseren belehrt. Sie waren nichts weiter als Narren, die von den wahren Meistern der Dunkelheit ausgenutzt und manipuliert wurden, um deren eigenen Ziele voranzutreiben.
Für diejenigen von uns, die keine privilegierte Herkunft hatten und sich durch harte Arbeit und Entbehrungen auf Korriban behaupteten, waren diese selbstgefälligen Akolythen eine ständige Erinnerung daran, dass Macht nicht durch Titel oder Reichtum allein erlangt wurde. Es war die Fähigkeit, sich den Herausforderungen zu stellen und die Dunkelheit in sich selbst zu beherrschen, die wahre Stärke ausmachte oder eben dieser Dunkelheit freien Lauf zu lassen. Zu jenem Zeitpunkt war ich noch nicht auf Korriban.
Das Leben hatte mich zuvor von meiner Heimat entrissen und mich in die Fänge der Sklaverei auf Subterrel geworfen. Es liegt nun fast vier Jahre zurück. Das verfluchte Ereignis, welches mich in die Sklaverei und zur Arbeit in dessen Minen zwang.
Ich stammte ursprünglich von Manda’yaim, auch besser bekannt als Mandalore, der legendären Heimatwelt der Mandalorianer, meiner Ahnen. Ich vermisste sein tropisches Klima und den dichtem Dschungel. Neben den Dschungeln gab es auch das Gegenteil. Große Wüstenregionen und wenig fruchtbares Farmland.
Mein Name ist Deksosei Neonnie. Trotz meiner kleinen Statur von nur 1,65 Metern und einem erschreckend abgemagerten Körpergewicht von weniger als 40 Kilogramm, konnte ich meine Fähigkeiten nutzen, um mich auf Subterrel zu behaupten. Meine Kleidung bestand aus Lumpen, die kaum meinen Körper bedeckten, und darunter zeigte sich meine blasse Haut, übersät mit Narben und Zeichen vergangener Qualen. Das kalte Klima und das fehlende Tageslicht in den Minen, in welchem ich schuften musste, hinterließen mich blass und abgemagert, denn selbst als Kind wurde ich bei den Arbeiten nicht geschont.
Jeden Tag durchlebte ich das Selbe. Geringe Rationen und schwere körperliche Arbeit ließen meinen Körper fast nur aus Sehnen, Haut und Knochen bestehen. Ich war mehr eine wandelnde Leiche als ein lebendiger Mensch, und mein Gesicht war von Schmutz und Asche verunstaltet. Mein schulterlanges, zerzaustes Haar verdeckte teilweise ein blutrotes Tattoo über meinem rechten Auge und eine Narbe, die sich von meinem linken Auge bis zum Ohr erstreckte.
Das Tattoo über meinem Auge war ein Symbol meiner Unterdrückung, und wies mich einer bestimmten Sklavenart und einem bestimmten Arbeitsbereich zu. Doch ich habe nie großen Wert darauf gelegt zu entschlüsseln welche Mine es genau war, zu der ich gehörte.
Der Abbau von Metallen in den Minen von Subterrel war eine gefährliche Tätigkeit, bei der jeder Tag mit dem Risiko des Todes verbunden war. Stollenbrüche waren keine Seltenheit, und der Verlust von Sklavenleben war an der Tagesordnung.
Unter den Opfern waren oft auch Kinder, nicht viel älter als ich selbst, die aufgrund ihrer geringen Größe und Wendigkeit in die engen Zwischenräume der Minen gelangen konnten. Es war von entscheidender Bedeutung, die Anzeichen zu erkennen, die darauf hinwiesen, ob ein Stollen sicher genug war, um betreten zu werden, oder ob man sein Leben riskierte. Ein falscher Schritt oder ein unvorsichtiger Moment konnte den Unterschied zwischen Leben und Tod bedeuten.
Die Gefahr eines Stollenbruchs war allgegenwärtig, und wenn mehrere Tonnen Gestein herabstürzten, gab es keine Chance zu entkommen. In einem Augenblick konnte man unter der Last begraben werden, und war danach platter als eine halbe Vibroklinge.
Mit der Zeit lernte ich, diese gefährliche Umgebung zu lesen und zu verstehen, um mein Überleben zu sichern. Jeder Tag in den Minen war ein Kampf um Leben und Tod, und nur diejenigen, die über das nötige Wissen und die Instinkte verfügten, konnten den Herausforderungen standhalten. So wurde ich gezwungen, mich anzupassen und zu lernen, wie man in einer Welt überlebt, in der das Leben weniger zählte wie das Erz, das wir aus den Eingeweiden des Planeten bargen.








