Vor dir (Vorgeschichte) Mari & Mason 3

Alle Rechte vorbehalten ©

Zusammenfassung

Band 3 Mari & Mason In einer Welt, in der Hass und Mobbing das Leben eines jungen Mädchens bestimmen, kämpft Mari seit ihrer Kindheit gegen die Schatten ihrer Vergangenheit. Die ständigen Angriffe ihrer Mitschüler haben tiefe Wunden hinterlassen, die nur schwer zu heilen sind. Mason hingegen trägt eine andere Last. Von seinen ehrgeizigen Eltern unter Druck gesetzt, sieht er sich schon in frühester Kindheit mit Erwartungen konfrontiert, die ihn an seine Grenzen bringen. Die Suche nach einem Ausweg in einer Welt voller Anforderungen und Unsicherheiten führt ihn auf einen gefährlichen Pfad. Wie haben die beiden Protagonisten ihre traumatischen Erfahrungen geprägt und schließlich zueinander gefunden? Welche Geschichten stecken hinter ihrem Schmerz und ihren Hoffnungen? **Trigger: Mobbing, Drogen, eventuelle Kinderwohlgefährdung.** Erlebe die bewegende Vorgeschichte von Mari und Mason und tauche ein in ihre Welt. Für einen tieferen Einblick in ihre Reise, empfiehlt es sich, die Teile „Ein Jahr in Amerika – Mari & Mason 1“ und „Für immer bei dir – Mari & Mason 2“ zu lesen.

Status:
Abgeschlossen
Kapitel:
8
Rating
5.0 2 Bewertungen
Altersfreigabe
13+

Kapitel 1 Mari

Mir wurde mit einer Schippe auf den Kopf gehauen.

Immer und immer wieder und ich weinte. Aber keiner hörte auf.

Ich weinte und weinte und weinte und es wurden sogar noch mehr Kinder. Aber keiner im Kindergarten wurde darauf aufmerksam, wie auch? Ich hatte mich in einer kleinen Ecke hinter einem Häuschen versteckt, damit ich meine Ruhe hatte, aber die haben mich trotzdem alle gefunden und weiter geschlagen.

Meine Schreie wurden schlimmer und die Tränen rollten über meine Wangen. Ich wusste gar nicht, was los war.

Sie lachten über mich ohne Grund, aber ich konnte mich nicht wehren.

Jetzt zerrte jemand an meinem liebsten Haarband, was mir meine Mama geschenkt hatte und ich merkte, wie meine Haare zu keinem Zopf mehr gebunden waren.

"Was macht ihr da??" Ich hörte eine hohe Stimme. Sie stoppten das Ziehen und das Gerangel und ich traute mich ein Auge zu öffnen und sah nach oben. Meine Wimpern waren voller Sand, meine Zähne knirschten, meine Lippen bluten.

"Lasst sie in Ruhe! Oder ich zeige euch, wenn ich euch schlage!"

Das blonde Mädchen mit den blauen Augen schlug mit der Faust in ihre flache Hand. Die anderen schrien und sprangen von mir weg. Sie liefen in verschiedene Richtungen. "Das sind voll die Rampensäue! Zumindest sagt meine Mutter das immer!" Sie stampfte ihre Hände in ihre Hüfte und schnaubte. Ich zog meine Nase hoch. "Sowas sagt man nicht. " schniefte ich. "Das waren aber wirklich richtige Rampensäue!" Sagte sie wieder. Das Mädchen kam zu mir und setzte sich neben mich und ich versuchte meine Haare wieder ordentlich zu machen. "Mamas Haarband ist weg." Ich fing schon wieder an zu weinen.

"Meinst du das da?" Das Mädchen zeigte auf das rote Band vor sich und nahm es in die Hand, um es mir zu geben.

"Kannst du schon Knoten?" fragte sie und ich schüttelte den Kopf. "Schade, ich auch noch nicht. Wie alt bist du?" Mein Blick war skeptisch, keiner hatte sich hier von den anderen Kindern je Für mich interessiert, also dachte ich kurz nach, ob man ihr trauen konnte und dann zählte ich an den fingern und zeigte dann Vier. "Ich bin vier geworden vor dreitausend Wochen!"

"Ich werde schon sechs, bald! Und ich glaube nicht, dass du schon dreitausend Wochen alt bist."

Das Band meiner Mama ließ ich immer wieder über meine Handflächen gleiten. "Doch ehrlich. Ich habe das eben gezählt." Ich zeigte ihr meine Finger.

"Das sind aber nur zwei Finger. Wie heißt du?"

"Mari. Und wie heißt du?"

"Tanja. Wollen wir Freundinnen sein?"

"Ich habe aber keine Freunde." Sagte ich traurig.

"Ich auch nicht. Deswegen. Wir sind unsere eigenen Freunde!"

Ich lachte und Tanja stand auf. "Komm! Klopf dir den Sand vom Popo und wir sagen dass den Frauen! Dann können wir die alle hauen."

"Ich glaube nicht, dass die großen Frauen die Kinder hauen." Sagte ich leise und folgte ihr.

Tanja grinste mich an. "Okay. Dann haue ich die!"