Seelenherz (2. Buch der Herzbücher)

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Zusammenfassung

Max und Sarah, die Freude des ehemaligen Cupid Nathaniel, verzweifeln bei ihrem Versuch, den charmanten Henry an den Mann zu bringen. Henry hat akzeptiert, dass Elias nicht für ihn bestimmt ist und möchte vorerst seine Freiheit genießen. Daher lassen die zwei Engel den jungen Franzosen erst einmal sein Leben leben. Bis... ... Ja... Bis die ein wenig schusselige Sue auf sie zukommt. Sue ist ein Schutzengel und kann nicht mehr mit ansehen, wie der ihr anvertraute Mike ständig in die nächste Liebeskatastrophe stolpert. ---- TEIL 2 der Herz-Bücher! Da einiges aus Teil 1 "ENGELSHERZ" erwähnt wird, empfehle ich erst dieses zu lesen. Ebenso auf meinem Profil zu finden ????

Status:
In Arbeit
Kapitel:
54
Rating
5.0 1 Bewertung
Altersfreigabe
18+

Kapitel 1 - Henry - Mir geht es gut

„Hey, das ist meines! Du elender Dieb!“ Voller Entrüstung jagt Elias dem gutaussehendem Mann hinterher, der lachend den Arm hochhält und somit das Törtchen außer Reichweite hält. „Das ist aber nicht gesund!“, grinst der Angesprochene und beißt in das Törtchen, nur um es sogleich wieder hochzuhalten. „Nate! Nicht lustig!“ , quengelt Elias. „Oh doch mein süßer Grashüpfer, ziemlich lustig!“ „GRASHÜPFER?! Du nennst mich ein ekeliges Insekt?!" Elias beginnt seinen Freund zu kitzeln, welcher kichernd auf dem weichen Gras des Parks zu Boden geht. Sie rollen im verspieltem Kampf auf der Wiese, kitzeln einander, stehlen Küsse von den Lippen des anderen. Ich grinse amüsiert, schüttele den Kopf ein wenig. Diese Unbeschwertheit die die beiden miteinander haben ist schon einzigartig. Das perfekte Glück. „Gott die zwei sind so süß zusammen!“, seufzt Valentina, während sie sich neu eincremt. „Ekelhaft süß meinst du wohl!“ Mel legt sich auf den Bauch. „Ich bekomme vom Zusehen Karies!“ Ich weiß sie spielt nur die coole, taffe Frau, die sich nicht für Romantik und so weiter erwärmen kann. In Wahrheit freut sie sich unbändig für Elias. Wie wir alle. Nate ist wie für ihn gemacht. „Oh sorry...“, Valentina sieht mich nun besorgt an und ich muss ein genervtes Seufzen unterdrücken. „Wie oft noch? Es ist okay. Sie sind jetzt ein halbes Jahr zusammen. Ich war in dem Moment drüber weg, als ich beide diesen Kuss teilen sah. Ich mochte Elias, mag ihn noch immer. Als Freund. Aber Nate und er sind wie füreinander geschaffen. Und ich bin froh, dass es so gekommen ist. Ich hätte Elias nie das geben können, was er scheinbar braucht. Es hätte nur unsere Freundschaft zerstört, wenn mehr geschehen wäre.“ „Wie meinst du das? Was er braucht?“, wundert Mel sich. „Na, Sicherheit. Zu Hause sein im Herzen des Anderen. Elias ist kein Langweiler oder so, aber er wünscht sich ganz offenbar ein gefestigtes Leben. Mit dem Partner zusammen wohnen, heiraten, Kinder. Auch wenn es nicht gleich passieren muss, dies ist was er will. Vielleicht wusste er es nicht bevor er Nate traf, aber es ist so. Und Nate ist der perfekte Mann dafür.“ „Und du willst das nicht? Das ist doch das ultimative Ziel einer Beziehung!“ „Mein Ex wollte das. Heirat, Haus, Kind. Ich konnte das damals nicht und will das auch jetzt nicht. Ich sehe meinen Weg nicht so klar. Ich möchte etwas von der Welt sehen. Ich brauche kein festes Zuhause. Das habe ich letztendlich immer bei meiner Familie in Frankreich. Elias und Nate haben beide keine Familie mehr. Für die Beiden ist also ein stabiles Zuhause wichtig.“ „Man Henry, Süßer! Ich glaub du solltest zu Psychologie wechseln!“ Mel sieht mich erstaunt an. „Was? Nee. Ich will nicht den ganzen Tag mit seelischen Problemen belastet werden. Das nimmt man doch alles mit nach Hause und wird dann selbst gaga!“ Die Mädels lachen lauthals und ich schmunzele mit. „Aber du hättest bestimmt eine volle Praxis. Ein charmanter, gutaussehender Franzose. Da wollen bestimmt viele Frauen und Männer in Behandlung!“ Mel wackelt vielsagend mit den Brauen. Valentina piepst ein halb entrüstet, halb entsetztes, „MEL!“ daher und schlägt sie leicht auf den Arm. „Nee danke. Ich glaub es gibt schon genug Verrückte in meinem Leben!", lache ich zwinkern. Mel streckt mir die Zunge raus und ich lache nur erneut. "Sehr erwachsen. Hat Klasse!" "Erwachsensein kann ich später. Wenn ich gelangweilt in irgendeinem Seniorenheim in einem ödem Vorort  verrotte.“ Mel hat wirklich so eine Art an sich, manchmal weiß man nicht ob man sie gegen die Wand klatschen oder herzlich knuddeln will. Ich stehe auf und strecke mich. „So Leute, ich muss dann los. Ich treffe mich noch mit meiner Projekt Gruppe!“ „Projektgruppe oder PROJEKTgruppe?", grinst Elias als Nate und er zurück zur Picknickdecke kommen. Hand in Hand natürlich. Nate ist sogleich der Gentleman, zieht die Decke gerade, entfernt lose Blätter, bevor er Elias zu sich zieht. Seine Arme umschlungen Elias ganz fest, sein Kinn kommt auf dessen Schulter zum ruhen. Ich rolle die Augen. „Manche von uns müssen ihr Studium durchziehen!“ Elias nimmt gerade eine Pause vom Studium und kümmert sich um den Aufbau einer Stiftung. Erst waren wir überrascht, doch letztendlich passt es zu ihm. Auch wenn Nate seine Inspiration zu sein scheint. Sie sind beide Gutmenschen und die Welt braucht wahrlich mehr davon. Elias schmollt ein wenig und ich lache. „Komm‘ schon. Ich würde schon sagen, falls ich ein Date hätte!“ „Das will ich auch hoffen.“, erklingt Mel's Stimme ernst und scharf wie ein Messer. „Wir sind als Freunde für dich verantwortlich. Die Welt ist kein Kinderspielplatz. Man weiß nie wer der Mann ist, mit dem man sich trifft. Kann immer ein Triebtäter oder so sein. Da wäre es sehr unvernünftig niemand zu sagen, dass man ein Date hat.“ Ich sehe Mel an, schüttelte den Kopf. „Danke für diese aufmunternde, Hoffnung spendende Rede. Du bist eine wahre Romantikerin!“ „Just the truth sweetheart. Better safe then sorry und all das!“ Ich schaue zu Elias, der die Schultern zuckt und die Augen rollt alla 'du weißt doch wie sie ist!' Ich grinse, verabschiede mich von Valentina und Mel mit einem Handkuss, winke den Jungs und mache mich auf den Weg. Ich entscheide mich noch ein paar Snacks zu kaufen. Wir wollen zwar Pizza bestellen, aber gerade beim Thema 'Die Demagogie der Nationalsozialisten' brauchen wir wahrscheinlich Nervennahrung. Ich hasse Themen wie diese, aber sie sind unweigerlich Bestandteil eines sprachwissenschaftlichen Studiums. Der manipulative Gebrauch von Sprache und der Macht die sie besitzt. Nachdenklich stehe ich nun vor dem Regal mit Gummibärchen. Krame in meinem Gedächtnis. „Ich steh auf diese sauren Schlangen...“, dringt es durch zu mir. Ja. Saure Schlangen. Die mag Ken. Also wandert eine große Packung ebenso in meinen Korb. Ken ist der Grund warum mir das Thema gleich weniger  ausmacht. Ich freue mich mit ihm einer Projektgruppe mit ihm zu sein. Der süße Asiate hat meine Aufmerksamkeit schon zu Anfang des Semesters gewonnen. Doch bis jetzt gab es keine Gelegenheit ihm näher zu kommen. Wir verkehren in anderen Freundeskreisen. Hätte ich von ihm erzählen sollen? Ach was. Mels Worte mögen Gehalt haben, aber immerhin sind wir nicht allein zu einem Date verabredet. Ich finde Ken scharf. So what? Wir flirten. Er ist Single. Ich bin Single. Ich schlendere zur Kasse, realisiere dass dieser Supermarkt einer von denen ist, die ein Regal mit Kondomen bestücken. Die Amerikaner sind oft so prüde, aber safer Sex wird thematisiert. Ich lasse die Augen über die verschiedenen Packungen streifen und greife letztendlich eine Marke die ich kenne. „Better safe then sorry!“,  wiederhole ich mir selbst gegenüber Mel's Worte und eile dann zur Kasse um zu zahlen. Natürlich hat sie es nicht unbedingt so gemeint, doch letztendlich ist Mel diejenige die mich am wenigsten dafür verurteilen würde, Sex leichter zu nehmen. Sie hat auch den ein oder anderen One-Night-Stand vorzuweisen. Oft diskutiert sie heftig darüber mit Valentina. Für unsere Freundin ist Sex nämlich eine ernste Sache. Sie hält nichts vom unverbindlichen Sex. Sagt man würde sich damit selbst verkaufen. Nun ja. Auch Freunde sind nicht immer der gleichen Meinung. Ich achte auf mich. Ohne Verhütung läuft nichts. Ich mache regelmäßige Check Ups. Aber ansonsten lebe ich frei und ungebunden. Mein Smartphone vibriert und beim Blick darauf wächst ein Grinsen auf meinem Gesicht. Offenbar haben Ellie und Rose abgesagt für heute. Die Zwillinge haben einen gemeinsamen Hund, der wohl zum Arzt muss. Tut mir natürlich leid für den Hund. Ich hoffe es ist nichts schlimmes. Aber das ich nun unverhofft zu einem Abend allein mit Ken komme, stimmt mich mehr als fröhlich. Mit guter Laune mache ich mich auf den Weg zu Kens Verbindungshaus. Ja. Mir geht es gut. Und vielleicht geht es mir später noch viel besser