Begegnung mit dem Reaper: Eine Motorcycle Club Romanze

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Zusammenfassung

Hailey Slater verlor ihre Eltern bei einem schrecklichen Brand, als sie fünf Jahre alt war, und wuchs seitdem bei ihrem Onkel auf. Doch Haileys Familie verbirgt mehr, als man auf den ersten Blick sieht. Ihr Onkel ist ein friedliebender Hippie, der Marihuana anbaut, während ihre Eltern die Präsidenten einer Biker-Gang namens Vandals waren, die mit Waffen und Drogen handelten. Jetzt ist Hailey 25 und längst erwachsen, doch sie neigt nach wie vor dazu, schlechte Entscheidungen zu treffen – vor allem bei Männern. Sie hat versucht, ein normales Leben zu führen, doch ein netter Typ von nebenan reicht ihr einfach nicht. Ein muskulöser Biker mit schlechter Einstellung und einem intensiven Blick? Genau ihr Ding! Hailey kann ja wohl nichts dafür, wenn sie sich von Bad Boys angezogen fühlt, oder? Hier kommt Colton Dean ins Spiel, auch bekannt als Reaper. Er ist ein Bad Boy der besonderen Sorte: groß, dunkel und gutaussehend. Er ist nicht nur ein zertifizierter Bad Boy, sondern auch der Präsident der Kings of Hells MC. Als Colts und Haileys Wege sich kreuzen und es sofort zwischen ihnen funkt: Werden die beiden das Feuer am Brennen halten können oder lassen sie es erlöschen? Wird Hailey erfahren, wer für den Tod ihrer Eltern verantwortlich war? Man sagt, die Wahrheit macht einen frei... aber stimmt das wirklich? Lies eine mitreißende MC-Romanze voller Erotik, Romantik, Drama und roher Emotionen.

Status:
Abgeschlossen
Kapitel:
45
Rating
4.9 72 Bewertungen
Altersfreigabe
18+

Kapitel 1

Hailey Slater:

Ich erinnere mich an jenen Tag, als wäre es gestern gewesen. Leider.

Der schwarze Himmel, als die Wolken uns einkesselten. Das Grün des Grases, weil der Frühling gerade erst begonnen hatte. Die Tränen, die mir ohne Ende über das Gesicht liefen. Der Schmerz, der sich tief in mein Herz fraß und gefühlt werden wollte. Die Entschuldigungen von Leuten, die ich nicht einmal kannte. Die Hand meines Onkels, die meine fest umschlossen hielt. Und die schwarzen Lederjacken, die sich um den Sarg drängten.

Ich war fünf Jahre alt, als es passierte. Als ich meine Eltern verlor.

Mein Onkel erzählte mir, sie seien bei einem Brandunfall in einem Gebäude ums Leben gekommen. Aber das war nicht das, was ich aus dem Geflüster hörte. Das Geflüster erzählte eine ganz andere Geschichte.

Es erzählte die Geschichte einer kriminellen Organisation. Davon, wie meine Familie und alle Mitglieder bei lebendigem Leib verbrannten. Als ich klein war, glaubte ich, meine Eltern wären Geschäftsinhaber. Auf gewisse Weise waren sie das wohl auch. Aber das Geflüster behielt am Ende recht.

Meine Eltern waren Mitglieder einer Motorradgang namens „The Vandals“. Aber sie waren nicht nur einfache Mitglieder. Sie waren die Köpfe der Gang, die Präsidenten des MC-Clubs.

Sie steckten am Ende doch tief in der Schwerkriminalität drin. Hauptsächlich ging es um den Handel und Schmuggel von Drogen und Waffen. Die Vandals waren jahrelang die größte Rockergang im Mittleren Westen, bis sie schließlich ausgelöscht wurden.

Ich dachte immer, der Spitzname meines Vaters sei einfach nur ein Name. Man nannte ihn Bullet. Erst viel später fand ich heraus, dass dieser Name in der Biker-Welt mehr bedeutete. Er bedeutete, dass man sich besser nicht mit ihm anlegen sollte. Er war jemand, mit dem man nicht fucked.

Und meine Mutter, ihr Spitzname war Viper. Sie sah zwar aus wie ein Engel, aber sie biss zu wie eine Schlange. Niemand legte sich mit den beiden an, so wurde es mir zumindest erzählt.

Bis zu dem Tag, an dem es doch jemand tat. Jemand brachte sie um und löschte in jener Nacht ihre gesamte Crew aus. Sie taten es, um sicherzugehen, dass niemand Jagd auf sie machen würde. Wenn alle tot wären, wer sollte sie dann für ihr Verbrechen bezahlen lassen?

Ich fragte mich oft, was meinen Eltern in ihren letzten Augenblicken durch den Kopf ging. Vielleicht dachten sie an mich und ob ich in Sicherheit wäre. Vielleicht hofften sie, dass ich die Verantwortlichen für ihren Tod finden würde. Vielleicht hofften sie, dass ich sie töten würde. Dass ich eines Tages die Leute umbringen würde, die an ihrem Tod schuld waren.

Zu ihrem Unglück hatte ich das nicht im Blut. Ich wurde so erzogen, dass ich nicht so war.

Mein Onkel war ein Hippie, schon immer. Er baute früher in seinem Haus Gras an und gab es meinen Eltern zum Verkaufen. Wen mache ich hier eigentlich was vor, er verkauft immer noch Weed. Nach dem Tod meiner Eltern wurde er mein Vormund. Er zog mich wie seine eigene Tochter auf; als friedliebende, naturverbundene Hippie-Braut, genau wie er. Und ich schätzte das sehr. Es war schön, glücklich zu sein und immer das Gute zu sehen.

Obwohl das Clubhaus und das Lagerhaus der Gang niederbrannten, blieb die Biker-Bar erhalten. Meine Eltern hatten sie als Treffpunkt für Rocker aller möglichen Gangs und Charter gebaut. Sie machten daraus einen echten Biker-Club. Nach dem Tod meiner Eltern übernahm mein Onkel den Laden. Als ich älter wurde, half ich in der Bar aus. Ich war ein Mädchen für alles, genau wie meine Eltern und mein Onkel. Ich kellnerte, stand hinter dem Tresen und machte sauber. Im Grunde schmiss ich den Laden zusammen mit meinem Onkel. Genau so, wie meine Eltern es gewollt hatten, bis ich alt genug wäre, ihn selbst zu übernehmen.

Zwischen der Bar und dem Anbau von Weed hatten wir alle Hände voll zu tun. Ich entschied mich gegen das College. Stattdessen wollte ich ihr Erbe am Leben erhalten.

Die Bar hieß immer noch „The Biker’s Hideout“. Der einzige Unterschied war, wer sie führte. Wir hatten ein paar alte Fotos der Vandals gefunden und sie als Deko in der Bar aufgehängt. Außerdem renovierten wir Teile der Bar mit neuen Holzstühlen, Tresen und Sitzecken. Die Biker hatten die alten Sachen nämlich ganz schön zugerichtet. Aber hier blieb sowieso nichts lange sauber. Bald würde alles wieder abgenutzt sein und der Laden würde aussehen wie zu der Zeit, als meine Eltern ihn führten.

Ich gab mir Mühe, die Erinnerungen an sie festzuhalten. Es war schwer, weil ich noch so klein war, als sie starben. Aber sie waren noch da, wenn auch ein bisschen verschwommen.

Ihre Erinnerung lebte aber auch durch ihre Freunde weiter. Viele Biker, die in die Bar kamen, hatten sie gut gekannt. Sie erzählten mir Geschichten über meine Eltern, ihre früheren Eskapaden und wie toll sie waren. Auch wenn sie weg waren, waren sie nicht vergessen.

Ich vermisste sie. Ich vermisste es, jemanden Mama und Papa nennen zu können. Ich vermisste ihr Lächeln, ihre Gute-Nacht-Geschichten und ihre Umarmungen.

Mein Onkel war klasse und meine einzige Familie. Aber am Ende des Tages konnte er meine Eltern nie ersetzen. Trotzdem war ich dankbar, dass ich ihn hatte. Er war alles, was mir geblieben war. Ohne ihn wüsste ich nicht, wo ich heute wäre.

Das Klirren von Gläsern auf dem Holztresen holte mich in die Realität zurück. Mein Onkel schob mir die Gläser über die Theke zu. Ich fing eines gerade noch ab, bevor es über die Kante rutschte.

„Alles klar bei dir, Hails?“, fragte er mit einem besorgten Lächeln.

„Ja, sorry. Ich war nur gerade in Gedanken.“

„Du hättest fast das Glas vom Tresen rutschen lassen. Bist du sicher, dass alles okay ist?“

„Ja, versprochen. Ich hänge nur meinen Tagträumen nach, du weißt doch, wie ich bin!“, sagte ich und lachte etwas unsicher.

Aber obwohl ich ihn beruhigte, sah er immer noch besorgt aus. Seine Stirn lag in Falten, die Lippen waren fest zusammengepresst und sein Blick blieb skeptisch.

„Na gut, Hails.“

Ich beschloss, das Thema zu wechseln. Ich wollte nicht über die Vergangenheit oder meine Eltern reden. Mein Onkel war klug genug, nicht weiter nachzubohren. „Ich glaube, wir müssen nach heute Abend neuen Bourbon und Whiskey bestellen. Die Vorräte sind fast leer. Ohne Nachschub wird das ein langes Wochenende.“

Sein Blick wanderte zu den Regalen, während er anfing, die Flaschen zu zählen. „Sieht so aus, als hätten wir noch zehn Stück. Ich glaube, im Lager stehen auch noch ein paar. Das sollte uns über das Wochenende retten. Ich rufe Bernie an und bestelle für Montag. Gute Idee.“ Er schenkte mir ein sanftes Lächeln, bevor er den Raum verließ.

In spätestens drei Stunden würde der Laden voller Biker sein. Und zwar von der wilden Sorte. Wochenenden waren in der Biker-Szene immer eine große Sache. Wobei eigentlich jeder Tag ein Ereignis war, solange sie einen Grund zum Feiern fanden. Sie liebten ihren Alkohol fast so sehr wie ihre Frauen. Die meisten Biker suchten sich jeden Monat eine neue Ische zum Flachlegen. Ich sah selten dieselben Gesichter. Und sie suchten sich nie Frauen aus, die selbst Motorrad fuhren. Stattdessen nahmen sie sich Groupies. Es hatte wohl einen gewissen Reiz, einen Bad Boy zu daten. Einen Mann, der Motorrad fährt, in einer Gang ist und ein Krimineller dazu. Frauen standen auf Bad Boys und die Biker nutzten das aus.

Aber der Reiz war ja auch offensichtlich. Wer würde nicht auf einen Kerl wie einen Baum stehen? Tätowiert, auf dem Bike, mit kurzem Haarschnitt, Lederjacke und einer miesen Einstellung.

Sogar ich bin früher mal darauf reingefallen.

Aber das war, als ich jünger war. Ich bilde mir gerne ein, dass man mit dem Alter klüger wird. Jetzt bin ich 25 und habe hoffentlich genug Verstand im Kopf.

Vor ein paar Wochen habe ich jemanden kennengelernt. Ich war gerade in der Stadt Kaffee holen und fast zu spät zu meinem Arzttermin. Er ist glatt rasiert, hochintelligent, hält sich an alle Regeln und ist Anwalt. Er verkörpert das Vorstadtleben, normal und sicher. Und ich schätze, ich bin jetzt in dem Alter, in dem „sicher“ verdammt gut klingt. Er sieht gut aus und bringt mich zum Lachen. Im Moment reicht mir das völlig. Aber dieser Funke, von dem Hollywood, Bücher und die Leute immer reden, der fehlt einfach. Ich glaube fest daran, dass meine Eltern diesen Funken hatten. Deshalb haben sie so gut zusammengepasst. Sie hatten die wahre Liebe gefunden, bevor sie ihnen genommen wurde.

Vielleicht entwickelt sich dieser Funke ja noch und trifft mich wie ein Schlag. Vielleicht ist Herr Anwalt ja doch der Richtige.

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