Außenseiter von Elias J. Connor bei Inkitt
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Außenseiter

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Zusammenfassung

Ellis ist ein trauriger Junge - gefangen in seinen Tagträumen, alleine gelassen und geschlagen von seiner Familie, gehänselt und gemobbt in der Schule. Es scheint, niemand hört ihm zu und niemand hat Anteil an seinen Ängsten und seiner Traurigkeit. Eines Abends begegnet ihm das gleichaltrige Mädchen Natalie. Sie gibt ihm das Gefühl, endlich eine wahre Verbündete zu haben. Natalie nimmt Ellis mit auf Fantasiereisen und ermöglicht ihm, wieder schöne Träume zu haben und trotz seiner traurigen Situation glücklich zu sein... bis Ellis eines Tages feststellt, dass Natalie nicht echt ist, sondern nur eine imaginäre Figur. Als Ellis nach einem verheerenden Vorfall in der Familie im Heim landet, lernt er dort ein reales Mädchen kennen, welches Natalie bis aufs Haar gleicht. Sie scheint sein Leben zu verändern. Kann Ellis seinen Weg jetzt finden und sich seinen Prüfungen besser entgegenstellen?

Status:
Abgeschlossen
Kapitel:
42
Rating
n/a
Altersfreigabe
16+

Kapitel 1 - Traum oder Wirklichkeit?

Der Junge stand am Abgrund eines riesigen Berges. In der Ferne hörte er, wie ein Gewitter heran rauschte. Der Horizont war verhangen von Wolken, und Blitze zuckten aus ihnen heraus.

Er hatte keine Angst. Normalerweise hatte er Angst vor dem Donner, weil der so laut war. Aber Ellis stand einfach da und sah zu, wie das Gewitter langsam näher kam. Er hatte keine Ahnung, warum es ihn nicht bange machte.

Wieder zuckte ein Blitz aus den Wolken. Diesmal war es deutlich näher, denn der Donner hallte kaum 4 Sekunden danach durch die Gegend.

Ellis stand da uns atmete aus. Als er an sich herunter sah, sah er, dass er nichts trug als eine Schlafanzughose. Er fuhr sich mit der Hand durch seine braunen Locken und schüttelte seinen Kopf.

Und eine Brise umspielte Ellis’ Haut.

„Ellis“, machte plötzlich eine sanfte Stimme.

Ellis drehte sich um.

Aber da war niemand.

Wieder ein Blitz und darauf gleich ein Donner. Jetzt war das Gewitter direkt über ihm.

Aber Ellis hatte noch immer keine Angst. Mochte der Blitz noch so stark sein. Mochte der Donner noch so laut sein.

Auf einmal bebte die Erde. Ellis merkte, dass der Berg, auf dem er stehen musste, anfing zu wackeln. Einige Steine bröckelten den Abgrund hinunter, vor dem Ellis stand.

Ellis sah hin.

Aber er hatte noch immer keine Angst.

„Flieg, Ellis, flieg“, sagte wieder diese Stimme, die er eben schon hörte.

Ellis drehte sich erneut um… und dann sah er auf einmal in das Gesicht eines Mädchens. Sie hatte lange, braune Haare, trug ein weißes Nachthemd und hatte große, braune Augen, mit denen sie Ellis lächelnd ansah.

„Flieg, Ellis, flieg“, hauchte sie wieder.

Und dann mit einem Mal krachte es gewaltig, und ein Blitz schlug in den Berg ein, der daraufhin in tausend Teile zersprang, und ehe sich Ellis versehen konnte, schwebte er mit dem Mädchen zusammen in der Luft, und unter ihnen erstreckten sich die Ausläufer von Frankfurt, der Stadt, in der Ellis wohnte.

„Was geschieht hier?“, fragte Ellis. „Träume ich?“

„Wer weiß?“, meinte das Mädchen.

Und dann nahm sie Ellis an die Hand, und beide flogen wie Superman über die Stadt.

„Warum können wir fliegen?“, wollte Ellis wissen.

„Wir können alles, was du dir wünschst“, sagte das Mädchen ruhig.

„Wohin fliegen wir?“, fragte Ellis.

„Wohin möchtest du?“, fragte das Mädchen zurück.

Ellis blickte über die Dächer der Häuser.

„Da vorne ist meine Schule“, sagte er dann auf einmal.

„Gut“, sagte das Mädchen. „Sehen wir sie uns mal an.“

Ellis und das Mädchen landeten dann schließlich auf einem großen Hof, in dessen Mitte eine alte Eiche stand, um diese mehrere Sitzbänke angebracht waren. Das Gebäude war in der Dunkelheit kaum zu erkennen. Es war geformt wie ein U und erstreckte sich um den Hof herum und war offen nach der Seite, wo die Parkplätze waren.

„Wer bist du?“, fragte Ellis dann das Mädchen.

Das Mädchen lächelte ihn an, aber sie wollte nicht auf seine Frage eingehen. „Es ist niemand hier“, sagte sie stattdessen. „Sollen wir mal reingehen? Ich würde gerne mal deinen Klassenraum sehen.“

Ellis lief dann mit dem Mädchen zum Eingang, der in den hinteren Trakt des Gebäudes führte. Als er versuchte, die Türe, die er abgeschlossen vermutete, zu öffnen, ging sie tatsächlich auf.

„Es ist so dunkel hier“, sagte Ellis. „Ich sehe nichts.“

„Kein Problem“, sagte das Mädchen. „Ich kann machen, dass es morgens ist.“

Mit einem Mal… ging in Sekundenschnelle die Sonne auf. Das Unwetter, welches längst schon verschwunden war, war nicht mehr zu spüren, und das Tageslicht leuchtete in den großen Innenraum, der zu den anderen Fluren führte, wo die Klassenräume waren.

„Wie hast du das gemacht?“, wollte Ellis wissen. „Es war doch eben noch Nacht…“

Das Mädchen lächelte.

„Du musst eine Fee sein oder so was“, stellte Ellis fest.

„Vielleicht deine Fee“, hauchte das Mädchen.

Und auf einmal ertönte die Schulglocke. Es war große Pause.

Und dann, in der nächsten Sekunde… huschten zig Kinder – sicher Hunderte – aus den Klassenräumen heraus in den großen Flur.

Ellis zitterte, denn er hatte ja nur eine Schlafanzughose an. Was, wenn die anderen ihn so sehen würden?

„Hab keine Angst“, sagte das Mädchen, als sie Ellis an die Hand nahm. „Sie können uns nicht sehen. Zeigst du mir jetzt deine Klasse?“

„Es ist die 6 a“, sagte Ellis.

Dann führte er das Mädchen in den unteren Flur. Dort gab es drei Türen. Die hinterste, das war der Klassenraum von Ellis’ Klasse.

Er und das Mädchen gingen hinein.

Im Raum waren zwölf Tische so gestellt, dass sie alle zum Schreibtisch und der Tafel zeigten. Schultaschen standen unterhalb der Tische. Und Mäppchen und Schreibhefte lagen auf den Tischen.

„Wo sitzt du?“, sagte das Mädchen.

Ellis lief zu seinem Platz in der vorletzten Reihe.

„Sitzt jemand neben dir?“, fragte das Mädchen dann.

Und Ellis schüttelte seinen Kopf.

Und schließlich entdeckte das Mädchen etwas, was an der Tafel stand. Sie las: „Ellis Baxter ist eine Schwester. Keiner vermisst dich, also verpiss dich.“

„Ellis, was bedeutet das?“, wollte das Mädchen wissen.

Und mit einem Mal klingelte es wieder… und in der nächsten Minute kamen die Kinder wieder herein in den Klassenraum.

„Komm“, sagte das Mädchen.

Und gerade, als sie zur Türe gehen wollten… sah Ellis sich selbst. Er und das Mädchen schienen nur Beobachter zu sein, und der richtige Ellis lief langsam mit gesenktem Kopf zu seinem Platz und setzte sich hin.

„Mädchen“, sagte ein Junge zu ihm. „Alice im Wunderland“, sagte ein anderer Junge, der Ellis gleich darauf ins Gesicht schlug.

Ellis wehrte sich nicht. Er blieb still sitzen und schaute nach unten.

„Ich bin ein Außenseiter“, flüsterte der Ellis in Schlafanzughose zu dem Mädchen, mit dem er hier war. „Sie mobben mich.“

„Das dachte ich mir“, sagte das Mädchen mitfühlend. „Komm, gehen wir nach draußen.“

In der Morgensonne war es relativ warm, fast zu warm für Ende Juni.

„Morgen ist mein Geburtstag“, sagte Ellis traurig. „Keiner von ihnen wird kommen.“

„Bist du sicher?“

Ellis schnaufte aus. „Vielleicht kommt Alexander“, sagte er. „Er ist neben mir der Zweit-Unbeliebteste der Klasse. Aber er wusste noch nicht, ob er kommen kann.“

„Wer kommt sonst noch?“, fragte das Mädchen.

„Meine Schwester hat noch ein paar ihrer Freundinnen eingeladen“, antwortete Ellis. „Aber eigentlich hab ich gar keine Lust auf eine Feier.“

„Komm“, sagte das Mädchen. „Sehen wir uns mal dein Zuhause an.“

Daraufhin nahm sie Ellis wieder bei der Hand, und sie flogen hoch in die Lüfte. Sie flogen über die Dächer der Innenstadt hinweg, flogen über die Hügel von Seckbach, bis sie an Ellis’ Wohnsiedlung in Bergen-Enkheim ankamen. Dort gab es an den Hängen ein seltsam geformtes, gelbes Terrassenhaus.

„In der obersten Etage wohne ich“, sagte Ellis.

Sie landeten auf Ellis’ Balkon. Die Türe zum Inneren von Ellis’ Zimmer stand offen, und er und das Mädchen gingen hinein.

In Ellis’ Zimmer standen ein Einzelbett, ein Schreibtisch, und ein Nachtschrank, auf dem eine kleine Musikanlage war. An der Wand waren zwei Regale mit Büchern und Disney-Comicheften, die Ellis so gerne las.

„Ich muss jetzt gehen“, sagte das Mädchen schließlich, nachdem es den Raum ansah. „Aber ich komme gerne wieder.“

Daraufhin legte die Fremde ein kleines Buch auf den Schreibtisch, bevor sie sich zum Balkon begab.

„Warte“, sagte Ellis. „Ich weiß doch nicht, wie ich dich nennen soll. Wie ist dein Name?“

Das fremde Mädchen lächelte und flog dann los.

Und in der nächsten Sekunde wurde es Ellis kurz schwarz vor Augen. Als er seine Augen wieder öffnete, merkte er, dass er in seinem Bett lag.

Er atmete heftig.

Er sah auf die Uhr, die auf seinem Nachtschränkchen stand. Sie zeigte den 24. Juni an, morgens um halb sieben.

Ellis zitterte.

„Heute habe ich Geburtstag…“, flüsterte er leise zu sich selbst.

Langsam stand er auf und ging zu seinem Schreibtisch… und dort lag das kleine, schwarze Buch, welches das fremde Mädchen eben dort hingelegt hatte.

Ellis schlug es auf…

Und er las, was drin stand: „Alles Gute zum Geburtstag wünscht dir deine Freundin Natalie.“

„Natalie“, flüsterte Ellis leise. „Dann war es kein Traum…“

Kapitel
1. Kapitel 1 - Traum oder Wirklichkeit?
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